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Charter: Illuminierte Urkunden 1334-11-10_Nuernberg
Signature: 1334-11-10_Nuernberg
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1334-11-10, Avignon
Bischofsammelindulgenz (16 Aussteller) für die Martinskirche in Halberstadt:
Die Bischöfe Gorzias von Belluno-Feltre (Feltrensis et Beluensis), Johannes von Terralba (Terrealbensis), Alamannus von Soana (Suanensis), Jordanus von Bobbio (Bobiensis), Angelus von Grosseto (Grossitani), Thomas von Dulcigno (Dulcinensis), Andreas von Coron (Coronensis), Guillelmus von Täbris (Taurisiensis), Bernardus von Dschordschan (Diagorganensis), Nikolaus von Karpathos (Scarpatensis), Galganus von Aleria (Aleriensis), Philipp von Salona (Salonensis), Arnaldus von Segni (Signini), Thomas von Knin (Tiniensis), Petrus von Monte Marano (Montismarani) und Bonifatius von Krbava (Corbaviensis) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die Kirche des heiligen Bischofs Martin in Halberstadt (ecclesia sancti Martini episcopi et confessoris civitatis Halberstadensis) an bestimmten Festtagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav besuchen, und zwar an allen Marienfeiertagen, an den Feiertagen aller Heiligen, denen ein Altar in dieser Kirche geweiht ist, am Kirchweihtag, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, am Dreifaltigkeitstag, zu Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag, an den Feiertagen des heiligen Johannes des Täufers, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, an den Feiertagen des heiligen Stephan, des heiligen Laurenz, des heiligen Vinzenz, des heiligen Martin, des heiligen Nikolaus, des heiligen Gregor, des heiligen Augustinus, des heiligen Ambrosius, des heiligen Hieronymus, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Margarete, der heiligen Cäcilie, der heiligen Lucia, der heiligen Agathe, der heiligen Agnes, der 11 000 Jungfrauen, zu Allerheiligen, zu Allerseelen, an allen Sonntagen sowie an an allen Samstagen. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die en Priester beim Versehgang begleiten, die beim Abendläuten mit gebeugten Knien drei Ave-Maria beten, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung der Kirche aufkommen, die der Kirche entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden zukommen lassen, die beim Umgang am Friedhof der Kirche für die Seelen der dort liegenden und aller anderen Verstorbenen beten sowie denen, die ihre Grabstätte auf diesem Friedhof wählen.

s. d., s. l.
Bischof Albert [wahrscheinlich II.] von Halberstadt bestätigt (admittimus, consentimus ipsasque confirmantes auctoritate nostra ordinaria approbamus) die obige Indulgenz und fügt weitere 40 Tage Ablass hinzu.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum (GNM), Historisches Archiv, Or. Perg. 1334 November 10

Alle Siegel abgefallenMaterial: Pergament
Dimensions: 77,6 x 61cm

    Graphics: 
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    • Materielle Beschreibung: 
      Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn, seitlich des Schriftspiegels am Rand je ein, oben drei Bildfelder, die sich zu einem den Text umfangenen Rahmen fügen (Rahmentyp). Drei weitere vergrösserte Initialen in der ersten Zeile mit Aussparungen vor farbigen Gründen in den Binnenfeldern sowie zwei vergrösserte, farbig markierte Lombarden im Textblock.
    • Sechs Zeilen hohe, links und weit über die erste Zeile herausragende historisierte Initiale zu Textbeginn: in Feder gezeichnet und mit Deckfarben koloriert (rot, lila, gelb, grün, ocker und braun). Im Binnenfeld eine stehende gekrönte Maria mit Kind und in rechten Hand eine Blume, vor kariertem Mustergrund. Der Buchstabenschaft links mit stehender Katharina mit Palme und Rad, rechts ein kniender Kleriker mit Schriftband in Händen („Mater Dei memento mei“). Der Buchstabe ragt nach links in den Rand hinaus, wobei die innere Begrenzung des Bogens in etwa am Textspiegel ansetzt. Die Initiale ist von einem Initialfeld umgeben, das aus mehreren Farbflächen besteht, die mit schwarzem Filigran (mit Sihouetteblättern) gefüllt ist. Unterhalb der Initiale in einem Bildfeld stehend ein nimbierter Bischof. Oberhalb des Textfelds, anschliessend an die U-Initiale, Bildstreifen mit drei Büsten: Petrus, Christus, Paulus. Der rechte Rand als Bildstreifen mit stehendem Johannes d. T. mit Lamm-Gottes-Scheibe unter einer Spitzarkade.
    • Stil und Einordnung: 
      Seit 1329 kann man eine ikonographische Diversifizierung bei der Illuminierung von Sammelablässen beobachten. Die hier dargestellten Heiligen wird man jedoch nur mit Mühe dem Patrozinium der Kirche – der hl. Martin – zuordnen können. Stattdessen scheint es sich um ein Standardbildprogramm zu handeln.
    • Der Buchmaler (Zeichner 4 der Christusbüsten) hat seine eigene Lösung für den Rahmentyp gefunden, die einen Farbstreifen oberhalb der U-Initiale in die Rahmenleiste einbaut: Was sich bei 1332 Oktober 15 für Lahnstein, 1333 Mai 31 für das Kloster Schildesche, 1333 Dezember 19 für Sterzing und 1333 Dezember 20 für Freiberg (Sachsen) noch wie eine Notlösung ausnahm, entpuppt sich im Ablass für Halberstatt als eine Vorlage, denn es ist unwahrscheinlich, dass er diesen „Fehler“ wieder begehen würde (vgl. Layout). Da hier rechts nur ein Heiliger verlangt war, hat er den oberen Streifen wie 1334 Juni 24 für Stein verbreitert, sodass rechts das Bildfeld auf Höhe der ersten Zeile ansetzt.
    • Wegen der verwendeten Vorlagen für die Figuren, doch auch wegen der Farbgestaltung passt der Ablass für Stein am besten zum Vergleich. Dabei ist gut zu sehen, wie die Entwurfszeichnungen (vgl. Vorlage) variiert wurden: Maria und das Kind sind in den Farben anders und aufwendiger in den Falten gestaltet, Katharina ist aus der gleichen Zeichnung entwickelt. Der Bittsteller ist ebenfalls gut mit Stein zu vergleichen, doch hat man dort anstelle eines normalen einen Pelerinenärmel gezeichnet. Die Schüsselfalten am Boden, die das Knien letztlich unwahrscheinlich machen, sind besonders charakteristisch.
    • Aufgrund der Ähnlichkeit des Rankenwerks und der allseits auftretenden Kussmünder wird der Zeichner 4 der Christusbüsten auch für diese Illuminierung verantwortlich sein. Die Gruppierung der Urkunden unter einen Malernamen ist als Versuch zu sehen; gleichzeitig ist zu überlegen, ob nicht in der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen eine Arbeitsteilung praktiziert wurde, bei der mehrere Maler an einer Illumination gearbeitet haben.
    • Für St. Martin in Halberstadt ist bereits 1285 September 22 eine Indulgenz ausgestellt worden (siehe dort auch eine Auflistung sämtlicher, bisher bekannter Ablassurkunden für Halberstadt).
    • Gabriele Bartz, Martin Roland
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    Auf der Vorderseite keine ersichtlich, kein Bild der Rückseite vorhanden.
    Bibliography
    Places
    • Avignon
      • Type: Ausstellungsort
    • Deutschland
      • Type: Region
    • Frankreich (Kurie)
      • Type: Region
    • Halberstadt
      • Type: Empfängerort
    • Sachsen-Anhalt
      • Type: Region
    Persons
    • Alamannus von Soana
      • Albert [wahrscheinlich II.] von Halberstadt
        • Andreas von Coron
          • Angelus von Grosseto
            • Arnaldus von Segni
              • Bernardus von Dschordschan
                • Bonifatius von Krbava
                  • Galganus von Aleria
                    • Gorzias von Belluno-Feltre
                      • Guillelmus von Täbris
                        • Johannes von Terralba
                          • Jordanus von Bobbio
                            • Nikolaus von Karpathos
                              • Petrus von Monte Marano
                                • Philipp von Salona
                                  • Thomas von Knin
                                    • Thomas von Dulcigno
                                      Keywords
                                      • Illuminated Charters: Niveaus:
                                        • N1: historiated
                                        • N1: Initials
                                        • N1: Borders
                                        • N1: with Additional Colours
                                        • N1: painted
                                      • Illurk-Urkundenart:
                                        • Bischofsammelindulgenz
                                      • Glossary of illuminated charters (in German):
                                        • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                                        • Rahmentyp
                                        • Ikonographische Diversifizierung
                                        • Zeichner 4 der Christusbüsten
                                        • Das Layout der Avignoner Bischofsammelablässe
                                        • Vorlage
                                      x
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