useridguestuseridguestuseridguestERRORuseridguestuseridguestuseridguestuseridguestuseridguest
Charter: Merkwuerdige Urkunden deutscher Geschichte III, ed. Sudendorf, 1854 (Google data)  No. СП.
Signature:  No. СП.

The transcription and metadata of this charter are scanned by a OCR tool and thus may have low quality.

Zoom image:
Add bookmark
Edit charter (old editor)
99999999
Kaiger Karl IV. befiehlt auf Klage des Herzogs Rudolf von Sachsen dem Herzoge Erich von Sachsen, sich Uber die Anmafsung der Chur und des Reichsmarschallamts zu verantworten. 1361.
Source Regest: Registrum oder merkwürdige Urkunden für die deutsche Geschichte Teil II, Nr. No. СП. , S. 371
 

ed.
Current repository
Registrum oder merkwürdige Urkunden für die deutsche Geschichte Teil II, Nr. No. СП. , S. 371

    Graphics: 
    x

    Wier Karl, von gotes gnaden Römischer keiser, zu allen czeiten merer des reichs vnd kunig zu Beheim, embieten dem hochgebornen Erichen, herezogen czu Sachsen, vnserm vnd des heiligen reichs fursten, vnsir gnad vnd alles gut. Vns hat der hochgeboren Rudolf, herezog zu Sachsen, des heiligen reichs obri- ster marschalk, vnsir Ohem vnd fürste fürgeleget: Allein er des heiligen reichs obrister jnarschalk vnd kurfurste sei, vnd das mit allen kurfursten vnd auch vor andern fursten des reichs recht vnd rcllich ausgetragen sei, als er es auch von seinen eiteren her ge bracht hat vnd in gewer vnd gewalt ist, doch so nennest du vnd schreibst dich des heiligen reichs obristen marschalk vnd gibst fur, du seist ein kurfurste. Seinddemmale nu mit gemeinem rat vnd eintreîhtigcm willen aller kurfursten czu einem ewigen rech ten gemache! ist, als in vnserm keiserlichen rechtbuch geschriben stet, das ..' wirde vnd furstentüm der kür an dem reiche nicht "ilen geteilt werden vnd sol in ytlicher sulcher wirdikeit einer sein, der der kur vnd stimme vnd aller rechten eins kurfursten gebrouche, so gebieten wir dir mit keiserlicher macht an disem brief vnd wollen, daz du von dem tag, als diser gegenwärtig brif geben ist, vber ganeze sechs wochen, nach einander zu czelen1), an vnsern keiserlichen hof, wo wir denne werden sein, fur vnsir wirdikeit komest vnd dich vmb sulch sach verantwortest vnd ge best vnd nemest, waz dem obgenanten herezogen Rudolfen vnd dir darüber die fursten vinden zu einem rechten. Auch solt du wissen, ob du den selben tag nicht bildest, darzu wir dich laden, als davor begriffen ist, daz wir dannoch in den obgeschribnen sachen mit der fursten rat tun wollen alles, das wir mit recht tiin sullen vnd mügen, vnd wollen in auch bei allen seinen rech ten mechticlichen behalten. Mit vrkunt diez brifes vorsigelt mit vnscrer keiserlichen magestat ingesigel, der geben ist zu Präge nach Cristus geburte dreiezenhundert jar, darnach in dem ein

    1) Die Noten siehe Seite 194.

    Sudendorf Kegistrum. II.

    13

    194 №. �?и. 1361.

    vnd sechczigisten jare, an sant Vrbans tag'), vnser reich in dem fumfczehenden') vad des keiserturaes in dem si ben den jare.

    per dominum cancellarium Miliczius de Chrems.4) Auf dem Rücken der Urkunde steht: R. Johannes Saxo. Das Siegel ist abgefallen.

    \ Ein anderes, sonst gleichlautendes Original zeigt aufser Verschiedenheit in dem Dialecte und der Orthographie folgende abweichende Lesearten:

    1) an dem nechsten freytage fur sand Gallen tag statt von dem tag, ili diser — lu czelen.

    2) Johans tag als er enthaubt wart statt Yrbans tag.

    3) sechezenden statt fumfczehenden.

    4) Cor. per Johannem decanum Glog. statt per dominum — Chremï

    Druck von Gustav Schade in Berlin,

    Oruitoborgentr. 87.

    0

    Registrum

    oder

    merkwürdige Urkunden

    für

    die deutsche Geschichte,

    gesammelt und herausgegeben

    ($ У j .)

    H. Jpdendorf, Dr. ph.

    Secretar am königlichen Archive zu Hannover.

    Dritter Theil.

    Berlin 1854. Verlag von Franz Duncker.

    (W. Bessere Verlagshandlung.)

    Druck von Fr. Culemann in Hannover.

    Tabularium

    für

    die deutsche Geschieht

    gesammelt und herausgegeben

    von

    H. Sudeudorf, Dr. ph.

    Secretar am königlichen Archive zu Hannover.

    Zweiter Theil.

    Berlin 1854. Verlag von Franz Duncker.

    (W. Besser* Verl и ¡es Ii endlong.)

    Vorrede.

    Indem ich den beiden ersten Theilen meines Registri *) einen weit umfangsreicheren in vorliegendem Bande hinzu füge, will ich mich hier in der Vorrede auf Manuscripten- Angabe und daran sich schliessende Bemerkungen be schränken. Unter den meisten Briefen und Urkunden dieses Bandes ist theils durch Siegelbeschreibungen, theils durch hinzugefügte Anmerkungen schon zur Ge nüge angedeutet worden, welcher Art und Beschaffenheit die Manuscripte sind, aus denen der Abdruck entnommen ist, so dass nur ein oder höchstens zwei Manuscripte, nämlich die hier gleich zu nennenden, an den betreffen den Stellen auf diese Weise nicht bezeichnet worden sind.

    Aus dem „Codex epistolaris Imperatorum, Regum, Pontificum, Episcoporum" und aus dem ,,Copiaru oder „Diplomatarium des hildesheimischen Domcapitels," wel che beiden Manuscripte in den Vorreden der beiden er sten Theile des Registri eine ausführlichere Erörterung gefunden haben, sind auch für vorliegenden Theil Briefe

    *) Registrum oder merkwürdige Urkunden für die deutsche Geschichte gesammelt und herausgegeben von H. Sudendorf. Erster Theil, Jena be, Fr. Froramann 1849. Zweiter Theil (auch unter dem Titel: Tabulariumi für die deutsche Geschichte) Berlin bei Franz Duncker 1851.

    VI Vorrede.

    und Urkunden entlehnt. Die ihren Ueherschriften nach folgenden Ziffern bezeichnen auf dieselbe Weise, wie in den beiden ersten Theilen, die Stelle in den Manuscripten, an der sie anzutreffen sind. Aus dem ,,Copiar" entnommen sind No. XXXll, XXXVHI und XXXIX dieses dritten Thei- les. Ueber die aus dem „Codex epistolaris" entlehnten Stücke bemerke ich Folgendes:

    Dieser im 16ten Jahrhunderte geschriebene Codex besteht bekanntlich aus fünf Sammlungen und ist (mit Aus nahme der 7 letzten Stücke der fünften Sammlung) wahr scheinlich die Abschrift eben so vieler Codices des Ilten und 12ten Jahrhunderts **). Die erste Sammlung des selben enthielt nach Herausgabe der beiden ersten Theile meines Registri nur ein bisher noch nicht veröffentlich tes Schreiben, die dritte jedoch 32 bisher unbekannte Briefe. Diese 33 Briefe habe ich in vorliegendem Theile unter No. 1—XXXI inclusive und in den Anmerkungen unter No. XI und XIII mitgetheilt. Endlich befanden sich in der fünften Sammlung des Codex noch 7 unedirte Briefe, welche in vorliegendem Theile unter No. LXXI —LXXVII inclusive angetroffen werden.

    Nur durch Veröffentlichung des ganzen Codex kann Anderen, denen die Gelegenheit fehlt ihn selbst einzu sehen, sowohl die genaueste Vorstellung von seinem Gesamm tinhalte als auch die Möglichkeit verschafft wer den, die Beziehungen der einzelnen Briefe zu einander und ihre etwaige Verwandtschaft selbst zu untersuchen und zu beurtheilen. Um dies zu erzielen, habe ich mich dieses Mal durch den minder wichtigen Inhalt mehrerer Briefe nicht bestimmen lassen, sie von der Aufnahme auszuschliessen. Nach Herausgabe des vorliegenden Theils nämlich sind nun sämmtliche in den fünf Sammlungen dieses höhst werthvollen „Codex epistolaris" enthaltenen

    ') cfr. Sudendorfs Registrum Theil П. Vorrede pag. VIF.

    Vorrede. VII

    247 Briefe oder Urkunden durch den Druck veröffent licht***)-

    **♦) Man findet sie in folgenden Werken:

    Berengarius. Berengarius Turononsis oder eine Sammlung ihn betreffen der Briefe, herausgegeben von H. Sudendorf. Hamburg und Gotha 1850. 8V0. (Die ohne Seitenzabi citirten Nummern sind zwischen pag. 200 und 233 zu suchen.)

    Gretser. Jac. Gretseri societatis Jesu theologi opera omnia. Tomus VI. Ratisbonae 1735. fol.

    Hardcin. Conciliorum collectio regia maxima, facta studio J. Harduini, oder: Acta Conciliorum et epistolae decretales а�? constitutiones summorum pontificum Tomi VI. Pars II. Parisiis 1714. fol.

    Labbeus. Sacrosancta concilia studio Philippi Labbei et Gabrielis Cos- sartii. Tomus X. Lutetiae Parisiorum. 1671. fol.

    Martene. Veterum scriptorum et monumentorum amplissima colleclio. Tomus VIII. prodiit studio et opera Edmundi Martene et ürsini Durand. Parisiis 1733. fol.

    Pertz. Monumenta Germaniae histórica edidit G. H. Pertz Lcgum To mus II. Hannoverae 1837. fol.

    Ретв�?з Damiani. В. Petri Damiani epistolarum libri octo, collecti opera а�? studio Constantiui Caelani. Parisiis 1610. 4t0.

    Pez. Bernhardi Pezü Thesaurus anoedotorum Tomus VI, oder: Codex diplomatico-historico-epistolaris. Augustae Vind. et Graecii 1729. fol. Pars II.

    Radevicus. Badevici Frisingensis canonici appendicis ad Ottonem de re bus gestis Friderici imperatoris liber II. in Germaniae bistoricorum illustrantium Tomus I. opera et studio Chr. ürstisü Francofurti ad Moenum 1670. fol. pag. 506—557.

    Registrum. Registrum oder merkwürdige Urkunden für die deutsche Ge schichte, herausgegeben von H. Sudendorf. Theil I. Jena 1849, 8V0, Theil II. Berlin 1851, Theil III. Berlin 1854.

    Tengnagel. Vetera Monumenta contra schismaticos, in lucem vindicate studio Sebastiani Tengnagel. Ingolstadt 1612. 4to. (Die ohne Seiten zahl citirten Nummern sind zwischen pag. 342 und 451 d. h. un ter den Variae epistolae pontificum, episcoporum, imperatorum etc zu suchen.)

    Udalricus. Udalriei Babenbergensis codex epistolaris in: Corpus bisto- ricum medii aevi sive scriptores etc, editi, a J. G. Eccardo. To mus II. Lipsiae 1723. fol. pag 1—374.

    Ueber „Dacherii epicilegium" und „Mabillonii velera analecta" cfr. weiter unloj bei der dritten Sammlung.

    Die erste Sammlung des Codex giebt die in ihr enthaltenen 38 Stücke in der hier angegebenen Reihenfolge: Udalricus No. X, CLXVI; Tengnagel pag. 7—29 (auch Gretser pag. 435-445); Udalricus No. CXXXVI, CXXXIX.

    VIII Vorrede.

    Es bleibt mir nun noch übrig, die Beobachtungen mitzutheilen, durch die ich mich bei Ermittelung der

    CXXXVIII; Registrum III Note unter No. XI; üdalricus No. CXLVI; Re gistrum II No. XL; üdalricus No. CXLVI, CXLVII, CXLVIII; Pertz pag. 50; üdalricus No. CXLIX, CLI; Registrum I No. X; üdalricus No. CL, CLXV, CXXXV, CLVm, CXLII, CXLni, CLXVII, CXLIV, CLXII; Pertz pag. 51 und 52; Registrum I No. XI; üdalricus No. CXLV, CLV, CLXVIII, CLXIX; Harduin pag. 1651 — 1653 No. I epistola Urbani papae II ad Guiehardum (auch bei Labbeus pag. 444 No. I); Harduin pag. 1714 und 1715 Concilium Pla- centinum (auch bei Labbeus pag. 503 und 504); üdalricus No. II; Re gistrum II No. XXX; Registrum I No. XIII, XIV, XVII. Das im Anbange folgende (oder 39ste) Stuck findet man bei üdalricus No. CCCM (auch bei Tengnagel pag. 329—338).

    Die mit fol. 91 beginnende zweite Sammlung des Codex enthalt ihre 13 Urkunden in der Reihenfolge, wie sie in der Vorrede zum Registrum II pag. VII verzeichnet ist. Die dieser Sammlung nachfolgenden, ihr ange hängten drei Stucke sind zu finden bei üdalricus No. CCXXXIV, VII, CLVDX

    Die dritte Sammlung beginnt mit fol. 160 und zeigt folgende Ord nung der in ihr enthaltenen III Stucke: Berengarius Anhang pag. 237 No. III; Berengarius Vorrede pag. IX No. I; Registrum III No. XV, X, XXV; Berengarius Anhang pag. 234 No. I; Registrum I No. XVIII; Re gistrum III No. XVII; Registrum II No. II, XX; Registrum I No. VI, VII, VIII; Registrum II No. XVIII; Registrum I No. V, II, IV, XV, XVI; Pertz pag. 44—46; Registrum I No. XIX; Registrum II No. XXIII; Registrum I No. I; Registrum II No. XXIV, XIV, XXV, XV; Registrum I No. XX, XII; Registrum II No. XIII, XXIX, XVII; Registrum I No. X; Berengarius An hang pag. 235 No. II; üdalricus No. CLXVI; Registrum III No. III, XIV, XVIII, XIX, XX, XXI, XXII; Registrum II No. XXI; Registrum III No. I, XXVI; Registrum I No. III; Registrum II No. XVI; Registrum III No. n, XXVIL VII; Berengarius Vorrede pag. XI No. II; Registrum III No. XXIII; Registrum II No. XIX, XXVI; Registrum III No. VI, XXIV, IV; Registrum ü No. XXII; Registrum Ul No. VHI; Registrum II No. X, IV; Registrum IO No. XII; Registrum II No. VIII, XII; Registrum III No. V; Registrum II No. XXVII, V, VII; Registrum III No. XXXI; Registrum II No. IX, XI, XXVIII, VI; Registrum III No. XVI, XIII; Registrum II No. I; Registrum III Note unter No. XIII; Registrum III No. XXX, XI, XXVIII, XXIX; Berengarius

    No. xvn, rv, vm, m, xn, x, vn, xx, xiv, xv, xx, xvm, xi, ix, vl l

    V, XIX, XVI, XXI, II, XXII, Xiri; Registrum II No. XXXIII; Registrum III No. IX; Registrum I No. IX; die beiden folgenden Briefe hat Mabillon veröffentlichet (cfr. hierüber Berengarius Vorrede pag. VIII); Registrum II No. III; den folgenden und letzten Brief hat Dachcrius veröffentlicht (cfr. hierüber Berengarius Vorrede pag. VIII).

    Die vierte Sammlung des Codex, welche mit fol. 404 beginnt, lässt ihre 37 Urkunden in der hier angegebenen Weise auf einander folgen:

    Vorrede. IX

    Verfasser der im vorliegenden Theile enthaltenen, der dritten Sammlung entnommenen Briefe habe bestimmen lassen.

    Die Reihenfolge der Briefe in der dritten Sammlung des Codex ist nicht ganz willkürlich, sondern erscheint von dem Fundorte derselben bedingt. Die Briefe vom 7ten bis zum 47sten in der dritten Sammlung, so viele ihrer vor Herausgabe des vorliegenden Bandes veröffent licht waren, sind vermuthlich zu Hildesheim gefunden. Ich erkenne in ihnen eine theils in Originalien theils in Concepten aufbewahrte Correspondenz des dortigen

    Martene pag. 977—980; Tengnagel No. XXXIV, XXXVII; Radevicus Cap. LI, LI, LH; Tengnagel No. XXXVIII; Radevicus Cap. L, LXIII (in dem Umfange wie bei Pertz pag. 120); Tengnagel No. XL; Radevicus pag. 550 und 551 Cap. LXXI; Radevicus pag. 553 und 554 Cap. LXXI; Tengnagel No. XLI bis LV inclusive; Tengnagel No. LVH, LVIII, LIX, LXI, LXII, LXVI, LXXIV. LXXVI, LXXVII, XXXVI.

    Die mit fol. 490 beginnende fünfte Sammlung des Codex giebt ihre 42 Urkunden in folgender Ordnung: Pertz pag. 135; RegistrumI No. XXVI, XXXI, XXX, XXIX, XXXII, XXXIII, XXVII; Pertz pag. 134; Registrum I No. XXXIV; Pez pag. 48 No. LXX; Registrum I No. XXVIII; Registrum II No. LXVI, LXVII, LXV; Registrum I No. XXV; Registrum II No. LXIII; Pertz pag. 131 vom Jahre 1162?; Pertz pag. 116 und 117; Registrum I No. XXI; Registrum II No. LUI; RegistrumI No. XXII, XXXV; Registrum II No. LX, LVH, LVIU, LIX; Registrum I No. XXXVIi Registrum II No. LXIX, LXVHI, LXI, LVI; Registrum I No. XXIV; Registrum II No. LXX, LXIV; Registrum III No. LXXI bis LXXVII inclusive. Die beiden dieser Samm lung nachfolgenden, ihr angehängten Stucke sind zu linden bei: Petrus Damiani pag. 16 Epist. IX; Registrum I No. XXIII.

    In Pertz Monumenta Germaniae Legum Tomus II*) und zur Her ausgabe des Rerengarius und der drei Theile meines Registri ist der Co dex benutzt worden. Die Herausgeber der übrigen oben verzeichneten Werke, ausserdem Orthvinus Gratius, Flacius Illyricus, Goklast, Bouquet und die Herausgeber des Registri Gregorii papae VII. kannten ihn nicht, weshalb diejenigen Urkunden des Codex, welche (aus anderen Quellen entlehnt) sich in den Sammelwerken jener Gelehrten vorfinden, verglichen mit dem Texte des Codex, manche Varianten zeigen.

    ') In Pertz Monumenta Germanise Legum Tomus II sind noch einige andere dieser

    Urkunden gedruckt, bei denen icb oben nur Udalricus, Radevieus oder Tengnagel citirt habe. Ueberbaupt habe ich in dem Falle, dass eine Urkunde in mehreren Werken gedruckt ist, dasjenige Citat gewählt, bei welchem trotz der Kürze desselben keine Verwechselung zu befürchten war

    Vorrede,

    Bischofs Hezil, welche von ihm angelegte und in seinem Nachlasse angetroffene Briefsammlung von seinem Nach folger, dem Bischöfe Udo, durch drei an diesen selbst gerichtete, durch zwei aridere ihn und die gesammte Geistlichkeit Sachsens betreffende Briefe und durch die Urkunde (35) über die letzte Willensäusserung des Pab- stes Gregor VII. vermehrt ist, aber schon vorher von Bischof Hezil durch Copien mehrerer die Geschichte sei ner Zeit betreffender Schreiben bereichert worden war, welche zu sammeln er durch den Antheil, den er an den Begebenheiten selbst nahm, sich veranlasst gesehen hatte. Es drängte sich mir deshalb die Vermuthung auf, dass die zwischen dem 7ten und 47sten Briefe befindlichen oder eingereiheten, auch einige ihnen unmittelbar vor hergehende und nachfolgende Briefe, welche in den bei den ersten Theilen meines Registri noch nicht edirt wa ren, derselben Kategorie angehören, oder gar dass viele von ihnen ursprüngliche Bestandteile derCorrespondenz Hezils seien, zumal in mehreren von ihnen der Schreiber oder der Empfanger durch den Anfangsbuchstaben H. bezeichnet ist. Es stellte sich ferner heraus, dass sowohl die Mehrzahl dieser Briefe unter sich die grösste Ver wandtschaft der Diction zeigt, als auch wiederum in vie len von ihnen dieselbe Diction ausgeprägt ist, welche in den von mir schon früher veröffentlichten Briefen Hezils hervortritt. Deshalb glaubte ich mich berechtigt, die jenigen dieser Briefe, deren Verfasser sich H. nennt und in denen jene Aehnlichkeit der Diction herrscht, dem Bischöfe Hezil zuzuschreiben, dagegen die Verfasser der an H. gerichteten Briefe, welche jener Aehnlichkeit ent behren, in Personen zu suchen, die dem Bischöfe Hezil näher standen. Ueber die Verfasser und den Empfänger der Briefe No. XV11I—XXII geben die Briefe No. XV und XVI des zweiten Theils volle Gewissheit. Der Brief No. VI endlich, dessen Verfasser und Empfänger durch

    Vorrede. XI

    einige im Briefe enthaltene Andeutungen ermittelt wurde, gehört zu den Briefen, die Hezil nicht betreffen, sondern die er nur gesammelt haben mag.

    Die Briefe vom 60sten bis zum 73sten der dritten Sammlung weisen, so viele ihrer bisher von mir veröf fentlicht waren, in ihrer Mehrzahl auf Bamberg als ihren Fundort hin, wo sie theils aus Originalien theils aus Con- cepten zu einer Sammlung zusammengetragen sein mö gen. Unter ihnen befinden sich allein sechs Briefe des dortigen Domscholasters Meginhard-}-) und deshalb stand zu vermuthen, dass einige dazwischen liegende und nach folgende Briefe denselben Verfasser haben. Diese Ver- muthung rechtfertigte sich durch die verwandte Diction der letzteren mit den Briefen Meginhards, dessen Name sogar in dreien der nachfolgenden Briefe durch den An fangsbuchstaben M. bezeichnet zu sein scheint. Den 80sten Brief der Sammlung-J-J-) habe ich wegen Aehn- lichkeit der Ausdrucksweise dem Verfasser des Briefes No. XXXIII im zweiten Theile des Registri, nämlich dem Meister Manegold von Lautenbach, Canonicus und Probst zu Marbach, zuschreiben müssen.

    Weil nun in der dritten Sammlung noch ausserdem die (vielleicht von eben jenem Meister Manegold im Jahre 1096 aus Tours mitgebrachten) Briefe, welche Berengar von Tours und die Kirchen von Tours und Angers betref fen, enthalten sind-j-j--{-) und also in ihr gleich drei Haupt gruppen von Briefen, die noch fast unvermischt neben

    ■f ) cfr. Sudendorfs Registrum Theil П Vorrede pag. XIV, und Tbeil Ш pag. 18 die Anmerkung a unter dem Briefe No. XI. •HO cfr. pag. 45 No. XXVm.

    f+f) cfr. Berengariiis Turonensis oder eine Sammlung ihn betreffen der Briefe, herausgegeben von H. Sudendorf. Hamburg und Gotha, 1850 8V». Vorrede. Vielleicht ist die dritte Sammlung in ihrer früheren Gestalt mit dem 109ten Stücke geschlossen gewesen cfr. Berengariiis 1. c. Vorrede pag. VII. Die dort bei No. 110 erwähnte Bemerkung lasst ebensowohl diese, als die dort aufgestellte Vermuthung zu.

    XII V o r r e (I p.

    einander bestehen und auf einander folgen, sich unter scheiden lassen, so möchte ich daraus den Schluss ziehen, dass die dritte Sammlung des Codex früher einmal aus drei verschiedenen Sammlungen oder Codices zusammen gesetzt sei, welche man nennen könnte: i. Codex episto- larisHildeneshemensis siveHezilonis, 2. Codex epistolaris Babenbergensis sive Meginhardi, 3. Codex epistolaris Turonensis sive Berengarii.

    Uni diejenigen Briefe, welche ich aus der fünften Sammlung des Codex entlehnt habe, nach ihren Verfas sern zu sondern, ist auch, die Aehnlichkeit der Diction massgebend gewesen. Daher habe ich, obgleich sonst die Noten in diesem dritten Theile dasselbe wie in den beiden ersten Theilen bezwecken, doch in den Noten zu den Briefen der dritten und fünften Sammlung des Codex noch besonders auf verwandte Ausdrucks- und Redeweise sorgfaltig hingewiesen. Die spärlich in diesen Briefen enthaltenen, leisen und oft sehr dunkelen geschichtlichen Andeutungen dagegen haben mich bei Ermittelung der Beziehungen und der Empfänger der Briefe vielleicht nicht immer sicher geleitet.

    Die in den Manuscripten vorgefundene lnterpunction und die Regellosigkeit in der Wahl grosser und kleiner Buchstaben habe ich im Texte geändert. Obgleich dies mal die Correctur des Druckes von mir selbst besorgt ist, haben sich doch mehrere Druckfehler eingeschlichen.

    Hannover, den 30. Mai 1854.

    H. F. G. J. Sudendorf.

     
    x
    There are no annotations available for this image!
    The annotation you selected is not linked to a markup element!
    Related to:
    Content:
    Additional Description:
    A click on the button »Show annotation« displays all annotations on the selected charter image. Afterwards you are able to click on single annotations to display their metadata. A click on »Open Image Editor« opens the paleographical editor of the Image Tool.