Am 22. Juni 2010 erfolgt die feierliche Präsentation der Onlinestellung der Urkunden des Stadtarchivs Waidhofen/Y. in Niederösterreich. Ungefähr 500 weitere Dokumente zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte des westlichen Niederösterreichs stehen damit zur Verfügung.
Die Urkunden eines der bedeutendsten mitteleuropäischen geistlichen Archive, des Deutschordenszentralarchivs in Wien, sind ab sofort online. Mehr als 12.000 Dokumente des Zeitraums 1122-1948 sind damit abrufbar. Zusätzlich stehen auch ca. 300 Ahnentafeln aus der Zeit des 17. bis 19. Jhdts. zur Verfügung.
Das im Januar 2008 gestartete DFG-Projekt "Urkundenportal" konnte im März 2010 erfolgreich abgeschlossen werden. Im Verlauf des Projekts wurden fast 30.000 Urkunden aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv digitalisiert, erfasst und zum Teil bereits über "Monasterium" ins Netz gestellt (bis zum Herbst 2010 sollen sämtliche Urkunden online sein). Am 16. Juni 2010 wird zum Abschluss des Projekts in München ein Workshop veranstaltet, der die Ergebnisse des Projekts sowie weitere verwandte Projekte aus dem In- und Ausland vorstellen will. Es ergeht eine herzliche Einladung an alle Interessierten.
Das 1. Pfälzische Klostersymposion (Wachenheim an der Weinstraße, 12./13. März 2010) bot den geeigneten Rahmen, das virtuelle Urkundenarchiv Monasterium der interessierten Öffentlichkeit der Pfalz vorzustellen. Im entsprechenden Vortrag („Das virtuelle Urkundenarchiv Monasterium. Bayerische und [zukünftig?] rheinpfälzische Urkunden im Internet“) wurden nicht nur die laufenden Digitalisierungsprojekte der staatlichen Archive Bayerns vorgestellt, sondern auch der Blick auf die urkundliche Überlieferung der ehemals bayerischen Pfalz gerichtet. Ein erheblicher Teil der auf den Raum der Pfalz bzw. der ehemaligen Kurpfalz bezüglichen Urkunden lagert in Archiven außerhalb der Region, nicht zuletzt in München. In der auf den Vortrag folgenden Diskussion zeigte sich deutlich, dass eine virtuelle Bereitstellung und Zusammenführung der Urkundenbestände ein Desiderat ist. Gemeinsam mit Vertretern der Landesgeschichte und aus Archiven wurden Wege und Möglichkeiten diskutiert, ein virtuelles Urkundenarchiv für die ehemalige Kurpfalz aufzubauen.
Das vom Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde (www.pfalzgeschichte.de) veranstaltete Klostersymposion wird zukünftig jährlich stattfinden. Es dient nicht zuletzt der Vorbereitung eines Klosterlexikons für die Pfalz, das in den kommenden Jahren in zwei Bänden erscheinen soll, kann doch die Pfalz als ausgesprochene Klosterlandschaft bezeichnet werden. Auf der Tagung, an der ca. 160 Interessierte teilnahmen, wurden neben historischen Aspekten auch neuere baugeschichtliche Ergebnisse präsentiert.
In Rahmen der Veranstaltung "Das transparente Archiv. Verborgenes Wissen elektronisches Wissen elektronisch nutzen" werden am 11. März 2010 um 17.00 Uhr 10.000 Urkunden aus dem Wiener Stadt- und Landesarchiv online auf Monasterium freigeschalten.
Am Dienstag, dem 17. November 2009, wurde in festlichem Ambiente im Sitzungssaal des Rathauses des Marktes Altomünster der Upload der digitalisierten Urkunden des örtlichen Frauenklosters feierlich begangen. Nach einer herzlichen Begrüßung durch den 1. Bürgermeister Herrn Konrad Wagner und einigen kurzen Grußworten seitens Frau Dr. Margit Ksoll-Marcon (Leiterin der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, München) und Herrn Dr. Thomas Aigner (Präsident des Vereins ICARUS- International Centre for Archival Research, Wien) wurden die digitalisierten Bestände des Altomünsterer Frauenklosters mittels gemeinsamen symbolischen Mausklick in das Portal Monasterium.Net hochgeladen.
Musikalisch umrahmt von Herrn Siegfried Bradl folgte anschließend ein kurzer geschichtlicher Überblick über das Frauenkloster in Altomünster von dem an der Fachhochschule Augsburg lehrenden Prof. Dr. Wilhelm Liebhart. Zu guter Letzt gingen Frau Dr. Silvia Strodel (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, München) und Herr Dr. Joachim Kemper (Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, München) noch näher auf den Urkundenbestand des Frauenklosters ein, dessen Digitalisierung und Aufbearbeitung im Rahmen eines durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützten Projektes gefördert wurde.
Der Ausklang des Abends wurde mit Speis und Trank im örtlichen Brauereigasthof Kapplerbräu begangen, wo ebenfalls für musikalische Unterhaltung gesorgt war.
Im Rahmen des 14. Archivwissenschaftlichen Kolloquiums der Archivschule Marburg, das unter dem Motto Retrokonversion, Austauschformate und Archivgutdigitalisierung steht, wird in der Sektion Archivgutdigitalisierung in Europa ein Vortrag (Referent: Dr. Joachim Kemper, München; 2.12.2009) angeboten werden, der den Zuhörern den gegenwärtigen Stand des Portals "Monasterium", aber auch Perspektiven für eine vernetzte Urkundendigitalisierung in Deutschland aufzeigen will. Monasterium wird damit zweimal innerhalb weniger Wochen quasi auf einer "Archivschule" vorgestellt, fand doch durch den gleichen Referenten vor wenigen Wochen bereits eine Präsentation vor jungen Archivarinnen und Archivaren aus knapp zwanzig europäischen Staaten im Rahmen der "Archival Autumn School" des International Institute for Archival Science of Trieste and Maribor" statt.
Am 17. November 2009 laden die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, der Markt Altomünster und ICARUS (International Centre for Archival Research) zum feierlichen Upload der Urkunden des Birgittenklosters in Altomünster ein. Die Veranstaltung findet ab 18:30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses von Altomünster statt, mit einem anschließenden Empfang in einem nahe gelegenen Brauereigasthof.
Die Commission internationale de diplomatique veranstaltete gemeinsam mit dem Niederösterreichischen Landesarchiv vom 23. - 25. September 2009 in St. Pölten ihren 12. Kongress zum Thema „Regionale Urkundenbücher", bei dem territoriale Urkundeneditionen aus vielen Teilen Europas vorgestellt worden sind. Im Rahmen der Vormittagssektion am 24. September wurde einerseits das Editionsprojekt des NÖ Urkundenbuchs vorgestellt (Roman Zehetmayer), andererseits das Monasterium-Projekt als das virtuelle europäische Urkundenarchiv präsentiert (Karl Heinz). Bei der Vorstellung von Monasterium wurde einerseits auf die Projektgenese und prinzipiellen Zielsetzungen des Projektes eingegangen, andererseits wurden die bahnbrechenden, neuen Möglichkeiten in Forschung und Lehre beleuchtet. Die nach den Vorträgen einsetzende intensive Befragung der Referenten seitens des Auditoriums zeugte von einem lebhaften Interesse an der Thematik.
In diesem Workshop sollen aktuelle Vorhaben zur Digitalisierung und Internetpräsentation von Urkunden vergleichend vorgestellt werden. Im Mittelpunkt stehen die Urkundenpräsentationen des Landesarchivs Baden-Württemberg und der Staatlichen Archive Bayerns.
Am Beispiel der Datenbank Württembergisches Urkundenbuch Online (www.wubonline.de) im Landesarchiv Baden-Württemberg wird die Präsentation eines der zentralen Editionswerke zur südwestdeutschen Landesgeschichte im Netz erläutert. Die bei den Staatlichen Archiven Bayerns im Kontext des internationalen virtuellen Urkundenarchivs www.monasterium.net erfolgende Präsentation der Digitalisate rückt einerseits das Gesamtprojekt "Monasterium" und dessen Entwicklung in den Vordergrund, andererseits sollen die der bayerischen Urkundenpräsentation zugrunde liegenden DFG-Projekte thematisiert und konkrete Aspekte des Workflows angesprochen werden. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv ist mittlerweile der größte "content provider" im Rahmen von "Monasterium".
Als weitere Referenten konnten für den Workshop zwei Kollegen aus dem Ausland gewonnen werden: Redmer Alma (Drents Archief; Projekt Digitaal oorkondeboek Groningen en Drenthe); Thomas Just (Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien).
Am 5. und 6. November 2009 findet in der Spanischen Nationalbibliothek
in Madrid die Abschlusskonferenz des E-Contentplus-Projekts "ENRICH"
statt. Ziel dieser Veranstaltung ist die Präsentation der
Projektergebnisse sowie die Diskussion über neueste Entwicklungen im
Bereich digitaler Bibliotheken.
Staatsarchiv Würzburg, Regesten folgender Bestände: Jesuitenkolleg Aschaffenburg (1219-1755); Stift St. Ferrutius Bleidenstadt (975-1790); Kloster Himmelspforten (1231-1781); Kloster Ebrach, Amt Katzwang (1298-1779); Kloster Seligenstadt (1139-1784); Stift St. Alban Mainz (1007-1763).
Archiv der Karlsuniversität Prag (1355-1960); Urkunden des herzoglichen Georgianums München (1487-1788); Archivio privato Laviano - Gleyeses (1339-1900) und zwei weitere Bestände des "Moravský zemský archiv v Brně".
Mitte Juli 2009 starteten die Digitalisierungsarbeiten im Archivio Salviati. Dabei handelt sich um das Privatarchiv der Bankiersfamilie Salviati, die ab dem 15. Jahrhundert in Pisa ihren Hauptsitz hatte und in ganz Europa und bis Konstantinopel Bankfilialen aufstellte. Das Familienarchiv wurde 1984 der Scuola Normale Superiore di Pisa übergeben. Es besteht aus etwa 5000 Buchhaltungsregistern der Bankfilialen sowie Dokumenten über die Immobilien und Landgüter der Salviati in der Toskana und in Latium. Ein Teil des Archivs ist auf den römischen Prinz Camillo Borghese zurückzuführen, dessen Mutter die letzte Erbin der Salviatis war.
Die Urkundenreihe umfasst ca. 600 Stücke. Die älteste originale Urkunde ist mit 2. November 1126 datiert, eine Urkunde von 1097 ist in einer Kopie aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Des weiteren sind Bullen der Päpste Leo X., Julius I. und Clemens VII sowie Briefe von
Kaiser Maximilian II. an Papst Gregor XIII., von Kaiser Rudolf I. und Sigismund
III. von Polen an Clemens VIII. oder von Katharina von Schweden an Papst Gregor XIII. erhalten.
Mit den Urkundenbeständen von Aldersbach (Zisterzienser 1139-1791), Formbach (Benediktiner 1114-1792), Hoeglwoerth (Augustiner-Chorherren 1219-1797), Niedernburg (Benediktinerinnen 1010-1801), Salzburg-Domkapitel(959-1749), Salzburg-Erzstift (940-1781), Salzburg-Erzstift-Konsistorium (1582-1788), Salzburg-Landschaft (1403-1800) und St. Salvator (Kanoniker 1289-1904) stehen neun weitere Bestände des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München online zur Verfügung.
In den Abendstunden ist einer der Gründerväter von Monasterium.Net, Prälat Clemens Lashofer, Abt des Stiftes Göttweig in Niederösterreich, verstorben.
Abt Clemens trug durch Rat und Tat wesentlich dazu bei, dass Monasterium.Net gegründet werden und sich in der Folge so dynamisch entwickeln konnte.
Die Monasterium-Familie ist dafür sehr dankbar und wird sein Andenken stets in herzlicher Erinnerung behalten!
Gerade ist erschienen der 12. Band der Reihe Beihefte zum Archiv für Diplomatik, Schriftgeschichte, Siegel- und Wappenkunde unter dem Titel Digitale Diplomatik, Neue Technologien in der historischen Arbeit mit Urkunden, herausgegeben von Georg Vogeler.
In Zusammenarbeit mit der Professur für Historische Grundwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität und unterstützt von der Gerda-Henkel-Stiftung veranstaltet das IDE eine Tagung über “Kodikologie und Paläographie im digitalen Zeitalter”. Die Tagung widmet sich den Folgen und Chancen, die sich aus der Anwendung von Informationstechnologien und der Nutzung des Internets für die Kodikologie und Paläographie ergeben. Sie versammelt dazu die Autoren der besten Beiträge eines im Sommer erscheinenden Sammelbandes des Instituts für Dokumentologie und Editorik und lädt sie zur Diskussion mit ausgewiesenen Experten der Arbeit mit Handschriften. In den Referaten werden aktuelle Ansätze zu folgenden Themenbereichen präsentiert: Handschriftenkatalogisierung und -beschreibung, Handschriftendigitalisierung, kodikologische Datenbanken, kollaborative Systeme der Handschriftenerschließung, Integration und Analyse von Daten aus Handschriftenkatalogen, Handschriftenforschungen mit digitalen Ressourcen, Paläographie im e-Learning, paläographische Datenbanken (Schriftarten, Schreiber, Buchstaben), (teil)automatische Schrift- und Schreibererkennung, digitale Transkriptionswerkzeuge, Visionen und Protoypen zukünftiger digitaler Werkzeuge. Eine Podiumsdiskussion zwischen zwei renommierten Vertretern der Kodikologie und Paläographie und vier Autoren von Beiträgen mit besonders viel versprechenden und zukunftsweisenden Forschungsansätzen fokussiert das Tagungsthema und soll den Stand der Forschungen und die Perspektiven von Kodikologie und Paläographie im digitalen Zeitalter ausleuchten.
Die Tagung ist öffentlich.
Am 23./24. April 2009 findet die diesjährige Versammlung des European Board of National Archivists (EBNA), der GeneraldirektorInnen der europäischen Staatsarchive in Prag statt. Am 24. wird am Vormittag in diesem Rahmen auch das Monasterium-Projekt vorgestellt.
Am Freitag, den 20. März 2009 präsentiert sich das virtuelle Urkundenarchiv von Traismauer.
Die Stadtgemeinde Traismauer, das IEEkQ und das Diözesanarchiv St. Pölten laden Sie herzlich zu dieser feierlichen Veranstaltung ein und freuen sich Sie ab 17 Uhr im Schloss Traismauer begrüßen zu dürfen.
Am 20/21. Jänner 2009 veranstalten die Forschungsstelle für vergleichende Ordensgeschichte (FOVOG) und die Staatlichen Archive Bayerns in Eichstätt (Bayern) den Workshop www.monasterium-bayern.net. Forschungen zur Vita
religiosa im virtuellen Archiv. Neben einer allgemeinen Vorstellung des Monasterium-Projekts (Dr. Karl Heinz) wird auch ein Überblick über das Projekt in Bayern (Dr. Peter Urbanek) sowie eine Darstellung von Regesten im Netz (Dr. Joachim Kemper) geboten. Ein detailliertes Programm ist unter www.fovog.de zu finden.
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
Es erfüllt mich mit Freude, Dankbarkeit und auch mit ein wenig Stolz, heute mit Ihnen gemeinsam an diesem Festakt anlässlich der Einfügung der hunderttausendsten Urkunde in das virtuelle Archiv Monasterium.net teilnehmen zu dürfen.
Ich kann, wohl im Namen aller Projektteilnehmer, zum Ausdruck bringen, dass dieser Tag für uns wahrlich bedeutsam ist. Wir blicken hier zurück auf die Jahre gemeinsamer Arbeit und Mühe, die im größten virtuellen Urkundenarchiv der Welt ihre Gestalt angenommen haben.
Als vor fünf Jahren die Zusammenarbeit zwischen dem Nationalarchiv in Prag und dem Träger des Projekts Monasterium begann, konnte keiner von uns tschechischen Archivaren erahnen, dass man zum Mitwirkenden an einem so großartigen Werk wird, welches eine wunderbare europäische Wechselwirkung entstehen ließ.
Wir haben uns damals mit verschiedenen Problemen auseinandersetzen müssen. Eines davon war die Digitalisierung der Urkunden sowie derer Zugänglichkeit für eine breitere Öffentlichkeit. Es fehlten uns jedoch die erforderlichen Finanzmittel, eine ausreichende technische Ausstattung und entsprechende Erfahrungen. Das Projekt Monasterium aber leistete uns Hilfestellung; es galt nunmehr aktiv in das Geschehen einzugreifen. Ich bin glücklich zu konstatieren, dass es unserem Nationalarchiv innerhalb einer kurzen Zeitspanne gelungen ist, an die zehn Tausend wichtiger staatsrechtlicher und kirchlicher Urkunden zu digitalisieren sowie diese mittels virtuellen Archivs Monasterium.net für Interessenten weltweit zugänglich zu machen. Dem Beispiel des Prager Nationalarchivs folgten bald auch andere tschechische und mährische Archive, sodass mittlerweile das gesamte staatliche Archivnetz der Tschechischen Republik im Projekt Monasterium eingebunden ist.
Außer diesem, sicher einem positiven, Resultat, sehe ich die Auswirkungen des Projekts Monasterium auch auf weiteren Ebenen. Es war insbesondere das vergangene Zwanzigste Jahrhundert, dessen zwei Weltkriege und die darauf folgenden geopolitischen Umwälzungen die Landkarte Europas schmerzhaft verändert und das über Jahrhunderte geknüpfte Gewebe der wechselseitigen nationalen Bindungen zerrissen haben. Auch wussten die neuen Ideologien die historischen Dokumente zweckorientiert zu gebrauchen und zu missbrauchen.
Die damaligen Technologien ermöglichten keine größere Zugänglichkeit von Dokumenten. Die klassischen Druck- oder Faksimileeditionen überleben sich allmählich, insbesondere wegen ihres zeitlichen und finanziellen Aufwandes. Auch Milieus, die sui generis konservativ sind, - dazu gehört ja auch gewissermaßen die Gemeinde der Historiker und Archivare -, sind gezwungen, auf die rasante Entwicklung der neuen Technologien zu reagieren. Es ist ein Verdienst dieses Projekts, dass heute sein virtuelles Archiv den Fachleuten und der breiten Öffentlichkeit eine Vielzahl an historischen Dokumenten bereithält, die in den Archiven der beteiligten Staaten aufbewahrt werden. Manche dieser Dokumente waren bis dahin kaum oder gar nicht bekannt. Ihre Auswertung könnte jetzt nicht nur zu Korrekturen althergebrachter Auslegungen einiger historischer Fakten beitragen, sondern auch die Entstehung neuer Geschichtswerke bewirken. Historiker und Geschichtsforscher werden sicherlich den schnellen, direkten Zugang zu vielen europäischen Archiven quasi direkt vom Arbeitszimmer aus per Mausklick zu schätzen wissen. (Und das ohne Zeitverlust und Reisekosten)
Eine weitere Errungenschaft des Projekts ist die Option zur Nutzung des virtuellen Archivs im Bereich des Unterrichts. Auf diese Weise könnten die Hörer der Fächer Geschichte, Archivwesen und historische Hilfswissenschaften mit ihren Pädagogen sinnvolle Projekte gestalten, zumal in einer supranationalen Dimension.
Als Archivarin kann ich die praktische Seite des Projekts nicht unerwähnt lassen. Durch die Digitalisierung und die gesteigerte Zugänglichkeit von Dokumenten entfällt der Prozess der Leihgabe im Original sowie der der Reproduktion mittels anderweitiger Technologien. Damit wird sowohl die Haltbarkeitsdauer der Dokumente verlängert, als auch die Kosten ihrer Restaurierung rapide gesenkt (nicht zu schweigen vom Verlustrisiko!!). In der Zukunft also kann man eher von einem Rückgang der Forschernachfragen ausgehen; dies ermöglicht wiederum den Archivaren die dadurch gewonnene Zeit sinnvoll zu investieren, zum Beispiel in die Lösung aktueller Probleme: wie der ganze Bereich der Aufbereitung und Zugänglichkeit von Archivfonds. Diesem Trend begegnen wir bereits bei uns. In den Urkunden des virtuellen Archivs werden nämlich die ersten historischen Erwähnungen von Gemeinden sichtbar. Mussten sich früher die Gemeindeämter oder die Chronisten mehr oder weniger umständlich an das Nationalarchiv wenden, so haben sie jetzt die Möglichkeit die entsprechenden Dokumente direkt „on line“ zu bearbeiten.
Die Bedeutung des Projekts Monasterium liegt in seiner internationalen Dimension und seinem Prinzip der Gleichberechtigung und des Zusammenwirkens aller Teilnehmer. Wir verdanken dem Projekt aber auch die finanziellen Mittel, ohne die die Erstellung einer solchen Datenbank schier unmöglich gewesen wäre. Lobenswert ist auch die Projektbetreuung seitens des Beratungs- und Verwaltungsdienstes, der jedem Teilnehmer bei Bedarf zur Seite stand. Es wird daher die Devise „Gemeinsame Quellen – Gemeinsame Herausforderungen alias viribus unitis“ im Projekt Monasterium sinnvoll und vollends erfüllt.
Somit findet – kennzeichnenderweise - im vereinten Europa von heute durch die Datenbank des Monasteriums eine Verknüpfung der historischen Vermächtnisse (vormals) einzelner europäischen Nationen statt. Diese Verknüpfung ermöglicht nicht nur eine ganzheitlich-objektivere Reflexion der Geschichte Europas, sondern sie führt auch zum gegenseitigen Kennenlernen, zur immateriellen Bereicherung und zur Achtung der Geschichte des Nachbars. Gerade darin und auch in der kollegialen Zusammenarbeit, befreit von jedweden Vorurteilen, sehe ich den unvertretbaren Beitrag des Monastriumprojektes.
Und noch eine Anmerkung am Rande.
Wir alle können getrost zusammenfassen: Die einzig gesunde Bank in der heutigen kranken Welt ist die Monasterium-Datenbank!
Zum Schluss möchte ich mich herzlich bedanken bei allen, die geholfen haben, das Projekt Monasterium über die Jahre hinweg zu finanzierten. Die nächste Danksagung richtet sich an die beiden unermüdlichen Projektarchitekten, Dr. Thomas Aigner und Dr. Karl Heinz, für ihr kollegiales Auftreten, ihre Freundschaft und Opferbereitschaft.
Am 13. November 2008 feierte das Institut zur Erschließung und Erforschung kirchlicher Quellen (IEEkQ) im Österreichischen Staatsarchiv in Wien den Upload der 100.000sten digitalisierten Urkunde auf das Internetportal www.monasterium.net.
Damit erreichte das virtuelle Archiv mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Urkunden eine weltweit einzigartige Dimension. Bisher konnten ausgewählte Bestände von 60 Archiven, Bibliotheken und wissenschaftlichen Einrichtungen aus 9 europäischen Staaten der Öffentlichkeit via Internet kostenlos zugänglich gemacht werden.
Monasterium bzw. das Institut zur Erschließung und Erforschung kirchlicher Quellen (IEEkQ) luden seine Mitglieder zum halbjährlichen Konsortiumstreffen in die Räumlichkeiten des Haus-, Hof- und Staatsarchivs nach Wien ein.
Am 28. Oktober 2008 fand an der Universität „Friedrich II.“ in Neapel ein Studientag zum Thema „Dokumente und Archivalien des Mittelalters und der Neuzeit. Digitale Editionen in Monasterium.Net“ statt. Unter den zahlreichen Besuchern fanden sich namhafte Professoren und Forscher ebenso wie historisch Interessierte und die künftige Wissenschaftsgeneration – von Gymnasiasten bis zu angehenden Doktoranden.
Prof. Giovanni Vitolo bekundete in seiner Funktion als Moderator den Stolz, den er für Italien und im Besonderen für den Süden des Landes empfindet. Als erstes der bislang 10 internationalen Mitglieder, trat (Süd-)Italien dem internationalen Projekt Monasterium.Net bei. Die FestrednerInnen, unter ihnen Prof. Guido D’Agostino, Dr. Maria Rosaria de Divitiis und Prof. Antonella Ambrosio, schlossen sich diesen Worten an, jedoch nicht ohne Kritik: Die stete Vernachlässigung der Kultur durch die Gesellschaft stellt ein wachsendes Verständnis- und Verständigungsproblem dar. Das Bewusstsein über die eigene Vergangenheit und die seiner Nachbarn legt den Grundstein für eine gemeinsame Zukunft. Monasterium.Net als grenzüberschreitendes Projekt trägt dazu bei, die Notwendigkeit eines interkulturellen Dialogs zu erkennen und hilft diesen aufzubauen.
Die österreichischen Vertreter von Monasterium.Net, Dr. Thomas Aigner (Präsident) und Dr. Georg Vogeler (technischer Leiter) demonstrierten dem Publikum die Vielseitigkeit des Projektes – von der Internationalität der Mitglieder und den facettenreichen Themenkomplexen zur Onlineaufbereitung der Dokumente und dem kollaborativen Archiv MoM-CA (Monasterium Collaborative Archive). Den Erfolg des Projektes bekundeten schlussendlich repräsentativ die Vortragenden einzelner italienischer Archive, die ihre Dokumente bereits bei Monasterium.Net online gestellt haben.
Das Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE) lädt zu Beiträgen für einen Sammelband ein, der im Sommer 2009 unter dem Titel „Kodikologie und Paläographie im digitalen Zeitalter“ erscheinen wird. Der sehr offene Themenkomplex soll bereits erprobte bzw. zukunftsweisende EDV-Technologien und Softwarelösungen in der Anwendung von Handschriften beinhalten. Gleichzeitig steht die komplexe Fragestellung nach dem Nutzen, welchen die Forschung aus den digital vorhandenen Ressourcen und den dazugehörigen Technologien ziehen kann, im Mittelpunkt.
Es werden ausdrücklich Beiträge erwünscht, die mit Hilfe der existierenden Angebote Forschungsergebnisse erzielt haben, die mit den älteren Mitteln nicht, oder nur unter unverhältnismäßigem Aufwand erreicht werden konnten.
Kontakt und nähere Informationen unter
www.i-d-e.de
Am 3./4. November 2008 veranstaltet die Wiener Stadtarchäologie im Wiener Rathaus die 13. Internationale Tagung "Kulturelles Erbe und Neue Technologien" (http://www.stadtarchaeologie.at/tagung/inhalt.htm).
Im Rahmen des Workshops 13 "Archäologie und Computer" (Montag, 3. November, 10:00 Uhr, Raum 319) stellt Dr. Karl Heinz Das Monasterium-Projekt vor und beleuchtet auch die Zielsetzungen des im Juni 2008 aus der Taufe gehobenen ICARUS (International Centre for Archival Research) und die sich daraus ergebenden, neuen Möglichkeiten.
Am 13.-14. Oktober 2008 fand im ostungarischen Gyula die Versammlung des Archivrats der Selbstverwaltungskörperschaften Ungarns statt. Dr. Karl Heinz konnte dem interessierten Publikum einerseits das Monasterium-Projekt vorstellen, andererseits die versammelten Archivare mit den Zielen und Aktivitäten von ICARUS (International Centre for Archival Research) vertraut machen. Unter den Komitatsarchivaren fand die Idee der Durführung Länder
übergreifender Projekte (Matrikendigitalisierung, Findmitteleditionen, Planscans etc.), welche das ganze Karpatenbecken umfassen sollen, großes Interesse. Von vielen Seiten wurde das Interesse nach einem Beitritt zu ICARUS geäußert.
Monasterium.Net ist das größte virtuelle Archiv mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Urkunden weltweit. Der Upload der 100.000sten Urkunde auf das Portal www.monasterium.net bestätigt diesen Anspruch.
Si terrà il 28 ottobre 2008, presso l'Università degli Studi di Napoli Federico II, una giornata di studi organizzata dal Laboratorio di storia della documentazione della suddetta Università e da vari enti tra i quali ICARus – International Centre for Archival Research di Vienna e Monasterium.Net. Essa riguarderà le edizioni diplomatiche digitali e i progetti avviati in Italia, relativi ad alcuni archivi monastici e nobiliari che saranno disponibili in Monasterium.Net nel biennio 2008 - 2010.
Am 28. Oktober findet an der Universität “Friedrich II.” in Neapel ein Studientag statt, der vom der Abteilung “Laboratorio di storia della documentazione” und zahlreichen anderen Institutionen (darunter der Verband der italienischen Archive und das Staatsarchiv von Neapel) veranstaltet wird. Vorgestellt werden verschiedene Projekte zur Digitalisierung von Urkunden in Italien und deren Bereitstellung in Monasterium.Net in den commende zwei Jahren.
Interventi / Vorträge:
Georg Vogeler (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Quanto è innovativa l’edizione diplomatica digitale?
Thomas Aigner (Diözesanarchiv St. Pölten / Monasterium.Net)
Monasterium.Net. Documenti europei online
Antonella Ambrosio (Università degli Studi di Napoli Federico II)
Documenti di Napoli e di Teggiano in Monasterium.Net
Rosaria Pilone (Università degli Studi di Napoli Federico II) e Antonella Venezia (Laboratorio di storia della documentazione)
L’Archivio Laviano-Gleyeses in Monasterium.Net
Rosalba Di Meglio (Università degli Studi di Napoli Federico II)
L’Archivio del convento di S. Agostino Maggiore in Monasterium.Net
Chiuderà la giornata una mostra documentaria a cura dell'Archivio di Stato di Napoli.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ein gemeinsam von der Generaldirektion der staatlichen Archive Bayerns, der Bayerischen Staatsbibliothek und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (Prof. Dr. Eva Schlotheuber) beantragtes Projekt bewilligt. Im Rahmen des seit 1. September 2008 laufenden Vorhabens sollen die mittelalterlichen Archiv- und Bibliotheksbestände ausgewählter bayerischer Frauenklöster im Kontext der historischen Entwicklung und vergleichenden Ordensgeschichte erschlossen, digitalisiert und im Internet präsentiert werden. Berücksichtigt werden das Dominikanerinnenkloster Altenhohenau, das Birgittenkloster Altomünster, das Kloster der Münchener Klarissen (St. Jakob am Anger), das semireligiose "Pütrichhaus" (München) sowie das Benediktinerinnenkloster zu Neuburg a.d. Donau. Von Seiten des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, das die archivalische Überlieferung dieser geistlichen Gemeinschaften verwahrt, werden die Urkunden sowie die Amtsbücher (mit einem Schwerpunkt bis ca. 1550) in das Projekt einbezogen. Insgesamt handelt es sich um ca. 2500 Urkunden und um Amtsbücher im Umfang von ca. 9000 Seiten. Das DFG-Projekt "Schriftlichkeit in süddeutschen Frauenklöstern" hat eine Laufzeit von 30 Monaten. Im Projekt arbeiten für das Bayerische Hauptstaatsarchiv eine wissenschaftliche Mitarbeiterin (Frau Dr. Silvia Strodel) sowie eine studentische Hilfskraft.
Für Kontakt und nähere Informationen:
Generaldirektion der staatlichen Archive Bayerns/
Bayerisches Hauptstaatsarchiv
Schönfeldstrasse 5
80539 München
poststelle@gda.bayern.de
Am 25. August 2008 wurde das Monasterium-Projekt von Dr. Karl Heinz bei einem Workshop vorgestellt, welcher im Rahmen der in Wien stattfindenden EVA Vienna 2008 Tagung abgehalten wurde.
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Am 10. und 11. Juni fand das halbjährliche Konsortiumstreffen von MOnasteriuM in der slowakischen Hauptstadt Bratislava statt.
Den Dienstagvormittag eröffnete Dr. Juraj Šedivý mit einer höchst informativen und auch vom Wetter bestens begünstigten Stadtführung durch die malerische Altstadt Bratislavas. Anschließend traf man sich im Institutsgebäude der Philosophischen Fakultät der Comenius Universität, wo im Festsaal mit Blick auf die Donau der offizielle Teil des Konsortiumstreffens begann.
Hauptpunkte der ersten Besprechungseinheit waren zum einen die Berichte der einzelnen Partner über ihre derzeitigen und zukünftigen Digitalisierungsprojekte und zum anderen die beiden ausführlicheren Präsentationen von Frau Univ.Doz./PD Adelheid Krah aus München über die digitale Archivierung der Bayerischen Klosterurkunden und Frau Professor Mag. Dr. Gisela Prochazka-Eisl aus Wien über ihre Arbeit an mehreren osmanischen Urkunden aus dem Archiv der Franziskaner in Budapest. Ing. Jozef Hanus vom Slowakischen Nationalarchiv von Bratislava hatte ebenfalls eine kleine Präsentation vorbereitet.
Der zweite Teil des Nachmittags stand dann ganz im Zeichen der offiziellen Konstituierung des neuen ICARus-Vereines, mit einer kurzen Präsentation von Dr. Karl Heinz und der anschließenden Wahl der Vorstandsmitglieder, sowie der Festlegung und Bestätigung der Vereinsstatuten. Nach einstimmiger Annahme dieser Punkte konnte anschließend mit einem Glas Sekt die Taufe von ICARus begossen werden und damit kam auch der offizielle Teil der Tagesordnung zum Abschluss.
Weiter ging es dann mit einem Shuttlebus in das Slowakische Nationalarchiv, dessen imposante Erscheinung in seiner exponierten Position wie ein Wachturm über dem nordwestlichen Teil des Stadtbezirks Staré Mesto thront. Die Konsortiumsmitglieder kamen hier in den Genuss einer Führung durch das Haus, wobei auch einige der größten Schätze des Archivs bewundert werden durften. Zum krönenden Abschluss wurde dann noch zu Speis und Trank geladen, was durch eine exklusive musikalische Einlage von Kollegen Hanus und seinem Akkordeon untermalt wurde.
Für Mittwoch Vormittag stand dann noch eine weitere abschließende Besprechungseinheit auf dem Programm, bei der das EditMOM-Projekt präsentiert und diskutiert wurde, sowie auch die für Herbst angekündigten Ereignisse des Uploads der 100.000sten Urkunde und des EU-Projekts „Icarus“. Ebenso wurden Ort und Zeit des nächsten Konsortiumstreffens festgelegt, welches demnach von 12.-13. November 2008 in Brno (CZ) stattfinden wird.
Am Institut für Germanistik der Universität Wien wurde im vergangenen Frühjahr eine Diplomarbeit zum genannten Thema approbiert. Die Untersuchung wurde an 140 Urkunden des Zeitraumes 1350 bis 1650 aus dem Bereich der Wachau in Niederösterreich durchgeführt. Es handelt sich dabei um Dokumente aus dem Benediktinerstift Göttweig, dem Augustiner-Chorherrenstift in Dürnstein, dem Klarissenkloster in Dürnstein, der Kartause Aggsbach und dem Benediktiner-Stift in Melk, die unter www.monasterium.net online stehen.
Am 13. Juni 2008 findet um 16.00 Uhr im Stift Reichersberg, Augustinisaal, eine Veranstaltung zum Thema "Virtuelle Netzwerke - die Archive Österreichs und Bayerns im Internet" statt.
Am 30. Mai 2008 findet in der Kartause Mauerbach ein Kongress, veranstaltet vom Bundesdenkmalamt und dem Institut für Österreichische Geschichtsforschung, statt.
Das Vorarlberger Landesarchiv verfügt Über rund 10.000 Urkunden, die bis 1139 zurückreichen und nutzte die Möglichkeit, als erstes Landesarchiv im Rahmen des Projektes "Monasterium.net" den gesamten Urkundenbestand zu digitalisieren. Damit können nun weltweit originale Abbildungen samt Inhaltsangaben im Internet frei zur Verfügung gestellt werden.