Charter: Bürgerspital - Urkunden (1264-1843) 61
Signature: 61
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1330 XI 24, Wien
Seifrid der fuetrer, purger ze Wienn, und Stephan der Chrigler, auch purger ze Wienn, beurkunden, daz sie ... got ze lob und seiner werden mueter ... und allen heiligen, ihrer und ihrer vodern sel ze hilfe und ze troste . . ., gegeben haben den durftigen in der purger Spital hie ze Wienn ihres rechten erbeguetes, daz sie van ihrem aigen varundem guet gechauffet haben umb 1600 lb dn Wienner munzze, daz hie . . benant ist: Des ersten einen hof ze Chagran, der weilen hern Hainreiches des Chrannestes was, dem got genad, umb hundert pfunt, und daselbe ainlef mutte waitzes gult und fumf mutte habern gult; di sint gechauffet umb hundert pfunt und umb sechzig pfunt; und einen andern hof, auch ze Chagran; der ward gechauffet van dem Schenchen umb hundert pfunt und umb funfzehen pfunt; und in demselben dorfe zwaintzig pfunt und funf schilling geltes auf behausten holden; der hat man gedienet auz des Chrannestes hof funfthalb pfunt und vier pfenning; di gult ist gechauffet umb dreuhundert pfunt; und den chrautzehent halben ze Symoning umb sechzig pfunt; und di gult halbe van dem metzengadem umb1zwai hundert pfunt; und einen hof ze Nevnburch und ein hofstat weingarten dapei, umb funfzig pfunt; und van dem weingarten ze Nevnburch, der do haizzet daz Ort, auf den weingarten ze Sufringe, der do leit ze Mitterhoven, funfzig pfunt, den die Stifter auch haben schullen [40] untz an ihren tot; und einen weingarten an dem Nuz/zperge, der do leit zenest dem weingarten, der do haizzet der Schreiber, umb zwai hundert pfunt und umb zwaintzig pfunt; und funfthalb pfunt und dreizzig pfunt geltes, die sint gechauffet umb dreuhundert pfunt und umb funfundviertzig pfunt; der ligent acht pfunt geltes ze Weigleinstorf, die sint aigen, di andern sibenthalbez und zwaintzig pfunt geltes ligent hie in der stat ze Wienn, des ersten auf hern Vlreiches haus des Pollen hinder der Slachstuben, ainlef pfunt; und auf hern Wilhalmes haus in dem Strohof, daz weilen der Erchlinne was, dreu pfunt; und auf Vlreiches haus van Ninderchaim1zenest des Gauz/zraben haus zwai pfunt; und auf maister Fridreiches haus des smides in der Wollezeil drithalb pfunt; und auf Ruegers haus des ledrer; zenest der Slurfinne haus, ain pfunt und auf des Z/Zerz/zabdemgaste haus an dem Nevnmarcht, zwelif schilling; und auf Jacobes haus des verber zenidrist in der Sunicherstrazze, vier pfunt; und auf des Groz/zz/zenchnechtes haus in der Chernerstrazze ain pfunt; und auf Chunrates haus, hern Engelprechtes pruder, des Panken aidem, ein halbez pfunt; und ze pezzerunge der vorgenanten gult haben die Stifter in auch gegeben auf Chunrates haus in dem Himel, gegen sand Laurecen1uber, drei huenr geltes, di man ze weinachten schol dienen, und drei schilling, di man dienet ze drin zeiten in dem jar, als ander purchrecht. Daz guet allez ... haben sie ... Allen Heiligen und den durftigen in dem Spital ledichleich var purcherren und var percherren aufgegeben und es habent ihnen die purger des rates dazselbe guet allez mit wol veraintem muet und mit zeitigem rat herwider verlihen ... untz an der beiden Stifter tot. Die Bürger haben sich des mit ieren triwen und mit ierem prief gegen die Stifter verpunden für sich und ir nachchomen, di danne des rates sint und des Spitales pfleger, daß sie allez daz. .. volfueren schullen; des ersten schullen si den armen durftigen in dem Spital geben funfzig tag nacheinander alle tag ein mal umb dreu pfunt pfenning, so iz allerpeste davan mag gesein; und daz schol man anheben an dem aschtag und schol wem untz an dem mitichen nach ostern; wer aber, daz ieman in den funfzig tagen den durftigen ein mal geben wolt, an welichem tag und olsofte daz geschiecht, so schol man der Stifter mal versparn und ... iz darnach geben, wanne di durftigen nicht mal habent, alslange, untz di funfzig mal gentzleich werden volpracht. Daruber haben die Stifter gechauffet van dem Spital acht fueder weinsgult auz dem weingarten, der do leit in dem Griebe und haizzet der Paungart, umb 100 lb dn dafur sie dem Spital gegeben haben zehen pfunt geltes, di her Chunrat, hern Johans sun, dienet van den echern, di sie chauften van hern Gorgen an dem Chienmarcht; den wein schol man geben zu den vorgenanten malen, immer zu dem mal fumf emmer, daz di mal dester paz mogen volpracht werden. Auch haben die Stifter gechauffet van dem Spital einen paungarten, der leit in der Lantstrazze, umb 100 lb dn, di man ihnen schuldich was van den vorgenanten zehen pfunt geltes, di sie zehen jar in beten genomen. Sie wollen und schaffen, daz daz obez, daz in demselben paurgarten1wirt, schol ewichleich unverchauffet beleiben und ... iz des Spitales maister und der priester, dem daz almuesen wirt enpholchen, van tag ze tag den durftigen geben, nach ieren triwen, daz ditz almuesen dester vollichleicher werd volendet. Daruber lazzen sie daz Spital ledich durch got alles des guetes, daz sie im gelihen haben, iz sei waicze oder pfenning oder silber oder zimmerholtz, wie so iz genant ist, daz weder sie, noch ihre erben chain vorderunge, nach kain ansprach darnach nimmermer schullen gehaben, darumb, daz ditz almuesen einen furganch ewichleichen desterpaz gewinne. Die Stifter wellen auch und schaffen, daz di herren, di in dem Spital sint diselben zeit, und man di mal geit, alle sunnetag, zum Seelenheil der Stifter, ihrer Vorfahren und aller gelaubigen, singen ein gantze vigilie und alle montag ein selampt; darumb schol [41] man iedem herren diselben montag geben zwelif pfenning und darnach des eritages den durftigen allen ein pad machen. Daruber schullen di purger einen erbern priester, dem sein er und sein triwe lieb sei, in daz Spital nemen, der mit den andern herren sein choste haben schol und in dem Spital ligen und mit in got dienen; und dem schol man van der vorgenanten gult geben alle jar zehen pfunt beraiter pfenning fur sein mue, ze drin zeiten . . ., ze weinachten, an sand Gorgen tag und an sand Michels tag; derselb priester schol des almuesens mitsampt dem maister, der danne des Spitalspfliget, schaffer und verweser sein... Ist..., daz daz almuesen van dem vorgenanten guet vor gemainem ungeluche, des got nicht geb, nicht wol mochte volpracht werden, des schol daz Spital mit nichte nicht enkelten, sondern sich mit den Almosen nach dem Verfügbaren richten; ob man iz aber vrevelleich wolt versiczen, so schol sich der purgermaister ... und wer des rates ... des Spitales pfleger ist und zwen vreunt der Stifter, di sie darzu welen ... an allez furbot und an alle chlag des guetes alles underwinden und ... des vorgenanten guetes zwaintzig pfunt geltes innemen fur ir mue und daz ubrige guet den durftigen in dem Spital geben . . ., als si got darumb an dem jungisten tag wellen antwurten. Darzu haben die Stifter gechauffet einen weingarten ze Grintzing, der haizzet der Ottenstainer, umb neuntzig march silbers Wienner gewichtes, den sie auch dem Spital gegeben haben, und darumb haben ihnen auch di purger verlihen einen weingarten zenest dapei, der haizzet das Wangchusse, untz an der Stifter tot, dann sollen beide Weingärten dem Spital ledich sein; ... ein viertail weingarten an dem Purchstal habent si den Stiftern auch verlihen untz an derselben tot, wand diese zenest dapei gechauffet haben[t] zwai virtail umb sechs und sechezig march silbers, di auch nach beider Tod des Spitals schullen sein. Und di zehen pfunt geltes datz Alse, di si den Stiftern auch ingeantwurtet habent, fur di hundert pfunt pfenning, welche si den Stiftern schuldich warn umb den hof und umb di weingarten ze Nevnburch, di sollen die Stifter auch inne haben mitsampt dem andern guet, daz hie benant ist, untz an ihrer paider tot, ... darnach sint si dem Spital ledich warden und schullen in daz almuesen gevallen. Über alles das geben die Stifter den durftigen in dem Spital und iern verwesern disen prief ze urchund . . ., versigelten mit ihrer paider insigeln und mit der purger insigel hie ze Wienn, die diser sache gezeug sint mit ierer stat insigel. Der prief ist gegeben ze Wienn, do man zalt van Christes gepurd dreutzehen hundert jar und darnach in dem dreizzigistem jar, an sand Kathrein abent, der edeln junchvrowen.Source Regest:
Quellen zur Geschichte der Stadt Wien, Bd. II/5, Nr.61
Quellen zur Geschichte der Stadt Wien, Bd. II/5, Nr.61
Current repository:
Wiener Stadt- und LandesarchivFrühere Signatur: L 6/1330.
Wiener Stadt- und LandesarchivFrühere Signatur: L 6/1330.
drei an Pergamentstreifen hangende Siegel: 1.: rund, rot, 20 mm Durchmesser, im Dreiecksschilde zwei aufrecht stehende Schlüssel, Umschrift: †
Material: Pergament
Dimensions: 380 : 530 mm
- notes extra sigillum:
- Rückenvermerke:
1. (14. Jahrhundert, abgeschabt): Steffann des Krigler ... des futrer . . .;
2. (18. Jahrhundert): Stüfftbrief Seufriten Futter1 und Stephan Kriegler beede burger zu Wienn zween höf zu Kagran und andern betreffent. Dat. 1330; daruber: A° 1330; darunter: N° 40, ein durchstrichenes «N° 1340», ein «B 33», ein C und ein 1330 sowie ein «N° 5».
- Rückenvermerke:


Editions:
- Altmann, Das Wiener Bürgerspital, S. 10, ausführlichere Erwähnung.
- Weiß, Geschichte der öffentlichen Anstalten, S. 12, Erwähnung.
- Geschichte der Stadt Wien (Altertumsverein), II. Bd., 2. Hälfte, S. 938, Erwähnung.
- Luntz, Wiener Privaturkunde ("Abhandlungen" . . ., I, Altertumsverein), Anhang, N° 22, Regest.
- Wiener Ratsurkunde, ebenda, S. 100, Erwähnung.
- Zappert, Badewesen, S. 52, Erwähnung.
Language:
Notes:
1 Im Original: und.
1 So! 1 So! 1 So!
Places
- Wien
Wiener Stadt- und Landesarchiv, Bürgerspital - Urkunden (1264-1843) 61, in: Monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/AT-WStLA/HABsp/61/charter>, accessed 2025-04-06+02:00
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