Urkundenbuch des Hochstifts Meissen II Band, Nr. 70, S. 111
Urkundenbuch des Hochstifts Meissen II Band, Nr. 70, S. 111




Wir Friderich, Balthazar vnd Willehelm von gotis gnaden lantgrauen in Dfl- ryngen, marcgrauen zcuc Mysne, in dem Osterlande vnd zcue Landisperg, grauen zcu*
COD. DIPL. SAX. 11. 2. 1(J
Orlamfinde vnd herren des landes zcu Plyzsen bekennen offenlichen mit desem kegent- wertigen briue allen, di in sehen horen oder lesen, das wir haben vork6uft erplichen vnd recht vnde redelichen mit wolbedachtem mfite vnde nach rate vnsir frfinde vnd vnsir manne dem erwerdigen in got vater vnd herren hern Johanse bischoffe zcue Misne genant von Ysenberg vnd synem gotshfise vnd synen nachkomelingen bischoffen zcue Misne vnd an sie gewiset Osschacz vnd was dar zcue gehoret, mit manschaften, mit lehen geistlich vnd werltlichen, mit anegeuellen in der stat vnde vf dem lande, mit allen gerichten gros vnd kleyne, mit wegen vnd nicht wegen, mit agker mit holcze mit yait mit wesen mit wazzer mit vischerige vnd mit allen den nficzen eren vnd vriheit wi di namen haben oder gehaben mogen, an zcynsen an bethe an geleite an zcolle vnd an alle deme, das wir da gehabet haben wi man das nennet, der nemen wir keyns vs, vnd wisen das an sin gotshfis zcu" Mysne vnd an syne nach- komen den bischofe zcue Misne als eyn recht eigen, als wirs bis her gehabet haben, vmbe ffimf tusent schog gfitir breitir grosschen, der her vns yczflnt zcu male beczalt hat vnd wir von ym entphangen haben, vnd di wir in vnsirn nficz haben gewant, vnd sagen in der ledig vnd los an desem brife. Ouch so haben wir mit ym geret, daz her vns von sfinderlicher gfinst vnde frfintschaft wil vnd sal gfinnenr wenne wif oder vnsir erben oder vnsir nachkomelinge wollen daz selbe gfit Osschacz, di stat manschaft vnd gerichte, vnd waz wir ym da vorkouft haben, wi das namen hat, wollen wider koufen, da sal her vnd sin capittel vns vnsirn erben vnd nachkome- lingen das wider zcfi koufen geben vnd widir antwerten vmbe fumf tusent schog gfiter breiter groschen ane alle widersprache, vnd wenne wir vnd vnsir erben oder nachkomelinge daz tfin wollen, das sullen wir in vnd sin capitel zcu Misne vnd sine nachkomelinge bischoffe zcue Misne sechs manden vor lazen wizzen, vnd fm vnd synem capitel das selbe gelt ffimf tusent schok guter breiter grosschen beezalen zcfim Stolpen oder vf welchem hfise oder in welcher stat in dem lande zcue Misne si das wollen vnd des eyntrechtig werden mit eyn ander, wenne bi namen der selbe vnsir , herre her Johannes bischof zcue MyCne das alzo gemacht vnd geschigket hat, vnd is ofich getedinget vnd geret ist, das der bischof der nach ym bischof wirt zcue Misne, nicht sal noch enmak das gelt di fumf tusent schog groschen alleyne enphahen oder in nemen, wenne wir oder vnsir erben oder nachkomelinge wollen das gfit wider k6ufen, sundirn her sal das enphahen vnd in nemene mit dem capittel zcue Misne, vnd das capittel mit ym, vnd sullen das selbe gelt, di ffimf tusent schog mit eyn- andir entphahen vnde in nemen vnd is wenden an des gotshus nficz zcue Misne vnd nyrgent anders. Wer ouch das sich das alzo geburte, das nicht bischofes zcue Misne were, so sal das capitel zcue Misne di stat zcfi Osschacz vnd was dar zcue gehoret mit dem lande inne haben, als ander des gotshfis vesten, vnd wolden wir oder vnsir erben oder vnsir nachkomelinge ouch in der selben zcit, di wile nicht bischoffes were, Osschacz vnd was dar zcue gehoret mit dem lande wider koufen, das sullen wir wider koufen wider das capitel zcu Misne, das sal vns das wider antwerten vnd vorkoufen, vnd das sal ouch di beczalunge von vns nemen in der wise, als vor stet geschriben. Ouch ist geret vnd getedinget, das der selbe vnsir herre her Johannes bischof zcue Mysne sal vorbfiwen hfindirt schok breitir grosschen an deme hofe zcu Osschacz,
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vnd sal das tfin mit gfiten wizzen vnd di selben hundirt schog slahen vf di fumf tusent schog, vnd wenne wir ader vnsir erben ader nachkomelinge wolden wider k6ufen Osschacz vnd was dar zcue gehoret, so sal her oder sine nachkomelinge vns oder den vnsen nicht widergeben oder antwerten Osschacz vnd was dar czue gehort, ym werde denne das gelt di hfindirt schog mit den ffimf tusent schogken. Ouch ist bi namen getedinget, das wir vnd vnsir erben vnd nachkomelinge di stat Osschacz vnd das lant vnd lute di dar zcue gehoren, di wile si der bischof vnd das capitel haben, schuczen vnd schermen vnd getruwelichen vortedingen sullen vnd wollen kegen aller- menglich vnd vor allen vnrechten vnd gewalt, alz ab wir di selbir inne hetten. Ouch so ist geret, wer das der selbe vnsir herre her Johannes bischof zcue Misne oder sine nachkomelinge wider kouften oder losten zcynse oder gfilde, di wir do vorsaczt oder vorligen haben in der stat oder vf dem lande, di wile wir oder vnsir erben is nicht wider k6ufen, das mfigensitfin, vnd wenne wir denne Osschacz vnd das lant wider. kouften, so sal her oder sine nachkomelinge oder das capittel zcue Misne das selbe gfit, das si alzo gek6uft vnd gelost haben inne haben vnde gerfiweclichen gebrfichen ane hindernizze, als lange bis das in ir gelt von vns wider werde, das si dar vmbe gegeben haben, vnd sullen ouch di strasen di zcfi der stat nfi gen nirgent andirs legen, noch di luthe die di strase varen, nirgent andirs zcfi varnde twingen, vnd wo si ander strasen ffiren, das mak der bischof vnd das capittel weren, das sal wider vns nicht sin, vnd sullen das helfen weren, ab wir ader vnser nachkomelinge des von in vormant wurden. Ouch so ist geret, wer das doch got nicht wolle, ab krig zcwischen vns vnd einem bischofe oder dem capittel zcue Misne wurde, so hat di stat mit dem lande zcue Osschacz stille vnd geruget siczen in dem krige, vnd sal von vns vnd vnsirn erben vnd nachkomelingen vmbeschediget bliben, vnd von allen den di durch vnsirn willen tun oder lasen. Ouch sal der selbe vnsir herre her Johannes bischof zcue Misne oder sine nachkomelinge oder das capittel kein gfit in der stat oder in dem gerichte zcue Osschacz nicht eigen wider phaffen oder mfinchen oder nfinnen oder ^mande anders, si sint geistlich oder werltlich, si tfin is denne mit vnsirn wizzen oder guten willen. Das wir disen kouf vnd dise vorbeschreben rede vnd stfigke stete vnd gancz wollen vnd sullen halden vnfiorbrochlich in aller wise, als hir vor stet geschriben, vnd das nymmer vorrfigken noch vorbrechen wollen mit worten noch mit werken, das geloben wir mit guten truwen vnd ane allerleie argelist vnd geverde, vnd haben des dar vbir zcue vrkfinde vnd bekentnisse vnsir insegel an disen brif lasen hengen. Dar bi° sint gewest vnd sint ofich geczcfigen die edeln vnd gestrengen her Friderich von Schonenburg herre zcue Gluchow, her Nigkel Kfiche- meister, her Kristan von Wiczeleiben, her Nigkel von Kokericz, her Heinrich Grose, her Ludewig vom Leznik, her Ditherich von Hoensperge rittere, Ytel Holt vnsir liben getrfiwen vnd andire vr6mer luthe genfig den wol ist zcue gelouben. Gegeben zcue Osschacz nach gotes gebflrt driczehenhundirt iar vnd dar nach als man czalte in sechs vnd sechczigisten iare an sente Jeronimus tage des heiligen lerers.
Nach dem Orig. im K. Haupt - Staatsarchiv zu Dresden. An roth und grunseidenen Schnuren hangen die Reitersiegel der Markgrafen Friedrich und Wilhelm; das zwischen beiden befestigt gewesene Siegel Baltuasars ist abhanden gekommen.
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Urkundenbuch des Hochstifts Meissen II, ed. Gersdorf, 1865 (Google data) 70, in: Monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/StiftMeissenII/913a5390-c930-48d5-aba4-5a16dbcc19ad/charter>, accessed 2025-04-07+02:00
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