useridguestuseridguestuseridguestERRORuseridguestuseridguestuseridguestuseridguestuseridguest
Charter: Illuminierte Urkunden 1344-06-27_Linz
Signature: 1344-06-27_Linz

This charter is an interpretation of :
Urkunden/Urkunden_PA%28Baumgartenberg%29

Zoom image:
Add bookmark
1344-06-27, Avignon
Bischofsammelindulgenz (12 Aussteller) für die den hll. Johannes dem Täufer und Johannes dem Evangelisten geweihte Kapelle im Kloster Baumgartenberg:
Erzbischof Johannes von Edessa (Edessiensis) sowie die Bischöfe Bernardus von Ganos (Ganensis), Marinus von Stagno (Stamuensis), Heinricus von Budua (Buduansis), Antonius von Trabzon (Trapesundensis), GregoriusSalunensis (= Salvinensis; Lage nicht genau bestimmt), Johannes von Mestauren (Mescatensis), Thomas von Knin (Tininensis), Gregorius von Oppido (Oppidensis), Manfredus von Ajaccio (Aiacensis), Avancius von Xanthi (Xanchiensis) und Petrus von Cagli (Calliensis) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die in der Diözese Passau liegende und dem heiligen Johannes dem Täufer sowie dem heiligen Evangelisten Johannes geweihte Kapelle, die unmittelbar an das Kloster Baumgartenberg angrenzt (capella sanctorum Johannis baptiste et Johannis euangeliste, que est contigua monasterio in Pongartenperch Patauiensis dyocesis) an bestimmten Festtagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav reumütig und nach Ablegung der Beichte besuchen und dort an Morgen- und Abendmessen oder welchen Messfeierlichkeiten auch immer beiwohnen, und zwar an allen Feiertagen der Patrone dieser Kapelle, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Dreifaltigkeitstag, Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag, am Feiertag des heiligen Erzengels Michael, an allen Marienfeiertagen, zu den Festen der Geburt und der Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, zu Allerheiligen, zu Allerseelen, am Weihetag der Kapelle, an den Feiertagen des heiligen Stephan, des heiligen Laurenz, des heiligen Georg, der heiligen Martin, des heiligen Nikolaus, des heiligen Gregor, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Margarete und an allen Sonntagen. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die den Priester beim Versehgang begleiten, die beim Abendläuten mit gebegten Knien drei Ave-Maria beten, die für den Bau, die Beleuchtung und sie sonstige Ausstattung der Kapelle aufkommen und die der Kapelle entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden zukommen lassen sowie jenen, die für den edlen Herrn Wolfhard von Pain (nobili viro Walphardo dicto de Payn, barone terre Austrie) beten und den Karner der Kapelle (ubi ossa mortuorum condi consueverint) besuchen.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Linz, Diözesanarchiv, Urkunden PA, Nr. 3

alle abgefallen.Material: Pergament


  • notes extra sigillum
    • Vorderseite (mittig auf der Plica): Summa quingenti dies.
Graphics: 
x
  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn und ein stehender Heiliger am rechten Rand. Zwei vergrösserte Initialen mit Blattwerkaussparungen vor farbigem Grund in der ersten Zeile sowie zwei vergrösserte, gelb gefüllte vergrösserte einzeilige Lombarden im Textblock; einige weitere Initialen dort gelb gefüllt.
  • Neun Zeilen hohe historisierte Initiale: mit der Feder gezeichnet und mit Deckfarben koloriert. Im Binnenfeld thronende Maria (gekrönt) mit schon recht grossem und ganz bekleidetem Jesuskind auf dem Schoss (oberhalb der Initiale bezeichnet: „S[an]c[t]a Maria“). Kind und Mutter schmiegen (etwas unbeholfen) die Wangen aneinander. Vor dem linken Schaft der Initiale kniender Bittsteller mit Spruchband („Exaudi me mater nu[n]c [?]“). Der Buchstabenkörper in gewölktem Rot, der Binnengrund violett quadriert, die linken Zwickel des Iniitialfeldes olivgrün. Initiale mit kurzen Blattfortsätzen an drei Ecken. Rechts des Schriftspiegels ein stehender hl. Johannes der Täufer mit Lamm-Gottes-Scheibe; bezeichnet „S[an]c[tu]s Joh[anne]s“.
  • Stil und Einordnung: 
    Einfache Ausführung; der Rahmentyp scheint nach 1342, wo er – im bisher bekannten Material – mit Maaseik (1342 März 22) seine letzte Perfektion erlangte, aus der Mode gekommen zu sein. Ohne einen Rahmen finden sich Heilige bereits 1340 Oktober 20 für Heilbronn, 1342 April 12 für Pusarnitz und 1342 Juli 1 für Tournai, die Apostelgruppe für den Stephansfriedhof (1343 Jänner 22) ist wegen des Geländestreifens als Standfläche zu vergleichen. Diese Lösung ist wesentlich unaufwendiger, wenn man mehrere Heilige abgebildet haben möchte.
  • Bereits 1331 September 15 für Cembra waren Ranken, die noch etwas unvermittelt aus den Initialen hervorsprossen, zu sehen. Aus einer anderen Tradition stammten die Ranken 1335 Jänner 11 für Gerardus Chorus und 1335 Juli 5 für Zeven. 1336 September 15 für Ahnaberg tauchten erstmals Akanthusblätter, freilich an Federwerkästen, auf; 1342 August 4 für Deutschnofen zeigt sich erstmals ein vergleichbar fleischiges, einzelnes Blatt, wie dann 1343 Jänner 22 für die Magdalenenkapelle auf dem Stephansfriedhof in Wien (Blattrankentyp). Bisher prächtigstes Exemplar ist 1344 April 28 für Frauenberg. Diese Dekorationsmode bei Sammelablässen ist bis weit in die 50er Jahre gültig. Der Ablass für Scheibbs bietet in dieser Hinsicht die einfache Variante, die freilich in ihrer Buntheit eine weithin sichtbare Leuchtkraft hat.
  • Die thronende Maria war auch in den 1330er Jahren ein beliebtes Sujet (ikonographische Diversifizierung), doch seit dem Eintritt eines neuen Mitarbeiters in die Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen, der 1342 Jänner 2 für Fröndenberg und, deutlicher, 1342 März 22 für Maaseik fassbar wird, wandelt sich die Vorlage stetig. Als miteinander kosend werden sie hier zum ersten Mal gezeigt, wobei interessant ist, dass sowohl das Kind als auch der Beter sich zum Betrachter wenden.
  • Der Petent, Herr Wolfhard von Pain, hat hier noch im Buchstabenschaft Platz gefunden; im Ablass für Baumgartenberg vom gleichen Tag ist er zur Heiligen ins Binnenfeld gerückt.
  • Nachdem in den frühen 1440er Jahren ein oder mehrere neue Mitarbeiter in die Werkstatt eingetreten sind, ist die Stillage der Malereien noch schwieriger geworden, und es scheint, als hätte man zunehmend arbeitsteilig gearbeitet. Versuchsweise wird diese Illumination dennoch dem Maler der Hirsauer Indulgenzen zugeordnet.
  • Gabriele Bartz, Martin Roland
x
Universis sancte matris ecclesie filiis, ad quos presentes littere pervenerint, Nos miseracione divina Johannes Edessensis archiepiscopus, Bernardus Sauensis, Marinus Scamuensis, Henricus Buduanensis, Anthonius Tarpelimensis, Gregorius Salimensis, Johannes Mescatensis, Thomas Tiniuensis, Gregorius Oppidensis, Matfredus Aiacensis, Annacius Xanchiensis, Petrus Eallensis episcopi salutem in Domino sempiternam. Splendor paterne glorie, qui sua mundum ineffibili claritate illuminat, pia vota fidelium de sua clementissima maiestate eius sperancium tum praecipue fauore benigno prosequitur cum deuota ipsorum humilitas meritis et precibus adiuuetur. Cupientes igitur, ut capella sanctorum Johannis baptiste et Johannis euangeliste, que est contigua monasterio in Pongartenperch Patauiensis dyocesis congruis honoribus frequentetur vel an Christi fidelibus iugiter ueneretur, omnibus uere penetentibus et confessis, qui in singulis sui patroni festiuitatibus et in omnibus infrascriptis videlicet Natalis Domini, Circumcisionis, Epiphanie, Parasceve, Pasce, Ascensionis, Pentecoste, Trinitatis Corporis Christi, Inuenctionis et Exaltationis sancte Crucis, Michaelis archangeli et in singulis festis beate Marie virginis, Nativitatis sancti Johannis baptiste, beatorum Petri et Pauli apostolorum et evangelistarum, in festo Omnium Sanctorum in commemoratione animarum et in dictam capellam dedicatione et per octabas omnium festiuitatum predictarum octabas habencium sanctorumque Stepani, Laurencii, Georgii, Martini, Nicolai, Gregorii sanctarumque Marie Magdalene, Katerine, Margarete singulisque diebus Dominicis causa devocionis aut peregrinationis accesserint seu qui missis praedicacionibus matutinis uesperis aut aliis diuinis exequiis et mortuorum sepulturis ibidem interfuerunt, velut qui corpus Christi uel oleum sacrum, cum infirmis portentur, seculi fuerint aut qui in serotina pulsacione campane flexis genuibus ter Ave Maria dixerint, nec vero qui ad fabricam illuminaria ornamenta dicte capelle mansus porrexerint adiutrices, aut qui in testamentis uel extra aurum argentum libros calices aut que alia dicte capelle necessaria donauerunt uel legauerunt seu donauerint uel legati procurauerint et qui pro nobili uiro Walpharde dicto de Payn barone terre Austrie orauerint vel qui capellam predictam, ubi ossa mortuorum condi consueverint, visitaverint, quocienscumque premissa uel premissorum devote fecerint, de omnipotentis dei misericordia et beatorum Petri et Pauli apostolis auctoritate confisi singuli nostrum XL dies indulgentiarum de iniunctis eis penitentiis misericorditer in domino relaxamus, dummodo diocesis voluntas ad id accesserit et consensus. In cuius rei testimonium presentes litteras sigillorum nostrorum iussimus appensione muniri. Datum Avinione xxvii die Junii anno Domini m° ccc° xliiii° et pontificatus domini Clementis pape VI anno iii°.||
Transkription nach Johannes Ebner mit Verbesserungen von Markus Gneiss.
Bibliography

Comment

Arenga (Incipit): Splendor paterne glorie ... .
Zum Impetrator dieser Indulgenz konnten leider keine sicheren Informationen gefunden werden. Wahrscheinlich ist die Identifizierung mit derjenigen adeligen Familie, die im 14. Jahrhundert ihren Hauptsitz in Würmla hattte; zumindest ist für 1337 ein Wolfhard von Pain gemeinsam mit seinem Bruder Meinhard von Würmla (im heutigen Niederösterreich) bezeugt (vgl. dazu Zeissberg, Todtenbuch Lilienfeld, 1879, S. 149). Welche Verbindung dieser Wolfhard zum Kloster Baumgartenberg haben könnte, muss offenbleiben.
Markus Gneiss
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Baumgartenberg
    • Type: Baumgartenberg
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • Oberösterreich
    • Type: Region
  • Österreich
    • Type: Region
Persons
  • Antonius von Trabzon
    • Avancius von Xanthi
      • Bernardus von Ganos
        • Gregorius
          • Gregorius von Oppido
            • Heinricus von Budua
              • Johannes von Edessa
                • Johannes von Mestauren
                  • Manfredus von Ajaccio
                    • Marinus von Stagno
                      • Petrus von Cagli
                        • Thomas von Knin
                          Keywords
                          • Illuminated Charters: Niveaus:
                            • N1: historiated
                            • N1: Initials
                            • N1: Borders
                            • N1: with Additional Colours
                            • N1: painted
                          • Illurk-Urkundenart:
                            • Bischofsammelindulgenz
                          • Glossary of illuminated charters (in German):
                            • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                            • Rahmentyp
                            • Blattrankentyp
                            • Ikonographische Diversifizierung
                            • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
                            • Vorlage
                            • Der Petent
                            • Maler der Hirsauer Indulgenzen
                          x
                          There are no annotations available for this image!
                          The annotation you selected is not linked to a markup element!
                          Related to:
                          Content:
                          Additional Description:
                          A click on the button »Show annotation« displays all annotations on the selected charter image. Afterwards you are able to click on single annotations to display their metadata. A click on »Open Image Editor« opens the paleographical editor of the Image Tool.