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Charter: Illuminierte Urkunden 1345-08-22_Prag
Signature: 1345-08-22_Prag

This charter is an interpretation of :
RM/2186

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1345-08-22, Avignon
Bischofsammelindulgenz (12 Aussteller) für die Marien- und Johannes-Baptist-Kapelle in Dachclusterlein in der Diözese Passau:
Die Erzbischöfe Johannes von Edessa (Edissiensis) und Philipp von Mytilene (Metolinensis) sowie die Bischöfe GregoriusSalunensis (= Salvinensis; Lage nicht genau bestimmt), Ogerius von Malta (Melevitani), Bertrandus von Ajaccio (Adiacensis), Amedeus von Lango (Langonensis), Petrus von Brugnato (Brunciacensis; wird bei Eubel nicht genannt), Marinus von Stagno (Stanensis), Gregorius von Oppido (Opidensis), Thomas von Knin (Tiniensis), Johannes von Duvno (Delmitensis) und Benedikt von Mesched (Simisiensis) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die in der Diözese Passau gelegene Kapelle der heiligen Maria und des heiligen Johannes des Täufers in Dachclusterlein [!] (capella beate Marie virginis et sancti Johannis baptiste) an bestimmten Festtagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav reumütig und nach Ablegung der Beichte besuchen und dort Morgen- und Abendmessen oder welchen Messfeierlichkeiten auch immer beiwohnen, und zwar an allen Feiertagen der Patrone der Kapelle, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, am Dreifaltigkeitstag, zu Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag, am Feiertag des heiligen Erzengels Michael, an allen Marienfeiertagen, zu den Festen der Geburt und der Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, zu Allerheiligen, zu Allerseelen, am Weihetag der Kapelle, an den Feiertagen des heiligen Stephan, des heiligen Laurenz, des heiligen Georg, des heiligen Clemens, des heiligen VinzenzVincenz, des heiligen Gregor, des heiligen Nikolaus, des heiligen Hieronymus, des heiligen Augustinus, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Margarete, der heiligen Agathe und an allen Sonntagen. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die beim Abendläuten mit gebeugten Knien drei Ave Maria beten, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung der Kapelle aufkommen, die der Kapelle entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden zukommen lassen sowie jenen, die für den [nicht namentlich genannten] Impetrator der vorliegenden Indulgenz, für dessen Eltern und Verwandte und für alle Wohltäter der genannten Kapelle drei Vater Unser beten.Dachclusterleinbaptiste) an bestimmten Festtagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav reumütig und nach Ablegung der Beichte besuchen und dort Morgen- und Abendmessen oder welchen Messfeierlichkeiten auch immer beiwohnen, und zwar an allen Feiertagen der Patrone der Kapelle, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, am Dreifaltigkeitstag, zu Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag, am Feiertag des heiligen Erzengels Michael, an allen Marienfeiertagen, zu den Festen der Geburt und der Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, zu Allerheiligen, zu Allerseelen, am Weihetag der Kapelle, an den Feiertagen des heiligen Stephan, des heiligen Laurenz, des heiligen Georg, des heiligen Clemens, des heiligen VinzenzVincenz, des heiligen Gregor, des heiligen Nikolaus, des heiligen Hieronymus, des heiligen Augustinus, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Margarete, der heiligen Agathe und an allen Sonntagen. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die beim Abendläuten mit gebeugten Knien drei Ave Maria beten, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung der Kapelle aufkommen, die der Kapelle entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden zukommen lassen sowie jenen, die für den [nicht namentlich genannten] Impetrator der vorliegenden Indulgenz, für dessen Eltern und Verwandte und für alle Wohltäter der genannten Kapelle drei Vater Unser beten.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Prag, Tschechisches Nationalarchiv, Maltézští rytíři, Urk. 2186

zehn Seidenschnüre mit teilweise gebrochenen Siegeln (rotes Wachs); Löcher der abgefallenen Siegelschnüre noch sichtbar.Material: Pergament


  • notes extra sigillum
    • Vorderseite (mittig auf der Plica; spätes 14. Jahrhundert): Summa indulgenciarum 480 dies.
      Rückseite: keine mittelalterlichen Vermerke.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn, eine Initiale mit hellblauen Blattaussparung im Binnenfeld in der ersten Zeile sowie vier vergrösserte einzeilige Lombarden mit Fadenwerk im Binnenfeld im Textblock.
  • Neunzeilige historisierte Initiale: mit der Feder gezeichnet und mit Deckfarben koloriert. Im Binnenfeld stehende gekrönte Madonna mit Kind, rechts unten kniender Petent mit leerem Schriftband; im Hintergrund des Binnenfelds schwarze Linienranken (Filigran). Die Schäfte einheitlich in Rot, die Zwickel des Initialfelds im gleichen Graublau wie der Hintergrund des Binnenfeldes. Oben und links unten kurze breitlappige Blattfortsätze.
  • Stil und Einordnung: 
    Einfache Ausführung des Blattrankentyps mit kurzen Blattfortsätzen. Traditionell brachte man in der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen den Petenten im Buchstabenschaft unter; seit 1344 Juni 27 für Scheibbs findet man ihn auch im Binnenfeld (davor noch das extrem frühe Beispiel 1323 Juni für den Trierer Dom). So konnten die Schäfte schmaler werden, und die Lesbarkeit der Initiale verbesserte sich.
  • Seit 1329 beobachtet man in der Werkstatt eine ikonographische Diversifizierung bei der Illuminierung der U-Initiale. Die stehende Madonna gehört dabei zu den Lieblingssujets. Die Vorlage hat sich den Erfordernissen der Zeit angepasst und ist modernisiert worden. Ein erstes Mal begegnet die hier verwendete Vorlage im bisher bekannten Material 1340 August 31 für Dürnstein, allerdings ohne den abgespreizten rechten Arm Mariens mit dem Lilienzepter; den sah man bereits 1330 November 12 für Gent. Maria zusammen mit einem Petenten im Binnenfeld findet sich 1342 für Cuijk; dort sind auch die Blattwerkaussparungen gut vergleichbar. Das Christuskind irritiert in seiner Haltung ein wenig, es hat die Beine angewinkelt als sässe es und blickt segnend nach rechts. Das ruft 1344 April 18 für Frauenberg in Erinnerung; dort sitzt das Kind auf Mariens Schoss und wendet sich dem Petenten zu. Offenbar haben die Maler der Werkstatt ihre Vorlagen variierend eingesetzt.
  • Übereinstimmungen bei den genannten Illuminationen lassen es verlockend erscheinen, auch den gleichen Maler anzunehmen. Doch scheint es, als hätte zu Beginn der 1340er Jahre mit dem Eintritt einer oder mehrerer neuer Mitarbeiter stärker arbeitsteilige Prozesse bei der Herstellung der Illuminationen Einzug gehalten, was Händescheidung erschwert.
  • Gabriele Bartz, Martin Roland
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Bibliography

Comment

Arenga (Incipit): Splendor paterne glorie ... .
Ähnlich wie in der Indulgenz für St. Georgen im Attergau vom 31. Juli 1345 ist auch hier der Name des Empfängerorts enstellt. Anders als im vorgenannten Stück gibt jedoch die Provenienz keinerlei Hinweis auf die tatsächliche Identität des Empfängerorts.
Markus Gneiss
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Dachclusterlein
    • Type: Empfängerort
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
Persons
  • Amedeus von Lango
    • Benedikt von Mesched
      • Bertrandus von Ajaccio
        • Gregorius
          • Gregorius von Oppido
            • Johannes von Duvno
              • Johannes von Edessa
                • Marinus von Stagno
                  • Ogerius von Malta
                    • Petrus von Brugnato
                      • Philipp von Mytilene
                        • Thomas von Knin
                          Keywords
                          • Illuminated Charters: Niveaus:
                            • N1: historiated
                            • N1: Initials
                            • N1: with Additional Colours
                            • N1: painted
                          • Illurk-Urkundenart:
                            • Bischofsammelindulgenz
                          • Glossary of illuminated charters (in German):
                            • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                            • Blattrankentyp
                            • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
                            • Ikonographische Diversifizierung
                            • Vorlage
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