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Charter: Illuminierte Urkunden 1337-05-15_Wien_2
Signature: 1337-05-15_Wien_2

This charter is an interpretation of :
SchottenOSB/1337_V_15

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1337-05-15, Avignon
Bischofsammelindulgenz (13 Aussteller) für die Pauluskapelle im Schottenstift in Wien:
Erzbischof Guillelmus von Bar (Antibarensis) und die Bischöfe Petrus von Cagli (Calliensis), Johannes von Vregen (Bergerensis), Andreas von Coron (Coronensis), Jakob von Avlona (Valonensis), Franziskus von Bisaccia (Bisaciensis), Alamannus von Soana (Suanensis), Philipp von Salona (Salonensis), Nikolaus von Nezero (Nazariensis), Benedikt von Cardica (Cardicensis), Paulus von Foligno (Fulginensis), Raimundus von Kotor (Catharensis) und Rogerus von Bovino (Biviensis) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die in der Diözese Passau gelegene Kapelle des heiligen Paulus im Schottenstift zu Wien (capella sancti Pauli in monasterio Scottorum in Vienna) an bestimmten Festtagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav reumütig und nach Ablegung der Beichte besuchen und dort Morgen- und Abendmessen oder welchen Messfeierlichkeiten auch immer beiwohnen, und zwar an allen Feiertagen des heiligen Paulus, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, am Dreifaltigkeitstag, zu Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag [irrig zweimal geschrieben], an allen Marienfeiertagen, am Feiertag des heiligen Erzengels Michael, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, an den Feiertagen des heiligen Stephan, des heiligen Laurenz, des heiligen Martin, des heiligen Nikolaus, des heiligen Gregor, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Margarete, der heiligen Cäcilia, der heiligen Lucia, zu Allerheiligen, Allerseelen und an allen Samstagen und Sonntagen. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die beim Abendläuten mit gebegten Knien drei Ave-Maria beten, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung der Kapelle aufkommen, die der Kapelle entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden zukommen lassen und die für einen gewissen Konrad, der bereits verstorben ist und bei einem Altar [der Kirche] begraben liegt, und für dessen noch lebende Witwe Elisabeth ein Gebet sprechen.

1337 August 6, s. l.
Bischof Albert von Passau bestätigt (confirmamus) die obige Indulgenz und fügt weitere 40 Tage Ablass hinzu.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Wien, Archiv des Schottenstifts Wien

13 Seidenschnüre mit Siegelresten (rotes Wachs) noch erhalten, Pergamentpressel des bestätigenden Bischofs ebenso noch vorhanden, jedoch dessen Siegel abgefallen.Material: Pergament


  • notes extra sigillum
    • Arenga (Incipit): Splendor paterne glorie ... .
      Vermerke: Rückseite (14./ zum Teil 15. Jahrhundert): Pro capella sancti Pauli VI C (?) dies a 14 episcopi.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn, die weiteren drei vergrösserten Initialen der ersten Zeile mit Blattformen, die aus den farbigen Binnenfeldern ausgespart sind. Drei vergrösserte einzeilige Initialen mit farbiger Füllung im Textblock.
  • Neun Zeilen hohe, unter den Initialen der ersten Zeile endende historisierte Initiale: mit der Feder gezeichnet und mit Lila, Grün, Rot und Rosa koloriert. Im Binnenfeld stehender hl. Paulus mit Schwert vor einfachem Mustergrund. Im Buchstabenkörper links ein hl. Märtyrer (Coloman?) vor einfachem Mustergrund, rechts das im Formular namentlich genannte kniende Petentenpaar vor einfachem Mustergrund. Die Zwickel des Initialfeldes in Lila mit einfachem Filigran im dunkleren Farbton derselben Farbe.
  • Die Initiale ist so platziert, dass das Binnenfeld in etwa auf der linken Kante des Schriftspiegels endet. Am Rand ist noch die Linierung sichtbar, die für die Konstruktion einer Rahmenleiste nötig ist.
  • Stil und Einordnung: 
    Die Impetrentin des Ablasses für die Pauluskapelle im Wiener Schottenstift, wohl Elisabeth Meter, hat sich für eine günstige Illuminierung ihres Ablasses entschieden. Anstelle des mittlerweile gängigen Rahmentyps wählte sie mit der illuminierten Initiale die einfachste Form mit dem Zusatz, dass der Hintergrund gemustert ist.
  • Der hl. Paulus im Binnenfeld bezieht sich auf den Patron der Kapelle (vgl. Ikonographische Diversifizierung). Die Identifizierung des Heiligen links will nicht recht gelingen; angesichts der Tonsur und des Schlüssels als Attribut möchte es sich um Petrus handeln, doch wird der Apostel gewöhnlich nicht mit Märtyrerpalme dargestellt. Interessant ist, wie die beiden, wie bei diesem Maler häufiger zu beobachten, leicht nach rechts geneigten Heiligen aus einer Vorlage entwickelt wurden, ohne identisch zu wirken..
  • Offenbar war sich der Maler nicht sicher, wie viele Bittsteller im Buchstabenschaft untergebracht werden sollten, man erkennt hinter den beiden ausgeführten noch den Kopf eines dritten. Zu diesem Zeitpunkt war Elisabeths Mann Konrad Meter bereits verstorben, was an der Darstellung jedoch nicht zu erkennen ist.
  • Das durch die Rundung der Initiale “durchreichende“ Standmotiv des linken Heiligen ist ein häufiger auftretendes Motiv, es beginnt mit 1331 September 15 für Cembra.
  • Der Maler ist gut zu erkennen. Seine Gesichter sind recht klein auf stämmigen Hälsen, es handelt sich um den Illuminator für Gerardus Chorus. Offenbar hat er hier keine Lust, für die Haare den Pinsel noch einmal eine andere Farbe zu tunken (oder Braun hätte erst wieder neu angemischt werden müssen), denn die Haar sämtlicher Figuren sind grün. Ähnliches konnte man auch bei der Vera Ikon im „n“ bei dem Ablass für Cembra beobachten; zeitnah und sicher vom gleichen Maler sind die grünhaarigen Figuren bei dem auf denselben Tag datierten Ablass für das Wiener Bürgerspital und 1337 Mai 20 für die Andreaskapelle der Wiener Schotten. Offenbar sind alle drei Ablässe auf einmal beschafft worden.
  • Martin Roland, Gabriele Bartz
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Bibliography

Comment

Bei den in der Urkunde vorkommenden Personen Konrad und Elisabeth dürfte es sich um das Ehepaar Meter handeln. Konrad (der) Meter ist vor 1337 verstorben, seine Witwe Elisabeth stellte 1340 ein Testament aus (StiA Schottenabtei Wien sub dato, vgl. http://monasterium.net/mom/AT-StiAScho/SchottenOSB/1340_VII_20/charter), in der die Pauluskapelle des Schottenstifts ebenso begünstigt und sogar bei den Schenkungen zuerst genannt wird. Wahrscheinlich war Elisabeth die Petentin der Sammelindulgenz, anders lässt sich die namentliche Nennung bei den Ablassgelegenheiten nicht erklären. Auf ihren Wunsch dürfte auch ihr verstorbener Mann bildlich dargestellt worden sein.
Vom Ausstellerkreis deckt sich die Urkunde – mit zwei Ausnahmen – nahezu völlig mit der am selben Tag ausgestellten Indulgenz für das Wiener Bürgerspital (siehe oben). Auch die genannten Fest- und Heiligentage sind nahezu identisch. Die Aussteller der vorliegenden Indulgenz und des Ablasses vom 20. Mai 1337 für die Andreaskapelle des Schottenstifts sind sogar komplett übereinstimmend – auch in der Reihenfolge der genannten Bischöfe.
Markus Gneiss
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • Wien
    • Type: Empfängerort
  • Österreich
    • Type: Region
Persons
  • Alamannus von Soana
    • Albert von Passau
      • Andreas von Coron
        • Benedikt von Cardica
          • Franziskus von Bisaccia
            • Guillelmus von Bar
              • Jakob von Avlona
                • Johannes von Vregen
                  • Nikolaus von Nezero
                    • Paulus von Foligno
                      • Petrus von Cagli
                        • Philipp von Salona
                          • Raimundus von Kotor
                            • Rogerus von Bovino
                              Keywords
                              • Illuminated Charters: Niveaus:
                                • N1: historiated
                                • N1: Initials
                                • N1: with Additional Colours
                                • N1: painted
                              • Illurk-Urkundenart:
                                • Bischofsammelindulgenz
                              • Glossary of illuminated charters (in German):
                                • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                                • Rahmentyp
                                • Ikonographische Diversifizierung
                                • Vorlage
                                • Illuminator für Gerardus Chorus
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