useridguestuseridguestuseridguestERRORuseridguestuseridguestuseridguestuseridguest
FondKloster Kühbach Urkunden (Benediktinerinnen 1011-1773)
  1. Stiftsgeschichte
  2. Das bereits um 1011 von den Grafen von Kühbach gestiftete und durch König Heinrich II. im Juni 1011 in Schutz genommene Benediktinerinnenkloster zu Kühbach (LK Aichach-Friedberg) zählt zweifellos zu den weniger bekannten altbayerischen Frauenklöstern. Es war unter dem Einfluß des Regensburger Reformkreises (St. Emmeram) gegründet worden. Die Forderungen der hochmittelalterlichen Reformbewegung finden sich so bereits in der Urkunde Heinrichs II., namentlich die freie Wahl der Äbtissin und des Klostervogtes. Die Stifterfamilie sorgte durch Schenkungen für die Ausstattung des Klosters mit Grundbesitz, der allerdings immer bescheiden bleiben sollte. Die Stifterfamilie wurde bald schon von den Grafen von Scheyern(-Wittelsbach) als Vögten beerbt, die in der Nähe des Klosters ihre namengebende Burg Wittelsbach bezogen.

    Nach einem Brand wurde das Kloster 1160 mit Unterstützung der Wittelsbacher neuerrichtet.Kloster Kühbach, das wie zahlreiche andere Männer- und Frauenklöster im 14. Jahrhundert in eine wirtschaftlich-finanzielle, aber auch geistliche Krise geriet, wurde mit Zutun von Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut durch das Augsburger Kloster St. Nikolaus einer erfolgreichen Klosterreform unterzogen (1467), der gegen Ende des 16. Jahrhunderts eine zweite folgte.

    Das Frauenkloster wurde 1803 aufgehoben, die Klostergebäude ("Schloß Kühbach") kamen über die herzoglich-bayerische Linie der Wittelsbacher an die freiherrliche Familie von Beck-Peccoz, der Schloß und Brauerei Kühbach bis heute gehören.

    Während des Dreißigjährigen Krieges scheinen wichtige Teile des Klosterarchivs und der Klosterbibliothek verlorengegangen zu sein.

    Anhand eines Akts im Bestand "Klosterliteralien Kühbach" (KL Kühbach) können Bemühungen um den Rückkauf von Urkunden (darunter auch "Fundationsbriefe" des Klosters) in der Mitte des 18. Jahrhunderts nachgewiesen werden; die Urkunden befanden sich an der Universität Gießen (KL Kühbach 3).

  3. Bestandsgeschichte
  4. Die urkundliche Überlieferung im Bestand "Klosterurkunden Kühbach (KU Kühbach)" des Bayerischen Hauptstaatsarchivs umfaßt nur 136 Urkunden; hinzu kommen mehrere in den Regesten separat ausgewiesene Inserte.

    Die Überlieferung beginnt mit dem Privileg König Heinrichs II., das jedoch nur in einer Abschrift vom Ende des 11. Jahrhunderts vorliegt; das Original ist verloren. Aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammen sechs Urkunden, immerhin 100 Urkunden sind aus dem folgenden beiden Jahrhunderten überliefert. In der weit überwiegenden Mehrzahl handelt es sich um Schriftstücke zu den üblichen klösterlichen Rechts- und Lebensbereichen, z.B. Grundleihe, Verkäufe, Stiftungen, Gerichtsbriefe usw.; zugleich finden sich auch mehrere Urkunden und Privilegien der wittelsbachischen Schirmherrn des Klosters. Die im Bestand vorhandenen Urkunden sind insbesondere zu ergänzen um ca. 60 Urkunden und Schreiben, die unter der Bestellnummer 4107 im Bestand "Kurbayern Äußeres Archiv" überliefert sind. Insgesamt zwölf (fast durchgängig frühneuzeitliche) Amtsbücher und Akten klösterlicher Provenienz werden im Bestand der "Klosterliteralien" verwahrt.

    Die vorliegenden Archivregesten wurden von Dr. Karl-Ernst Lupprian (Generaldirektion der staatlichen Archive Bayerns) auf Grundlage der Regestierungsrichtlinien der bayerischen Archivverwaltung erstellt, wobei auch Hinweise auf Veröffentlichungen im Druck oder als Regest bzw. Erwähnungen in der Literatur angegeben wurden; Ortsnamen wurden am Ende des jeweiligen Regests aufgelöst.

  5. Literatur
  6. Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands. Altbayern und Schwaben, 2006, S. 412f.

    500 Jahre Marktrecht Kühbach. Beiträge zur Geschichte von Kloster und Marktgemeinde, 1981 (grundlegend; eine moderne Klostermonographie fehlt)

    Eva Christina Vollmer, Das ehemalige Benediktinerinnenkloster Kühbach, in: Klosterland Bayerisch Schwaben, hg. v. Werner Schiedermair, 2003, S. 240f.

München, Juli 2007. Dr. Joachim Kemper