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Charter: Urkundenbuch zu der Geschichte des Reichstages zu Augsburg (1530), ed. Förstemann, 1833 (Google data) 135
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Urkundenbuch zu der Geschichte des Reichstages zu Augsburg im Jahre 1530, Nr. 135, S. 420

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    x

    6) „26." Hess^: „am 26.« ?) Da) M ü nch.: „ das '.

    8) „wortten" steht in unserer Handschrift über der Linie.

    9) „allein" folgt auch in Hess. u. Münch. erst nach: «priel stern". W) „11." Hess.: „am eilfften". 11) Zuerst war in unserer Handschrift geschrieben: „haben"; es ist aber durchstrichen. . .

    Iun. 4UI

    ist lange Zeit In der tirchen pliben, wie man durch dj Historien vnd ') veter schriften beweisen tan. Civrianus gedenckt an vil er» ten, das den leyen der kelch dj Zeit gereicht sej. So spricht sant Iheronimus, das dj priester, so das Sacrament reichen, dem volck das plut Christi außteilen, So gebeut der Pabst Gela, sius ') selbst, das man das Sacrament nicht tailen soll, de Consecracione bist: 2. c. Comperimus ^). Man findet auch ^) nirgendt kein Canon, der do gebiet, allein ain gestalt Zenemen. Es tan auch nyemand wissen, wenn oder durch welche dise ge« wonheit, ain gestallt zunemen, eingefurt ist, wiewol der Car< dinal Cusanus gedenckt, wenn dise weiß approbirt sej.

    Nun ist offenlich, das solche gewonheit wider gottes gebot, auch wider dj allten Canones eingefurt, vnrecht ist, Derhalben hat sich nit geburt. Der Ihenigen ') gewissen, so das heylig Sacrament nach Christus einsetzung zugebrauchen begert haben, zubeschweren vnd Zwingen, wider vnsers Hern Christj ordnung Zw handeln. Vnnd dieweil die taylung deß Sacraments der einse» zung christj zuentgegen ist, wurt auch bej vnns die gewonlich pro» cessio« mit dem Sacrament unterlassen.

    Vom Gestand der Priester.

    Es ist bey Ieoermcm hohes vnd Niders Stands ein grosse mechtige clag In der weit gewesen von grosser vnzucht vnd wil< dem wesen vnd leben der priester, so nicht vermochten teuschheit zuhallten, vnnd war auch Je mit solchen greulichen ") Lastern vfs höchst kommen. Souil heßlichs gros ergernus, Eebruch vnd andere vnzucht zuuermeiden, Haben sich ettliche priester bej vnns

    1) „ der" (vor: veter) fehlt auch H e s s. und M ü u ch. 2) der Pabst Gelafiusl Eben so Hess, und Münch. (nicht: Gelasius der Papst). 3) de Consecr. — comper.) Eben so Hess, und Münch. 4) Man findet auch) Münch,: „Man findet aber«. 5) Der Ihenigen) Münch.:

    .. Das die Ihenigen«. 6) „ greulichen « (statt: gr«ul«n) ha< den auch Hess, und Münch.

    3 »rstemann' s Urlunieniuch. 26

    402 Iun.

    In etlichen stannd begeben. Dieselben zeigen diese') Ursachen an, Das sie dahin aus hoher noch Irer gewissen getrungen vnnd bewegt sein '), Nachdem die schuft clar meldet, Das ^) dtzr «elich stand von gott dem Herrn eingesetzt scj ^), vnzucht zuuermei- den, Wie Paulus sagt Inn der ersten Zun Cor: am 7.: Hure- rej zuuermeiden °), habe ein Iezlicher sein Ee- weib, Item es ist besser eelich werden, dann bren nen. Vno nachdem christus °) Mathej am 19. selbst sagt '), sie fassen «) nicht alle das wort, Da") zeig« Chri stus an, welcher wol gewist "'), was am menschen ") sej. Das wenig leut die gaben "), keuschZuleben, haben. Dann got hatt") den menschen Mendlein vnd freulein geschaffen. Gene: 1. ") Ob es nun In menschlicher macht oder vermugen sej, on sondere gaben vnd gnaden gots durch «igen furnemcn oder glubd gottes, der hohen M7, geschopf ") besser Zumachen oder Zuendern, hat die erfarung alzu clar geben. Dann was guts, was Erbar, Zuch- tigs^) leben, was christlichs, erlichs oder redlichs wanndels an «ilen daraus erfolget, wie greulich, schrecklich vnruhe vnd quäl

    1) die sei In unserer Handschrift war zuerst geschrieben: „Die- selbigen". 2) Das sie dahin — bewegt sein) Eben so Hess, und Münch. 3) „Das" haben auch Hess, und Münch. 4) von gott — sej) Eben so Hess, und

    Münch. 5) Inn der ersten — Hurerei zuuer

    meiden) Eben so H es s. und M ü n ch. 6) Nach ., Chri stus" war in unserer Handschrift über die Linie geschrieben: . .. sagt"; es ist aber gestrichen. 7) christus — sagt) Eben so Münch. - Dagegen Hess.: „Christus selbst sagt Mathej am neunzeh enden ". 3) fassen) Münch,: „fassten-. 9) Da) Münch.: „das". IN) gewist) Hess.: ..gewist hat",

    11) am menschen) Münch.:.. ein mensch «. 12) .. die gaben" (statt: die gäbe) haben auch Hess, und Münch. 13) „ hat« fehlt Hess. 14) Gene. 1.) Heff.:.. Ge

    nesis am ersten". 15) geschopf) Hess, hatte dafür

    zuerst: „köpf". Dleß ist jedoch gestrichen und über der Linie steht: „ geschdpss ". 16) In unserer Handschrift war statt

    „Zuchtigs" zuerst geschrieben: „Zuchtigfeit".

    Iun. 4U3

    Irer gewissen vil ') an Iren, lezten ende derhalben gehabt, ist am tag, vnd Ire vil haben es selb ^) bekennt. So dann gottes wort vnd gebot durch kein menschlich glubd oder gesez geendert mag ') werden, haben aus disen ') vnd andern vrsachen vnd gründen die priest« vnd ander geistliche Eeweiber genomen.

    So ist es 6) auch aus den Historien vnd der °) veter schrif- ten zubeweisen, das In der christlichen kirchen vor alters der ge, brauch gewcst, das die priester vnd diacen Eeweiber gehabt. Darvmb sagt Paulus 1 Timo: 3. '): Es soll ein bi< schoff ^) vnstreflich sein, eins weibs Man. Es sind auch In teutschen lannden erst vor iiij^' Iarn die Priester Zum glubd der teuscheit vom Eestand mit gewalt abgetrungen, Wel» che sich dagegen sambtlich, auch so ganz ernstlich vnd hartt gesezt haben, Das ein Erzbischof Zu Mainz, welcher das bebstlich ") neu Edict derhalb verkündigt, gar nahe In einer empörung der ganzen priesterschaft In einem getrenge wer vmbgebracht '"). Vnnd dasselbig verbott Ist bald ^) Im ansang so geschwind vnd vnschicklich furgenomen, das der Babst die Zeit nit allein die künftige Ee den Priestern verboten, Sonder auch der Ihenigen Ge, so schon In dem Stand lang gewesen, Zurissen. Wclchs doch nit allein wider alle gotliche, naturliche vnd weltliche recht. Sonder auch den Canonibus, so die Bebst selbst gemacht, vnd den berumbsten Concilijs ganz ") entgegen vnd wider ist.

    1) vih Hess, hatte zuerst: „was viel«; ab« „was" ist wieder gestrichen. 2) es selb) Hess.: ..dasselb". 3)geen? dert mag) Eben so Hess, «nd M ü n ch. (n i ch t: mag ge» endert). 4) diesen) Weim. (wie M el.): ,. dieser <.

    5) ..es« fehlt Münch. 6) ..der« fehlt Münch.

    ?)1Timo:3.! Weim.: „1 Tim. am3.«. Hess.: „in der ersten ad Timotheum am 3tm«. 8) soll ein bi,

    schoff Hess.: ..sollen bischoffe". 9) Hess, hat nach

    „bebstlich" den Zusatz: ..erstlich«. 10) wet vmbge^

    bracht! Hess.: „vmbgepracht «er«". 11) bald!

    Nun ch.: „ als pald ". 12) .. ganz" fehlt Weim.

    26»

    4«4 , Iun. ,

    Auch ist bej vilen hohen gotzforchtigen, verstmndigen Leuten Dergleichen rede vnd bedencke» offt gehört, Das solcher getrung« ner Celibat vnd Beraubung des eestands, welchen gotselbs ein« gesezt vnd frej gelassen, nie kein guts, sonder vil grosser böser la< ster vnd vil arges eingefurt ^) haben -). Es hat auch einer von Bebsten, Pius, des namens der ander ^), selbst, wie sein Histo rien anzeigt, dise wort osst geredt vnd von sich schreiben lassen. Es muge wol *) etlich vrsach haben, warumb den geistlichen die Ee verboten sej, es Hab aber vil hoher, grosser vnd wichtiger vrsachen, warumb man Inen die Ee ') soll wider °) frej lassen, vn- gezweifelt es hat Babst Pius alls ein verstendiger, weyser man biß wort auß grossem bedencken geredt. Derhalben wollen wir vnns Inn vnterdenigteit zu tm/M7 vortrosten, Das Ir M?, alls ein christlicher hochlöblicher tayser, gnedigclich beherzigen wer den, Das Iezt In lezten Zeiten vnd tagen, von welchen die schrift meldet, die weit') Immer erger vnd die menschen gebrech, licher vnd schwecher ^) werden, Derhalben wol hochnötig "), nuzlich vnd christlich ist, dise vleissige cinsehung zuthun, Damit, wo der Eestannd verboten, nicht erger vnd schenntlicher vnzucht vnnd Laster In deutschen landen mochten eiureissen. Dann es wurde Je ") dise fachen nymands weislichcr oder besser enndern oder machen 'tonnen, Dann gott selbs, welcher den Eestano, menschlicher gebrechlicheit Zuhelffen vnd vnzucht zuweren, einge, stzt hat. So sagen die allten Canones auch, man mus ")

    l) eingefurt) Münch.: »Angefurt«. 2) haben) Eben

    so Hess, und Münch. (nicht: Hab). 3) Pius - der

    andere) Eben so Hess, und Münch. (nicht: „Pius 2.'). 4) >, wol" steht in Hes s. über der Linie. 5) >> Ee ' fehlt

    Münch. 6) soll wider) Münch.: „wider soll«.

    7) Die Worte: «die weit" stehen in unserer Handschrift und in Hess, über der Linie. 8) gebrechlicher vnd schwe cher) Hess. hat durch Correctur die Umstellung: .. schwecher vnd geprechlicher". 9) hochnotig) Eben so Hess. und Münch, (nicht: hoche not). 10) »Je« fehlt Münch.

    Il) mus) Weim.: „müsse".

    Zun. 405

    Zu Zeiten die scherpf vnd Rigorem Lindern vnd nachlassen vmb menschlicher schwacheit willen vnd ergers zuuerhüten vnd Zumeiden. Nun were das In disem fall auch ') wol christlich vnd gannz hoch vonno'ten. Was tan auch der priester vnd ') geistlichen Eestand gemeiner Christ, lichen tirchen nachtey'lig sein, Sonderlich der pfarrer vnd anderer, die der tirchen dienen sollen? Es wmt wol künftig an Priestern vnd pfarhern mangeln, so biß hart verbottdeß Eestands lenger weren soll ').

    So nun dists, Nemblich das die priester vnd geistlichen mögen eelich werden, gegrundt ist vf das gotlich wo« vnd gebot, Darzu die Historien beweisen. Das t»j prister Eelich gewesen. So auch das glubd der teuschheit souil heßliche, vnchristliche ergernus, souil Eebruch, schreckliche, ««gehörte') vnzucht vnd greuliche la sier hat angericht, Das auch ettliche redliche ^) vnder den °) Thumbhcrn, auch ettlich') Cortisanen zu Rom solchs offt selbst^) bekennt vnd cleglich angezogen, wie solch laster In Clero ziv greu« lich vnnd Übermacht gottes zorn wurd erregkt werden; so ist es Je crbcrmblich, das man den Christlichen Eestannd nicht allein verbotten, Sonnder an ettlichen orten vffs geschwindst, wie vmb^) groß vbelthaten, Zustrafen unterstanden hat. So doch ,Gott'") Inn der heüligen schrift den Eestannd In allen eren Zuhaben ge- botten hat. So ist auch der Eestannd In kay" rechten vnnd Inn allen Monarchien, wo Je geseze vnd recht gewesen, hoch gelobet. Allein diser Zeit begynnt man die leut »«schuldig, allein vmb der

    1) „auch" steht in unscrerer Handschrift und Hess, über der Linie.

    2) „der" (vor: geistlichen) fehlt auch Hess, und Münch.

    3) solt) Münch.: „soll". 4) vngehorte) Münch.: „vnerhdrte". 5) ..redliche« haben auch Hess, und Münch. 6) .. den" haben auch Hess, und Münch. 7) „ auch etlich « haben auch Hess. und Münch. 8) offl selbst) Eben sa Hess, und Münch. (nicht: selbst offt). 9) vmb) Hess.: ..ein". 10) Auch Hess, und Münch. haben „Gott" hier uud nicht erst nach: „zu haben".

    4N0 Iun.

    Ee willen Zumartern, vnnd darzu pritster, der man vor andern schonen solt, vnnd geschicht nit ') allein wider go'tlich 'j recht, sonder auch wider die ') Canones '). Paulus der Apostel In der ersten ad Thimo. am 4. ^) Nennet die lere, so die Ee ver» bieten, teufels leer. So sagt auch Christus selbs Ioh: am 8., Der teufet sej ein Morder von Anbegy'nn. Welchs dann wol Zusamen stimbt. Das es freilich teufels leer sein müssen, die Ee verbieten vnd sich vnterstehn, solche leer mit plutuergiessen zuerhallten.

    Wie aber kein menschlich gesez gottes gebot tan wegt thun oder endern. Also tan auch kein glubd gottes gebott endern. Dar» umb gibt auch sant Ciprianus den Nach, das die weiber, so die gelobten teuschheit nicht halten, sollen eelich werden, vnd sagt Jim der Allsten Epistel Also, So sie aber teuschheit nicht halten wollen oder nicht vermögen, so ists besser, das sie eelich werden. Dann das sie durch Ir tust Inns feur fallen, vnnd sollen sich wol fursehen, das sie denBrudern vnd schwestern tein ergernus anrichten. Zu dem, so brauchen auch alle Ccmo, nes grosser gelmdickeit vnd Equitet gegen die Ihenigen "), so In der Jugend gelubo gechon, wie dann Prister ') vnd München das merertcil ") In der Jugend In solchen stannd aus vnwissem heit tomen sind.

    Von der Meß.

    Man legt den vnsern mit unrecht auf, das sie die meß soll len abgethon haben. Dann das ist öffentlich, das die Meß, on

    1) .. nlt« steht in Hes s. über der Linie. 2) g 6 tl < ch) Münch.: .. Geistlich». 3) .. die" fehlt Münch. 4) Canones)

    Münch.: „Canones 1.«. 5) In d. ersten — am 4.1

    Eben so Hess, und Münch.; Weim.: „am l. Thim. 4.". 6) die Ihenigen) Münch.: „den Ihenigen«. 7) Statt ..Priester" war in unserer Handschr. zuerst geschrieben: „Chri, stus"; dieß ist aber durchstrichen und „Priester« ist als letztes Wort der vorige» Zeile angehängt. 8) In Hess, steht'

    „ des mehrer theils" am Rande.

    Iun. 407

    rühme Zureden, bej v»s mit grosser andacht vnd ernst gehallten Wirt, Dann bej den Widersachern. So werden auch die leut mit höchstem vleis Zum offtemmal vnderricht vom Heilligen Sacramem, warzu es eingesezt vnd wie es Zugebrauchen sej, Alls Nemblich die erschrocknen gewissen damit') Zutrösten, dardurch ') das volck zur Communion vnd Messen gezogen wirbt. Dabej geschicht auch vnderricht wider andere vnrechte leer vom Säcrament.

    So ist auch In den öffentlichen Ceremonien der Meß lein mercklich enderung gescheen. Dann das an ') ettlichen orten teutsch geseng, das volck damit Zuleren *) vnd Zu vben, neben ^) Lateinischem gesang gesungen wurt, Seintemal alle Ceremonien furnemblich darzu dienen sollen, das das volck daran lerne, was Im Zu wissen von Christo noch ist.

    Nachdem aber die Meß vf mancherlei weiß vor diser Zeit mißpraucht, wie am tag ") ist. Das ein Iarmartt daraus ge macht. Das man sie kauft vnd verkauft hat vnd das mererteil In allen tirchen vmb gelts willen gehallten, Ist solcher Miß brauch Zu mermaln, auch vor diser Zeit von gelerten vnd fromm leuten gestraft worden. Alls nun die Prediger bej vnns dauon gepredigt vnd die prister erInnert sind der schrecklichen betrohung, so da»n billich ein Jeden christen bewegen soll, Das wer das Säcrament vnwirdigclich praucht, der sej schuldig am leyb vnd plut Christj, Darauf') seind solche kaufMeß vnd winckelMeß ^),

    1) „damit" fehlt Hess. - 2) dardurch) In Hess, war zu erst geschrieben: „darzu"; es ist aber gestrichen und darauf folgt: „ dardurch ". 3) „ an" steht in unserer Handschrift

    über der Linie. 4) „ zuleren" (nicht: zu leren) haben auch Hess, und Münch. S) neben) Hess, (wie Spalae

    tin): » neben dem ". 6) Die Worte: „ wie am tag" stehen in unserer Handschrift und H e s s. am Rande. (In der N ü r n - bergischcn Handschrift fehlen sie). ?) darauf) Eben

    so Weim, Hess, und Münch. (nicht: daraus). 8) kauf Meß vnd winckelMeß) Hess, und Münch, (wie Spa- latin): »kauf vnd winke! meff".

    408 < Iun.

    welche ') bis anher auß Zwang vmb gelts vnd der prebenden willen gehallten worden, Inn vnsern tirchen gefallen.

    Dabej ist auch der greulich Inhumb gestraft, Das man gelert hat, vnnser her Christus Hab durch sein tod allein für dj «rbsund gnug gethon vnnd die Meß cingesezt zu einem opfer für dj andern sunde, vnd also die Meß zu einem Opfer gemacht für dj lebendigen vnd todten, dardurch sunden wegt Zunehmen vnd got zuuersönen.

    Daraus ist weiter gefolget, das man disputirt hat. Ob ein Meß für vil gehalten alls vil verdiene, alls so ^) man für ein negclichm ein sonderliche hielt. Daher ist die groß vnzelig menig der Messen thomen, Das man mit disem werck bej gott alles er< lanngcn hat wollen '), Das man bedorfft hat, vnd ist daneben beß glaubens an christum vnd rechten gots dinsts vergessen worden.

    Darvmb ist dauon vnderricht gescheen, wie onzweiuel die noth gefordert. Das man west, wie das Sacrament recht Zuge brauchen were. Vnnd erstlich das kein opfer der *) erbsund vnd ander Sund sej, dann der ainig tod christj zeigt die schrift an vil orten an. Dann also steht geschrieben Zun hebreern ^), Das sich Christus ein mal geopfert Hab ") vnnd dardurch für alle sund gnug gethon.

    Es ist gar ') ein unerhörte newigteit, Inn der tirchen Le, ren, das christus tode soll allein für dj erbsunde vnd sonst ^) nicht auch für ") annder surde gnug gethan haben, Derhalben zu hof fen ">), Das meniglich vorstee, Das solcher Irthumb nicht vnbillich gestraft sej.

    1) „welche" haben auch Hess. u. Münch. 2),als so) Hess.: ..als ob« 3) bej gott — wollen) Eben so Hess,

    und Münch. (nicht: hat wollen bei gott alles erlangen). 4) .»der" (statt: für) hat auch M ü n ch. 5) „Zun hebr." (nicht: »6 ll«!ii-.) hat auch H e s s. 6) Hab) Eben so M ü n ch. (nicht: hat). 7) ..gar" fehlt auch nicht in Münch.

    8) „sonst" fehlt Weim. (wie b« Spalatin). 9) ..für', fehlt Weim. lo zu hoffen) Hess.: „so »erhoffen^

    Iun. "4«9

    Zum andern, so leret sant Pauls, das wir vor got gnad erlangen durch glauben vnd nicht durch werck. Dawider ist öffent lich diser Mißbrauch der Meß, so man vermeint gnad durch biß werck zuerlangen,'), wie man dann -) weiß, Das man die Meß darzu gebraucht, Dardurch sund ') abzelegen vnd gnad vnd alle guter bej gott zuerlangen, nicht allein der prister für sich, Son der auch für dj ganzen weit vnd für andere lebendige vnd tod< ten ').

    Zum driten. So ist das heylig Sacrament eingesezt, nicht damit ein opfer für dj Sunde anzurichten (.dann das opftr ist Zu- uor gescheen.). Sonder das vnser glaub dardurch erwegkt vnd die gewissen getrost werden, welche durchs Sacrament vernemen ^), das In gnad vnd Vergebung der Sund von Christo Zugesagt ist. Derhalbm fordert diß ") Sacrament glauben vnd Wirt on glau- ben vergeblich gebraucht.

    Dieweil nun die Meß nicht ein opfer ist für andere leben« dige oder tobte, Ire Sunden wegt ') zenemen, Sonder soll ein Comunion sein, Das ") der prister vnd andere das Sacrament empfahen für sich,. so wurdet dise weiß bej vns °) gehalten. Das man-an Feirtagen auch sonst, so Comunicanten da sind. Meß

    1) Die Worte: „durch glauben — diß werck zuerlangen« fehlen M ü n ch. Man sieht daraus, daß auch die Münchner Hand schrift durch Abschrift und nicht durch Diktatur entstand. Der Copist, irre geführt durch das vorangehende Wort: «erlan gen«, übersprang zwei Zeilen. Auch Hess, hat die letzten Worte in dieser Stellung: „gnade durch diß werck zuerlan gen ". 2) Die Worte: ,. wie man dann" stehen in unse rer Handschrift auf einer ausradirten Stelle. 3) sund) Hess.: „die sunde". 4) Hier endet die Münchner Handschrift. S) Zuerst war in unserer Handschrift geschrie ben: „furnemen"; aber »für« ist durchstrichen und darüber steht: „ver". Hess, hat von anderer, gleichzeitiger Hand über „ vernemen" die Angabe: ,. Erinnert werden ". 6) dißl Weiw.: „das". ?) wegk) Hess.: „hinweg". 8) »Das« (statt: da) hat auch Hess. 9) ..bej vns« hat Hess, am Rande. > , ,

    410 Iun.

    heldt '), vnd ettlich, so das begern, Comunicirt. Also pleibt bej vnns die Meß In Irem rechten prauch, wie sie vor Zeiten In der lirchen gehallten, wie man beweisen mag auß sant Paul In der ersten Zun Cor: 11. ^), Darzu auch auß ') viler veter schriften. Dann Chrisostomus spricht, wie der priester teglich stee vnd forder etlich zur Comunion, ettlichen verbiet er, hinzu zutreten. ,

    Auch zeigen die allten Canones an, das einer das Ambt gehallten Hab, vnd die andern prister vnd diacen Comunicirt. Dann also lauten die wort In Canone Niceno, Die Diacen sollen nach den prisiern ordenlich das Sacrament empfahen vom Bischoff oder priester.

    So man nun kein ^) newigkeit hierInn, die Inn der tir- chen vor allters nicht gewesen, furgenomen hat, Auch In den offenlichen Ceremonien der Messen kein mercklich enderung ge- scheen. Allein das ^) die anndern unnötige Messen, etwa dura) ein Mißbrauch gehallten, neben der pfarrmeß gefallen sind, Soll ''l billich dise weiß Meß zuhalltcn nicht für tezerisch vnd vnchristlich verdambt werden. Dann man hat vor Zeiten auch In den gros sen tirchen, da vil volcks gewesen, auch vff die tag, so das volck zusamen kam, nicht teglich meß ') gehallten, wie tripertita histo- ria Im 9. puch ") anzeigt. Das man zu Alexandria am Mit, lvoch vnd freing die schrift gelesen vnnd ") außgelegt habe vnd sonst alle gottesdinst 9n ^") die Meß gehalten.

    1) heldy Hess.:..hielt«. 2) >> 11." He ss.: „ am xi.".

    Z) »auß« hat auch Hess. 4) „fein" fehlt Weim.

    6) „das" hat auch Hess. 6) Soll) Hess.: ..solt".

    7) teglich meß) Hess.: „ein teglich meß". 8) Im 9. puch) Eben so Hess. (statt: Iil>. IX.). 9) Die Stelle, welche „vnnd" füllt, ist in unserer Handschrift radirt. Wahrscheinlich hieß es zuerst: „vnnd sonst", wie Hess, ursprüng lich hatte; aber „sonst" ist in Hess, gestrichen. 10) An der Stelle, wo „On" steht, ist i» unserer Handschr. radirt worden. Wahrscheinlich hatte die Handschr. zuerst die Mainzer Lesart: „gehalten on die Meß", so daß ..gehalten" erst nach dem Rcv diren hinter das Wort: „Meß " geschrieben wurde.

    Iun. 411

    Von der Beicht.

    Die peicht ist durch dj Prediger dis teils ') nicht abgechon. Dann dise gewonheit wurt bej vnns gehalten. Das Sacrament nicht Zureichen denen, so nicht Zuuor verHort vnnd absoluirt sein. Dobej Wirt das volck vleissig vnderricht, wie trostlich das wort der 2) Absolution sej, wie hoch vnd theur dj Absolution zuachten. Dann es sej nicht des gegenwertigen menschen Stuck oder wort. Sonder gottes wort. Der ') die sund vergibt. Dann sie wurt an gottes statt vnd auß ^) gottes beuelch gesprochen. Von disem beuelch vnd gewalt der Schlüssel, wie trostlich, wie notig sie sey den erschrocknen gewissen, wurt mit grossem vleis geleret, Darzu wie got fordert, oiser Absolution zuglauben nicht weniger, dann °) so gottes StrM vom himel erschMe, vnd vns der'') Ab solution ferolich trösten vnd wissen, das wir durch solchen glauben Vergebung der Sunden erlangen.

    Von« disen notigen stucken haben In ') vor Zeiten die Pre diger, so von der peicht vilen lerten, nicht ein wortlein gern«, Sonder allein dj gewissen mit langer erzelung der Sunden, mit gnugthun, mit Ablas, mit ^) wallfarten vnd dergleichen gemar» tert ^), vnd vil vnser Widersacher bekennen selbs, das dises teils von rechter christlicher puß schicklicher dany Zuuor In langer Zeit geschriben vnd gehandelt sej.

    Vnd wurt von der peicht '") also gelert, Das man nye.

    1) »dis teils" steht in unserer Handschrift über der Linie. 2) „der" fehlt Weim. Z) «da« (vor: die) fehlt auch Hess.

    4) Auch Hess, hat „ auß" (nicht: in). 5) Nach „ dann" ist in unserer Handschrift etwas ausradirt; vielleicht hatte sie zuerst Spalatin's Lesart: „dann wenn" (statt: dann so). 6) der) Hess, hatte zuerst „derselben", welches aber in ,. der" corrlgirt ist. 7) „ In" hat auch Hess. 8) mitl Hess.: „vnd". 9) Der Schreiber schrieb in unserer Hand schrift zuerst irrig: ,.gemachet-" Er durchstrich es dann selbst und schrieb darüber: „gemartert". Auch Hess, hat erst hier: >, gemartert '. 10) Zuerst war in unserer Handschr. und in Hess. .. puß" geschrieben. Dich ist aber durchstrichen und da« , über steht: „peicht".

    412 Iun.

    wand tringen soll, die Sund nambhaftig zu erzelen. Dann solch« ist vnmuglich, wie der psalm spricht, wer kennet die Mis< sethat? VndIhercmms sagt'), Deß menschen herze ist so arg, das mans ') nit außlernen tan. Die elende menschliche Natur steckt also ') tyefInn sundcn, Das sie diesel< ben nicht alle ") sehen oder kennen ^) tan, vnd sollen wir allein von den absoluirt werden, die wir Zelen tonnen, were vns we« nig geholssen. Derhalben ist nicht noch, dj leut Zutringen, die sund nambhaftig Zuerzelen. Also Habens auch dj veter gehalten, wie man findet Dist: 1. de penitencia, da die wort Crisosiomj angezogen werden: Ich sage nicht. Das du Dich selbs offenlich ") soll dargeben, oder ') bcj einem an dern dich'") selbst verclagen oder schuldig geben, Sonder gehorch dem Propheten, welcher spricht: offenbar dem Hern deine wege. Derhalben Beich te got dem Herrn, dem wahrhaftigen Richter, ne> 'ben deinem gebet, Nicht sage deine sunde mit der Zungen, Sonder In deinem gewissen. Hie sicht man clar, das Chnsostomus nicht zwinget, die sunde nambhaftig zuerzelen ^).

    So leret auch die gloß In Dccretis de penitencia Dist: 5., Das die peucht nicht durch dj schrift gebotten, Sonder durch dj tirchen eingesezt sej.

    Doch wirt durch dj Prediger dises teils vleissig gelert, das dj peicht von wegen der Absolution, welche das haubtstuck vnd

    1) Die Worte: „Iheremias sagt" stehen in Hess, mit blasser« Tinte an der Stelle zweier ausradirten Wörter. 2) „ mans" haben auch Hess, und Weim. (nicht: „man es"). 3) Zu erst war in unserer Handschrift geschrieben: „ so «. Auch Hess, hat: ..so«. 4) alle) Hess.: „aller". 5) ten,

    nenl Hess.: ..erkennen«. 6) ..offenlich« hat Hess,

    über der Linie und „soll dargeben« (statt: ..dargeben solt"). 7) „oder" (statt: noch) hat auch Hess. 8) „dich"

    fehlt Hess. 9) zuerzelen) Hess.: »zucrcleren«.

    Iun. 413

    das') furnembst darInn ist. Zu trost der erschrocken gewissen, Darzu auch ^) vmb ettlicher ander vrsachen willen Zuerhalten sej.

    Von vnderschiede der Speh's.

    Inn ') vor Zeiten hat man also gelert, gepredigt vnd ge schoben, Das vnderschied der sveiß*) vnd dergleichen traditio« von menschen eingesezt darzu ^) dienen, Das man dardurch gnad verdine vnd für dj sunnden gnug thue. Auß disem grund hat man teglich neue fasten. Neue Ceremonien, neue orden vnd derglei» che« erdacht, Vnd vf solchs heftig vnd hart ") getriben, alls seien solche ding ^) notige gottts dinst, Dardurch man gnad ver dine, so maus hallte vnd grosse sund geschee, so mans nicht hallte. Darauß sind vil schedlicher Irthumb In der tirchen gefolget. ^ ,

    Erstlich ist dardurch dj gnad Christj vnd dj Leer vom glau ben vertunckelt, welche vns ^) das Euangelion mit grossem ernst furhelt vnd treibt hartt °) darauf, das man den vereinst Christj hoch vnd teuer achte '") vnd wisse. Das glauben an Christum hoch vnd weit vber alle werck zusezen sej.

    Derhalben hat sant pauls hefftig wider das gesetz Mosy vnd menschliche traditiones gefochten. Das wir lernen sollen. Das wir für gott nicht frum werden aus vnsern wercken. Son dern allein durch den glauben an Christum, Das wir vmb ") Christus willen gnad erlangen.

    1) ., das" fehlt H ess. 2) .. auch" hat H e sf. 3) ,. Inn «

    hat auch Hess. 4) Nach „der speiß« hat Weimar,

    irrig nochmals die Worte: „ vnnd der Speis ". 5) darz «I Hess.: „vnd dozu«. 6) Auch Hess, hat: „heftig vnd hart". 7) Nach „ ding" ist in unserer Handschrift etwas

    radirt. 8) „ vns" hat Hes s. über der Linie. 9) Zuerst war in unserer Handschrift geschrieben: „ harter ". 10) Zuerst war in unserer Handschrift geschrieben: ,. achten ". 11) v m b) Hess.: „durch".

    4i4 Iun.

    Solche leer ist schier ganz verloschen, dardurch Das man hat gelert') gnad Zuueroinen mit gesazten fasten, vnderschiede der speiß, cleider :c.

    Zum andern haben auch solche traditiones gottes gebot ver- tunckelt, Dann man sezt dise traditiones weit ^) vbcr gottes ge, bot, Diß hyllt man allein für Cristlich leben. Were die feyer also hielt. Also betet. Also fastet. Also gecleidt war'), Das nennet man geistlich Christlich leben. Daneben hielt man an dere*) notige gute werck für ein weltlich ««geistlich wesen. Ncmb- lich dise, so 6) yeder nach seinem beruef Zuthun schuldig ist, Alls das der haußuater Arbeit, weib vnd tind zuneren vnd Zu gottes forcht aufzuziehen "), Die haußmuter linder gebirt vnd Ir warnet. Ein Fürst vnd Oberteil land vnd leut Regirt «. Solche ') werck von got gebotten müssen ^) ain weltlich.vnd vnuoltomen wesen sein, Aber dj traditiones musten den prechtigen namen haben, Das sie allein heylige voltomene werck hiessen. Derhalben was kein maß noch ende, solche traditiones Zumachen.

    Zum dritten Sind solche traditiones °) Zu hoher beschwe, rung der gewissen geraten, Dann es war nicht muglich, alle tra, ditiones Zuhalten, Vnd waren doch dj leut In der Maynung, alls were solchs'") ein nötiger gots dinst, vnndGerson schreibt"), das vil hiemit In Verzweiflung gefallen, sich auch selbs vmbge-

    1) hat gelerN Eben so H «ss. 2) „ weit« (statt: weiter)

    hat auch Hess. 3) ,. war" (nicht: were) hat auch Hess. 4) „andere" hat Hess, am Rande S) Nach „so- war

    in unserer Handschrift darüber geschrieben: „ein"; es ist aber wieder gestrichen. Auch Hess, hat durch Correctur: »so ein Zeder" 6) aufzuziehen) Hess,: „auch zuziehenn".

    7) Solche) Auch Hess, hat: „soliche" (statt: solchs).

    8) „ muffen « ist in unserer Handschrift unterstrichen, und am Rande steht von anderer Hand: „mufften". In Hess, ist ,. musten" in: „ muffen" corrigirt. 9) Auch Hess. hat: ,. seint solche traditt.«. 10) so l ch s) Hess.: „ ein solichs «. 11) »Gerson schreibt "(statt: schreibt Gerson) hat auch Hess.

    Iun. 415

    bracht haben '), Darumb') das sie kein trost von der gnad Chri- stj geHort haben. Dann man ficht bej den Sumisten vndTheolo- gen, wie dj gewissen verwirrt, welche sich vnderstcmden h<u ben, Dj traditiones Zusamen Zuziehen vnd Equitet gesucht, das sie den gewissen helffen '), vnd haben souil damit Zuthun gehabt, Das die weil alle hcylsame Christliche leer von nötigern fachen, alls vom glauben, von trost In hohen anfechtungen vnd derglei, chen dawider gelegen ist. Darüber haben auch vil frumer geler- ter ^) Leut vor diser Zeit seer geclagt, Das solche traditiones vil Zancks In der tirchen anrichten vnnd das frume leut Damit ver» hindert. Zur rechten ^) erkentnus christj nicht komen mochten. Gcrson vnd ettliche mer haben hesstig darüber geclagt, Ja es hat auch Augustino mißfallen, das man dj 'gewissen mit souil tradi- tionibus beschweret, Derhalben er dabej vnderricht gibt, Das mans nicht für notige ding halten soll.

    Darvmb haben dj vnsern nicht auß freuet oder Verachtung geistlichs gewalts von disen fachen gelert, Sonder es hat dj hohe notturft gefordert, von oben angezeigten Irthumben vnderricht Zuthun °), Welche auß mißverstand der traditio« gewachssen sein. Dann das Euangelion zwingt, das man dj leer vom glauben soll vnd muß In der tirchen treiben, welchs doch nicht mag verstan den werden, so man vermeint, durch aigne gewelte werck gnad Zuuerdinen. Vnnd ist dauon also gelert, Das man durch hall- tung gedachter menschlicher traditio« nicht tan gnad verdinen oder got versönen oder für dj Sund gnug thun, vnnd soll derhalb kein notiger gots dinst daraus gemacht werden. Darzu wurt vr-

    1) sich auch selbs vmbgebracht haben) Eben so Hess. 2) Darumb) Eben so Hess, (nicht: derhalben). 3) „das sie" steht in unserer Handschrift vor der Linie/ vnd statt „helf fen" war zuerst geschrieben: „zuhelffen". Auch Hess, hat: ., den gewissen zu helffen ". 4) „ gelerter" hat auch H e s s.

    5) Zur rechten) Hess.: „zu der rechten" 6) von

    oben angezeigten Irthumben vnderr. zuthun) Eben so Hess.

    4t« Iun.

    fach aus der schrift angezogen. Christus Mathej am ') 16. ent, schuldigt dj Appostel, da sie gewonliche traditiones nicht gehalten haben, vnd spricht dabej, Sy eren mich vergeblich mit menschen gebotten. So er nun biß ein vergeblichen Dinst nennt, muß er nicht nötig sein, vnnd bald hernach. Was zum Mund eingeht, verunrainigt den menschen nit. Item Paulus spricht Ro. 14., Das himelReich steet nicht In speiß oder tranck '), Coloß 2. Nyemand soll euch Richten In speiß, tranck, sabalh ') ,c. Actum am 15. spricht Petrus, warvmb ') versucht Ir den nun 6) got mit auflegen des Jochs vf der Junger helse, welchs weder vnser veter noch wir haben mugen tragen. Sonder wir glauben durch dj gnad des °) Hern Ihesu christj selig zuwerden, gleicher weiß wie auch sie '). Da verpeut Petrus, da« man dj gewissen nit beschweren soll mit mer eusserlichen Cerie» monien "), vnd 1 Timoth: 4. werden solche verbot, alls speiß verbietln, Ee verbieten, teufels Leere genennt. Dann so lauten sant Pauls wort. Der geist aber saget deutlich, Das In den lezten Zeiten werden etlich von dem glau» ben abtreten vnd anhangen den Irrigen geistern vnd leren der teufet durch dj, so In gleißnerej lu< genreder sind vnd prandtmal In Irem gewissen haben, vnd verbieten eelich Zuwerden vnnd Zu» meiden dj speiß, die got geschaffen hat, zunemen

    mit

    1) «am« hat auch Hess. 2) oder trancy Hess.: „vnd

    ,getra,,gk". 3) sabathl Hess, hat den auffallenden

    Schreibfehler: ,. saget«. 4) Zuerst war in unserer Hand«

    schrift geschrieben: „was'; dieß ist aber durchstrichen und dar« über steht: .. warvmb ><. Auch Hess. hat: „ was ". 5) Auch Hess, hat: „ dan nu ". 6) „ des" (statt: unfres) hat

    auch Hess. ?) gleicher weiß wie auch sie) Auch

    Hess, hat diese Worte. 8) Daß (nach: Cerenwnien) die

    Worte: „Es sey Moifi oder andere« auch in unserer Hand schrift fehlen» sagt Weber nicht.

    Iun. _ 417

    mit bancksagung Pen glaubigen vnd denen, die die warheit erkennt haben *). Dann das ist stracks dem Euangelion entgegen, solche werck einsezen oder thun, Das man Damit Vergebung der sund verdine, oder alls möge -) nyemand christen sein on solchen dinst ^). Das man aber den vnsem hie schuld gibt, alls verbieten sie Casteyung vnd Zucht, wie Ioui- nianus, wurdt sich vil änderst auß Iren schriften befinden. Dann sie haben alzeit gelert vom Heilligen kreuz, Das Christen Zeleiden schuldig sein. Vnd dieses ist ^) rechte ernnstliche vnd nicht er, dichte Casteyung. Daneben Wirt auch gelert, Das ein Jeglicher schuldig ist, sich mit leiblicher vbung, alls fasten ') vnd ander °) arbeit '), also Zuhalten, das er nicht vrsach Zu sunden gebe, Nicht das er mit solchen wercken gnad verdine. Dise leibliche vbung sol nicht allein etlich bestimbte tag, sonder stetigs getriben werden. Dauon redet Christus Luce am ^) 21. hu et euch. Das eure herzen nit beschwert werden mit fressen vnd sauffen "). Item die teufet werben nicht auß, geworffen, dann durch fasten vnd gebet, wie '") Paulus spricht, - er tastey'e sein ley'b vnd pring Ine Zugehorsam, Damit er anzeigt, Das Casteyung ") dinen soll, nicht damit gnad

    1) Dann also lauten — die die warheit erkennt ha be n) Diese ganze Stelle hat auch H e ss.; >. so" (nicht: also) hat auch Hess.; eben so „von dem glauben" (statt: vom glau- den); statt: „Lugenreder" hat Hess.: lugen «den; statt: »die speiß" heißt es in Weim. „diese speise"; die Worte: „zunemen mit doncksagung" (statt: mit Dancksag. zu nehm.) hat auch Hess.; «denen die die" (statt: denn die) hat eben- falls Hess. 2) möge) Weim.: »mag". 3) on

    solchen dinst) Hess, (wie Weim.): »on sölichen ver dienst «. 4) » die" (vor: rechte) fehlt auch Hess. 5) alls fasten) Hess, (wie Spalat.): „als mit fasten«. 6) an der) Hess.: „anderer". ?) „arbeit" (statt: vbung) hat auch Hess. 8) „am" hat auch Hess. 9) „mit fressen vnd sauffen" (statt: mit fullerey) hat auch Hess. 10) „wie" fehlt Hess. Die Lesart „wie" (statt: vnd) hat Weber unbemerkt gelassen. 11) „eigene" (vor: Casteyung) fehlt auch Hess.

    Förstemann's Urlundmbuch. 2?

    418 Iun.

    Zuuerdmen, Sonder den leyb geschickt Zuhalten, Das er nicht verhinder ^), was einem Iegllichen nach seinem beruef Zuschaf- fen beuolhen ist.,

    Vnnd wurt also nicht das fasten verworffen, Sonder das man ein notigen dinst daraus ^)'vf bestimbte tag vnd speiß Zu- uerwirrung der gewissen gemacht hat.

    Auch werden dises theils die ') Ceremonien vnd traditio« gehallten, Alls ordnung der Meß "), gesenng, vhesst :c., welche darzu dinen, das In der kirchen ordnung gehalten werd "'). Da- neben aber wurt das volck vnderricht, das solcher eusserlicher gots- dinst nicht frum mache vor gott, und das man on beschwerung ^) deß gewissens halten soll, Also das '), so man es nachlest on ergernus, nicht daran gesündigt wurt. Dise fteiheit In eusser- lichen Ceremonien haben auch die allten veter gehalten. Dann Inn Orient hat man das Osterfest auf andere Zeit dann Zu Rom gehalten, vnd da «lich dise vngleicheit für ein trenung In der tirchen halten wollen, sein sie vermant von mindern, Das nicht noth, In solchen gewonheiten gleichheit Zuhalten. VnndHire- neus spricht ^) also, vngleicheit In fasten trennet nicht die Ainigteit deß glaubens, wie auch Dist. l2. von solcher vngleicheit In menschlichen ordnungen geschriben, Das sie der Aynigkeit der Christenheit nicht Zuwider sej, vnd tripar- tita ") historia Im 9. puch '") Zeucht Zusamcn vil ««gleicher

    l) verhinder) Hess.: „ verhi ndert". 2) „ daraus" steht

    in unserer Handschrift über der Linie. Hess, hat dafür: »daruff«. Z) ,.die"(statt viel) ist von Weber nicht b«,

    merkt worden. Eben so Hess. 4) „vnd ander" (vor:

    gesenng) fehlt auch Hess. s) werd) Hess.: «werden«.

    6) beschwerung) Hess.: ,,beschwernuß«. 7) „es"

    (nach: das) ist in unserer Handschrift durchstrichen. 8) Hi, reneus spricht) Auch Hess, hat: «Ireneus spricht" (nicht: spricht Iren.). 9) Zuerst war in unserer Hand«

    schrift geschrieben: „tripertitia'. 10) Auch Hess, hat

    . „ im »x. buch" (nicht,' Lil». 9.).

    Iun. 419

    lirchen gewonheit'), vnd sezt ein nuzlichen Christlichen spruch '), Der Apostel Maynung ist nie gewesen, feyrtag einZusezen, Sonder glauben vnd Lieb zu leren.

    Von Closter glubden. Von closter glubden Zureden ist noch. Erstlich Zubeden» cken'), Wie es bis anhere Damit gehalltm. Welch wesen In tlostern gewesen ^) vnd das seer vil DarInn «glich nicht allein wider gotes wort. Sonder auch Vebstlichen rechten Zuentgegen gehandelt ist. Dann Zu sant Augustins Zeiten sind Closter Stennd frej gewesen, volgend, da die rechte Zucht vnd leer zerutt, da ^) hat man Closter glubd erdacht, Vnd damit eben alls mit einem erdachten gefengknus die Zucht widervmb aufrichten wollen, vber das hat man neben den closter glubden vil andere stuck mer ans pracht vnd mit solchen vanden vnd beschwerden hat man «) Ir vil auch vor geburenden Iarn beladen,' So sind auch vil Personen auß vnwissenheit Zu solchem Closter leben komm. Welche, wiewol sie sonst nicht Zu Jung gewesen, haben doch Ir vermugen nicht gnugsam ermessen noch ') verstanden. Dieselben alle, also ver, strickt vnd verwickelt, sein gezwungen vnd getrungen ^) gewesen. In solchen pannden Zupleiben, vngeachtet deß, das auch Bebst, lich recht ^)Ir vil frej gibt. Vnnd das ist beschwerlicher gewest In Iunckfrauen Clostern, Dann Munch clostern'"), So sich doch gezimbt het, der weybsbilder alls der schwachen ") Zuuerschonen.

    1) gewonheit) Hess.:,, gewonheiten ". 2) Mit den Wor ten: „ein nutzl. Christ!, spruch« beginnt in Hess, eine neue Papierlage. Das folgende ist in Hess, mit schwärzerer Tinte und, wie es scheint, von einer ander» Hand geschrieben. 3) Jubedencken) Hess.: „Zu gedencken". 4) gewe, sen) die Mainzer Handschr. hat dafür ..gehabt«, «.Hess.: , „gehalten". S) „da" hat auch Hess. 6) „hat

    man" steht in unserer Handschr. über der Linie. 7) .. noch « (st.: vnd) hat auch Hess. 8) gezwungen vnd gedrun- 'gen) Hess.: „gedrungen und gezwungen". 9) Bebstlich recht) Hess.: „die bebstlich recht". 10) Munchclo»

    stern) Hess.: „in Munchclostern «. 1 l) Uebcr., schwa chen» hat Hess.: »Personen«.

    27«

    420 Iun.,

    Dieselb strengtet vnd hertigteit hat auch vil frumen leuten In vorZeiten mißfallen. Dann sie haben wol gesehen, Das bebe, tnaben vnd Meidlein, vmb vnderhalltung willen deß leibs In dj tloster versteckt sind worden. Sy haben auch wol gesehen, wie vbel dasselb furnemen geraten ist, was ergernus, was beschwer« ung ^) der gewissen -) es gebracht, vnd haben vil leut clagt. Das man In solcher fherlichen fach ') die Canones so gar nicht achtet. Zu dem so hat man ein solche Waynung von den closter glubden, die vnuerporgen ") Auch vil München vbel gefallen hat. Die wenig ein verstand gehabt. Dann sie gaben für. Das clo ster glubden der tauf gleich weren, vnd das man mit dem Closter« leben Vergebung der Sund vnd rechtuertigung vor got vereint. Ja sie sezten noch mer darzu, Das man mit dem closter leben verdint nicht allein gercchtigteit vor got/) vnd frumbteit, Son« der auch, Das man damit hielte die gebot vnd Rethe ^) Im Euangelion verfast, vnd wurden also dj closter glubd hoher gc.- preist, dann dj tauf. Item das man mer verdinet mit dem clo ster leben, Dann mit allen andern Stenden, so von got georoent sein, Alls Pfarrer'), Prediger stand, Obrigkeit, Fürsten, Herrn, stand vnd dergleichen. Die alle nach gottes gebot, wortvndve« uelch s) Irem berueff on erdichte geistliche«! dienen, wie dann diser stucken teins mage verneint werden. Dann man sindts In Iren aigen puchern.

    l) was er gern., was beschw.) Beide Mal war in unserer Handschrift zuerst geschrieben „waser"; dieß ist aber in ..was" corngirt, Auch Hess, hat »wasser« (statt: was), und „vnd wasser beschwernus ", (statt: was beschwerung). 2) „ der

    gewissen" fehlt Hess. 3) In solcher fherlichen fach) Hess.: „in solichen ferlichen fachen". 4) „die" (vor: vnuer« psrgen) fehlt auch Hess. 5) „vor got",steht in unserer Hand« schrift und in Hess. über der Linie. 6) Statt „Rethe"

    (Rathe) war in Hess, zuerst geschrieben ..rede". Es ist aber gestrichen, und darauf folgt das richtige Wort: „rethe". 7) „ vnd" (vor: Prediger stand) fehlt auch Heff. 8) » In" (vor: Ircm beruff) ist in unserer Handschrift durchstrichen.

    Iu,u 421

    Vber das, wer also gefangen und Ins closter komen, Ler, net wenig von christo. Etwo het ') man schulen der Heilligen schrist vnd anderer kunste, so der christlichen tirchen Dinstlich sind, In den clostern ^), Das man aus den clostern pfarrer vnd Bischoffen genomen hat. Iezt aber hats vil ein ander gestslt mit den Clostern '). Dann vor Zeiten kamen sie der Maynung Zu» samcn Im closter leben, das man die schrift lernet, Iezt geben sie für, Das closter leben sej ein solch wesen. Das man gottes gnao vnd frumbteit vor gott damit verdine, Ja es ') sej ein stand der voltomenheit, vnd sczens den andern Stenden, so von got eingestzt, weit für. Das alles wurt darumb angezogen on alle Verunglimpfung, Damit man Je bester baß vernemen vnd ver- steen muge, was vnd wie dj vnsern leren vnd predigen ^).

    Erstlich leren sie bej vns von denen, die Zur Ee greiffen Also, Das alle die, so zum ledigen ^) stand nicht geschickt sind, macht, fug vnd recht haben, sich zuuereelichen. Dann die glubb vermugm nicht, gottes ordnung vnd gebott') aufzuheben. Nun laut gottes gebot also .l.Cor. 7. vmb der hurerej willen Hab ein Ietlicher sein aigen weib, vnd ein Iegc» liche Hab Iren aigen Man :c. Darzu tringt, Zwingt vnd treibt nicht allein gottes gebot, Sonder auch dj gottes ge- schopf vnd ordnung alle dj Zum Erstand, die on sonderlich gots werck mit der gab der Iunckfrauschaft nicht begabt sind, Laut du ses spruchs gottes selbs Gene. 2.") Es ist nicht gut, Das

    1) het) Weim.: „ hat«. 2) Nach „ In den Clostern" hat

    in Hess, eine andere Hand über die Linie geschrieben: „gehal ten ". (Spalat. hat dafür im Texte: „gehabt"). 3) .,mit den Clostern" hat auch Hess. 4) „ es « steht in unserer

    Handschrift über der Linie. 5) „ leren vnd predigen" hat

    auch Hess, (statt: predigen vnd lere^l). 6) Statt »ledi«

    gen" war in Hess, zuerst geschrieben: „ehelichen", es ist aber durchstrichen und darauf folgt: „ledigen". 7) „gebott" heißt es in unserer Handschrift erst durch Correctur, 8) G e - ne. L.l Hess.: >>Genesis am 2.«.

    422 Iun.

    der mensch allein sej, wir wollen Ime ein ge» hilffen machen, Der vmb Ine seye.

    Was mag man nun dawider aufbringen? Man rume das glubd vnd dj Pflicht, wie hoch man »voll, Man muz') auf, alls hoch alls 2) man tan, So mag man Dannocht nicht «Zwingen, das gottts gebot dardurch aufgehaben werde.

    Die Donores sagen, das dj glubd auch wider deß Vabsts recht vnpundig sein, wie vil weniger sollen sie dann pinden, statt vnd Craft haben wider gottes gebott.

    Vnnd ') Wo dj pfiicht der glubden kein ander vrsachen hett. Das sie mocht aufgehaben werden, So hotten die Bebst auch nicht dawider Dispensirt vnd *) erlaubt. Dann es geburt keinem mm, schen, dj Pflicht, so auß gotlichen rechten herwechst, zureissen^). Darvmb haben die Bebst wol bedacht, Das Inn diser Pflicht ein Equitet soll gebraucht werden, vnd haben Zum offternmal dispen» sirt, Alls mit einem konig von Arragon vnd vilen andern. So man nun Zuerhalltung zeitlicher ding dispensirt hat, Soll vil bil< licher dispensirt werden vmb notturft willen der seelen.

    Volgend warumb treibt der gegen«!! so hartt, Das man dj glubdt hallten muß, vnd sicht nicht an zuuor, Ob das glubd sein an Hab. Dann das glubdt soll In muglichen fachen 5) wil« lig vnd »«gezwungen sein. Wie aber dir ewig teuschheit In deß menschen gewallt vnd vermugen steet, waist man wol. Auch sind wenig bede mans vnd weibs Personen, die von Inen selbs wil< lig ') vnd wol bedacht das closter glubdnus gethon haben, Ehe

    1) „es" (nach: muz) fehlt hier und Hess.; Weim.: ..«nutzes". 2) „alls" hat auch Hess. 3) »Vnnd", welches auch

    Hess, hat, steht in uns, Handschr. vor der Zeile. 4) „vnd" (statt: oder) hat auch Hess. 5) Vor: „zureissen" hat Hess, noch über der Linie: „ zu «. 6) Nach >. fachen" war in uns« «r Handschrift „vnd" geschrieben, es ist aber gestrichen und darauf nach „ willig" über die Linie geschrieben. 7) „ willig" hat Hess, über der Linie.

    Iun. 423

    sie zu rechtem verstannd tomen, so vberredt man sie Zum closter glubd. Zu weilen werden sie auch darzu gezwungen vnd getrungen.

    Darvmb ist es ^) Je nicht billich, das man so schwind vnd hartt von der glubden Pflicht disputire ^), Angesehen das sie alle bekennen, Das solchs ') wider dj natur vnd Art des glubdnus ist. Das es nit willigclich vnd mit gutem Nach vnd bedacht ge lobt wirt. Ettlich Canones vnd Bebstlich recht Zerreissen dj glubdt, die vnter rv Iarn gescheen sein ^), Dann sie Haltens dafür. Das man vor derselben Zeit souil Verstands nicht Hab, Das man dj ordnung deß ganz?« lebens, wie dasselb anzustellen, beschliessen kann. Am ander Canon gibt der Menschlichen schwacheit noch mer Iar zu. Dann er verbeut, das closter glubt vnter xviij Iarn Zuthon. Daraus hat der meist teyl entschuldigung vnd vrsach, aus . den closiern Zugehn. Dann sie des merernteils In der tindtheit vor solchen ^) Iarn Inn closter tomen sind. Enntlich wann gleich die verbrechung des closter glubds mocht getadelt werden, so tonnt aber dannocht daraus nicht erfolgen, Das man derselben Ee Zw reisten soll. Dann sant Augustin sagt 27. 9. 1. c. Nup:«), Das man solche Ce nicht Zureissen soll. Nun ist Je sant Augu stin nicht In geringem Ansehen In der Christlichen tirchm, Ob gleich ettlich hernach anders gehalten.

    Wiewol nun gottts gebot von dem Gestand Ire') seer vil vom closter glubdt frej vnd ledig macht, So wenden doch dj vn- fern noch mer Ursachen für. Das closter glubdt nichtig vnd vnpun- dig s<j. Dann aller gots dinst von den Menschen on gottes ge bot vnd beuelch eingesezt vnd erwelt, gerechtigkeit vnd gottes gnad

    1) ..es« hat auch Hess. 2) disputire) In Hess.», in unserer Handschr. ist „dist)utirt" in „disputire" corrigirt. 3) Vor »solchs« hatte Hess, zuerst „ ein "; es ist aber gestrichen. 4) sein! Weim.: „sind". 5) „solchen" hatte ursprünglich auch

     
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