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FondSt. Lambrecht, Benediktiner (1205-1580)
  1. Stiftsgeschichte
  2. Nahe am Neumarkter Sattel, der den Übergang nach Kärnten bildet, liegt das Stift St. Lambrecht, Steiermark, Diözese Seckau. (Monasterium ad S. Lambertum Styriae.)Gegründet 1066 in Obersteiermark an einem St. Lambert-Kirchlein von Marquard Grafen im Mürztal und Aflenz, nachmals Herzog in Kärnten und wahrscheinlich von St. Blasien im Schwarzwalde besetzt. Dessen Sohn Herzog Heinrich III. vollendete 1103 die Stiftung des Benediktinerklosters. Das Stift erreichte bald eine hohe Blüte, trotz seiner abseitigen Lage wurde es zu einem der wichtigsten Kulturzentren in der Steiermark. Der reiche Grundbesitz erlaubte dem Stift eine großzügige Bautätigkeit. Nach schweren Brandschäden an der romanischen Kirche entstand im 14. und 15. Jahrhundert die imposante gotische Kirchenhalle. Die Klostergebäude wurden seit 1639 von Domenico Sciassia vollständig neu erbaut. Das Stift war früher bedeutend größer, reichsunmittelbar und exempt (1109), das ist direkt unter Kaiser und Papst stehend, bis 1783. Es hatte einige Propsteien (Mariazell, Aflenz, Veitsch und Piber), zahlreiche Pfarreien und im Jahre 1785 sogar 105 Stiftspriester, davon 18 allein in Mariazell. 1786 trotz seines großen Personalstandes aufgehoben, wurde es 1802 - hauptsächlich mit Rücksicht auf Mariazell - wieder hergestellt, aber nicht mehr im alten Glanze. Im Jahre 1938 wurde es als erstes österreichisches Kloster von der nationalsozialistischen Regierung neuerlich aufgehoben. Wiederum litten die Kunstbestände des Hauses schwer, die Gebäude verkamen. Ab 1945 wurde das Stift wieder aufgebaut. Heute sind dem Stift St. Lambrecht 8 Pfarreien (einschließlich Mariazell) inkorporiert. Neben dem klösterlichen Gemeinschaftsleben bildet ihre Betreuung die Hauptaufgabe des Hauses. Einige Jahre war ihm Mariazell entzogen gewesen, aber seit 1966 gehört es rechtlich wiederum zum Stifte St. Lambrecht. Das Spital des Stiftes wird schon 1424 erwähnt. Zu den Gütern des Stiftes gehört das Stiftsgut St. Lambrecht (mit dem alten Schloß), Lind (Schloß), Feistritz, Veitsch und Grieb, Mariazell, Aflenz, Witschein (1807), dann der Mädl- und Gersthof.Vor der erstmaligen Aufhebung gehörten zur Stiftsherrschaft die Güter Hof, Stein (mit Burg) und Ämter in Kärnten, zur Herrschaft Aflenz (mit Schloß) die Herrschaft Mariazell samt Gußwerk (gegründet 1745); ferner besaß das Stift die Herrschaften Piber und St. Gotthard bei Graz mit Schlössern, die Gilten Rottenturm und Lungau, den Grottenhof bei und den Lambrechtshof (jetzt Krankenhaus) in Graz, Mühlen, Kalk-, Salz- und Marmorgruben etc. Der Stiftsabt nannte sich Propst von Mariazell, Aflenz, Veitsch und Piber.Die Herrschaft Piber verblieb 1786 dem steirischen Religionsfonds, das dortige Kommissariat wurde säkularisiert, und die durch dieses Gut dem Stifte vor seiner Aufhebung inkorporierten Pfarreien blieben Säkularpfarren der Diözese Seckau, nämlich: 1. Köflach (1245); 2. Edelschrott (1245); 3. Graden (1784); 4. Hirscheck (1245); 5. St. Martin am Wölmesberge (1786, vorher Filiale von Edelschrott); 6. Modriach (1245-15. Jh., dann Filiale von Pack, neu 1787); 7. Pack (1245); 8. Piber (1066, führte dann den Titel Propstei); 9. Salla (1245); 10. Geißtal (1245); 11. Kainach (1243); 12. Stallhofen (1245); 13. Ligist (1273); 14. Stadtpfarre St. Michael in Voitsberg (13. Jh., seit 1816 St. Joseph); 15. St. Margareten (1103-1816, abgetragen 1816, besteht nicht mehr) außerhalb Voitsberg. 16. Auch in Adriach war 1103-1786 eine stiftliche Pfarre (jetzt Filiale von Frohnleiten).Schon vor 1541 bestand in St. Lambrecht eine Studienanstalt, 1683 wurde dort eine philosophische und theologische Hauslehranstalt gegründet und von den Klerikern aus Admont, St. Lambrecht, Garsten, Seitenstetten, Ossiach, St. Paul, Viktring, Arnoldstein und Martinsberg besucht. Im Jahre 1808 wurde das jetzige Privatgymnasium im Stifte wieder eröffnet und auch die theologische Hauslehranstalt errichtet, die jedoch bald wieder einging. Das Juniorat wurde dann in Graz, Admont, Innsbruck oder in Italien ausgebildet. Einige Stiftspriester waren in Wien, Salzburg und Graz im Lehrfache tätig. In das Jahr 1598-99 fällt die Administration des Stiftes Admont durch St. Lambrecht. Die Stiftung eines Nonnenklosters zu St. Martin in Greith bei St. Lambrecht durch den Grafen Marquard gehört in das Gebiet der Sage.Die jetzigen Säkularpfarren (gegründet 1787) im Piberdistrikt, St. Georgen am Schwarzenbach (vorher Filiale von Schwarzenbach) und St. Wolfgang in Mönchegg (vorher Filiale von Obdach) sowie die Admonter Pfarre St. Anna in Lavantegg (vor 1787 ebenfalls Filiale von Obdach) waren bis 1786 Filialkirchen unter dem Patronat von St. Lambrecht. Die Stiftsäbte hatten schon 1245 das Recht der Pontifikalien. Von St. Lambrecht wurde 1144 die Abtei Altenburg (...) bezogen. Bald nachher gründete St. Lambrecht das Heiligtum von Mariazell und schenkte damit Österreich seinen größten und beliebtesten Wallfahrtsort. Die Betreuung der Wallfahrt blieb fortan eine der wichtigsten Aufgaben des Stiftes.

  3. Bestandsgeschichte
  4. 1564 wurden die nach Bistümern und Klöstern benannten Abteilungen des Wiener Schatzgewölbes im Hinblick auf den praktischen Wert der Urkunden nach territorialen und dynastischen Gesichtspunkten zwischen dem Kaiser und Erzherzog Karl geteilt. Die Abteilung St. Lambrecht kam hierbei zur Gänze nach Graz.Zwischen 1811 und 1813 wurden im StA. 20 Stück Abschriften (1000-1459) aus dem Stiftsarchiv St. Lambrecht angefertigt.Im Zuge eines Archivalientausches mit der Hofbibliothek am 11. März 1869 kamen 7 Urkunden (1282-1417) des Benediktinerstiftes St. Lambrecht an das StA.

  5. Folgende Ausführungen zur Stifts- und Bestandsgeschichte sind aus:
  6. Paul Kletler: Die Urkundenabteilung bzw. Walther Latzke: Die Klosterarchive, in: Inventare österreichischer staatlicher Archive. V. Inventare des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Dritter Band des Gesamtinventars. Wien: 1938, S. 25, 125f. und 372.

    Floridus Röhrig: Alte Stifte in Österreich. Band II: Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg. Wien, München: 1967, S. 19.

    Alfons Zák: Österreichisches Klosterbuch. Statistik der Orden und Kongregationen der katholischen Kirche in Österreich. Wien, Leipzig: 1911, S. 79-81.

  7. Benützte Editionen/Regestenwerke
  8. HHStA, Repertorium XIV/1, XIV/2 und XIV/4.