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Charter: Illuminierte Urkunden 1335-05-27_Koblenz
Signature: 1335-05-27_Koblenz
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1335-05-27, Avignon
Bischofsammelindulgenz (15 Aussteller, einer zweimal genannt) für die Priesterbruderschaft des heiligen Evangelisten Johannes in der Andreaskapelle im Trierer Dom:
Die Bischöfe Gorzias von Belluno-Feltre (Feltrensis), Raimundus von Caffa (Caphensis; kommt bei Eubel nicht vor), Paulus von Foligno (Fulgniensis), Johannes von Terralba (Terrealbensis), Andreas von Coron (Coronensis), Philipp von Salona (Salonensis), Nikolaus von Karpathos (Scarpatensis), Matthäus von Bagnorea (Balenonensis), Galganus von Aleria (Laveriensis), Alamannus von Soana (Suanensis), [folgt irrig nochmals Matthäus von Bagnorea], Bernardus von Dschordschan (Diagorganensis), Bonifatius von Krbava (Corbaviensis), Johannes von Clonfert (Clonensis) und Petrus von Monte Marano (Montismarani) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die Priesterbruderschaft des heiligen Evangelisten Johannes in der Andreaskapelle im Dom von Trier (confraternitas sacerdotum facta sive incepta in honore sancti Johannis evangeliste, qui agitur in capella sancti Andree in ecclesia cathedrali Treverensi) an bestimmten Festtagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav reumütig und nach Ablegung der Beichte besuchen, und zwar am Feiertag des Patrons dieser Bruderschaft, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, am Dreifaltigkeitstag, zu Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag, zu den Festen der Geburt und der Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, zu Allerheiligen, zu Allerseelen, an allen Marienfeiertagen, an den Feiertagen des heiligen Evangelisten Johannes, zu dessen Verehrung diese Bruderschaft gegründet worden ist, des heiligen Erasmus, des heiligen Hubert und der heiligen Gertrude sowie an allen Sonntagen. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die den Priester beim Versehgang begleiten, die beim Abendläuten mit gebeugten Knien drei Ave Maria beten, die beim Umgang am Friedhof [wohl des Domes] für die Seelen der dort begrabenen Verstorbenen beten, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung der Kirche aufkommen, die bei den Messen und Begräbnissen der Bruderschaft anwesend sind und diese unterstützen sowie jenen, die für Balduin, Erzbischof von Trier, und für die Mitbrüder der Bruderschaft Gebete sprechen.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Koblenz, Landeshauptarchiv, Bestand 1D, Nr. 406

13 noch teilweise erhalten, der Rest abgefallenMaterial: Pergament


  • notes extra sigillum
    • Arenga (Incipit): Splenor paterne glorie ... .
      Vermerke: auf der Vorderseite keine sichtbar, kein Bild der Rückseite vorhanden.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn, die vier weiteren vergrösserten Initialen mit Blattwerkaussparungen vor farbigen Gründen in der ersten Zeile. Zwei vergrösserte einzeilige Lombarden mit farbigen Füllungen im Textblock.
  • Siebenzeilige historisierte Initiale: mit der Feder gezeichnet und mit Deckfarben koloriert (rot, grün, rosa, blaugrau und gelb). Im Binnenfeld stehende gekrönte Maria mit Kind vor einfarbigem Hintergrund. Im linken Schaft hl. Andreas mit Kreuz vor rotem Hintergund, im rechten Johannes ev. vor rotem Grund. Die Zwickelfüllungen monochrom gelb. Das Binnenfeld der Initiale endet in etwa mit dem Textspiegel und tiefer als die weiteren Initialen der ersten Zeile. Wie häufig, hat die Zusammensetzung des Grüns nicht gut gehalten.
  • Stil und Einordnung: 
    Einfache Ausführung ohne weiteren Dekor (vgl. Rahmentyp), doch handelt es sich um ein gutes Beispiel für die auf den Auftraggeber bezogene Auswahl der Sujets (ikonographische Diversifizierung). Zwar wurde Petrus als Patron des Trierer Doms nicht gewählt, sondern die Muttergottes, doch sehen wir sowohl den hl. Andreas als Schutzheilliger des Altares und Johannes ev. als namengebender Heiliger der Bruderschaft. Dabei scheint es sich um einen vorgeschriebenen Text gehandelt zu haben, denn man bemerkt bei der Nennung der Bischöfe und dem begünstigten Altar eine leicht dunklere Tinte sowie beim letzteren eine enger gesetzte Schrift.
  • Bisher gibt es noch keine Erklärung dafür, warum das häufiger zu beobachtende Layout der tiefer endenden Initiale genutzt wurde. Es möchte mit den Proportionen der Bildfelder zu tun haben, doch hätte der Schreiber die Fläche für die Initiale auch breiter anlegen können. Durch den einfarbigen Hintergrund tritt die Lesbarkeit des Buchstaben in den Hintergrund, zumal auch das Binnenfeld der Initiale nahezu rechteckig ist. Die einem aufgeklapptem Triptychon ähnelnde Wirkung wird auch durch die Figur des Andreas verstärkt, die den Kontur der Initiale unterschneidet und – obgleich ohne sichtbare Füsse – ihre Standfläche im Zwickel findet (erste Versuche dieser Art sind bereits 1331 September 15 für Cembra zu beobachten).
  • Durch die Veränderung des Grüns, in dem Tintenlinien und Lavierungen weitgehend versackt sind, sind die Figuren nicht gut zu beurteilen, doch wird es sich bei der Vorlage für Maria um dieselbe handeln, die auch 1332 April 30 für Heiligkreuztal verwendet wurde. Dort beobachtet man auch die Betonung der Faltengrate mit einem dicken Pinselstrich. Wird man wegen der dort rudimentären Gestaltung der Gesichter nicht unbedingt auf denselben Maler kommen, fällt in dieser Hinsicht der Vergleich zu 1335 Juli 8 für Davos leichter, denn dort tauchen neben den groben Pinselstrichen ebenfalls die wie verquollen wirkenden Augen auf, freilich bei weniger überlängten Proportionen der Figuren. Darüber hinaus spricht vieles dafür, dass beide Urkunden von einem Schreiber geschrieben wurden.
  • Gabriele Bartz
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Comment

Das Diktat schließt – wie bei Indulgenzen für Bruderschaften üblich – auch das Gebet für Bruderschaftsmitglieder in die Ablassbedingungen ein; die namentliche Erwähnung des Trierer Erzbischofs Balduin (im Amt von 1307 bis 1354) an dieser Stelle ist jedoch eine Besonderheit. Wenn – vor allem in späteren Indulgenzen – das Gebet für den Lokalbischof als Ablassbedingung genannt wird, so erfolgt dies meist ohne konkrete Nennung des aktuellen Amtsinhabers. Balduin war der Trierer Priesterbruderschaft sehr verbunden und auch eines ihrer Mitglieder. Es ist anzunehmen, dass der Ablassbrief wohl auch auf Initiative von Balduin hin erwirkt wurde; vgl. dazu Schneider, Bruderschaften, 1989 S. 92 (Volltitel auf Zotero).
Markus Gneiss
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Deutschland
    • Type: Region
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • Rheinland-Pfalz
    • Type: Region
  • Trier
    • Type: Empfängerort
Persons
  • Alamannus von Soana
    • Andreas von Coron
      • Bernardus von Dschordschan
        • Bonifatius von Krbava
          • Galganus von Aleria
            • Gorzias von Belluno-Feltre
              • Johannes von Clonfert
                • Johannes von Terralba
                  • Matthäus von Bagnorea
                    • Matthäus von Bagnorea
                      • Nikolaus von Karpathos
                        • Paulus von Foligno
                          • Petrus von Monte Marano
                            • Philipp von Salona
                              • Raimundus von Caffa
                                Keywords
                                • Illuminated Charters: Niveaus:
                                  • N1: historiated
                                  • N1: Initials
                                  • N1: with Additional Colours
                                  • N1: painted
                                • Illurk-Urkundenart:
                                  • Bischofsammelindulgenz
                                • Glossary of illuminated charters (in German):
                                  • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                                  • Rahmentyp
                                  • Ikonographische Diversifizierung
                                  • Das Layout der Avignoner Bischofsammelablässe
                                  • Vorlage
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