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ausklappenFalsche-Gulden-Blätter

Die Falsche-Gulden-Blätter (auch Zeichen der Falschen Gulden genannt) sind Inkunabeln aus der Zeit um 1482. Ihre Erzeugungsorte konzentrieren sich im süddeutschen Raum. Heute sind elf verschiedene Einblatt-Drucke bekannt, die vor Münzfälschungen warnen.

In keinem wird die Person / die Institution benannt, die für die Warnung verantwortlich ist. Anhand typographischer Merkmale können zehn unterschiedliche Drucker, die in sieben verschiedenen Städten tätig waren, bestimmt werden:

Erzeugungsorte und Drucker:

Augsburg: Johann Blaubirer, Johann Schönsperger, Anton Sorg

Basel: Nikolaus Kessler (Zuweisung unsicher)

Magdeburg: Bartholomäus Ghotan

München: Johann Schaur, Johann Schobser

Nürnberg: Anton Koberger

Reutlingen: Johann Otmar

Ulm: Johann Zainer d. Ä.

Mit einer Ausnahme datieren alle Falsche-Gulden-Blätter in die Zeit um 1482. Der Druck von Johann Schobser aus München kann aufgrund der verwendeten Drucktype in den Zeitraum von 1500–1512 gelegt werden.

Wie ihr Name bereits verrät, wird auf den Falsche-Gulden-Blättern vor gefälschten Goldmünzen gewarnt, die sich angeblich im Umlauf befinden sollen. Der Inhalt der verschiedenen Drucke ist ident, der Wortlaut kann von Druck zu Druck variieren. Der Text der Guldenblätter gliedert sich in vier Abschnitte:

  1. Einleitung
  2. Beschreibung der Münzen
  3. Bewertung und Art der Fälschung
  4. Informationen zu Anschlag und Datierung

Nicht alle Drucke weisen jeden der vier Textabschnitte auf, der zweite Abschnitt ist jedoch immer vertreten. In diesem werden fünf verschiedene Goldgulden und die Zeichen, anhand derer man sie als Fälschung erkennen können soll, beschrieben.

Die genannten Münzen werden auf neun der elf Falsche-Gulden-Blätter mithilfe von Holzschnitten abgebildet, zwei Drucke wurden ohne Münzabbildungen erzeugt. Bei den Vorbildern für die beschriebenen und grösstenteils dargestellten Stücke handelt es sich um Goldgulden des Erzbistums Mainz, der Städte Lüneburg und Hamburg, des Erzbistums Köln und der Reichsmünzstätte Frankfurt aus der Zeit von 1425 bis 1468. Die Zeichen der falschen Gulden, die auf den Drucken genannt bzw. abgebildet werden, sind weder auf den originalen, noch auf den (wenigen heute bekannten) gefälschten Goldgulden dieser Zeit zu finden. Es ist davon auszugehen, dass Fälschungen mit den speziellen Merkmalen, wie sie auf den Falsche-Gulden-Blättern beschrieben werden, nie existiert haben.

Vorbilder für Beschreibungen und Abbildungen auf den Falsche-Gulden-Blättern:

Erzbistum Mainz, Adolf II. von Nassau (reg. 1461–1475), Goldgulden o. J. (1464–1475), Münzstätte Mainz

Stadt Lüneburg, König Friedrich III. (reg. 1440–1452), Goldgulden o. J. (1440–1452)

Stadt Hamburg, Kaiser Sigismund I. (reg. 1433–1437), Goldgulden o. J. (1433–1437)

Erzbistum Köln, Dietrich II. von Moers (reg. 1414–1463), Goldgulden o. J. (1425–1428), Münzstätte Bonn

Erzbistum Köln, Dietrich II. von Moers (reg. 1414–1463), Goldgulden o. J. (1428–1437), Münzstätte Bonn

Reichsmünzstätte Frankfurt, König Friedrich III. (reg. 1440–1452), Pfandinhaber Conrad von Weinsberg, Goldgulden o. J. (1440–1452)

Alle weiteren Textabschnitte (1, 3 und 4) der Falsche-Gulden Blätter sind auf den meisten, jedoch nicht auf allen Drucken vertreten.

Im ersten Textabschnitt wird von der Verurteilung eines Münzfälschers in Göttingen und dessen Erzeugnissen berichtet. Die Fälschungen sollen laut den Drucken in Norddeutschland (niderlant) hergestellt worden sein. Um die Schwere des Vergehens deutlich zu machen, ist zudem von ganzen 4 Tonnen Gold die Rede, die im Rahmen dieser Falschmünzaffäre zur Ausprägung gelangt seien. Eine konkrete Menge ausgeprägter Fälschungen kann mit dieser Angabe jedoch nicht ermittelt werden.

Im dritten Textabschnitt werden die Machart und die Bewertung der Fälschungen thematisiert. Bei den falschen Goldgulden handle es sich um gefütterte Münzen – ein Kupferkern wurde nur mit einer dünnen Schicht Edelmetall überzogen – und diese seien höchstens 5 (von ursprünglich 24) Weißpfennigen wert.

Der letzte Textabschnitt nennt als Ort des Aushangs der Informationen das Rathaus in München. Außerdem wird das Jahr 1482 genannt, an dem sich die Datierung der Falsche-Gulden-Blätter orientiert.

Da weder ein Auftraggeber noch ein konkreter Empfängerkreis auf den Falsche-Gulden-Blättern genannt wird, besitzen sie einen stark inoffiziellen Charakter. Eine Ausgabe von öffentlicher Seite und das auf manchen Drucken genannte Anschlagen der Blätter an öffentlichen Plätzen scheint unwahrscheinlich. Auch der Nutzen der Blätter darf als gering angesehen werden, da eine Identifikation der Fälschungen aufgrund der kurzen Beschreibungen und mehrheitlich unzureichend genauen Abbildungen kaum möglich wäre.

Die Falsche-Gulden-Blätter aus Augsburg können an den Beginn der Entwicklung gestellt werden. Verschiedene Überlegungen legen nahe, dass Johann Blaubirer aus Augsburg mit seinem Druck den Anfang machte (1482-99-99_Hannover_01: Aspetsberger, 2020, S. 115, 116 und 129). Wie sich die Falsche-Gulden-Blätter von dort aus von Drucker zu Drucker, Stadt zu Stadt weiterverbreitet haben, lässt sich leider nicht rekonstruieren. Der Druck von Johann Schobser ist aufgrund seiner abweichenden Datierung (1500–1512) an das Ende der Entwicklung zu stellen.

Die Falsche-Gulden-Blätter sind Thema einer Masterarbeit am Institut für Numismatik und Geldgeschichte der Universität Wien. Die Abschlussarbeit kann online abgerufen werden: http://othes.univie.ac.at/64676/1/70077.pdf.

Agnes Aspetsberger

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Illuminierte Urkunden  (Collection)
Date:1482-99-99
Gedrucktes "Falsche-Gulden-Blatt"Das Aufgreifen eines Münzfälschers und dessen Verurteilung in Göttingen zum Tod am Scheiterhaufen wird als Anlass genommen, um vor angeblich im Umlauf befindlichen Gol...

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