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Charter: Illuminierte Urkunden 1472-07-16_Wien
Signature: 1472-07-16_Wien
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1472-07-16, Rom
Papst Sixtus IV. bestätigt die Bulle seines Vorgängers Pauls II. über die Errichtung des St. Georg-Ordens (ordo militaris sub invocatione sancti Georgii martiris), dessen Statuten und Besitzungen, die Anstellung des ersten Grossmeisters in der Person des Johann Siebenhirter, und die demselben erteilten Privilegien der deutschen Ritter. (vgl. Wilhelm Putsch, Millstätter Repertorium (Klagenfurter Geschichtsvereinsarchiv Hs. 2/16))
Inc.: Ut religio quelibet dilatetur
Source Regest: 
Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport (BMKÖS), Projekt IllUrk-Ö (2023/24)
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Wien, Haus- Hof- und Staatsarchiv (HHStA), AUR 1472 VII 16

Anhängendes Bleisiegel

Material: Pergament


    Graphics: 







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      • Materielle Beschreibung: 
        Littera cum filo serico (Bulle im engeren Sinn) mit Papstnamen in Zierschrift, die Lombardenformen verfremdet und von Filigran hinterblendet ist, vergrösserter Initiale S(ixtus) mit zwei grossen ausgesparten Halbblättern und Filigran mit historisierten Motiven im Binnenfeld.
        Der Rest der ersten Zeile in Elongata mit Cadellen-artig verzierten Oberlängen der langen "s" und Lombarde A(d perpetuam). Von einzelnen Buchstaben gehen Filigranfortsätze aus, die in den oberen Randbereich ragen und Blüten- und Blattmotive ausbilden.
        Die gegenständlichen Motive ordnen die vorliegende Urkunde den historisierten Papsturkunden zu: Im oberen Binnenfeld des "S" in Federzeichnung und von Filigran umschlossen rundbogiger Wappenschild mit Doppeladler, von einer Krone überhöht. Im unteren Binnenfeld das Ordensgewand der Georgsritter (vgl. die sog. Siebenhirter-Tafel).
      • Der Name des Skriptors auf der Plica mit hervorgehobenen Majuskeln und mit graphischem Dekor.
      • Stil und Einordnung: 
        Die Formen des Skriptorennamens, M. Millinus, auf der Plica sind für diesen charakteristisch, wie ein Vergleich mit 1477 Jänner 16 in Rouen belegt. Inwieweit dies auch für die Kontextschrift und den Dekor der ersten Zeile gilt, ist nicht ohne aufwendige Studien zu entscheiden, ist also durchaus möglich, aber nicht zwingend; immerhin liegen fünf Jahre zwischen den beiden Stücken.
      • Erwähnenswert ist freilich, dass von der Urkunde in Rouen eine Prunkfassung mit gezeichnetem historisiertem Dekor existiert (1477 Jänner 16: mit ausführlicher Beschreibung und bibliographischen Angaben), die jedoch von einem anderen Skriptor mundiert wurde. Dort auch weiterführende Angaben zu historisierten Papsturkunden. Dort wird eine Ausfertigung von 1472 März 15 erwähnt, deren heraldischer Dekor gleichsam der Widerpart der hier vorliegenden Urkunde ist. Der Dekor dort, Tiara und gekreuzte Schlüssel oben und Wappen von Sixtus IV. (Della Rovere) unten, beziehen sich ausschliesslich auf den Aussteller, was durchaus üblich ist, während hier beide Elemente auf den Empfänger verweisen.
      • Bemerkenswert ist nicht nur die Darstellung des Wappens mit Doppeladler, das auf die enge Verbindung des St. Georgs-Ritterordens und Kaiser Friedrich III., dem Gründer des Ordens, verweist, sondern auch das Gewand der Georgsritter, das im Text Erwähnung findet und im Zusammenhang mit Begräbniszeremonien beschrieben wird (vestes talares cuiuscunque coloris preter quam rubei viridis et crocei continuo de super vestem albam cum cruce rubea equa longitudine cum veste anteriori et latitudine usque ad brachia protensam iuxta formam tunc designatam).
      • Sophie Dieberger, Carmen Rob-Santer, Martin Roland
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      Mentions

      Comment

      Auf der Plica rechts, Vermerk des Scriptors: M. Millinus
      Der Skriptor Marius Millinus ist nachgewiesen bei Frenz, Conspectus (https://www.phil.uni-passau.de/fileadmin/dokumente/fakultaeten/phil/lehrstuehle/frenz/RORC/littera_M.pdf). kann Marius Millinus von 1470 bis 1487 als Skriptor nachweisen. Er ist weiters als Abbreviator (Reg. Lat. 861) sowie als Cancellarius alme Urbis im Jahr 1481 (Reg. Vat. 658, fol. 181r) belegt.
      M. Millinus ist ausserdem in einer weiteren von Papst Sixtus IV. ausgestellten Urkunde nachzuweisen: 1477-01-16 (Rouen, Archives départementales de la Seine-Maritime, G 369).
      Places
      • Italien (Kurie)
        • Type: Region
      • Rom
        Persons
        • Johann Siebenhirter
          • M. Millinus
            • Papst Sixtus IV.
              Keywords
              • Illuminated Charters: Niveaus:
                • N1: drawn
                • N1: historiated
                • N1: Initials
                • N1: Coat of arms
                • N2: Display script (with decorative character)
                • N2: Penwork(Fleuronnée)
              • Glossary of illuminated charters (in German):
                • Historisierte Papsturkunden
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