Urkundenbuch des Hochstifts Meissen II Band, Nr. 190, S. 262
Urkundenbuch des Hochstifts Meissen II Band, Nr. 190, S. 262



In gotis namen amen. Sint wir Wilhelm von den gnadin gotis margcrafe ezu Missen hy* off erdin czu fSrstlichir gewalt gegebin vnd von gothe begnadit sint, so ist ouch wol redelich vnd erkennen vns ouch das wol not syn, das wir vns \' nicht alleyne genczlich czu dysen czitlichin vnd vorgenglichen dingen gebin vnd zo do methe bekennen, do methe wir das ewige lon, das ein yclich cristen mensche bey- thende vnd warthende ist, vorsfimin m6chten, sundyrn vlissiclich dor noch sten vnd gedenken wi wir gothe sulchir werde, dy her an vns geleyt hot, gedanken vnd syn lob alzo czubreytende vnd meren vnd zcu sterken, das do von noch desyr czit von gothe tr6stlichin wedirstatunge vnd lon wirdeclichin enphaen m6gen. Do von wir Wilhelm von gotis gnaden margrafe czu Missene, in dem Ostirlande vnd czu Landis- berg bekennen offintlich in desim briffe vor vns vnd vnsir erbin vnde allin vnsirn nachk&menden margrafen czu Missene allin den, dy en sehen h6ren adir lesen, das wir gothe, siner liben mutir Marien der reynen iuncfrawen vnd allin gotis heylegen czu l6be vnd czu eren, vnsirr eldern, vnsir vnd allir vnsir nochkomen zelen czu sele- keit vnd czu troste, eyne vicarye vnd altir von nuens off deme nfien gewelbe in deme thume zcu Missen gestiftit vnd gebuet han, der altir gewyet ist in der ere der heylgen senthe J6rgen, senthe Mauricii vnd syner geselschaft, vnd senthe Oangolfs der heylgen merterer vnd der heylgen aposteln senthe Philippi vnd Jacobi vnd der heylgen iuncfrawen senthe Dorothean. Czu der selbin vicaryen vnd altir wir ouch geeygint vnd gegebin han aehczen schok grosschin ierlichir gf1lde Fribirger muncze vnsirr rechten iarrenthe an vnsirr stat vnd burgern czu deme Hayne obir Elbe gelegin, dy dy gulde deme cappellan, dem wir dy vicarye vnd altir gelegin han vnd allin sinen nochkomen jerlich vnd ewiclich reychin vnd gebin sullen, nim schok off Walpurgis vnd nune off Michaelis ane wedirsprache vnd allis hindirnis. Der selbe vnsir cappelan der den altir hat vnd alle syne nochkomen sullen besteln vnd vorsten, das man off vnsir lyben vrawen obunde wurcze wye, off vnsir vrawen obunde leczer, off vnsir vrawen obunde als sy enphangin wart, of vnsir vrawen obunde lichtewye, vnd off vnsir vrawen obunde Clibe, off iczlichin obund, vnsirr eldern vnd vnsir gedechtnisse in deme chore zcu Missene mit eynir selemesse vnd vor of dem obunde mit eynir langen vigilien erberclich gesungen begee, -vnd ouch ein sydin tuch, der wir czwey do czu gegebin habin, breythen vnd vyer kerczin von acht phunden wachsis do by steckin sal, vnd das geluthe mit den glockenern bestellin, das das ouch ordinlich gehaldin werde dy messen vnd ouch czu vigilien. Dy thumhern vnd dy vicaryen, dy denne keinwertig sint, sullen selbir vliseclich czu chore gen vnd syn. Der selbe vnsir cappclan vnd alle syne nochkomen sullin an allis sumenis wedirspraclie adir helferede von der egenanten gfllde, dy wir czu deme
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altir ader vicaryen geeygint vnd gegebin habin off yclich vnsir vrawen obund als oben geschrebin stet, den thumhern dy denne czu der selemesse vnd vigilien kein- wertig vnd czu chore sint, y czu der czit ein schok grosschin Friberger mfincze, vnd den vicaryen vnd cappellanen dy ouch denne keinwertig czu chore sint, eyn halb schok grosschin der selbin mfincze, vnd den ch6rschulern vyer grosschin y czu der czit czu presenczien gebin ane vorczug vnd hindirnisse, vnd dy vicaryen vnd cap- pelane sullen ouch vliseclichin, dy das getun m6gen, selemessen lesin, vnd welch vicarius adir cappelan den tag selemesse list in deme thume, dem sal man eynen halbin grosschin ouch besundirn gebin, das man ouch alzo ierlich vnd ewiclich haldin sal. Is sal ouch der selbe vicarius vnd cappelan, deme wir vnsir erbin adir noch- komen dy selbe vicaryen vnd altir lyen, eyne ewige lampe dy tag vnd nacht b6rne haldin. Wir, vnsir erbin vnd nochkomen sullen noch enwoln dy vicarye vnd altir nymande lyen, noch dy sal nymant han noch besiczen, her sye denne gereythe pri- ster, vnd habe messe gesungen ,adir gelesin, adir singe adir leze dy byn dem yare, als em dy von vns vnsirn erbin adir nochkomen gelegin wirt. Wo das andirs gehal- din vnd obirvaren wurde, zo sullen dy leen nicht macht han, zo ver das byn dem nehesten manden, so dy leen getan werdin, nicht gewandilt vnd gehaldin wfirdin mit den leen alzo vnsir begerunge ist, vnd wir dy vicarye czu lyende vsgesaczt habin, vnd vsgendn den vyer wochin, wer sye denne nicht eyme prister gelegin, als vor- geschrebin stet, zo sal das capitil czu Missene nach yrer samwiczkeit czu dem male dy vicarye macht habin, dy czu lyen eynem armen bedirben prister, der nicht vore leen hat, vnd den ouch do by behaldin, der ouch dy vicarye vorsten sal in alle der maze vnd das haldin, als vor geschrebin stet, vnd eygen vnd gebin dy obegeschrebin achtczin schok geldis vnsir rechtin iarrenthe an vnsirr stat vnd bfirgern czum Hayne 6bir Elbe von vnsirr f6rstlichir gewalt czu der egenanten vicaryen vnd altir, vnd vor- czyen vns der obgeschreben gfilde vnd rechtis, das wir an der dickegenanten gfilde gehabin m6chtin vor vns vnsir erbin vnd alle vnsir nochkomen, vnd wisen vnsir bfirger gemeynlich arm vnd rich czu dem Hayne vnd alle yre nochkomen mit der egenanten gfilde an den vicaryen vnsirn cappelan vnd an alle syne nochkomen, vnd heysen vnd gebyten en ouch by vnsirn hulden, das sye deme vicaryen vnd allen' synen nochkomen ierlich vnd ewiclich reychin vnd gebin ane vorczug wedirsprache vnd ane geverde, vnd en ouch dy vorwissin vnd vorbryffen, das der vicarius vnd syne nachkomen der gfilde sichir sint vnd wol genfige. Das alle deze vorgeschrebin eygunge vnd gebunge der vorgenanten gulde von vns, vnsirn erbin vnd allin vnsirn nochkomen in allin erin punctin, stfickin vnd artikeln vnvorrukt vnd vnvorbrochin stete vnde gancz gehaldin werdin suln, habin wir czu merir sichirkeit vnd geczuge vnsir fortlich ingesegil an desin briff gehangin. Do by sint gewest vnd sin ouch geczfige dy ediln grefe Han- nus von Swarczburg herre do selbist, burgrefe Albrecht von Lyzenig herre czu Pe- nik, vnd dy gestrengin her Heynrich von Turgow, her Frederich von Wiczelebin, her Heynrich von Bfinow, Conrad von Bresenicz, Otte vom Birkech, vnd dy erbern her Johannes von Poczte, her Dytherich von Waltirshusin, her Gothschalk von Cze- kericz vnsir schribere vnd cappelane vnd andirr luthe gnug, den wol ist czu glefibin.
COD. DIPL. SAX. II. 2. 29
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Dyrre briff ist gegebin noch gotis geburte dreyczenhundirt iar in deme sechs vnd achtczicstin jare an senthe Lorenczen tage des heylgen merteres.
Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Reitersiegel des Markgrafen an Faden von gruner und rother Seide.
Urkundenbuch des Hochstifts Meissen II, ed. Gersdorf, 1865 (Google data) 190, in: Monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/StiftMeissenII/1331a2fb-7c00-4c7c-9203-db8f8a6d34a1/charter>, accessed 2025-04-06+02:00
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