Beschreibung
... ist eigentlich das lateinische Wort für „Kloster“, abgekürzt sehr oft auch „mom“, aber welchen Bezug hat es zu unserem virtuellen Urkundenarchiv? Ganz einfach. Das liegt in der folgenden Geschichte des Projektes begründet.
Seinen Ausgang nahm das Projekt im österreichischen Bundesland Niederösterreich, das sehr reich an Klöstern ist, die seit ihrer Gründung im hohen Mittelalter ununterbrochen bestehen und damit auch eine ungebrochene Archivtradition vor Ort aufweisen können. Aufgrund ihrer großen historischen Bedeutung verwahren sie zudem einen Großteil der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Überlieferung zur Geschichte dieses Landes.
Die starken historischen Bezüge der Klöster untereinander und über das Land hinaus schufen ideale Voraussetzungen, um die Möglichkeiten einer virtuellen Bereitstellung dieser verteilten Quellen zu verwirklichen. Vom Diözesanarchiv St. Pölten ausgehend starteten unter tatkräftiger Unterstützung der Klöster selbst und staatlicher Stellen die Arbeiten an dem Projekt.
Oft musste absolutes Neuland betreten werden; da dieses aber von allen Beteiligten niemals als Bedrohung, sondern vielmehr als Herausforderung, verbunden mit der Möglichkeit einer Weiterentwicklung, betrachtet wurde, ging es immer weiter und weiter. Die logische Konsequenz daraus waren ein sich immer intensiver entwickelnder Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit interessierten Kolleginnen und Kollegen im In- und Ausland. Es formte mehr und mehr ein Netzwerk Gleichgesinnter mit dem Ziel einer grenzübergreifenden Zusammenarbeit, befreit von historischen Ressentiments und mentalitätsbedingten Unterschieden.
Die virtuelle Welt kennt keine Grenzen und somit wurde immer deutlicher, dass auch Monasterium.Net ein grenzenloses Archiv werden müsste – und zwar in jeder Hinsicht: nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich. Die Beschränkung auf geistliche Urkunden wurde inzwischen aufgegeben, so dass Monasterium – trotz seines Namens – sich nunmehr als virtuelles Archiv für alle Arten mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Urkunden versteht.
Die logische Konsequenz aus dem Projekt mit den niederösterreichischen Klöstern war eine Ausweitung auf die anderen österreichischen Bundesländer und die benachbarten Staaten Österreichs. Mit Unterstützung des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur und der Europäischen Union gelang es in der Folge, die wirtschaftlichen Grundlagen für eine Ausweitung zu schaffen. Somit konnte die Vielzahl bereits bestehender Kontakte zwischen den Archiven schließlich im Juni 2006 zusammengeführt werden. Das dabei ausgearbeitete Memorandum stellt seither eine grundlegende Basis der Zusammenarbeit im Konsortium dar. Auf dieser Grundlage bleibt aber auch dieses nicht stehen und ist bestrebt, sich ständig weiterzuentwickeln. Dies führte im November 2007 zu einer grundsätzlichen Absichtserklärung, das entstandene Archivnetzwerk und das damit verbundene virtuelle Archiv in Form des gemeinsamen Vereins ICARus (International Centre for Archival Research) nachhaltig zu etablieren.
So hat sich Monasterium.Net bis jetzt zum größten derartigen virtuellen Archiv weltweit entwickelt. Der Quellentypus „Urkunde“ ist für den mitteleuropäischen Bereich damit derartig umfassend online verfügbar, wie keine andere historische Quellengattung. So ist es unser Ziel, dieses Archiv stets auszubauen, verfügbar zu halten und auch mit anderen historischen Online-Ressourcen (z. B. Handschriften, vgl. www.manuscriptorium.com) zu vernetzen.