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Charter: Illuminierte Urkunden 1340-10-20_Heilbronn
Signature: 1340-10-20_Heilbronn
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1340-10-20, Avignon
Bischofsammelindulgenz (9 Aussteller) für die dem heiligen Erzengel Michael, allen Heiligen und der heiligen Margarete geweihte Kapelle auf dem Pfarrkirchhof in Heilbronn:
Erzbischof Nerses von Manasgerd (Manasgardensis) und die Bischöfe Johannes von Senj (Sceniarensis), Gratias von Dulcigno (Dulcinensis), Petrus von Acerno (Acernensis), Petrus von Monte Marano (Montismarani), Bernardus von Ganos (Ganensis), Benedictus von Priština (Priscinensis), Sergius von Pola (Polensis) und Thomas von Knin (Tiniensis) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die in der Diözese Würzburg gelegene und dem heiligen Erzengel Michael, allen Heiligen und der heiligen Margarete geweihte Kapelle auf dem Friedhof der Stadt Heilbronn (capella scita [!] in cymiterio opidi Heilprunne, Herbipolensis diocesis, consecrata in honore sanctorum Michaelis archangeli, omniumsanctorum Margarete virginisque virginis) an bestimmten Festtagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav reumütig und nach Ablegung der Beichte besuchen und dort Morgen- und Abendmessen oder welchen Messfeierlichkeiten auch immer beiwohnen, und zwar an den Festtagen der Patrone dieser Kapelle – des heiligen Michael, aller Heiligen und der heiligen Margarete – sowie zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, am Dreifaltigkeitstag, zu Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag, an allen Marienfeiertagen, zu den Festen der Geburt und der Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, zu Allerheiligen, zu Allerseelen, am Weihetag der Kapelle, an den Feiertagen des heiligen Stephan, des heiligen Laurenz, des heiligen Georg, des heiligen Martin, des heiligen Nikolaus, des heiligen Gregor, des heiligen Augustinus, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Margarete, der heiligen Lucia, der 11 000 Jungfrauen und an jedem Sonntag. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die den Priester beim Versehgang begleiten, die beim Abendläuten mit gebeugten Knien drei Ave Maria beten, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung der Kapelle aufkommen und die der Kapelle entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden zukommen lassen.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Heilbronn, Stadtarchiv, 1340-X-20

Noch sieben Seidenschnüre erhalten, ebenso zwei Siegel, die jedoch in Pergamentsäckchen eingehüllt sind.Material: Pergament


  • notes extra sigillum
    • Auf der Vorderseite keine sichtbar, kein Bild der Rückseite vorhanden.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Sehr grosse, etwa ein Viertel des Textspiegel einnehmend historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn, je eine Figur an den Rändern links und rechts. Die weiteren drei vergrösserten Initialen in der ersten Zeile mit Blattwerkaussparungen vor farbigen Gründen in den Binnenfeldern sowie drei vergrösserte einzeilige Lombarden mit farbigen Füllungen im Textblock.
  • Vierzehn Zeilen hohe, unterhalb der ersten Zeile endende historisierte Initiale: mit der Feder gezeichnet und mit vielen Deckfarben koloriert. Im Binnenfeld Michael im Kampf mit dem Drachen, im linken Buchstabenschaft Margarete mit dem Drachen, bezeichnet: „S(an)c(t)a Margareta“. Im rechten Schaft der kniende Bittsteller mit Schriftband, bezeichnet: „Exaudi me s(an)c(t)e Mich(ael). Alle Figuren vor grob quadriertem Mustergrund. Links unterhalb der Initiale die hl. Katharina mit Palmzweig und Rad, vis à vis Johannes der Täufer mit Lamm-Gottes-Scheibe, beide ohne Rahmen, aber auf Sockeln. Aussen und oben am Rand noch die Linierung erkennbar, die für die Einrichtung eines Bildstreifens geeignet ist.
  • Stil und Einordnung: 
    Sonderform des Rahmentyps, bei dem die Heiligen ohne eingerichtetes Bildfeld am Rand platziert werden, wie es wenig später beim Blattrankentyp der Fall ist, für den der Ablass für Heilbronn bisher die wichtigste Vorstufe bildet. Katharina und Johannes werden zwar – standardgemäss – in der Liste der Ablasstage genannt, dies rechtfertigt ihre Darstellung aber noch nicht (s. a. ikonographische Diversifizierung).
  • Wie schon 1340 August 31 für Dürnstein, findet sich auch hier ein Blatt unter dem rechten Initialschaft. Solches wird, beginnend mit 1342 Februar 12 für Nenkersdorf, fortan häufiger eingesetzt werden. Die Initiale ist besonders gross; dass die Figur durch die Initiale weitergeführt wird, ist häufiger zu beobachten (siehe z. B. 1340 Jänner 3 für St. Michael in Wien). Der auffällig sorgfältig gemalte Michael folgt der Vorlage, die auch für die Wiener Michaelskirche verwendet wurde, zusätzlich noch mit einem Schild und dem gut sichtbaren Drachen. Johannes mit dem langen Gewand unter dem Umhang orientiert sich ebenfalls an der nur dort im bisher bekannten Material auftauchenden Figur.
  • Bei Michael sind die mit feinem weissem Strich betonten Faltengrate auffällig; weniger gelungen begegnete das schon 1340 Juni 18 für Città di Castello. Offensichtlich hat es Ende der 30er Jahre einen Modernisierungsschub in der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen gegeben, die Modellierung wird malerischer, Mustergründe sind häufiger zu beobachten und Anthrazit (Taubenblau oder Blauviolett) als neue Farbe kommt hinzu. Ob diese Neuerungen gewissermassen dem Zeitgeist geschuldet sind oder ob ein neuer Mitarbeiter, wie z. B. der Illuminator mit dem kleinteiligen Mustergrund, frischen Wind in die Werkstatt gebracht hat, ist vorerst nicht zu entscheiden.
  • Aufschlussreich ist ein Vergleich mit der vom gleichen Maler (Illuminator für Gerardus Chorus) ausgeführten Initiale von 1340 August 31 für Dürnstein, wo die Malerei viel plumper wirkt, weil man darauf verzichtete, die Gewänder zu modellieren und den Karogrund mit Mustern zu versehen. Ob sich solche Qualitätsunterschiede auch im Preis ausdrückten, möchte man angesichts zahlreicher anderer Beispiele vermuten.
  • Gabriele Bartz
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Bibliography

Comment

Arenga (Incipit): Splendor paterne glorie ... .
Markus Gneiss
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Baden-Württemberg
    • Type: Region
  • Deutschland
    • Type: Region
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • Heilbronn
    • Type: Empfängerort
Persons
  • Benedictus von Priština
    • Bernardus von Ganos
      • Gratias von Dulcigno
        • Johannes von Senj
          • Nerses von Manasgerd
            • Petrus von Acerno
              • Petrus von Monte Marano
                • Sergius von Pola
                  • Thomas von Knin
                    Keywords
                    • Illuminated Charters: Niveaus:
                      • N1: historiated
                      • N1: Initials
                      • N1: Borders
                      • N1: with Additional Colours
                      • N1: painted
                    • Illurk-Urkundenart:
                      • Bischofsammelindulgenz (9 Aussteller)
                    • Glossary of illuminated charters (in German):
                      • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                      • Rahmentyp
                      • Blattrankentyp
                      • Ikonographische Diversifizierung
                      • Vorlage
                      • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
                      • Illuminator mit dem kleinteiligen Mustergrund
                      • Illuminator für Gerardus Chorus
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