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Charter: Illuminierte Urkunden 1331-05-12_Wien
Signature: 1331-05-12_Wien

This charter is an interpretation of :
WienStLaurCanReg/1331_V_12

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1331-05-12, Avignon
Bischofsammelindulgenz (14 Aussteller) für St. Laurenz in Wien:
Erzbischof Apostolus von Nicopolis (Nichopoli), Bischof Benedikt von Cardica (Cardicensis), Erzbischof Guillelmus von Bar (Antibarensis), die Bischöfe Jakobus von Castro (Castrensis), Radulfus von Down (Dunensis), Alamannus von Soana (Suanensis), Jordanus von Acerno (Acernensis), Guillelmus von Bethlehem (Betlemitensis; irrig als Erzbischof tituliert), Meletius von Gallipoli (Gallipolitani), Salmannus von Worms (Wormaciensis), Bonifatius von Sulcis (Sulcitaniensis), Jordanus von Bobbio (Bobiensis), Antonius von Sagona (Sagonensis) und Johannes von Serbien (Serbiensis) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die in der Diözese Passau gelegene [Kirche] des Dominikanerinnenklosters St. Laurenz in Wien (monasterium monialium ordinis Predicatorum dedicatum in honore sancti Laurentii in civitate Wienensi, diocesis Pataviensis) an bestimmten Festtagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav reumütig und nach Ablegung der Beichte besuchen und dort Morgen- und Abendmessen oder welchen Messfeierlichkeiten auch immer beiwohnen, und zwar am Feiertag des heiligen Laurenz, am Weihetag dieser Kloster[kirche], zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, zu Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag, an allen Marienfeiertagen, am Feiertag des heiligen Michael, zu den Festen der Geburt und der Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, an den Feiertagen des heiligen Stephan, des heiligen Vinzenz, des heiligen Clemens, des heiligen Georg, der 10 000 Märtyrer, des heiligen Martin, des heiligen Nikolaus, des heiligen Gregor, des heiligen Augustinus, des heiligen Hieronymus, der heiligen Afra, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Magarethe, der heiligen Cäcilia, der heiligen Lucia, der heiligen Agnes, der heiligen Agathe, der 11 000 Jungfrauen, zu Allerheiligen, zu Allerseelen und an allen Sonntagen. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die beim Abendläuten mit gebeugten Knien drei Ave-Maria beten, die beim Umgang am Friedhof der genannten Kirche für die Seelen der darin bestatteten Verstorbenen beten, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung der Kloster[kirche] aufkommen, die der Kloster[kirche] testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden und andere Notwendigkeiten zukommen lassen sowie jenen, die für die Gesundheit desjenigen Bischofs, der die vorliegende Indulgenz bestätigt, und des Dominikanerbruders Leopold, Impetrator dieser Indulgenz, solange diese leben, und für deren Seelen, wenn sie gestorben sind, sowie für die Seelen aller gläubigen Verstorbenen ein Vater Unser mit dem Engelsgruss beten.

1331 Juli 28, Wien
Bischof Albert von Passau bestätigt die obige Indulgenz und fügt weitere 40 Tage Ablass hinzu.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Wien, Österreichisches Staatsarchiv, Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Allgemeine Urkundenreihe, unter dem Datum




  • notes extra sigillum
    • Arenga (Incipit): Pia mater ecclesia ... .
      Vermerke: Auf der Vorderseite mittig oberhalb der Plica die Bestätigung des Passauer Bischofs. Rückseite: links (zweite Hälfte 14. Jahrhundert, teilweise verblasst): [...] antlaz, deu man erwiribt [?] domit daz man jehaczeitleich [...] Laurenczen chlaster ze Wienn in mess[...] gett und wer den swestern doselbs durich Got gebe [...]; mittig unten (15. Jahrhundert): Johannis pape per [?] 40 dierum; Indulgencie trium archiepiscoporum et 12 episcoporum per 40 dies a quolibet, summa DC annorum; rechts (zeitgleich mit der Urkunde, vielleicht noch in geschrieben?): de indulgenciis.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn und das (U)n(iversis) im Binnenfeld historisiert. Zwei vergrösserte einzeilige Spalt-Initialen mit farbigen Füllungen und Fadenwerk im Textblock.
  • Achtzeilige historisierte Initiale zu Textbeginn: in Feder vorgezeichnet und deckend ausgemalt. Im Binnenfeld stehender Laurentius mit Rost in einfacher Arkade. Der farbige Buchstabenkörper entgegen der Werkstattradition mit Filigranranke (Ausführung beim Empfänger). Im Binnenfeld des „n“ Antlitz Christi.
  • Stil und Einordnung: 
    Seit 1329 ist bei der Illuminierung der Avignoner Bischofsammelablässe eine ikonographische Diversifizierung zu beobachten; nach der Vera Ikon und der Christusbüste folgen nun Sujets, die stärker von den Auftraggebern bestimmt sind. Laurentius stellt als Namen gebender Heiliger der begünstigten Kirche ein Novum dar, das derzeit bei diesem Stück erstmals nachgewiesen werden kann.
  • Wie häufiger in der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen zu beobachten, wird eine Neuerung mit bereits Vertrautem begleitet: Hier das Antlitz Christi, das denen der Christusbüste ähnelt.
  • Die Ausarbeitung der Initiale mit ihrem feinen Rankenwerk und die fein gezeichnete Arkatur sowie die Lavierung des Inkarnats zeugen von einer Hand, die mit dem üblichen Werkstattgebahren nichts zu tun hat, sondern zu einer späteren Zeit in Wien ausgeführt wurde.
  • Man hat um 1450, als man die Indulgenz von 1353 September 6 nachträglich illuminierte (siehe unten), auch diese überarbeitet. Dafür spricht die in beiden gleiche Form der Arkatur.
  • Die nachträgliche Ausstattung des Ablassbriefes hat mit dem Wechsel der Ordenszugehörigkeit zu tun; 1445 verliessen die Nonnen den Dominikanerorden und unterstellten sich der Regel der Augustiner Chorfrauen. Ab dem Jahre 1446 sind zahlreiche Ablässe bekannt, im Zuge dieser Geldaufbringungskampagne wird wohl auch der alte Ablassbrief durch Buchschmuck aufgewertet worden sein (Zum Kloster vgl. Barbara Schedl, Klosterleben und Stadtkultur im mittelalterlichen Wien. Zur Architektur religiöser Frauenkommunitäten. Wien–Innsbruck 2009, 209–234).
  • Vergleicht man die Farben der n-Initiale mit der U-Initiale, erweist sich, dass letztere auch bei den Hintergründen übermalt wurde. Im Rot der Buchstabenschäfte kann man noch Schemen erkennerkennen, die unschwer links einen knienden Mönch und rechts eine Gruppe von weiteren Knienden erkennen kann; dabei wird es sich wohl um die Nonnen handeln. Bei beiden wird die andere Tracht gestört haben, die dann zur Übermalung führte. Demnach war die Indulgenz für St. Laurenz nicht nur in Bezug auf den Heiligen im Binnenfeld, sondern auch in Bezug auf die Position des Petenten ein Novum. Der im Formular genannte Dominikanerbruder Leopold erscheint nämlich auf der linken Seite, während sonst die Bittsteller meist den rechten Schaft bevölkern, wie beim bisher frühesten Beispiel 1330 September 1 für Dinant oder 1330 Oktober 8 für die Forstwaldkapelle. Mit Dinant verbindet das Akanthusblatt, das das Initialfeld unterhalb des Petenten füllt. Auch 1336 April 8 für die Schwestern vom gemeinsamen Leben Het Rondeel ist die Frauengruppe links und der Kleriker rechts zu sehen. Diese Anordnung gibt aber eine Vorstellung davon, wie die Buchstabenschäfte auf dieser Indulgenz ursprünglich ausgesehen haben.
  • Interessanter Weise ist beim hl. Laurentius noch viel von der Avignoner Vorlage zu erkennen: Wie eigentlich immer nutzen die Buchmaler der Werkstatt einen recht allegmein gehaltenen Entwurf, den sie dann für die jeweiligen Anforderungen abwandeln. Hier ist es die Bischofsfigur, die erstmals 1332 September 1 für Zürich auftauchte, die Haltung der rechten Hand findet sich 1335 für die Liebfrauenkapelle in Halle. Zwar fehlt die Kasel, doch die Dalmatik stimmt am Saum überein. Die bisher früheste Darstellung eines Bischofs, 1328 Juni 7 für Lüttich, ist dagegen kleinteiliger angelegt.
  • Martin Roland, Gabriele Bartz
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Bibliography

Comment

Das ehemalige Dominikanerinnenkloster St. Laurenz geht baugeschichtlich auf ein beim Pibertor gelegenes, seit 1276 nachweisbares Bollwerk zurück. Eine Umwandlung dieser Befestigungsanalge in ein Nonnenkloster dürfte zwischen 1293 und 1302 statgefundenstattgefunden haben. Die Kirche des Klosters stand am Fleischmarkt (Wien 1, Fleischmarkt 19, Postgasse 17, Laurenzberg 2). Im Jahre 1450 nahmen die Laurenzerinnen die Augustinerregel an, das Dominikanerinnenkloster wurde in ein Chorfrauenstift umgewandelt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Kloster aufgehoben. Vgl. dazu Perger, Brauneis, Kirchen, 1977, S. 201–208.
Siehe auch den anderen Ablass für diese Klosterkirche von 1353 September 9.
Markus Gneiss
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • Wien
    • Type: Empfängerort
  • Österreich
    • Type: Region
Persons
  • Alamannus von Soana
    • Albert von Passau
      • Antonius von Sagona
        • Apostolus von Nicopolis
          • Benedikt von Cardica
            • Bonifatius von Sulcis
              • Guillelmus von Bar
                • Guillelmus von Bethlehem
                  • Jakobus von Castro
                    • Johannes von Serbien
                      • Jordanus von Acerno
                        • Jordanus von Bobbio
                          • Meletius von Gallipoli
                            • Radulfus von Down
                              • Salmannus von Worms
                                Keywords
                                • Illuminated Charters: Niveaus:
                                  • N1: historiated
                                  • N1: Initials
                                  • N1: with Additional Colours
                                  • N1: painted
                                • Illurk-Urkundenart:
                                  • Bischofsammelindulgenz
                                • Glossary of illuminated charters (in German):
                                  • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                                  • Ikonographische Diversifizierung
                                  • Vera-Ikon-Typus
                                  • Christusbüste
                                  • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
                                  • Der Petent
                                  • Vorlage
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