useridguestuseridguestuseridguestERRORuseridguestuseridguestuseridguestuseridguestuseridguest
Charter: Illuminierte Urkunden 1331-02-26_Baltimore
Signature: 1331-02-26_Baltimore
Zoom image:
Add bookmark
1331-02-26, Avignon
Bischofsammelindulgenz (13 Aussteller, davon fünf Wiederholungen) für Notre-Dame de Fargues in Albi:
Erzbischof Guillelmus von Bar (Antibarensis) sowie die Bischöfe Johannes von Serbien (Serbiensis), Bonifatius von Sulcis (Solcitanus), Thomas von Lavata (de Laveria, unsicher, aus Eubel nicht lokalisierbar), Meletius von Gallipoli (Gallipolitani), [folgen nochmals Johannes von Serbien und Bonifatius von Sulcis], Rudolfus von Cyzicus (Siriquensis), Antonius von Sagona (Sagonensis), Salmannus von Worms (Wormaciensis), [folgen nochmals Meletius von Gallipoli ,Thomas von Lavata und Antonius von Sagona] erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die Kirche Notre-Dame de Fargues in der Stadt Albi (ecclesiam seu capellam, que intitulatur ecclesia beate Marie de Fargis ... in civitate Albiensis), die durch Bischof Béraud von Albi (Beraldus Dei gratia episcopus Albiensis) gegründet und ausgestattet worden ist, an bestimmten Festtagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav reumütig und nach Ablegung der Beichte besuchen und dort an welchen Messfeierlichkeiten auch immer teilnehmen, und zwar zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Pfingsten, Fronleichnam, an den vier Marienfeiertagen, an den Feiertagen des heiligen Johannes des Täufers, am Peter- und Paulstag, am Feiertag des Apostels Jakob, zu allen anderen Apostel- und Evangelistenfesten sowie an den Feiertagen derjenigen Heiligen deren Reliquien in der genannten Kirche aufbewahrt werden. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung der Kirche aufkommen und jenen, die derselben entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- und Kleidungsspenden sowie sonstige Notwendigkeiten zukommen lassen.

1331 März 2, s. l.
Bischof Béraud von Albi bestätigt die obige Indulgenz und fügt weitere 40 Tage Ablass hinzu.

1335 April 16, castro de Marsaco
Bischof Petrus von Albi bestätigt die obige Indulgenz und fügt weitere 40 Tage Ablass hinzu.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Baltimore, Walters Art Gallery, W. 742 Lf

Vier Seidenschnüre noch erhalten, daran ein Siegel (wohl des bestätigenden Bischofs), der Rest abgefallen.Material: Pergament

Condition: Es scheint, als sei die Urkunde einem Goldschläger zum Opfer gefallen.
  • notes extra sigillum
    • auf der Vorderseite die beiden Bestätigungen mittig unterhalb des Urkundentextes oberhalb der Plica, kein Bild der Rückseite vorhanden.
Graphics: 
x
  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn, eine zweizeilige und drei weitere vergrösserte Initialen in der ersten Zeile, in Zeile 21 einzeilige Initiale mit Halbfigur des Bischofs von Albi mit ausstrahlendem Dekor sowie sechs unterschiedlich vergösserte einzeilige Initialen mit Gold und Farben; zahlreiche einzeilige Initialen mit Fleuronnée-Umrandung im Textblock.
  • Sechszeilige historisierte Initiale: mit der Feder gezeichnet und mit Deckfarben und Gold koloriert. Im Binnenfeld thronende Madonna mit stehendem Kind; davor eine Gruppe von hochrangigen knienden Klerikern (Kardinal, Bischöfe und ein Abt). Die Buchstabenschäfte schmal und mit Flächendekor, das Initialfeld von einer schmalen Leiste gerahmt, oben jeweils eine Verdickung mit Dornblattelementen, leicht ausstrahlend. (U)n(iversis) zwei Zeilen hoch mit Dornblattfüllung (vor Blattgold?). Diese Initiale wie auch S(ancte) und E(cce) mit längeren Dornblattausläufern links oben vom Initialfeld ausgehend; M(atris) mit kürzerem Dornblattschmuck. Die einzeilige Initiale mit dem Kniestück eines Bischofs in der gleichen Art, jedoch mit zwei längeren Dornblattausläufern.
  • Stil und Einordnung: 
    Das Layout der Indulgenz für Albi musste die besonderen Wünsche des Beststellers berücksichtigen, denn die n-Initiale in der ersten Zeile musste zweizeilig konzipiert und eine weitere im Textblock für Illuminierung besonders gross gestaltet werden. Im bekannten Material ist bisher vorher erst 1330 November 12 für Gent zu nennen, wo eine vergleichbare Abwandlung des Layouts vollzogen wurde. Wahrscheinlich wird der hochrangige Auftraggeber aus dem Umfeld des Bischofs von Albi, Béraud de Fargues, diese Abwandlung vom Üblichen durchgesetzt haben.
  • Die thronende Madonna wäre im Rahmen der ab 1329 (erstes Beispiel: 1329 Oktober 24 für Benninghausen) einsetzenden ikonographischen Diversifizierung in der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen durchaus abfragbar gewesen, obwohl die meisten Ablässe der Zeit mit einer Christusbüste illuminiert werden. Doch wird man die buchmalerische Qualität und die Kostbarkeit der Farben und des Goldes dort vergeblich suchen.
  • Auf Grund der hohen Qualität muss es sich bei diesem Stück um eine Dekoration beim Empfängerr handeln. Dabei wird der Bischof von Albi oder aber sein Sekretär und Prior von Notre Dame de Fargues, Jean Debar, die Indulgenz zum Illuminieren an eine in Avignon ansässige Buchmalerwerkstatt gegeben haben. Francesca Manzari (2006, S. 136) hat die Indulgenz für Albi freilich nur innerhalb ihrer Gattung gesehen und sie keiner der von ihr erforschten Buchmalergruppen zugewiesen.
  • Martin Roland, Gabriele Bartz
x
Bibliography

Comment

Arenga (Incipit): Pia mater ecclesia ...
Béraud de Fargues, der offensichtlich als Impetrator dieser Indulgenz fungiert, obwohl er nicht explizit als solcher genannt wird, war von 1314 bis 1334 Bischof von Albi. Er stammte aus einer südfranzösischen Adelsfamilie, die familiäre Beziehungen zu Papst Clemens V. (im Amt von 1305-1314) hatte. Unter anderem dank dieser kurialen Verbindung schafften es zahlreiche Familienmitglieder in führende Kirchenämter; beispielsweise war Bérauds Bruder Bernard Erzbischof von Narbonne. Die guten Verbindungen zur Kurie dürften auch nach dem Tod von Clemens V. im Jahr 1314 nicht abgerissen sein – der vorliegende Ablass wurde ja bereits im Pontifikat Johannes‘ XXII. ausgestellt, vgl. dazu Caillet, Papauté, 1975, S. 316. Bemerkenswert ist der hohe Anteil der individuellen Elemente im Diktat der Narratio, welche die Stiftertätigkeit des Bischofs von Albi hervorstreicht und prominent in Szene setzt. Die Bestätigung von Bischof Béraud wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit von der gleichen Hand wie der restliche Urkundentext verfasst – ein weiteres Zeichen dafür, dass der Bischof persönlich in Avignon anwesend war.
Etwas irritierend ist die überaus fehlerhafte Ausstellerliste. Ursprünglich für 13 verschiedene Aussteller geplant, reduzieren sich diese durch zahlreiche irrige Wiederholungen der Bischöfe auf acht.
Markus Gneiss
Places
  • Albi
    • Type: Empfängerort
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Fankreich
    • Type: Region
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
Persons
  • Antonius von Sagona
    • Bonifatius von Sulcis
      • Béraud von Albi
        • Guillelmus von Bar
          • Johannes von Serbien
            • Meletius von Gallipoli
              • Petrus von Albi
                • Rudolfus von Cyzicus
                  • Salmannus von Worms
                    • Thomas von Lavata
                      Keywords
                      • Illuminated Charters: Niveaus:
                        • N1: historiated
                        • N1: Initials
                        • N1: with Additional Colours
                        • N1: painted
                        • N2: Borders
                        • N2: zoomorophic
                      • Illurk-Urkundenart:
                        • Bischofsammelindulgenz
                      • Glossary of illuminated charters (in German):
                        • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                        • Das Layout der Avignoner Bischofsammelablässe
                        • N-Initiale
                        • Ikonographische Diversifizierung
                        • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
                        • Christusbüste
                        • Dekoration beim Empfänger
                      x
                      There are no annotations available for this image!
                      The annotation you selected is not linked to a markup element!
                      Related to:
                      Content:
                      Additional Description:
                      A click on the button »Show annotation« displays all annotations on the selected charter image. Afterwards you are able to click on single annotations to display their metadata. A click on »Open Image Editor« opens the paleographical editor of the Image Tool.