Charter: Chartularium Sangallense 06 (1327-1347) 1340 VI 17
Signature: 1340 VI 17
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17. Juni 1340, Nördlingen
Kaiser Ludwig der Bayer gebietet ein Landfriedensbündnis zwischen Oberbayern, dem Bischof von Augsburg, 13 Grafen und 22 Reichsstädten (u. a. St. Gallen) in Schwaben.Source Regest:
Chartularium Sangallense VI, Nr. 3748, S. 322.
Chartularium Sangallense VI, Nr. 3748, S. 322.
Abschr.(B), gleichzeitig, Haus-, Hof- u. Staatsarchiv Wien.
Wir Ludowig von gots gnaden Roemischer keiser ze allen ziten merer des richs veriehen offenlich an disem brief, daz wir mit bedahtem sinne vnd nach vnsers rats rat vnsern lieben suenen vnd fuersten Lud. marchgrauen ze Brandenburch1, Steph., Lud. vnd andern iren bruederen pfallentzgrauen bi Rein vnd hertzogn in Beyern2 vnd dem selben land in obern Beyern vnda) dem, der vitztům in obern Beyern ist, vnd vnserm fuersten bisch(of) Heinr. von Auspurch3 vnd den edeln manne Lud. ze Ottingen dem alten4, Vlr. ze Wirtenberch5, Berchtold. von Nyffen6, Lud. vnd Fridr. gebruedern ze Oettingen7, Eberh. vnd sinen brudern ze Werdnberch8, Albr., Hugen vnd Heinr. ze Hohenberch9, Chůnr. vnd Rud. gebrudern den Scherern genant von Herrenberch10, Goetzen vnd Wilhelm von Tueingen11 grafen vnd dar zů den steten, die her nach geschriben stend, daz sint Auspurch, Vlm, Bibrach12, Memmingen13, Kempten14, Koufbuern15, Rauenspurch16, Pfullndorf17, Vberlingen18, Lindaw19, Kostentz, ze sant Gallan, Zuerch20, Rotwil21, Weil22, Heilpruenn23, Reutlingen24, Wimpfen25, Winsperch26, Hall27, Ezzlingen28 vnd Gemuend29 geboten vnd si geheizzen haben, daz sich di selben herren fur sich vnd ir diener vnd die stet zu vnsern vorgenanten kinden bindent vnd verbunden haben getriwlichen mit ir eyden durch frides vnd schirmes willen vnd si sichb) zu in vnd suellen an ander zu legen vnd beholffen sin des rehten vnd redlicher sache, als verr in leib vnd gůt geraichet. Vnd sol dis buentnuezz weren, des wir in guennen vnd guent haben, als lang wir leben vnd dar nach zway gantzi jar di nechsten nach ein ander. Wir haben ouch vnsern suenen Lud. margrauen ze Brandenburch, Steph. hertzogen vnd irn bruedern, bisch(of) Heinr. von Auspurch vnd den steten, die zu dirre buentnuezz gehoernd oder die noch zu in dar komende, behalten vnd von sundern gnaden guennet, ob ez dar zu koem, daz in den vorgenanten zwein jaren ein ainmuetiger vnd ein ainweliger Roemischer kuenik vf stuend vnd si des geinnert wuerden, so sullen die selben vnser suen, der bischof von Auspurch vnd di stet, die zu diser buentnuzz gehoernd, ze samme reiten gen Auspurch vnd sullen da gemeinlich ze rat werden, vnd komend si des all vberain oder der merer tail vnder in, daz si in wizzen vnd erkennen fuer einen ainmuetigen vnd ainweligen Romischen kuenik, so sullen si im all gelich vnd gemeinlich gehorsam sin als von reht einem Roemischen kuenig, vnd sullen sich dar an nicht saumen noch scheiden mit dheinen sachen, vnd sullen dann diser buentnuezz ledigen sin. Wer auch, daz zwen oder mer von den fuersten erwelt werden zu dem rich, als bald si daz verneinen, so sullen si dar nach in dem nehsten monayd gen Auspurch komen vnd sullen vnser vorgenanter sun vnd fuersten drey dar geben von irm rat, ob si selb(er) dar nicht komen moehten, vnd bis(chof) Heinr. von Auspurch oder sin nachkome, ob er sich in di buentnuezz zu in verbinde, als der getan hat, einen dar geben oder sich selben vnd die burger von Auspurch zwen von irm rat, vnd dar zu all di stet, die zu irer buentnuezz gehoernd, die des richs sint vnd mit rat in dis buentnuezz komen sint oder noch komend, der sol ieglichiu eine dar geben, vnd sullen die all gemeinlichen zu den heiligen swern, daz si erkennen nach ir eyd, welher herr vnder in redlicher oder rehter erwelt si, vnd wo si duncht gemeinlichen oder den merern teil, der reht hab, den sullen si all erkennen vnd haben fuer einen Romischen kuenig vnd sullen dem gehorsam sin sinen reht ze tůn als einem Romischen kuenig, vnd sol der minner teil dem merern desc) gevolgich sin on widerred, vnd sullen dann aber der buentnuezz ledig sin. Wer ouch, daz etlich der ietzo genanten herren oder stet, die zu diser buentnuezz gehoernd, saumich wurden vnd nicht enkemen vf den vorgenanten tag, kom dann der merer teil dar, swes si dann vf den ayd vberain koemen oder ir der merer teil, des sol der minner teil aber geuolgich sin. Auch haben wir den vorgenanten vnsern suenen vnd fuersten vnd bisch(of) Heinr. von Auspurg behalten vnd gunt, daz si in dem bunt, als si mit den steten vberein komen suellend nach der wal eins ainmuetigen Romischen kuenigs oder zweir, di in krieg gewelt wurden, beliben oder nicht, welhez in baz fuegt, der alt von Oeting, der von Wirtenberch vnd all ander herren, die ietzo in der buentnuezz sint oder noch dar in komen sullend, wann die kuerfuersten einmueticlichen oder in krieg einen andern oder ander Romisch kuenig erwelt habent, der buentnuezz aller, als si vor vnd her nach geschriben stand, ledig vnd los sin. Ez sint ouch all vorgenant herren vnd stet vnd ander, di zu diser buentnuezz gehoerend, gemeinlich vberein komen vmb all krieg vnd stoezz, die si an vallend, wo oder in welh weg si di an gend, daz si an ander beholffen suellen sein, als verre in leib vnd gůt gereicht, on geuerd. Vnd waz iemant alter krieg oder stoezz hat gehabt, êê dis buentnuezz an griffen wuerd, da sint si nicht gebunden zu ze helffen, dann als verre si ez gern tůn. Auch haben wir der keiser vmb raub prant nam vmb vnrehtz entsagen vnd vmb all vntat, die den herren vnd steten vnd allen den, die zu diser buentnuezz gehoernd, vf gesten mugen, nach ir rat vnd bet ze gemainen lueten geben die echte, die her nach geschriben stend, Chůnr. von Huernheim genant von dem Hohenhus30, Chunr. von Rehberch31 von Ramsperg32 genant, Fridr. von Nyppenburch33 vnd Fridr. von Freyberg34 vnsern lantuogt ze Auspurg von der herren wegen, Heinr. den Portner von Auspurch, Peter den Stroelin von Vlme, Eberh. den alten burgermeister ze Ezzlingen vnd Walkgern von Ruetlingen von der stet wegen, vnd zu den von vnsern vnd des richs wegen den edeln man graf Eberh. von Nellenburch35 ze einem gemeinen vbermann. Mit der bescheidenheit, ob dhein herr oder stat oder ander, di ietzo in diser buentnuezze sint oder noch her nach dar in komend, von iemandem beschadigt wurden in dem vorgenanten zil, geschehe daz vnsern suenen Ludowigen marchgrauen ze Brandenburch oder den hertzogen ze Bayern an ir herschaft oder an ir landen oder leuten ze Beyern oder ze Swaben oder vnserm fuersten bis(chof) Heinr. von Auspurch oder sinen nachkomen, der dann in der buentnuezz wer, schad beschech, so sullen die selben herren, den sogetan schad beschehen ist, daz an di newn bringen, vnd di sullen dar nach in virzehen tagen ze Auspurch zu ein ander komen, vnd swo sich die newn oder ir der merer tail vf ir eyd erkennend, daz in widerreht di tat beschehen ist, so sullen in die von Auspurch beholffen sin in aller der weis, als ob ez in selber beschehen wer. Deucht ouch di newn oder ir den merern teil vf ir eyd, daz ez die von Auspurch alein vnd on ander irer aydgenozzen hilf nicht geenden moehten, so sullen si der nehsten herren vnd stet als vil zu in manen, als si duncht, daz ir Auspurger dann beduerffent werden, on geuerd, vnd die sullen ouch in beholffen sin an fuerzog, als vor geschriben stet. Wer ouch, daz dem von Wirtenberg oder andern herren, den steten oder andern, di in der buentnuezz sint oder noch dar in komend, dhein schad widerfuer, den der oder die, den der schad beschehen ist, nicht geobern moehten, so sullen si ez bringen an di newn, vnd swes die dann oder den merern teil vnder in duncht vf ir eyd, dar nach sullen in all, di zu der buentnuezz gehornd, die von den newnen oder von dem merern teil dar zu gemant werden, beholffen sin als oft vnd als vil on geuerd, biz den, den der schad beschehen ist, der stoezz geendet wirt. Auch sullen dann die newn auf ir eyd iedem herren vnd der stat ir helf nach ir muegen schepfen vnd machen on geuerd nach der gelegenheit. Ez ist ouch gerett, swer der ist, der in der buentnuezz ist, oder ander vnschedlich luet, di durch daz land varnd, der vf wazzer oder auf land beschadigt geuangen gewundet beraubt oder gemueit wuerd, so sol der nehst herr vnd stat oder ander, di zu der buentnuezz gehoernd, bi den ez beschehen ist, zu eylen mit ir muegend, vnd sullen di allez daz dar zu tůn, als ob ez in selben beschehen wer, vnd muegen si ez niht geobern, so sol man in furbaz nach der newner heizz beholffen sin, als vor stat. Wer ouch, daz ieman deheinen, der zu diser buentnuezz gehort, wolt schadigen oder speis schiken den, die vf si zogten, vnd iren schaden wurben, daz sullen di andern, di in diser buentnuezz sint, wo si daz wizzent vnd erkennent, auf den ayd wern vnd wenden, als verre si kuennen vnd muegen. Wer ouch, daz ein auflauf vfstuend zwischen den herren vnd steten oder andern, di in der buentnuezz sint oder noch dar in komen, den sol man bringen an di vorgenanten newn, vnd swes die oder ir der merer teil ze rat werdent dar vmb vf ir eyd, des sullen im baid tail geuolgich sin vmb di sach, als vor geschriben stet. Vnd swer daz widerret vnd sin nicht gehorsam wer, so sullen herren vnd stet vnd ander, die in der buntnuezz sint, dem andern beholffen sin vnd zulegen in dem vorgenanten rehten. Wer ouch, daz die newn oder ir der merer teil deucht, daz man gesezz bedoerft, ez wer herr oder stat, wo man sin hin dann beduerffen wirt, da bi sullen di nehsten drey herren vnd stet die kost dar lihen, der man bedarff zu werchen oder zu bawen, vnd swann daz gesezz zergat, so sullen die newn dar nach in einem monayd zesammen vodern an si alle oder ir der merer teil vnder in vf den eyd di kost an legent iedem herren oder stat oder andern, di in dem gesezz gewesen sint, daz sullen dar nach in einem monayd den herren vnd steten, die die kost dar gelihen hant, vz richten vf den ayd on geuerd. Ez ist ouch gerett, wer daz iemant beschedigt wurd, di in diser buentnuezz sint oder noch dar in komend, von wem daz bescheh widerreht, der sol daz herren vnd steten vnd andern, di in der buentnuezz sint, verbotscheften vnd kunt machen mit seinen offen briefen, vnd swann si des geinnertt werden, zu wem da[nn]d) der selben dhein, der den schaden getan hat, kumpt, der sol sin gebunden vf den ayd, den selben ze halten vnd ze haben mit solchem ernst, als ob im selb der schad beschehen wer, vnd sol dar an dhein geleit fuer tragen. Wer ouch den, di in diser buentnuezz sint, dheinen schaden tůt mit raub brant diebstal oder mit andern sachen, wer die odere) in dheinen mit wizzen haust oder haimt, der ist in den selben schulden als der selbschol. Wer auch, daz iemant mit dem rehten verderbt wurd, wolt iemant dar vmb veinde sin, der sol in den selben schulden sin, als der mit dem rehten verderbt ist. Vnd wo man einen schedlichen man waiz, wo man den vfhebt oder an grifft, der ist dar vmb niemant nichtz schuldig noch gebunden, ez sol ouch niemant niht fuettern weder mit nemen noch mit biten, dann da er durch reht fuettern sol, vnd in offen raysen vnd heruerten, als biz her gewonheit gewesen ist. Wer ouch, daz der aufleuff vnd stoezz vmb solich sach, als vor geschriben stet, mer dann einer wurd, so sol man den newnen dar vmb zu sprechen, vnd swes die oder der merer teil auf den ayd vberein komend, waz aller notduerftigst dar vmb an ze griffen sey, des sol man in volgen vnd gehorsam sin. Ez ist ouch gerett mer, wer daz iemant, der in diser buentnuezz ist, von den sachen, di dar inne sint beschehen, dhein veintschaft wůchse, an dem man nach der buentnuezz der selben komen wolt, so sullen dem selben herren vnd stet, die in der buentnuezz sint, zu legen vnd beholffen sin in dem vorgenanten reht, [vntz]f) er der veintschaft gentzlich entladen wirt. Wolt och imantg) in dis buentnuezz komen vnd můtet des an herren vnd an stet, di in der buentnuezz sint, den muegen si enpfahen vnd sullen daz dann an di newn bringen, swann si ze sammen komend. Deuht si dann, daz in der selb fueg zu irer buentnuezz, so sol er dar inne beliben, fuegt er in aber dar inn nicht, so sol dar vz sin. Wer ouch, daz di herren oder ander luet, di in dire buentnuezz von niwen dingen komen, dhein stozz an gieng, den sol man beholffen sin vf den eyd nach der vorgenanten newner oder ir des merern teils rat vnd heizz als andern, di ietzo in der buentnuezz sint. Ez ist och beret, waz vfleuff biz her bi der vodern buentnuezz beschehen sint, die ietzo gemeldet sint vnd geoeffent, di sol man rechen vnd vz richten nach der newner heizz ze gelicher wis als die, di noch beschehent. Och ist gerett, daz . . die newne oder der merer teil zu den vier kottemmern alliu jar zu ein ander komen sullen ie vf den nehsten sunntag nach der kottemmer gen Vlm vnd sullen da verhorn all klag vnd gebresten, di dann notdurftig sint ze verhoeren, vnd da vz richten di selben gebresten, so si dann best ze rat werden. Wer ouch, daz iemant zwischen den kottemmern ichtz bescheh, daz er clagen wolt, der sol ez an den veberman bringen, duncht danne den, daz er ez alein nicht vz mueg gerichten vnd daz er der echter dar zu beduerffe, ob die sach als redlich vnd als notdurftig ist, so sol er si zu im besenden an di vorgenant stat gen Vlme. Gescheh ouch, daz der echter einer krank oder vswendig landes wer, daz er zu den vir kottemmern gen Vlm nicht komen moeht, oder wann si all von manung wegen des vbermannes dar komen solten, ist er vz der herren diner, so sullen di herren, der diener er gewesen ist, ainen andern an des stat vnd vf den selben tag gen Vlm senden, vnd sol der swern allez des der gesworn hat, der nicht komen moht, vnd sol ouch man im in den ayd geben, daz dirre von ehafter not nicht komen moht gen Vlme. Vnd daz selb sullen die stet ze gelicher weis tůn vzzer ir steten als die herren on geuerd. Mer ist berett, wer daz der echter einer oder mer ab gieng, so sullen die andern vnd der vberman einen andern oder ander an des oderh) an der stat, di abgangen sint, kiesen vnd nemen, ez si vz der herren diener oder vzzer den steten, in dem nehsten monayd dar nach. Wurden si sich aber zweyen an der wal, daz si nicht vber ain komen moehten, so sull wir einen andern oder ander an ir stat geben vz der herren diener, ob der selben einer ab gangen ist, oder vs den steten, ob der selben einer ab gangen ist. Gieng ouch der veberman ab, so sullen wir einen andern, der als schidlich ist, in dem nehsten monayd dar nach an des selben stat geben on geuerde. Wir behalten vns ouch, wer daz vns vnder den echten iemant misseuiel, er wer von den herren oder von den steten, daz wir den ab nemen sullen, vnd sullen dann di herren, ist er von iren wegen do gewesen, vz ir dienern ainen andern mit vnserm rat an fuerzog an des stat geben, den wir ab genomen haben. Ist ouch der von der stet wegen, so sullen si vs ir steten daz selb ze gelicher weis tůn als di herren. Ez hat ouch graf Vlr. von Wirtenberch vnser oheim selb zehen siner diner, die her nach geschriben stand, Joh. von Eiltling(en) vogt ze Leonberg36, Heinr. von Rechberg von Huechling(en)37, Albr. Hak, Vlr. von Wirtenberch probst ze sant Gwiden ze Spyr38, Chunr. von Hornstain39, . . der vogt von Vrach40, Fridr. Sturmveder, Chunr. Ruezz vnd Ernst von Giltlingen41 vogt ze Ettlingen42 dis buntnuezz, als si an disem brief verschriben sint, fuer sich vnd fuer all ander sin diner gesworn zu den heiligen stet vnd gantz ze haben vnd ze halten on geuerd, vnd des sol vns auch von im benuegen. Wir nemen och in dis buntnuezz all stift gotshueser kloster pfaffen geistlich vnd weltlich, wie die genant sint, di in den zilen sint, als sich dis buentnuezz strechent. Wer ouch, daz iemant ichtz vs kirchen oder vs kirchhoefen oder viche vs pfluegen freuelichen nem, daz wer in raysen oder vswendig, den sol man haben vnd halten fuer einen offen strazz rauber. Gescheh ovch, daz iemant vs lantfrid ze Franken her vber in dis buntnusse beraubt wurd oder ieman vs dirre buentnuezz hin vber, so sol ein lantfrid dem andern beholffen sin, so er best kan vnd mag, bis daz ez widertan wert. Wir wellen ouch, waz iemand mit dem rehten vor vnserm hofgericht erklag vnd erlang, daz man dem dar zu mit dem lantfrid beholffen sey getrewlich. Dirre lantfrid vnd buentnuezz sullen als weyt sin als verre herren vnd stet land vnd gebiet strechend, die in dirre buntnuezz sint. Wir haben ouch den vorgenanten hochgeborn Steph. pfallentzgrauen bi Reyn vnsern sun herren vnd steten, die in dirre buentnuezz sint, ze einem haubtmann geben, vnd wer, daz er in landes nicht gesin moeht, so sol er einen andern an sin stat, der als schidlich sey, vnd in dem selben rehten geben in den nehsten zwein monayden dar nach. Vnd sol der selb swern ze gelicher weis, als er gesworn hat, vnd den ayd sullen die newn vodern vnd ein nemen, vnd wo man in ouch daz verzueg oder verzihen wolt, so sint herren vnd stet vnd all, di in diser buentnuezz sint, gen der herschaft ze Bayern vnser suen vnd si gen in irer ayd ledig vnd los. Vnd des habent all herren vnd stet, di in diser buentnuezz sint, gemeinlich gelert ayd zů den heiligen gesworn, allez daz ze halten ze volfueren, swaz geschriben stat an disem brief, vnd da wider nicht ze tůn on all geuerd, daz ouch all herren vnd stet, di in dis buentnuezz fuerbaz komend, ze gelicher weis tůn sulln vnd swern. Wir behalten vns ouch den gewalt, daz wir dis ayd vnd buentnuezz ab nemen muegen, wann wir wellen, vnd wer, daz wir ze rat wurden, daz wir si ab nemen wolten, daz muegen wir tůn mit der bescheidenheit, daz wir di vorgenanten herren vnd stet besenden sullen auf einen tag, vnd sullen si do nach rat vnd mit ir wizzen ab nemen. Wer aber, daz wir in landes nicht enwern, swer dann vnser pfleger ist vnd der in vnsern offen brief mit vollem gewalt an vnsrer stat zaigt vnd bringt, der sol vnd mag si als gewalticlichen ab nemen als wir. Wir haben in ouch di genad getan, all di weil dis buentnuezz wert, daz wir der vorgenanten stet deheinerv verkummern noch zetrennen suellen. Mer haben wir in ze genaden getan, daz disen vorgenanten herren vnd steten vnd allen andern, di in dirre buentnuezz sint oder noch dar in komend, alliu ireiv recht, all ir brief vnd all ir gůt gewonheit behalten sin in allem dem rechten vnd allen den freyheiten, als wir vnd vnser voruarn in di vor bestet vnd beguent haben, vnd daz si da von nieman dreng noch treib, vnd wer si des entwern wolt, so ist vnser gebot vnd will, daz si ein ander zulegen vnd beholffen sin in dem vorgenanten rechten gen aller meniclichen an gen vns alein. Dat. Nordlingen43 die sabbati post Viti anno domini M°C°C°C°XL°.
Source Fulltext: Chartularium Sangallense VI, Nr. 3748, S. 322-328.
Original dating clause: die sabbati post Viti
Editions:
- W. Vischer, Geschichte des schwäbischen Städtebundes der Jahre 1376-1389 (1861), S. 181, Nr. 1.
Comment
Regest: J. F. Boehmer, Additamentum III ad Reg. Imp. 1314-1347 (1865), S. 373, Nr. 3447. - Quellenwerk I/3, 324. - Ruser I, 570.$$Es handelt sich um eine Erneuerung und Erweiterung des Vertrags vom 20. Nov. 1331 (Nr. 3475). Obschon keine Originalausfertigungen überliefert sind, müssen solche aufgrund anderer Urkunden,die darauf Bezug nehmen, angenommen werden, wobei offen bleibt, ob sie auch das Datum 17. Juni 1340 trugen und wer sie besiegelt hat, vgl. Ruser I, S. 474f.Language:
Notes:
a)v korr. aus d. - b) Es folgen unlesbare, wohl getilgte Buchstaben, 1,3 cm. - c)d korr. aus g. - d) Nach da noch ein Schaft sichtbar, Rest völlig verblasst. - e)oder mit überflüssiger er-Kürzung. - f) Völlig verblasst, sinngemäss erg. - g)a korr. aus e. - h)o korr. aus st. - 1 Ludwig V., 1323(33)-1351 Markgraf v. Brandenburg. - 2 Stephan II. (1319-1375) u. Ludwig VI. (1330-1365) v. Bayern. - 3 Heinrich III. v. Schönegg, 1337-1348 Bischof v. Augsburg. - 4 Ludwig VI. v. Öttingen (nö. Nördlingen, bayer. Schwaben), + 1346. - 5 Ulrich III. v. Württemberg, 1325-1344. - 6 Berthold IV. v. Neuffen (s. Nürtingen BW), + 1342. - 7 Ludwig VIII. (1322 - + 1378) u. Friedrich II. (1322 - + 1357) v. Öttingen. - 8 Eberhard I. v. Werdenberg-Sargans, zu Schmalegg, 1334 - + 1383. - 9 Albrecht V (1317- + 1359), Hugo I. (1331 - + 1354) u. Heinrich (1331 - + 1352) v. Hohenberg (ö. Rottweil BW). - 10 Konrad (1318-1376) u. Rudolf (1318-1356) die Scherer zu Herrenberg (sw. Stuttgart). - 11 Gottfried (1328-1369) u. Wilhelm (1328-1346), Pfalzgrafen v. Tübingen (BW). - 12 Biberach a. d. Riss BW. - 13 Memmingen, bayer. Schwaben. - 14 Kempten, Allgäu. - 15 Kaufbeuren, bayer. Schwaben. - 16 Ravensburg BW. - 17 Pfullendorf BW. - 18 Überlingen BW. - 19 Lindau, Bayern. - 20 Zürich. - 21 Rottweil BW. - 22 Weil der Stadt, w. Stuttgart. - 23 Heilbronn BW. - 24 Reutlingen BW. - 25 Wimpfen, n. Heilbronn. - 26 Weinsberg, ö. Heilbronn. - 27 Schwäbisch Hall BW. - 28 Esslingen BW. - 29 Schwäbisch Gmünd BW. - 30 Hochhaus, abg. Burg bei Hürnheim, s. Nördlingen, bayer. Schwaben. - 31 Rechberg, s. Schwäbisch Gmünd. - 32 Ramsberg, ö. Göppingen BW. - 33 Nippenburg, nw. Stuttgart. - 34 Friedrich v. Freyberg (schwäbisches Freiherrengeschlecht mit den Stammsitzen Hohenfreyberg/Eisenberg, nw. Füssen, bayer. Schwaben, u. Haldenwang, ö. Günzburg, bayer. Schwaben). - 35 Eberhard II. v. Nellenburg (w. Stockach BW) Veringen, 1294-1355. - 36 Eltingen, Stadt Leonberg, W.Stuttgart. - 37 Heuchlingen, n. Heilbronn. - 38 Ulrich v. Württemberg, Domherr v. Speyer u. Propst des Stifts St. Guido in Speyer, 1323 - + 1348. - 39 Hornstein, nö. Sigmaringen BW. - 40 Urach, ö. Reutlingen BW. - 41 Gültlingen, s. Calw BW. - 42 Ettlingen, s. Karlsruhe BW. - 43 Nördlingen, bayer. Schwaben.
Places
- Nördlingen
Chartularium Sangallense 06 (1327-1347) 1340 VI 17, in: Monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/CSGVI/1340_VI_17/charter>, accessed 2025-04-05+02:00
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