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Charter: Illuminierte Urkunden 1335-01-15_Stuttgart
Signature: 1335-01-15_Stuttgart
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1335-01-15, Avignon
Bischofsammelindulgenz (15 Aussteller) für die St. Egidiuskapelle des Deutschen Ordens in Aachen:
Erzbischof Guillelmus von Bar (Antibarensis) sowie die Bischöfe Philipp von Salona (Salonensis), Jordanus von Bobbio (Bobiensis), Alamannus von Soana (Suanensis), Nikolaus von Karpathos (Scarpatensis) [...; Loch im Pergament], Arnaldus von Segni (Signini), Thomas von Dulcigno (Dulcinensis), Andreas von Coron (Coronensis), Thomas von Knin (Tiniensis), Bernardus von Dschordschan (Diagorganensis), Johannes von Senj (Signensis), Bonifatius von Krbava (Corbavensis) [...; Loch im Pergament] und Gorzias von Belluno-Feltre (Feltrensis) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die in der Diözese Lüttich gelegene Egidiuskapelle des Deutschen Ordens in Aachen (capella sancti Egidii fratrum Teuthunicorum in civitate Aquense, Leodinensis diocesis) an bestimmten Festtagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav reumütig und nach Ablegung der Beichte besuchen und dort Morgen- und Abendmessen oder welchen Messfeierlichkeiten auch immer beiwohnen, und zwar am Feiertag des Patrons der Kapelle, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, zu Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag, zu den Festen der Geburt und der Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, zu Allerheiligen, zu Allerseelen, an allen Marienfeiertagen, an den Feiertagen aller Schüler [?], der vier Kirchenväter, der drei Könige, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, an allen Freitagen und Sonntagen. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die den Priester beim Versehgang begleiten, die die beim Abendläuten mit gebeugten Knien drei Ave Maria beten, die die genannte Kapelle und deren Friedhof umschreiten und dabei für die Seelen der dort liegenden Seelen beten, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung der Kapelle aufkommen, die die Kapelle an den Feiertagen des heiligen Egidius, des heiligen Karl, der heiligen Margarete, der heiligen Barbara, der heiligen Gertrude [?; danach Loch im Pergament] besuchen sowie denen, die für Bruder Coradus, Mitglied des Deutschen Ordens und Impetrator der vorliegenden Indulgenz, Gebete sprechen.

1341 Jänner 22, s. l.
Bischof Adolf von Lüttich bestätigt die obige Indulgenz und fügt weitere 40 Tage Ablass hinzu (misericorditer in Domino relaxamus).
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Stuttgart, Landesarchiv Baden-Württemberg Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H 52, U 5

15 Siegel (rotes Wachs) an Seidenfäden, das Siegel des bestätigenden Bischofs an Transfix und PergamentpresselMaterial: Pergament

Condition: Fehlstellen im Pergament, u. a. im rechten Buchstabenschaft
  • notes extra sigillum
    • Arenga (Incipit): Splendor paterne glorie ... .
      Vermerke: auf Vorderseite keine sichtbar, kein Bild der Rückseite vorhanden.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn, die drei weiteren vergrösserten Initialen in der ersten Zeile gerahmt und mit Aussparungen vor farbigem Grund versehen. Drei farbig markierte, vergrösserte Lombarden im Textfeld.
  • Siebenzeilige historisierte Initiale: mit der Feder vorgezeichnet und mit Deckfarben (rot, graublau schwarz, grün und gelb) koloriert. Die Initiale mit ausgesparten Blattranken vor rotem und blauem Grund. In den Zwickeln des Initialfeldes Trifolietten. Im Binnenfeld sitzender hl. Ägidius als Abt mit Hirschkuh vor kariertem Mustergrund, oberhalb der Initiale bezeichnet: „S(an)c(tu)s Egidius abbas“. Das Binnenfeld der Initiale endet in etwa mit dem Textspiegel, sodass der Schaft in den linken Rand hinausragt.
  • Stil und Einordnung: 
    Der Schreiber hat ein wenig Probleme mit der Einrichtung des Texts, sodass der hervorgehobene Buchstabe C(upientes) unschön am Ende einer Zeile erscheint. Auch wirkt es, als hätte noch nicht genügend Erfahrung, was die freizulassenden Räume für die Spezifika der begünstigten Kirche anbetrifft, sodass am Ende der sechstletzten Zeile „Egidii“ aus dem Textspiegel in den Rand geschrieben werden musste (vgl. Layout). Erstmals 1332 Oktober 27 für Hohenberg wurde eine „Überschrift“ der Initiale eingesetzt. Sie stellt ein interessantes Phänomen dar, trägt sie doch eine Doppelfunktion: Wohl orientierte sie zunächst den Maler über das geforderte Sujet und gibt nun dem kundigen Leser das Sujet an.
  • Einfache Ausführung ohne weiteren Dekor (vgl. Rahmentyp). Bereits 1329 hat die ikonographische Diversifizierung bei den Avignoner Sammelindulgenzen begonnen, 1331 Mai 12 für St. Laurenz in Wien zeigte im bisher bekannten Material erstmals einen (Patroziniums-)Heiligen im Binnenfeld der Initiale. 1335 Jänner 11 (für Burtscheid) – also vier Tage früher – hat man Gerardus Chorus und seine Frau im Bildstreifen dargestellt: Nun scheint jeder Auftraggeberwunsch realisierbar zu sein.
  • Für die Aegidiuskirche in Aachen hat man jedoch die einfachste Dekorationsform mit illuminierter U-Initiale gewählt, den Kirchenpatron im Binnenfeld dargestellt. Um klar zu machen, dass das Reh aus dem Wald kommt, ist der Boden unter ihm wie eine Wiese gestaltet, deshalb sitzt der Heilige, der seinen zentralen Platz im Bildfeld nicht verlassen soll, auf der Ecke der Bank.
  • Es ist verlockend sich vorzustellen, dass dieser Ablass vom gleichen Boten besorgt wurde, der auch den für Gerardus Chorus schreiben liess (also Bruder Coradus vom Deutschen Orden).
  • Obwohl der Qualitätsunterschied zum Ablass für Chorus/ Kloster Burtscheid gross ist, scheint es nicht unmöglich, hier ebenfalls den Illuminator für Gerardus Chorus zu vermuten. Vergleichbar ist die Art, wie die Tonsur mit einem dickeren Federstrich oben und wenigen parallel Strichen für die Haarsträhnen gezeichnet ist, ebenso die Linie zwischen Brauenbogen und Lidansatz wie auch das mit einer spiralförmigen Linie gekennzeichnete Kinn.
  • Martin Roland, Gabriele Bartz
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Comment

Neben dem Standarddiktat beinhaltet diese Indulgenz auch unter anderem den Feiertag des heiligen Karl (des Großen, seit 1165 ein Heiliger), was bei einem Ablass für eine Aachener Kapelle jedenfalls für die zunehmende Rücksichtnahme auf den Empfängerort spricht.
Markus Gneiss
Places
  • Aachen
    • Type: Empfängerort
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Deutschland
    • Type: Region
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • Nordrhein-Westfalen
    • Type: Region
Persons
  • Adolf von Lüttich
    • Alamannus von Soana
      • Andreas von Coron
        • Arnaldus von Segni
          • Bernardus von Dschordschan
            • Bonifatius von Krbava
              • Gorzias von Belluno-Feltre
                • Guillelmus von Bar
                  • Johannes von Senj
                    • Jordanus von Bobbio
                      • Nikolaus von Karpathos
                        • Philipp von Salona
                          • Thomas von Dulcigno
                            • Thomas von Knin
                              Keywords
                              • Illuminated Charters: Niveaus:
                                • N1: historiated
                                • N1: Initials
                                • N1: Borders
                                • N1: with Additional Colours
                                • N1: painted
                              • Illurk-Urkundenart:
                                • Bischofsammelindulgenz
                              • Glossary of illuminated charters (in German):
                                • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                                • Das Layout der Avignoner Bischofsammelablässe
                                • Rahmentyp
                                • Ikonographische Diversifizierung
                                • Illuminator für Gerardus Chorus
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