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Charter: Illuminierte Urkunden 1336-01-10_Muenchen
Signature: 1336-01-10_Muenchen
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1336-01-10, Avignon
Bischofsammelindulgenz (12 Aussteller) für das Kloster Asbach in der Diözese Passau:
Erzbischof Guillelmus von Bar (Antibarensis) und die Bischöfe Alamannus von Soana (Suanensis), Raimundus von Kotor (Catharensis), Philipp von Salona (Salonensis), Ricardus von Scurschi (Cerceonensis), Johannes von Terralba (Terrealbensis), Guilellmus von Täbris (Taurisiensis), Thomas von Lavata (Laveriensis), Nikolaus von Karpathos (Scarpatensis), Matthäus von Bagnorea (Balneoregensis), Bernardus von Dschordschan (Diagorganensis) und Gorzias von Belluno-Feltre (Feltrensis) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die in der Diözese Passau gelegene Kloster[kirche] von Asbach (monasterium in Aspach), die zu Ehren des heiligen Matthäus errichtet wurde, an bestimmten Festtagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav reumütig und nach Ablegung der Beichte besuchen und dort Morgen- und Abendmessen oder welchen Messfeierlichkeiten auch immer beiwohnen, und zwar an den Festtagen aller Heiligen, deren Reliquien in den Altären der Kloster[kirche] aufbewahrt werden, am [Kirch-]Weihtag, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, am Dreifaltigkeitstag, zu Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag, an allen Marienfeiertagen, zu den Festen des heiligen Johannes des Täufers, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, an den Feiertagen des heiligen Stephan, des heiligen Laurenz, des heiligen Georg, des heiligen Martin, des heiligen Nikolaus, des heiligen Ambrosius, des heiligen Hieronymus, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Margarete, der heiligen Cäcilia, der heiligen Lucia, der heiligen Agathe, der heiligen Agnes, zu Allerheiligen, zu Allerseelen und an allen Sonntagen. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die den Priester beim Versehgang begleiten, die beim Abendläuten drei Ave-Maria beten, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung der Kloster[kirche] aufkommen, die der Kloster[kirche] entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden zukommen lassen und die für den [nicht namentlich genannten] Petenten der vorliegenden Indulgenz, dessen Eltern, lebendig oder tot, und für alle Wohltäter des Klosters ein Gebet sprechen.

1336 Februar 10, s. l.
Bischof Albert von Passau bestätigt die obige Indulgenz (confirmamus) und fügt weitere 40 Tage Ablass hinzu.

1468 April 22, s. l.
Bischof Sigismund von Salona (Salonensis) und Kooperator in der bischöflichen Kirche zu Passau (in pontificalibus eccclesie Patauiensis cooperator) fügt (superaddimus et concedimus) auf Bitte des Abtes des oben genannten Klosters [Asbach], Johannes [III.] Rughalm (Rughalmi) der obigen Indulgenz weitere 300 Tage Ablass hinzu (centum dies criminalium et ducentes venialium).
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
München, Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Klosterurkunden Asbach, Nr. 37

12 Seidenschnüre noch erhalten, Reste von drei Siegeln (rotes Wachs), rechts: Siegel an Pergamentspressel (rotes Wachs) eines bestätigenden Bischofs, rechts daneben Einstichlöcher des Siegels des zweiten bestätigenden Bischofs (abgefallen).Material: Pergament


  • notes extra sigillum
    • Arenga (Incipit): Pia mater ecclesia ... .
      Vermerke: Rückseite (14. Jahrhundert; nur mehr schwach lesbar): Ad monasterium [in] Aspach, ordinis sancti Benedicti, Pataviensis diocesis sanctus Matheus, ecclesie patronus, apostolus et ewangelista, in altari summo, reliquia omnia inibi altaria, et pro salute impetratoris.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn, die vier weiteren vergrösserten Initialen der ersten Zeile mit Aussparungen vor farbigem Grund im Binnenfeld. Im Text zwei vergrösserte einzeilige Initialen, rot und grün gefüllt.
  • Sieben Zeilen hohe historisierte Initiale: mit der Feder gezeichnet und mit Deckfarben koloriert (rot, grün, lila, dunkelbrau und ocker). Im Binnenfeld gekrönte stehende Madonna mit Kind vor lila Hintergrund, oberhalb bezeichnet: „S(ancta). Maria“. Im linken Schaft kniender Abt in brauner Kutte, rechts stehender Heiliger mit Märtyrerpalme, oben bezeichnet: „S(anctus). Mathe(us) ap(ostu)l(u)s et eva(n)g(elista)“. Beide vor rotem Hintergrund. Die Zwickel des Initialfeldes ocker gefüllt. Die Initiale erstreckt sich weit über die Höhe der ersten Zeile und deutlich in den linken Randbereich.
  • Am Rand aussen und oben sind Linien erkennbar, die den Bordürenstreifen markieren.
  • Bemerkenswert ist die links oben im Eck erhaltene Maleranweisung: „Hic pona(tu)r s(an)c(t)us Matheus in una p(ar)te et in alia p(ar)te ponat(ur) ymago abbatis nig(ris)“.
  • Stil und Einordnung: 
    Vorgezeichnet ist ein Rahmen, der offenbar anzeigt, wo seitlich und oberhalb des Textes weiterer Buchschmuck hätte ausgeführt werden können, wie dies bei aufwendigen Ablässen zu beobachten ist (Rahmentyp).
  • Anstelle des mittlerweile gängigen Rahmentyps wurde eine U-Initiale mit leuchtenden Farben, jedoch ohne Beiwerk, gewählt. Die Kuttenfarbe des Abtes entspricht nicht der Anweisung, demnach hätte er – korrekterweise, denn in in Asbach sind Benediktiner – Schwarz tragen sollen. Offenbar war das Sujet des Binnenfeldes schon anderweitig festgelegt, denn es kommt in der Anweisung nicht vor. Denn neben der stehenden Muttergottes, die im Ablass für Kloster Asbach im Binnenfeld erscheint, wären angesichts der seit 1329 in der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen praktizierten ikonographischen Diversifizierung auch andere Themen möglich. Für die Ausgestaltung der Matthäus-Figur ist dem Maler nicht viel eingefallen, eine Märtyrerpalme ist zudem ein für einen Apostel unübliches Attribut. Aus diesem Grund hat der Maler wohl die erläuternde Beschriftung oberhalb der Initiale angebracht; über den knienden Abt wird er nichts gewusst haben, weshalb dort nichts geschrieben steht.
  • Der Maler ist – trotz der wenigen markanten Besonderheiten – gut zu erkennen: es handelt sich um den Illuminator für Gerardus Chorus. Aufschlussreich ist der Vergleich mit dem ebenfalls auf der untersten Ausstattungsstufe dekorierten Ablass für Davos (1335 Juli 8), der auch eine stehende Maria zeigt. Die Madonna für Asbach ist grösser und deshalb vielleicht nach einer etwas anderen Vorlage gezeichnet. Die knienden Mönche zeigen unterschiedliche Defizite in der Zeichnung, bei beiden fehlt das Interesse am Aufkommen der Figur auf dem Boden, was jeweils ohne eine Rückbindung auf menschliche Anatomie gezeigt wird.
  • Martin Roland, Gabriele Bartz
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Bibliography
Places
  • Asbach
    • Type: Empfängerort
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Bayern
    • Type: Region
  • Deutschland
    • Type: Region
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
Persons
  • Alamannus von Soana
    • Albert von Passau
      • Bernardus von Dschordschan
        • Gorzias von Belluno-Feltre
          • Guilellmus von Täbris
            • Guillelmus von Bar
              • Johannes von Terralba
                • Matthäus von Bagnorea
                  • Nikolaus von Karpathos
                    • Philipp von Salona
                      • Raimundus von Kotor
                        • Ricardus von Scurschi
                          • Sigismund von Salona
                            • Thomas von Lavata
                              Keywords
                              • Illuminated Charters: Niveaus:
                                • N1: historiated
                                • N1: Initials
                                • N1: with Additional Colours
                                • N1: painted
                              • Illurk-Urkundenart:
                                • Bischofsammelindulgenz
                              • Glossary of illuminated charters (in German):
                                • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                                • Rahmentyp
                                • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
                                • Ikonographische Diversifizierung
                                • Illuminator für Gerardus Chorus
                                • Vorlage
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