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Charter: Illuminierte Urkunden 1337-05-12_Stuttgart
Signature: 1337-05-12_Stuttgart
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1337-05-12, Avignon
Bischofsammelindulgenz (12 Aussteller) für die St. Michaelskirche in Rottweil:
Erzbischof Guillelmus von Bar (Antibarensis) sowie die Bischöfe Benedikt von Cardica (Cardicensis), Paulus von Foligno (Fulginensis), Johannes von Vregen (Bregerensis), Petrus von Cagli (Calliensis), Raimundus von Kotor (de Cathano), Andreas von Coron (Coronensis), Nikolaus von Nezero (Nazariensis), Jakob von Avlona (de Vallona), Alamannus von Soana (Suanensis), Bernardus von Ganos (Ganensis) und Dominik von Pera (Perensis) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die in der Diözese Konstanz gelegene und zu Ehren des heiligen Michael errichtete Kapelle in Rottweil (capella fundata in honore sancti Michaelis in Rotwil, Constanciensis diocesis) reumütig und nach Ablegung der Beichte besuchen und dort Morgen- und Abendmessen oder welchen Messfeierlichkeiten auch immer beiwohnen, und zwar am Feiertag des Patrons dieser Kapelle [des heiligen Michael], am Weihetag, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, am Dreifaltigkeitstag, zu Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag, an allen Marienfeiertagen, zu den Festen des heiligen Johannes des Täufers, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, an den Feiertagen des heiligen Stephan, des heiligen Laurenz, des heiligen Martin, des heiligen Nikolaus, des heiligen Gregor, des heiligen Augustinus, des heiligen Ambrosius, des heiligen Hieronymus, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Margarete, der heiligen Cäcilie, der heiligen Lucia, der heiligen Agathe, der heiligen Agnes, der heiligen Barbara, zu Allerheiligen, zu Allerseelen, an jedem Samstag und an jedem Sonntag. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die den Priester beim Versehgang begleiten, die beim Abendläuten mit gebeugten Knien drei Ave Maria beten, die für den Bau, die Beleuchtung und die Ausstattung der Kapelle aufkommen, die der Kapelle entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden zukommen lassen, die beim Umgang am Friedhof der Kapelle für die Verstorbenen beten sowie denen, die für den [nicht namentlich genannten] Impetrator der vorliegenden Indulgenz Gebete sprechen.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Stuttgart, Landesarchiv Baden-Württemberg Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H 52, U 6

12 Siegel an Seidenfäden, teilweise nur mehr in Resten erhalten.Material: Pergament


  • notes extra sigillum
    • Arenga (Incipit): Splendor paterni luminis ... .
      Vermerke: Auf der Vorderseite keine sichtbar, kein Bild der Rückseite vorhanden.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn, links unterhalb der Initiale am Rand ein Bildfeld, oberhalb des Schriftspiegels ein schmaler Dekorstreifen, der zwischen der Initiale und dem grossen Bildfeld rechts am Rand verbindet (Rahmentyp). Drei Initialen mit Aussparungen vor farbigem Grund in den Binnenfeldern in der ersten Zeile. Im Text zwei vergrösserte, mit Farben gefüllte Lombarden.
  • Sieben Zeilen hohe, über die erste Zeile hinausragende historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn: in Feder gezeichnet und mit Deckfarben in Rot, Grün, Blaugrau, Ocker und Braun koloriert. Im Binnenfeld stehende gekrönte Maria mit Kind vor Mustergrund, im linken Buchstabenschaft eine stehende Magdalena mit Salbtopf und Martyrerpalme vor rotem Grund, im rechten Schaft Katharina mit Rad und Märtyrerpalme vor ockerfarbigem Grund. Links der Initiale ein Streifen in Rot mit schwarzem Filigran mit Silhouetteblättern. Unterhalb der Initiale in einem rechteckigen Bildfeld stehend ein heiliger Bischof. Oberhalb der ersten Zeile ein Farbstreifen, verziert mit schwarzem Filigran mit Silhouetteblättern. Der rechte Rand als Bildstreifen, der über den Farbstreifen hinausgeht, mit Johannes d. T. mit Lamm-Gottes-Scheibe vor einer Spitznische stehend.
  • Stil und Einordnung: 
    Seit 1329 kann man eine ikonographische Diversifizierung bei der Illuminierung von Sammelablässen beobachten. Interessanter Weise erscheint der Patron der Kapelle, der hl. Michael, nicht auf den Bildern. Die dargestellten Heiligen aber werden im Formular, neben vielen anderen, zumindest erwähnt. Es ist zu überlegen, ob der hl. Bischof, der letztlich aus der Darstellung des konfirmierenden Bischofs hervorgegangen ist (vgl. 1328 Juni 7 für Léau), nicht tatsächlich den hl. Martin meint, der dann nicht der ikonographischen Tradition zu Pferde mit einem Bettler, sondern als Bischof dargestellt wäre. Wie auch bei z. B. 1333 Dezember 19 für Sterzing rahmen die heiligen Frauen die Mariengstalt in der Initiale.
  • Der Rahmentyp wird hier dezimiert, weil die Leute aus Rottweil nur zwei flankierende Heilige wünschten und auf die Büsten im horizontalen Streifen verzichteten. Dabei hat der Buchmaler dennoch die dafür vorbereitete Linierung genutzt und einen Farbstreifen über die erste Zeile gemalt (wie auch 1335 Juni 17 für Wels). Der glatt den Schriftspiegel schliessende Rahmen scheint dem Maler nicht einzuleuchten, das Bildfeld für Johannes ist zu hoch (vgl. Layout). Eine sehr ähnliche, ebenso unbefriedigende Lösung zeigt ein Ablass für Rottweil (1337 Mai 12); dies ist umso erstaunlicher als bereits 1337 Februar 8 im Ablass für Biel ein sehr befriedigendes Modell gelang. Vorlage). Eine sehr ähnliche, ebenso unbefriedigende Lösung zeigt ein Ablass für Wels (1335 Juni 17); dies ist umso erstaunlicher als bereits 1337 Februar 8 im Ablass für Biel ein sehr befriedigendes Modell gelang.
  • Für den hl. Johannes nutzte er eine Vorlage, die offenbar die Arkade und das Dach mit überlieferte, denn sie ist so auf mehreren Ablässen zu finden (1335 Oktober 22 für Bern, 1336 Juni 14 für Mondsee, das Fragment bei Witten, 1337 Mai 26 für St. Sebald in Nürnberg).
  • Den Buchmaler aus der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen kann man in mehreren Sammelablässen fassen, es handelt sich um den Illuminator für Gerardus Chorus. Dabei handelt es sich um ein besonders sorgfältig ausgeführtes Exemplar mit modellierten Falten, Filigran und ausgeprägten Kussmündern.
  • Martin Roland, Gabriele Bartz
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Bibliography
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Baden-Württemberg
    • Type: Region
  • Deutschland
    • Type: Region
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • Rottweil
    • Type: Empfängerort
Persons
  • Alamannus von Soana
    • Andreas von Coron
      • Benedikt von Cardica
        • Bernardus von Ganos
          • Dominik von Pera
            • Guillelmus von Bar
              • Jakob von Avlona
                • Johannes von Vregen
                  • Nikolaus von Nezero
                    • Paulus von Foligno
                      • Petrus von Cagli
                        • Raimundus von Kotor
                          Keywords
                          • Illuminated Charters: Niveaus:
                            • N1: historiated
                            • N1: Initials
                            • N1: Borders
                            • N1: with Additional Colours
                            • N1: painted
                          • Illurk-Urkundenart:
                            • Bischofsammelindulgenz
                          • Glossary of illuminated charters (in German):
                            • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                            • Rahmentyp
                            • Ikonographische Diversifizierung
                            • Das Layout der Avignoner Bischofsammelablässe
                            • Vorlage
                            • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
                            • Illuminator für Gerardus Chorus
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