Urkundenbuch des Hochstifts Meissen II Band, Nr. 247, S. 327
Urkundenbuch des Hochstifts Meissen II Band, Nr. 247, S. 327




In dem namen gotis amen. Wenne die schigkunge vnd werke die in gecziiten geschen von der lfite gebrechlicheit wegen vorgenglich syn, zo ist nod, vnd hat der alden vorsichtige vornumfft wislichin besunnen vnd betracht, daz man sulche ding, sundirlichin die gotis dinst angehoren, mit schrifften vnde briefflichir bewisunge beue- stin sulle. Darvmme wir Wilhelm von gotis gnaden marcgraffe czu Missin, lant- graffe in Doringen vnd pfalczgraue czfi Sachsen czu eynem ewigen gedechtnis bekennen vor vns, vnser erbin vnd nachkomen vnd thun kund offintlichin mit disem brieffe allen den, die yn sehen adir horen lesen, daz wir dem almechtigen gote, syner werden mutir Marien der reynen iungfrauwen vnd allin gotis heiligen czu lobe vnd czfi eren, vnser eldern, frauwin Elizabeth eczwenne vnser gemahel, der got gnade, vnser vnd allir vnser nachkomen selen czu troste vnd czu seligeit, einen altar in dem thfime czfi Missen mitten in dem kore obir der selbin vnser gemahel grabe, der got gnade, von nuwins gestifftet vnd den in die ere der heiligen vnd vngeteiltin dri- faldigeit, des heiligen lichnams vnsers hern, vnser liebin frauwin vnd sente Marien Magdelenen habin wihen lassin, den altar wir mit czwen personen, die furbasmer altaristen in dem thfime czfi Missin sin sullen, vzgesaczt habin. Die selbin czwene altaristen vnd personen, die wir gereite darczu geschigket habin, vnd alle ire nach- komen, den wir adir vnser erbin vnd nachkomen die lehen reichin werden, furbasmer
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ewiglichin alle tage, wan man die lange czfl der vespir begynnet czfl Ifiten, in dem thume zcfi Missin gereit syn vnd vigilie anhebin vud singen sullen, die wile man die lange lutit, mit sechs schfllern, die sie darczfi nemen sullen. Were abir, daz die thumhern an eczlichin tagen, so grosse begengnis vnd iargecziite hettin, daz man diese vigilie vnder der langin nicht gesingen konde, so solden dise czwene altaristen mit den sechs schfilern die vigilie an dem selbin tage vorhin des morgins czfihant nach der mettin anhebin vnd singen vnd darnach ouch selemessin vnd andir messin halden, alz hirnaeh gesehrebin steit. Der ezweyer altaristen sal ye eyner eyne woche vnd der andir die ander woehe uff iczlichin mantag, dinstag, mittewoche vnd fritag des morgens czwisschen der mettin vnd prime mit den sechs schulern selemesse singen, alzo daz die selemesse vzgesungin sic vndir der Iangin, ee man die vorlest, vzgeschlossin die grossin feste alz des heiligen Crists tag ostirtag vnde phingesttag vnd ouch den stillen fritag vnd ostirabund, an den tagen man dheine vigilie noeh selemesse pflegit czfi halden, vnd uff den grfinen dornstag sullen sie ouch die vigilie des morgins czfihant nach der mettin vnd darnaeh die selemesse singen, alzo daz sie an dem tage vigilie vnde selemesse, ee man daz ammeeht anhebit, vzgesungin habin; sunder n vff iczlichin suntag sullen sie eyne messe von der heiligen drifaldigeit vff die gnante eziid czwisschen der mettin vnd primen herlichin singen mit schulern, so sie die best gehabin mogen, die da wol singen kunnen, vnd eyne collecte von sente Marien Magdalenen darczfl lesen, vnd uff iczlichin dornstag sullen sie eyne messe von dem heiligen lichnam vnsers hern vnde vff den sunnabund abir uff die gnante cziid eyne messe von vnser frauwin herlichin singen mit schulern, so man die best gehabin mag, die da wol singen kunnen, vnd ezii der selbin vnser frauwin messe eyne collecte von sente Marien Magdalenen lesen, vnd sullen ouch nach iczlichir vigilien, selemessen vnd andern messen vorgesehrebin obir vnser gmahel grabe, der got gnade, eyn de profundis lute lesen vnde der eyner altariste, dem so die woche nicht geb6rt die messen czuhalden, sal oueh gliche wol czu allen vigilien selemessen vnd andern messen vorgeschrebin geinwertig sin vnd den schulern helff1n singen, vnd sal ouch an den vorgeschrebin drien tagen, alz am suntage dornstage vnd sunna- bunde eyn selemesse obir dem gnantin altar obir vnser gemahel grabe lesen vndir den andern gecziiten, wan er wil, vnd eyn de profundis naeh iczlichir selemesse obir dem gnanten grabe lute lesen, alzo daz ye alle tage vigilie vnd selemesse gehalden werde, vzgeslossin die tage alz vorgeschrebin steit. Were ouch, daz die obingnantin czwene altaristen adir ire naehkomen daran sfimig worden, an welchim tage sie denne vigilie selemessin vnd andern messin nieht hilden, alz vorgeschrebin steit, an dem tage soldin sie czwelff groschin vorfallen syn vnd die czfl dem gebuwe vnd czu den glasefenstern des thfimes czu Missen gcbin. Czu dem obingnanten altar wir in vnser stad iarrente czfi Dresden, die vns vnser burgere da selbis ierlichin von irem rathuse reichin, zwey vnd virtzig sehog geldis guter Misner groschin geey- gent vnd gegebin habin, die die selbin vnser burgere czu Dresden vnd alle ire nachkomen den gnanten ezwen altaristen, die w-ir gereite darczfi gesaczt habin, vnd allen iren nachkomen, den wir adir vnser erbin vnd naehkomen die lehen reichin werden, furbasmer alle iar halb uff sente Michils tag vnd halb uff sente Walburgen
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tag ewiglichin reichin vnd gebin sullen ane vnser, vnser erbin vnd nachkomen hin- dirnis. Ouch habin wir darczu geeygent vnd gegebin den hoff czu Missen an dem gewelbe czwisschen sente Affren vnd dem sloCe gelegin, den wir vormals wider ern Jacoffe Sommerfelde vicarius czfi Missen gekoufft habin, den hoff die selbin czwene altaristen furbasmer czfl irer notdorff habin darynne wonen vnd dez gebruchin sullen ewiglichin, vnd sullens mit den czwen vnd virczig schogken geldis so haldin vnde sulchin dinst dauon thun, alz hirnach geschrebin steit. Czfim irsten sullen sie den sechs schulern, die yn helffin singen, alle iar czehen schog gebin, zo uff den nesten tag vor vnser frauwin abunde visitationis, vnd vff den nestin tag nach sente Eliza- beth tage, alz man vnser eldern, frauwin Elizabeth eczwenne vnser gemahel, der got gnade, vnd nach vnserm tode vnser vnd vnser nachkomen gedechtnis vnd iargecziite vff den abund dauor mit der vigilien, vnd uff den tag alz uff den nesten tag vor vnser frauwin abunde visitationis, vnd uff den nestin tag nach sente Elizabeth tage mit der selemessen in dem thume czu Missin alle iar ewiglichin begehin sal, sullen sie ye uff iczliche der czweyer gecziite eyne den thumhern, die denne czfl der vigilie vnde czfl der selemesse geinwertig sint eyn schog, den vicarien, die zcfi der vigilien vnd czu der selemesse geinwertig sint, virczig groschin, dem custer vir grosschin czfl geluchte, den glogkenern andirthalbin groschin vnd den korschulern vir groschin vff den k6r dinen vnd gebin; czfl denselbin vnsern czwen begengnissen vnd iarge- cziiten sullen die thumhern eyn tuch legen vnd vir kerczen vffstegken, vnd sullen die selbin vnser iargecziite begehin mit commemoratien, alz gewoulich ist; waz ouch denne selemessin an den gnanten czwen tagen vnser begengnis in dem thume czfl Missin gelesen werden, so sullen die selbin czwene altaristen czfl iczlichir selemesse ye eynen halbin groschin oppfern. Ouch sullen die guanten czwene altaristen alle iar czwelff pfund wachs kouffin vnd die czugeluchte habin, vnd sullen ye czfl der vigilien vnd selemesse, vnd czu den andern messin vorgeschrebin czwey licht obir dem grabe vffstegken. Waz denne von den obingnanten czwen vnd virczig schogken geldis obirbleibt, wenne sulche dinste dauon geschen vnd sie daz von yn reichin, alz obingeschrebin steit, daz sullen die selbin czwene altaristen vor sich behalden, vnd daz gleich vnder yn teilen, daz eyme alz vil werde alz dem andirn. Ouch sullen wir vnser erbin vnd nochkomen dise lehen lihen vnd nymande andirs, er sie denne gereite prister adir wil czuhand prister werden, vff daz die vigilie, selemesse vnd andern messin vorgeschrebin von der wegen nicht gesumet werdin. Geschegen die lehin andirs denne alzo, die solden nicht kreffte noch mechte habin, vnd die thum- hern vnd cappittel czfl Missin mflchten denne die lehen lihen vnd bestellen mit bid- dirbin luten, daz die vigilie, selemesse vnd andern messin alzo tegelichin gehalden worden alz obin geschrebin steit, vnde weme wir adir vnser erbin vnd nachkomen so die lehen reichin werden, die sullen wir mit vnsern brieffen dem techande czfl Missin entwerten, der sie daryn wisen sal, vndir des gehorsam sie ouch sin sullen, sundern czu dheinen gecziiten sullen sie gebunden sin, sf wolden denne von willen darczu gehin, vnd eigen vnd gebin die obingnanten czwei vnd virczig schog geldis in vnser stad iarrente czu Dresden vnd den obingeschrebin hoff czfl Missin bie dem gewelbe gelegin ezu dem obingnanten altar von vnser furstlichir gewalt gnediglichin
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mit disem brieffe, die so furbasmer ewiglichin da bie czfibliben vnd darczu czufolgen in allir masse, alz obingeschrebin steit vnd eygens recht ist, vnd heissin vnd gebiten den burgern czfl Dresden, die iczund sin vnd allen iren nachkomen ernstlichin vnd festiglichin mit disem brieffe, daz sie den gnanten czwen altaristen vnd allen iren nachkomen die czwei vnd virczig schog geldis guter Misner groschin alle iar vnuor- zogelichin reichin vnd gebin sullen vff sulche tagecziite alz vorgeschrebin steit, vnd alz offte sie daz thun, so offte sagen wir sie vnd die stat czu Dresden der czwey vnd virczig schog von vns, vnsern erbin vnd nachkomen denne alz nu quiid ledig vnd loz mit disem brieffe. Daz dise obin geschrebin vnser stifftunge, eygenschafft vnd gabe von vns, vnsern erbin vnd nachkomen so stete gancz vnd vnuorbrochin ewiglichin gehaldin werde, des czfl orkunde vnd eynem warin bekentnisse habin wir vnser furstlich insigcl an disen brieff wissintlichin lassin hengen. Hie bie sin gewest vnd sind geczuge der edele vnd die gestrengin vnsir liebin getruwin, er Albrecht burcgraue von Lissenig herre czu Penig, er Offe von Sliwin, er Hugold von Sly- nicz, Ticzman von Grfinrode vnd ander erber lute gnug, den wol ist czu glouben. Gegebin czfl Missin nach gotis geburte virczehenhundirt iar darnach in dem irsten iare an dez heiligen lichnams tage.
Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem grossen Reitersiegel an einer grunen und einer rothen seidenen Schnur.
Urkundenbuch des Hochstifts Meissen II, ed. Gersdorf, 1865 (Google data) 247, in: Monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/StiftMeissenII/22752c5a-64f3-49dc-a255-8cc0b7dc4289/charter>, accessed 2025-04-07+02:00
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