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Charter: Illuminierte Urkunden 1326-99-99_Prag
Signature: 1326-99-99_Prag

This charter is an interpretation of :
Kapitula-Karlstein/1

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1326-99-99, Avignon
Bischofsammelindulgenz (6 Aussteller) für die Kirche St. Ludmilla in Thetin:
Patriarch Dominikus von Grado (Grandinensis) sowie die Bischöfe Johannes von Skoplje (Scopiensis), Berengarius von Christopolis (Christopolini), Lukas von Hvar (Forensis), Hieronymus von Caffa (de Craffa) und Reinhardus von Saint-Pons-de-Thomières (Thomeriensis) [nicht identifiziert] erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die in der Diözese Prag gelegene Kirche der heiligen Ludmilla in Thetin (ecclesia sancte Ludmille in Thetin, Pragensis dyocesis) an bestimmten Feiertagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav reumütig und nach Ablegung der Beichte besuchen und dort welchen Messfeierlichkeiten auch immer beiwohnen, und zwar am Feiertag der heiligen Ludmilla, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, [am Karfreitag, zu Ostern,] Christi Himmelfahrt, Pfingsten, an allen Marienfeiertagen, an den Feiertagen des heiligen Johannes des Täufers, des heiligen Kreuzes, des heiligen Erzengels Michael, [...; Loch im Pergament] am Peter- und Paulstag, zu allen anderen Apostel- und Evangelistenfesten, an den Feiertagen des heiligen Stephan, des heiligen Laurenz, des heiligen Wenzel, des heiligen Vitus, des heiligen Georg, [des heiligen Christophorus], des heiligen Adalbert, des heiligen Martin, des heiligen Erasmus, des heiligen Nicasius, des heiligen Pankraz, des heiligen Blasius, des heiligen Julian, der 10 00 Märtyrer, [folgt nochmals der heilige Martin] des heiligen Nikolaus, des heiligen Prokop, des heiligen Gregor, des heiligen Antonius, [des heiligen Ambrosius,] des heiligen Hieronymus, des heiligen Seohardus, des heiligen Silvester, des heiligen Augustinus, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Margarete, der heiligen Agnes, der heiligen Helwig, der heiligen Dorothea, der heiligen Barbara, der heiligen Anna, der heiligen Elisabeth, der 11 000 Jungfrauen, am Kirchweihtag, an allen Sonntagen, im Advent sowie in der Fastenzeit. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die den Priester beim Versehgang begleiten, die den Friedhof der genannten Kirche umschreiten und dabei für alle lebenden und toten Gläubigen ein Vater Unser beten, die derselben Kirche am Totenbett Legate austellen, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung der Kirche aufkommen, die derselben entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- und Kleidungsspenden oder andere Notwendigkeiten zukommen lassen, die dort den Messen und Predigten beiwohnen und am Sonntag bzw. an Feiertagen und ganz besonders am Samstag, wenn der heiligen Maria eine Messe gesungen wird, dort anwesend sind sowie jenen, die beim Abendläuten mit gebeugten Knien drei Ave Maria beten.

s. d., s. l.
Propst Hinko, Dekan Heinrich und Erzdiakon Thomas von Prag bestätigen als Administratoren des Prager Erzbistums die obige Indulgenz und fügen weitere 40 Tage Ablass hinzu.

Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: MITTEL
 

Original
Current repository
Prag, Státní oblastní archiv v Praze, Kapitulní děkanství Karlštejn, 1

drei Siegel (rotes Wachs) an Seidenschnüren, Rest der Siegel abgefallen.

Condition: Entlang der Knickfalten Pergamentverlust; ein grosses Loch im oberen Drittel.
  • notes extra sigillum
    • Auf der Plica wurden die Namen der siegelnden Bischöfe vermerkt, ansonsten auf der Vorderseite keine mittelalterlichen Vermerke sichtbar; Rückseite (spätes 14. Jh.): Secunda littera continet CCXL dies indulgenciarum.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Avignoner Bischofsammelindulgenz: Sechszeilige Initiale U(niversis) zu Textbeginn, erste Zeile in vergrösserter Auszeichnungsschrift mit grossen Spatien. Drei einzeilige Lombarden im Textblock; einige kleinere Initialen mit Fadenwerk im Binnenfeld. Sechszeilige Initiale mit Rosettenmuster in den Schäften und in hellerer Tinte Musterungen aus Linien. Der Balken endet jeweils mit einem Kreuz, rechts um 90 Grad gedreht.
  • Stil und Einordnung: 
    Auf den ersten Blick wirkt die U-Initiale wie eine Arbeit des Zeichners mit den Masswerkmotiven, mittig die Rosetten, und auch der in eine Kreuzform mit Scheiben endende Balken gehört zu seinen Charakteristika. Doch ist die Initiale eher unentschieden in den Textblock eingepasst, sodass eine Lücke entsteht; bei ihm überschneidet sich die Initiale häufig mit dem Text. Hier sieht es beinah so aus, als wäre die Initiale zuerst gezeichnet worden und man hätte dann auf deren Ausdehnung mit dem Textfeld reagieren müssen. Für einen Nachahmer spricht die Dekoration der Buchstaben der ersten Zeile wie der Lombarden im Textfeld, denen Spaltmotive fehlen. Stattdessen finden sich in den letzten Zeilen der Urkunde florale Fadenwerkdekorationen, die eher an etwas wie 1327 März 10 für Rommersdorf erinnern. Diese Urkunde wie die für Rommersdorf weisen umgekehrt darauf hin, dass unilluminierte Urkunden durchaus – neben denen des Vera-Ikon-Typs - in der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen nachgefragt wurden (weshalb 1328 April 10 für Heiligenkreuz durchaus unilluminiert gemeint gewesen sein kann).
  • Gabriele Bartz
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Comment

Arenga (Incipit): Pia mater ecclesia ... .
Die vorliegende Indulgenz geht stark auf die lokale Heiligenverehrung am Empfängerort ein. Schon das Patrozinium der Empfängerkirche zeigt eine zentrale Heilige Böhmens: die heilige Ludmilla, Großmutter und Erzieherin des heiligen Wenzel, die in Tetín ihren Witwensitz hatte. Wenzel wird bei den Ablasstagen ebenso genannt wie der heilige Vitus und der heilige Seohardus, der vor allem im böhmisch-schlesisch-mährischen Raum verehrt wird. Einblick in die lokale liturgische Praxis gibt die Ablassbedingung, die die Anwesenheit bei der samstäglichen Messe für die heiligen Maria einfordert.
Die in dieser Indulgenz genannten Bischöfe kommen - mit wenigen Ausnahmen - nur selten bis gar nicht mehr im untersuchten Quellenkorpus vor. Drei von ihnen - Reinhardus von Saint-Pons-de-Thomières, Johannes von Skoplje und Lukas von Hvar - wurden im Jahr 1326 gewählt und dürften zur Zeit der Ausstellung der Urkunde zum Zweck der Bestätigung ihrer Weihe durch den Papst in Avignon gewesen sein.
Markus Gneiss
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Böhmen
    • Type: Region
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • HRR
    • Type: Region
  • Thetin
    • Type: Empfängerort
Persons
  • Berengarius von Christopolis
    • Dekan Heinrich
      • Dominikus von Grado
        • Erzdiakon Thomas von Prag
          • Hieronymus von Caffa
            • Johannes von Skoplje
              • Lukas von Hvar
                • Propst Hinko
                  • Reinhardus von Saint-Pons-de-Thomières
                    Keywords
                    • Illuminated Charters: Niveaus:
                      • N2: Initials
                      • N2: Display script (with decorative character)
                    • Illurk-Urkundenart:
                      • Bischofsammelindulgenz
                    • Glossary of illuminated charters (in German):
                      • Avignoner Bischofsammelindulgenz
                      • Zeichner mit den Masswerkmotiven
                      • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
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