Charter: Salzburg, Erzstift (798-1806) AUR 1292 V 01
Signature: AUR 1292 V 01
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1. Mai 1292, (Ober-)Drauburg
Graf Albrecht v. Görz (Gortz) und von Tirol (Tyrol), Vogt der Kirchen von Aglai, Trient und Brixen, bekennt den in seinem Namen und in dem seiner Schwiegermutter Offmey Gräfin v. Hardeck (-ek) und seiner Frau Offmey mit Eb Konrad geschlossenen Vergleich wegen alter und neuer Forderungen: 1. Alle Ansprüche des Erzbischofs auf fahrendes Gut, Gelübde etc., die noch von der Befreiung aus der Gefangenschaft seines Großvaters (ene) Graf Albert v. Tirol herrühren, sowie des Grafen Ansprüche auf Erbschaft oder auf Matrei (-tray), Kuenburg (Chiemburch), Mittersill (Mitersil), Sachsenburg, Feldsberg (Veltsperch) und wegen Schaden aus der Gefangenschaft sollen ab und gegeneinander ausgeglichen sein. (2.) Der Eb verleiht dem Grafen das Haus zu Lind (Linth) und den Zehent zu Obergottesfeld (Dobroholtzuelde) zu Lehen wie seinen Vorfahren und damit wird des Grafen Anspruch auf die Burggrafschaft zu Sachsenburg und Feldsberg ausgeglichen. (3.) Wenn der Eb seine Burgen zu Stall (Stalle) und "Raenkersburch" wieder bauen lassen wolle, soll ihn der Graf dabei fördern, nicht hindern. (4.) Die Ansprüche des G. auf 20 Mark Geld, Lehen aus der Münze zu Friesach, worum seine Vordern ihr Eigen um Veltsperch aufgegeben und das sie wieder von Eb Eberhard (II.) (vgl. U.-B. 3 n. 872) zu Lehen erhalten haben, und die verlorenen Zinsen aus diesem Geld, die Ansprüche seiner Schwiegermutter Offmey und seiner gleichnamigen Frau auf die Herrschaft und Burg zu Plain (Plaien) samt Zugehör werden aufgegeben und werden auch die Frauen ihre Briefe geben. Sollte Salzburg wegen Plain von jemandem angefochten werden, soll der Graf, da die Frauen ihre Ansprüche vor Kg. Rudolf aufgegeben haben, der Kirche Gewähr leisten gegen den von Schaunberg (Schovmberch) und den Grafen v. Pfannberg (Phannenberch). (5.) Dafür zahlt der Eb 120 Mark Silber Wiener Gelöt oder 15 Pfund Berner für 1 Mark und 300 Mark Aglaier, zahlbar je zur Hälfte Sept. 29 und ein Jahr darauf, gegen Stellung von Bürgen. (6.) Mit diesem Vertrag sollen alle alten und neuen Ansprüche ab sein. (7.) Der Graf behält sein Landgericht auf dem Katschberg (Chaetzperge) und gen Malta (Malntein), so daß schädliche Leute aus des Erzbischofs Gericht, wie es Gewohnheit ist, dem G. ausgeliefert werden. (8.) Die Kinder aus Ehen salzb. und görz. Leute sollen bei der nächsten Zusammenkunft geteilt werden. S.: A. v. G., Graf Heinrich, sein Sohn, die beiden Gräfinnen, Bf Heinrich v. Brixen. Z.: Graf Friedrich v. Ortenburg, Ulrich von Taufers (Touuers), Rudolf v. Vansdorf, Vicedom v. Frisach. Datz Traburch 1292 an der zwelif botentag Philippi und Iacobi. Current repository:
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5 Siegel (fehlen)
Notarius Description: 909


Wir graf Albreht von Gortz und von Tyrol, voit der gotshouser ze Agley, ze Trient und ze Brichsen, veriehen und tu/on chunt an disem brief allen den, di nu lebent und noch chunftich sint, daz wir und alle unser erben und an unser swiger stat frowen Offmeyen der grævinn von Hardek und an unser housfrowen Offmeyen stat uns mit unserm herren ertzbischolf Chunrat von Salzburch lieblich gu/etlich und vreuntlich um alle di ansprach, die wir und alle unser erben gein im und sinem gotshous gehabt haben von alter oder von newer vorderunge, verriht haben als her nach geschriben stet: Des ersten also, daz alle di vorderunge, di wir gein im und dem gotshous von Salzburch gehabt haben um daz varent gu/ot oder umb di gelubde oder um di gedinge, da mit unser ene graf Albreht von Tyrol von der vanchnu/esse1) ledich wart, si sei an burgen, satz oder an gift oder an swen si sein, daz die durichslehtes ab suln sein, und da mit geleit die ansprach, die er hete ouf die burge ze Virge, ze Luentz, ze Traburch und ander, swie si genant sein, und alle die hantveste, die er und sin gotshous gehabt hat, da mit er uns mocht angesprechen, daz die alle tot und zeniht suln sein. Und geleit hern gegen alle die ansprach, die wir und unser erben gein im und sinem gotshous gehabt haben, ez sei um erbeschaft oder von swelihen dingen si sein, ouf Matray, Chiemburch, Mitersil, Sachsenburch, Veltsperch und ander swie si genant sein und ouch aller der schade, den wir von der vanchenu/esse ouf daz gotshous geziehen mochten swie der genant wære und ouch der, ob uns chein gu/ot oder gelt gelobt were von sinen vorvarn und des niht geleist were, ze den selben ziten oder der nach. Um das hous ze Linth und daz dar zu/ogeho/ert und um den zehenten ze Dobroholtzuelde ist also gescheiden, daz er uns daz gelihen hat ze rechtem lehen als ez unser vordem mit lehenschaft von dem gotshous her braht haben, und get dannoch da mit abea) die ansprach, die wir heten ouf die burgraschafta) ze Sachsenburch und ze Veltsperch. Ouch ist gescheiden, swenn er sin burge ze Stalle und ze Rænkerspurch wider bowen welle, daz wir und die unsern in dar zu/o furdern suln und niht hindern.Und die ansprach, die wir gehabt haben um zwainzich march geltes, di wir ze lehen solten haben ouz der munzze ze Friesach, dar um ouch unser vordern ir aigen, daz si heten um Veltsperch, ouf gaben und enphiengen daz ze lehen von bischolf Eberhart2) und um die nu/etze, die uns versezzen und verhabt sint an den vorgnanten zwainzich march geltes und um die ansprach, die unser swiger frowe Offmey und unser housfrowe frowe Offmey und unser erben ouf die herschaft und ouf deu burch ze Plaien und alles, daz dar zu/o geho/ert an leuten und an gu/ot, gesu/ocht, und ungesu/ocht, velde, wazzer, herschaft, geriht oder swie ez genant si, gehabt haben, daz ist al so gescheiden, daz wir und unser erben da von stên und daz ez furbaz dem gotshous immer mere ledich beleiben sol an alle ansprach und suln dar uber di vorgnanten frowen ir brief geben3). Und wære, daz daz gotshous furbaz ieman dar umb anspræche, da sul wir und unser erben, wan unser housfrowe uns daz selbe gu/ot und di selben ansprach vor dem chu/enige Rudolfen von Rome ouf hat gegeben, des gotshouses gewer sin ouf alles reht gegen dem von Schovmberch und dem graven von Phanneberch und gen aller mænchlich, und dar um sol er geben hundert march silbers Wiennichs gelo/etes oder fumzehen phunt Berner fur ein march und dreu hundert march Aglaier und sol uns daz selbe gu/ot geben von sand Michelstag, der nu chumt uber ein iar halbes und von danne uber ein iar daz ander tail, und sol uns das gewissen mit erbern bu/ergen, di daz loben und laisten. Und mit diser verihtigunge sol zwischen im und sinem gotshous und uns und unsern erben alle di ansprach ab sein, die wir bedenthalben gegen einander gehabt haben, si sei alt oder newe. Unser lantgerichte, daz wir haben suln ouf dem Chætzperige und gein Malntein, daz sol man uns behalten also, daz man uns schedlich leutt ouz sinem geriht antwrte als ez mit gewohnheit her chomeu ist. Ouch ist getaidinget zwischen dem vorgenantem unserm herren dem ertzbischolf und uns, swa unser leute und die seinen mit heirat zu/oeinander gecheret habent, deu chint suln wir mit einander tailen ouf dem tage, so wir schierist zu/o einander chomen. Und daz diseu verichtigunge furbaz zwischen uns beiden stæt beleihe, dar uber geben wir disen brief mit unserm insigel und unsers suns graven Hainriches insigel und unser swiger der grævinne von Hardek und unserr housfrowen und bischolfs Hainrichs insigel von Brichsen. Diser taidinch und diser sacbe sint gezeuge graf Friderieh von Ortenburch, her Vlrich von Touuers und Ru/odolf von Vonsdorf der vitztum von Friesach, die dirre dinge taidingær sint gewesen. Dirre brief ist geben datz Traburch, do von Christes geburt warn tousent zwaihundert iar in dem andern und neunzigistem iar, an der zwelif boten tag Philippi und Iakobi.||
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Source Fulltext: Salzburger Urkundenbuch, IV. Band, Urkunden von 1247-1343. Franz Martin. S. 205-207.
Original dating clause: 1292 an der zwelif boten tag philippi und Iacobi
Editions:
- SUB IV Nr. 167; MR II 0133
Comment
Damit war nun auch die Verbindung mit den Görzern hergestellt. Vgl. Dopsch, MIöG 22, 620.Language:
Notes:
a) A. 1) vgl. MR 1 n. 166. 2) vgl. SUB III n. 872. 3) MR 2 n. 136.
Places
- (Ober-)Drauburg
Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Salzburg, Erzstift (798-1806) AUR 1292 V 01, in: Monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/AT-HHStA/SbgE/AUR_1292_V_01/charter>, accessed 2025-04-05+02:00
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