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Charter: Urkundenbuch zu der Geschichte des Reichstages zu Augsburg (1530), ed. Förstemann, 1833 (Google data) 109
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Urkundenbuch zu der Geschichte des Reichstages zu Augsburg im Jahre 1530, Nr. 109, S. 290

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    Kr. 95. (16. I u n.)

    Bericht über die Processen am Frohnleichnamsfeste.

    Fortsetzung und Schluß aus der oben in der Einleitung zu Nr. 87. S. 245. erwähnten gleichzeitigen Druckschrift. Der Schluß grün« det sich auf die kaiserliche Proposition vom 20. Iun.

    Hernach volgt der vmbgang auff Corporis Christi, donnerstag den 16. Iunij zu Augspurg gehalten.

    Auff diesen tag hat Kei. Mai. vmb 7. hör vor mittags al Churfürsten vnd Fürsten zu sich erfordern lassen, auff Meinungen gros ampt, nachmals ein Procession mit dem Sacrament zuhal ten, auff welches.alle Churfürsten vnd Fürsten, ausserhalb des Churfürsten zu Sachsen, zu hoff erschinen. die weil aber Marg< graff Jörg, der junge Hertzog von Sachsen, von seines vaters wegen, sampt den zweien Herhogen von Lünenburg, dem Landgraffen von Hessen vnd Fürsten zu Anhalt vermerckt, das Kei. Mai. gemüt, mit Churfürsten vnd Fürsten ein grosse Pomp vnd Procession zu halte, haben sie die Kei. Mai. vnthertenigtlich ihrent halb darfür gebeten, vnd etlich auff Kei. Mai. statlich be, gered ihrer Meinung behart, vnd ynn des Churfürsten von Sachsen Herberg anHeims genume, vnd bey dieser Procession nicht sein wollen.

    ') Das Uebrige fehlt. Müller sagt von diesem Defecte nichts. Der lat. Text bey Cd lest in schließt ebenfalls mit diesen Wort ten, und Colistin giebt uns damit auch hier einen Beneis, daß der lat. Text der von ihm mitgetheilten Urkunden oft durch« aus nicht als der ursprüngliche Text zu betrachten ist.

    Iun. 271

    Nachmals ist die Kei. Mai. mit dem Künig Ferdinan de, auch den andern Churfürsten vn Fürsten, Cardinel vnd Bi, schössen sampt viel Trabanten ynn die Thumbtirchen gezogen, alda ein köstlich ampt durch den Bischoss von Augsburg vnd Kei. Mai. Canterey "nd Organisten gesungen worden.

    Nach volendung des selben, welches sich schicr auss den Mittag verzog, hat man die Processi»« furgenumcn, sind erst, lich die «fassen und Thumherrn yn iren köstlichen chormenteln, darunter der bischoss von 2lugsp. zuletzt gange, nachmals etlich Spa. pfaffen, etwa« bey 12, die vast die besten Choröck des Stifftes angetragen, auss welche Kei. Mai. vnd des Künigs von Hungern hecrpaucken vnd trummetter mit grossem schal gegangen. Darauss sein gegangen al Deudsch weltlich Fürsten vnd ttlich mechtig Spanisch Herren.

    Darnach ist der hymel durch 6 Fürsten getragen, nemlich chertzog Ludwig von Beiern, Hertzog Philips Pfaltzgraff, Hertzog Heinrich von Vraunschweig, Hcrhog Philips 'vonPomern vnd Marggraff Joachims Söne, vnter dem der Cardinal von Meintz ynn seinen Pontificalibus wol gezirt, das Sacrament getragen, welchen zu der rechten gefürt hat der Künig Ferdinand« s, vnd zu der lincken Marggraff Joachim Churfürst.

    Nachuolgends ist gange Kei. Mai. Marschalck, nach dem der Churfürst vö Sachsen nicht da gewcst, welcher das Keiserlich schwe« ynn seiner Hand Kei. Mai. vorgetragen.

    Nach ihm ist Kei. Mai. ynn einem braun samaten Neid mit silber vnterzogen allein «nd parhaubt für vn für gangen, wie, wol die Sun ser heis geschinnen hat, darzu ein grosse weisse ter- tzen brinnende ynn der Hand getragen.

    Darnach stracks auss die Kei. Mai. ist gangen der Bebst, lich legat, neben welchem ein alter Spanischer Herr, auff den der legal die rechten Hand stett gelegt.

    Darnach sind gangen der Cardinal Matheus lang von Saltzburg vn der Cardinal von Trent.

    272 Iun.

    >

    Darnach wol zurück ist gange der bischoff vö löln, auss der andern feite des Bischoffs vö Tri. potschafft.

    Auff solch ein gantzer Hauff Bischoff, Spanischer Herrn vnd potschafften.

    Nachuolgends zu beiden seilen sein gangen Kei. vnd Künig. Mai. Trabanten mit ihren Hellenparten, vnd zwischen denen bis yn N. Spanischer Edelleut vn Herren ynn gülden vnd sameten wapenröcken gekleid, die al gros weise wichsene terhen brinnend getragen, also das man bey dieser Procession von grossen Fürsten vnd Herren vnd (st.: viel) Pompivnd Triumphs gesehen hat, welche Procession von demthumb bis auffden perlein ynn S.Peters capeln altar ein Euangelion gesungen worden, von bannen bey der trinck stuben hinfür bis zum heiligen crcutz hinein, da auch Widder ge sungen worden, bis anderehalbe stund nach mittag gewerd, wie

    / wol von mannen vn weiden stad volcks ein kleiner Hauff hinten

    ^nach gangen ist.

    Item wo von auff itzundigen Reichstag zu Augs, purg gehandelt sol werden.

    Keiserlichen Maiestat von wegen der zu felligen handelung, die man sich ynn keinem wege versehen, vnd auff das man gleich wol alle fachen sich zu bereden habe vnd zu betrachten zu kürtzung des Handels, Das iederman wisse, wo von man Handel vnd reden sol auff diesen tünfftigen Reichstag, vnd sind allen Churfürsten, Fürsten vnd stendcn des Reichs lauts durch die Kei. Mai. post zugeschickt, dabcy iederman sehen müge, wie es Kei. Mai. herz lich gut meine, vnd wolle nichts heimlich practicirn vnd handeln, des sich denn billich alle gute Christen freuen vnd trösten sollen.

    Der erst Artickel.

    Vnn waser gestalt dem feinde Christlichs bluts, dem Tür- cken, mit zeitigen radt vnd einer beharlichen hilff begegnet müge werden.

    Der

    Iun. . 273

    Der ander Artickel.

    Wie wol ein Concilij hoch von nsten, so wollen doch diese schwinde leuffte, so itzt verhanden, nicht so viel räum geben, Das man ein General consilium haben müge aus allen Nation, Dar um» begert Keiserlich maieftat, ein ieder Fürste solle seine gelar- ten mitbringen, vnd soll einem ieden freu sein, von allen Ceremo»' nien vnd vnserm heiligen glauben zu reden, vn alles rechten ge< statet werden, denn sein Kei. Mai. sehe es wol, die not solcher Handlung erfordern.

    Der drift Artickel.

    Es sey war, die geistliche haben die seilen zu hoch gespan« net, darumb sollen alle stende des Heyligen Reichs darzu bedacht sein, das ein freundlich einsehe geschehen, Jedoch niemands wid» der an ehre oder an gut belestigen, sondern so viel die liebe vnd Gottes ehre gefordert, an ihrem leben vnd lere gebessert werben.

    Der vierde Artickel.

    Keiserlich Maiestat wil ihn alwege helffen handeln, was zu fried vnd rechten dienet. Ein solchen mut vnd Hertz« begert er iederman zu haben.

    Der funffte Artickel. Die weil aber einigteit des glaubens vnd frides nicht kann bestehen on brüderliche liebe, so begert sein Kei. Maiesiat, die geistlichen wollen sich als weltlich achten, vnd die weltlichen als geistliche, auff das sich niemands des andern scheme, als weren die geistlichen mehr vnd höher, vnd die weltlichen weniger, dar aus denn mus zwitracht vnd spaltung folgen.

    Der sechste Artickel. Kei. Mai. (begehrt), man wolle yn» allen Fürstenthumen den Pfarherrn vnd Predigern beuehl thun, das man das volck zum gebet ermane, das solche stücke möchten aus Gottes ehre vnd gemeinen nutz geraten.

    Förstemann'i Urlunienlmch. 18

    274 Iun.

    Der siebend Artickel.

    Keiserlich Maiestat tan als Gottes crcatur Gott nicht gnug- sam dancken, das ie so viel glücke vnd sigs Widder ihre feinde ge geben , vnd bedenckt der halben vnd ist willens, mit Gottes hülste sich zu gemeiner deudscher Nation besserung sich zu wenden.

    Der achte Artickel

    Meldet von tirchen vnd Klöstern gütern, wie die cnderung aus wunderlicher schickung Gottes begebe, vnd wie mans furthin damit halten solle.

    Der ix. r. xi. vnd xij. Artickel

    Betrifft das Kamergericht vnd regement, auch wie man das selbig stadliche nicht erhalten müge on ein wahel eines Rö mischen Künigs, Wie denn zu achten mit diesen anhange, darauff sich zu beradtschlahe, wie man ein bestendig Müntze durch das heilig Reich erheben möchte, vnd die Müntze so böse vnd nicht gleich schrotig abschaffen, Sampt den Monopolis vnd andern beschwerungen, darüber gantz deudsch land itzt tleglich schreiet vnd klagt, das ie für nemllch sol geradschlaget werde. .

     
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