Charter: Chartularium Sangallense 09 (1373-1381) 1379 XI 22
Signature: 1379 XI 22
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22. November 1379, Feldkirch
Ein Schiedsgericht entscheidet im Streit zwischen den Grafen Hugo und Heinrich von Werdenberg und Graf Hugo von Montfort wegen des Zugrechts von St. Galler Eigenleuten in den Kelnhöfen Weiler und Scheidegg.Source Regest:
Chartularium Sangallense IX, Nr. 5752, S. 422 (Krüger, MVG 22 (1887), 450.).
Chartularium Sangallense IX, Nr. 5752, S. 422 (Krüger, MVG 22 (1887), 450.).
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Haus- Hof- u. STA Wien.
Haus- Hof- u. STA Wien.
5 Siegel, 1. Ø 3,2 cm, besch., +. . .GVDENT. . .DE.LOVBENBERCH; 2. Ø 3 cm, besch., . . .RICI.DE.HELMESTORF. . .; 3. Ø 2,8 cm, leicht besch., +SMOHANNIS.DCI.STÖKLI; 4. Ø 2,7 cm, leicht besch., +S'.HAIRICI.DE.LO(UC)HEM; 5. Ø 3,2 cm, besch., . . .DIETRICI.DE.ELNHOVEN.IVNIORIS.
Material: Pergament
Dimensions: 53/38 cm
- notes extra sigillum:
- Rückvermerk (15. Jh.): Der brief, wie die wechsel v´beruart im Algoew1 von der lút wegen gen bed kelnhoefen abgefert ist.
Icha) Gudentz von Lovbenberg2 kúnd vnd vergich offenlich an disem brief allen, die in ansehent oder hoerent lesen, von der stoezz vnd ansprach wegen, so die edeln herren grauff Hug vnd grauff || Hainrich von Werdenberg vom Hailgenberg3 gehebt hant zů grauf Hugen von Montfort herren ze Pregentz4, alz hienach geschriben stat, vnd darumb ich von baider taile bett wegen gemain man || worden bin vnd mich dez han angenomen ze dem rechten, vnd ich Hainrich von Helmsdorf5 ritter vnd ich Hans Stoekli burger ze Veltkirch6 der vorgenanten grauff Hvgs vnd grauff Hainrichs von || Werdenberg schidlút in der selben sach, vnd ich Hainrich von Lochen7 ritter vnd ich Dietrich von Elnhouen8 genant Berli dez egenanten grauf Hvgs von Montfort schidlút in der vorgenanten sache, wir all fv´nf gemainlich veriehint vnd tůnd kunt an disem brief allen, die in ansehent oder hoerent lesen, daz wir v´ns diser sach habint angenomen vnd darvmb von baider taile bet wegen ze dem rechten gesessen sint vnd nach baider taile red vnd widerred daz recht ze sprechent nach v´nser gewissni. Vnd dez ist fúr v´ns komen grauf Hug vnd grauf Hainrich von Werdenberg vom Hailgenberg vnd hand fúr v´ns bracht vnd och geoffenot von der kelnhoef wegen ze Wiler9 vnd ze Schaitegg10 vnd von der lúte wegen, die darin gehoerent, da sigi die aigenschaft dez gotzhus von sant Gallen, vnd die vogty der selben lút vnd gueter die syg dez hailgen Roemschen richs, vnd die selb vogty syg ir recht redlich pfand von dem hailgen Roemschen rych, die selben lúte vnd gueter habint die recht vnd gewonhait v´ntz her gehebt gen der herschaft von Pregentz, wenne ain sant Gallen man zugi vnd fuery in die herschaft vnd graufschaft ze Pregentz v´ber die marka vnd v´ber die baech, alz geoffnot ward, dem soelti och sin gůt nach volgen vnd soelti och der herschaft ze Pregentz dienen vnd gewaertyg sin, alle die wile er in ir herschaft vnd graufschaft saezzi, in soelti aber nieman zwingen mit búrgschaft noch mit andern dingen, wan daz er wol wider dannen varen vnd ziehen soelti mit lib vnd mit gůte, wenne er welti, vnd soelti in daran nieman sumen noch ierren. Daz selb waer och, ob ain sant Gallen man vsser der herschaft vnd graufschaft ze Pregentz zúgi vnd fuery hin vss v´ber die selben markan, dem soelti sin gůt nach volgen vnd soelti in die hoef vnd in die vogty gehoeren, alle die wile er da sesshaft waer, in soelti aber nieman zwingen mit búrgschaft noch mit andern dingen, wan daz er wol dannen ziehen vnd varen soelti vnd moechti, wenne er welti. Den Wechsel vnd die v´berfart hettind ir vordem also an si bracht, vnd daran svmty si nv´ der obgenant grauf Hug von Montfort herre ze Pregentz, der zwingi die selben sant Gallen lúte mit búrgschaft vnd mit andern dingen, daz si nit ziehen vnd gefaren moechtind, alz si von rechtz vnd von wechseis wegen billich tůn soeltind, vnd satztend darumb vf v´ns, ob si den wechsel vnd daz v´berfarn gewisen moechtind mit ainer erber kuntschaft, ob ez denne nit billich vnd von rechtz wegen also beliben soelti, vnd batend v´ns darvmb sprechen, wan si getrúwitind, ez wol ze wisent mit ainer erber kuntschaft. Dawider sprach der obgenant grauf Hvg von Montfort herre ze Pregentz vnd satzt vf v´ns, sit daz die vorgenant vogty iro pfand waer von dem hailgen rich, ob in die von Werdenberg nit billich vertroesten soeltind, waz er mit dem rechten ietz behuebi, daz er vnd sin erben hie nach nit fúrbaz darumb wurdint angesprochen noch vfgetriben, vnd bat v´ns darvmb sprechen. Vnd nach baider taile red vnd widerred habint wir v´ns verdacht vnd nach wiser lúte rate vf den ayd ertailt vnd vsgesprochen, daz v´ns recht dvnkt, waz der vorgenant grauf Hug von Montfort ietz mit dem rechten behabi von der sach wegen, daz darumb grauf Hug vnd grauf Hainrich von Werdenberg vnd ir erben sin vnd siner erben gůt weren sin sont nach recht, alle die wile die selb vogty von dem haiigen Roemschen rych nit erloezt ist. Wenne aber die selb vogty von dem haiigen rych erloeset wirt, so sont si noch ir erben nit fúrbaz geweren sin. Vnd do wir daz also ertailtend vnd och die von Werdenberg die werschaft also verhiessent, do verantwurt sich do der obgenant grauf Hvg von Montfort vnd offenot vor v´ns von der ansprach wegen, alz grauf Hug vnd grauf Hainrich von Werdenberg zů im gesprochen hettind, die selben lúte vnd gueter hetti sin vatter selig inne gehebt vnd genossen maeng jar vnd tag in gůter stiller gewer ane alle redlich ansprach gaistlichs vnd weltlichs gerichtz, aigen fúr aigen vnd lehen fúr lehen, vnd wery ouch also an in komen vnd habi ez also inne gehebt v´ntz vff disen hútigen tag in gůter stiller gewer ane alle redlich ansprach gaistlichs vnd weltlichs gerichtz, aigen fúr aigen vnd lehen fúr lehen, vnd si im nit ze wissent, daz von rechtz wegen dehain wechsel noch v´berfart dasin soell, vnd satzt darumb vf v´ns fv´nf, sit daz er ain fryer Swaebscher herre si, wie er denne fúr daz sin stan vnd daz behaben soelli, won er trúw got vnd dem rechten, sit daz er ain fryer Swaebscher herre si, daz im denne sin vaetterlich erbe nieman ab soelli erzúgen mit kuntschaft noch mit gezv´gen, wan daz er ez selb behaben soelli, vnd bat v´ns darumb sprechen. Dawider sprachent aber die von Werdenberg, alz si vor geoffenot hettind von dez wechsels vnd von der v´berfart wegen, daz getrúwitind si wol ze wisent mit ainer erber kuntschaft, vnd satztend vf v´ns fúnf, ob si daz nit billich vf ain kuntschaft ziehen soeltind, vnd ob si ez mit ainer kuntschaft gewisen moechtind, ob ez denne nit billich vnd von recht also beliben soelti, vnd batend v´ns darumb sprechen. Vnd nach baider tail red vnd widerred habint wir v´ns verdacht vnd nach erber wiser lúte rat vf den ayde ertailt vnd vsgesprochen, daz v´ns recht dvnkt. Wil grauf Hug von Montfort sweren ze den hailgen, won er ain fryer Swaebscher herre ist, daz sin vatter selig vnd er die lúte vnd gueter v´ntz vf disen hútigen tag in gůter stiller gewer gehebt habint ane alle redlich ansprach, alz aigen vnd lehens recht ist, vnd daz im nit ze wissent si, daz der wechsel vnd die v´berfart von recht ald von gewonhait sin soelli, vnd denne zwen erber vnuersprochen man habi, die im der gewer helfint mit dem aide, alz recht si, daz denn er vnd sin erben billich vnd von rechtz wegen dabi belibint vnd inen der wechsel vnd die v´berfart fúrbazz enkain schad sient. Vnd do wir daz also ertailtent vnd vssprachent, do swůr der obgenant grauf Hug von Montfort ainen aide ze den haiigen mit vfgehabner hand, alz wir gesprochen hattend, daz sin vatter selig vnd och er die lúte vnd gueter in gůter gewer gehebt habint v´ntz vf disen hútigen tag ane menglichs redlich ansprach vnd alz aigens vnd lehens recht ist, aigen fúr aigen vnd lehen fúr lehen, vnd daz im nit ze wissent si, daz von recht noch von gewonhait dehain wechsel noch v´berfart da sin soell, alz si geoffenot hettind, vnd hatt och do zwen erber vnuersprochen man herr Hainrich von Loubenberg ritter vnd Hansen von Schoenow11, die im der gewer hulfent mit dem aide ze den haiigen, alz wir ertailt vnd gesprochen hatten. Vnd dauon so habint wir ertailt vnd vsgesprochen, daz der obgenant grauf Hug von Montfort alz verre behebt habi mit gezúgen vnd mit geswornen aiden, daz er vnd sin erben nů hinnenthin billich vnd von rechtz wegen gerůwot vnd vngesvmet dabi beliben soellint vnd daz die vorgenanten graff Hug vnd grauf Hainrich von Werdenberg vnd ir erben sin vnd siner erben darumb gůt weren sin sont, alz wir och vorgesprochen habint, alle die wile die selb vogty von dem hailgen Roemschen rich nit erloezt ist. Wenn aber die selb vogty von dem rich erloezt wurdi, so sont och die von Werdenberg nit fúrbaz weren darumb sin. Vnd do daz allez beschach, alz vor ist beschaiden, do satzt der obgenant grauf Hvg von Montfort vf v´ns fúnf, ob wir im dez spruchs vnd dez behabens, alz er behebt vor v´ns hetti, nit billich ainen brief geben soeltind mit v´nsren insigeln, dez habint wir v´ns erkent vnd darumb ertailt, daz wir im den brief von rechtz wegen geben vnd besigeln sont vnd och denen von Werdenberg ainen semlichen geliehen brief geben sont, ob si in nemen went. Diser dinge aller ze warem vrkúnd vnd staeter sicherhait henken wir obgeschribenen alle fúnf Gudentz von Lovbenberg gemain man in der vorgenanten sach, Hainrich von Helmsdorf ritter vnd Hans Stoekli der obgenanten grauf Hugs vnd grauf Hainrichs von Werdenberg schidlút in der vorgenanten sach vnd Hainrich von Lochen ritter vnd Dietrich von Elnhouen genant Berli dez egenanten grauf Hugs von Montfort schidlút in der selben sach, v´nser ieglicher besunder sin aigen insigel an disen brief. Dis beschach vnd ward och dirre brief geben ze Veltkirch in der stat an dem nechsten zinstag vor sant Kathrinen tag in dem jar, do man zalt von Cristus gebúrt drúzehenhvndert jar vnd sibentzig iar, donach in dem nv´nden jar.
Source Fulltext: Chartularium Sangallense IX, Nr. 5752, S. 422-425.
Original dating clause: an dem nechsten zinstag vor sant Kathrinen tag
Editions:
- Thommen, Urk. aus österr. A II, 120.
Language:
Notes:
a) Initiale J 11,7 cm lang. - 1 Allgäu, ö. Bodensee. - 2 Laubenberg, Gem. Stein, s. Kempten, Allgäu. - 3 Hugo IV. (1361-1387) u. Heinrich III. (1367-1392) v. Werdenberg-Heiligenberg. - 4 Hugo XII. v. Montfort-Bregenz (Vorarlberg), 1373 - + 1424. - 5 Heinrich v. Helmsdorf (so. Meersburg BW). - 6 Feldkirch, Vorarlberg. - 7 Heinrich v. Lochau (Vorarlberg). - 8 Dietrich v. Ellhofen (nö. Lindau, bayer. Schwaben). - 9 Weiler, nö. Lindau, bayer. Schwaben. - 10 Scheidegg, ebd. - 11 Johann v. Schönau (nö. Lindau, bayer. Schwaben).
Places
- Feldkirch
Chartularium Sangallense 09 (1373-1381) 1379 XI 22, in: Monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/CSGIX/1379_XI_22/charter>, accessed 2025-02-27+01:00
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