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Charter: Illuminierte Urkunden 1327-09-30_Wien
Signature: 1327-09-30_Wien

This charter is an interpretation of :
HAUrk/101

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1327-09-30, Avignon
Bischofsammelindulgenz (12 Aussteller) für den Jodokaltar in der Marienkapelle des Hauses von Otto [II.] Haimo in Wien:
Erzbischof Bartholomäus von Siponto (Sipontinus) und die Bischöfe Madius von Duvno (Vemitensis), Guillelmus von Triest (Tergestinus), Guillelmus von Sagona (Sagnonensis), Bonifatius von Sulcis (Sulcitansis), Heinrich von Lübeck (Lubicensis), Johannes von Amelia (Ameliensis), Ludwig von Brandenburg (Brandeburgensis), Rudolfus von Cyzicus (Siriquensis), Daniel von Arkadi (Archanensis), Franziskus von Ceneda (Cheneta) und Johannes von Ciudad Rodrigo (Roderici) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die den durch den Wiener Bürger (civis Wienne) Dietrich [II.] Urbetsch (Theodricus Urwecz) in der Marienkapelle des Hauses von Otto [II.] Haimo gestifteten Altar zu Ehren des heiligen Jodokus in Wien reumütig und nach Ablegung der Beichte an bestimmten Feiertagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav besuchen und dort Morgen- und Abendmessen oder welchen Messfeierlichkeiten auch immer beiwohnen, und zwar am Festtag des heiligen Jodokus, am Weihetag dieses Altares, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag (Octonis Haymo) in der Marienkapelle des Hauses von Otto [II.] Haimo gestifteten Altar zu Ehren des heiligen Jodokus reumütig und nach Ablegung der Beichte an bestimmten Feiertagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav besuchen und dort Morgen- und Abendmessen oder welchen Messfeierlichkeiten auch immer beiwohnen, und zwar am Festtag des heiligen Jodokus, am Weihetag dieses Altares, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag (Parasceves), zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag, an allen Marienfeiertagen, zu den Festen der Geburt und der Enthauptung Johannes' des Täufers, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, an den Feiertagen des Erzengels Michael, des heiligen Stephan, des heiligen Laurenz, des heiligen Georg, des heiligen Clemens, des heiligen Vinzenz, des heiligen Martin, des heiligen Nikolaus, des heiligen Augustinus, des heiligen Dominkus, des heiligen Franziskus, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Margarete, der heiligen Lucia, der heiligen Barbara, der heiligen Gertrude, der heiligen Agathe, der 11 000 Jungfrauen [21. Oktober], zu Allerheiligen und zu Allerseelen und an allen Sonntagen. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung des Altars aufkommen und die dem Altar entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden zukommen lassen.

1331 September 7, Wien
Bischof Albert von Passau bestätigt (confirmamus) diese Indulgenz und fügt weitere 40 Tage Ablass hinzu.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Wien, Stadt- und Landesarchiv, H.A.-Urk., 101

12 Siegel an braunen Seidenfäden; das an einem Pergamentpressel angehängte Siegel des Passauer Bischofs Albert fehlt.Material: Pergament


  • notes extra sigillum
    • Vermerke: auf der Vorderseite keine sichtbar, kein Bild der Rückseite vorhanden.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Illuminierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn. Die weiteren Initialen der ersten Zeile vergrössert und ornamental mit Aussparungen ausgestaltet; die erste davon mit einem gezeichneten bärtigen Gesicht. Zwei der vier einzeiligen Initialen im Textfeld auch farbig hervorgehoben: P(ia) mit einem bärtigen En-face-Gesicht sowie C(upientes) mit einem floralen Motiv im Binnenfeld. Unten, zu Zeilenbeginn zwei weitere hervorgehobene einzeilige Initialen.
  • Fünf Zeilen hohe historisierte Initiale: in Tintenfarbe und mit Hellocker und Violett koloriert (kolorierte Federzeichnung). Im Binnenfeld Vera Ikon. Buchstabenkörper ornamental ausgestaltet, links zusätzlich ein Frontalgesicht. Die Initiale ist in das Textfeld eingepasst und ragt zudem nach links. Mit karrikaturhaften Profil im Zwickel zum Balken und mit aus drei Scheiben bestehender Kreuzform an den Enden rechts um 90 Grad gedreht.
  • Stil und Einordnung: 
    Der Zeichner mit den Masswerkmotiven ist in mehreren weiteren Bischofsammelablässen nachweisbar. Abgesehen von der ornamentalen Gestaltung des „U“ gleicht diese Urkunde recht genau der ein Jahr früher entstandenen für Klosterneuburg (1326 September 15). Das lässt darauf schliessen, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits eine Massenproduktion von illuminierten Urkunden gab, die in der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen vorhandenen Vorlagen folgte.
  • Martin Roland, Gabriele Bartz
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Bibliography

Comment

Arenga (Incipit): Pia mater ecclesia ... .
Bei der in dieser Indulgenz angesprochenen Kapelle handelt es sich um die spätere Salvatorkapelle/Salvatorkirche (Wien 1, Salvatorgasse 5). Ursprünglich war die angesehene Wiener Bürgerfamilie der Haimonen im Besitz des Hauses in der heutigen Salvatorgasse (Teil des zur Salvatorgasse orientierten Trakts des heutigen Alten Rathauses); um 1300 stiftete Otto II. Haimo eine Marienkapelle in seinem Stadthaus. Da Otto und auch sein Bruder Haimo an der antihabsburgischen Verschwörung von 1308 teilnahmen, wurden sowohl das Stadthaus als auch die darin befindliche Marienkapelle vom Landesfürsten Friedrich I. (dem Schönen) beschlagnahmt und 1316 der Stadt Wien geschenkt. Das Haus Ottos grenzte an das kleine ältere Rathaus der Stadt, das sich ebenfalls in der heutigen Salvatorgasse befand. Die Stadt nutzte nun die Schenkung des Landesfürsten, um das Rathaus nach und nach zu erweitern, die Hauskapelle der Haimonen diente von nun an als Rathauskapelle. Nach zahlreichen Erweiterungen (unter anderem wurde 1373 das Gebäude, das bis 1316 als Rauthaus diente von der Stadt dem Kaplan der Rathauskapelle verkauft), folgte im Jahre 1515 die Weihe der Kapelle auf den heiligen Erlöser (Salvator); vgl. Perger, Straßen, 1991, S: 107; Czeike, Lexikon Wien 5, 1997, S. 34f.
Dietrich [II.] Urbetsch, der den Jodokus-Altar in der Marienkapelle gestiftet hat, stammte aus einer einflussreichen Wiener Bürgerfamilie und war von 1332–1333 bzw. von 1335–1337 Bürgermeister von Wien; vgl. zu der Familie der Urbetsch Sailer, Ratsbürger, 1931, Nr. 78 und 526 (Stammtafel); Czeike, Lexikon Wien 5, 1997, S. 518.
Markus Gneiss
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • Wien
    • Type: Empfängerort
  • Wien
    • Type: Region
  • Österreich
    • Type: Region
Persons
  • Albert von Passau
    • Bartholomäus von Siponto
      • Bonifatius von Sulcis
        • Daniel von Arkadi
          • Dietrich [II.] Urbetsch
            • Franziskus von Ceneda
              • Guillelmus von Sagona
                • Guillelmus von Triest
                  • Heinrich von Lübeck
                    • Johannes von Amelia
                      • Johannes von Ciudad Rodrigo
                        • Ludwig von Brandenburg
                          • Madius von Duvno
                            • Otto [II.] Haimo
                              • Rudolfus von Cyzicus
                                Keywords
                                • Illuminated Charters: Niveaus:
                                  • N1: historiated
                                  • N1: with Additional Colours
                                  • N1: drawn
                                • Illurk-Urkundenart:
                                  • Bischofsammelindulgenz
                                • Glossary of illuminated charters (in German):
                                  • Illuminierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                                  • Vera-Ikon-Typus
                                  • Zeichner mit den Masswerkmotiven
                                  • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
                                  • Vorlage
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