useridguestuseridguestuseridguestERRORuseridguestuseridguestuseridguestuseridguestuseridguest
Charter: Schlägl, Prämonstratenser (1204-1600) 1483 V 01
Signature: 1483 V 01
no graphic available
Zoom image:
Add bookmark
Edit charter (old editor)
1. Mai 1483 (Donnerstag), o. O.
Siegmund Vorauer und seine Frau Dorothea errichten mit vier Pfund und drei Schilling Pfennigen von zwei Gütern in Damreith eine Seelgerätsstiftung für sich und ihre Familie bei der Pfarrkirche Haslach.
Source Regest: 
Pichler, Isfried H., Urkundenbuch des Stiftes Schlägl, Aigen i. M., 2003, Nr. 491, S. 548
 

orig.nein, verschollen
Current repository
(früher: Marktarchiv Haslach)

(Das verschollene Original trug die 2 gut erhaltenen Siegeln des Stiftes (ein Rad) und des Marktes (Turm und Tor, darüber die 5blättrige Rose).)

    cop.
    Keine Angabe.

      x
      Laurenz Pröll schreibt:||
      ||
      Seine (Siegmund Vorauers(1)) erste, uns bekannte Stiftung fällt in das Jahr 1483. Am 1. Mai d. J. hatte er und seine Hausfrau Dorothea "gewidembt, gestift, gemacht und gegeben durch die Fürsorge des leyplichen Todes und ditz zergenglichen lebens hye auf Erde und um ein künftiges ewiges Leben zu besuchen, auch um das Hayl unser beider Sele und besonders aller gläubigen Seelen zu Hilf und zu Trost und in den Ehren des werden Frohnleichnams unseres Herrn Jesu Christi, der hl. Dreifaltigkeit, der lieben Jungfrauen Maria, alles himmlischen Heeres und besonderlich in den Ehren des lieben hl. Bischofen und Beichtigers s. Nicla, Hauptherrn der Kirche und des Gottshaus zu Haslach umb ein ewig Seelgerät und Gedächtnuß in das Zechschrein der Kirchen, den Zechleuten daselbst 4 Pfund 3 Schilling ewigs Gelts." Und zwar widmete er dafür 2 Güter zu Tämreit(2) (Dammreit) in der Pf. St. Oswald, die sein freies lediges Eigen waren. Das eine, auf dem damals ein Hänsel(3) saß, hatte 20 Sch. und das andere, auf dem ein Sebastian(4) saß, 15 Sch. "jährliche Gült" zu entrichten. Die Zechleute sollten dafür "in dem Gottshaus haben und begehen lassen in den Gottesdienst in folgender Weise: Vorerst soll ein jeder Pfarrer, wer der ist oder wird, alle Quotemerzeit am Fritag darnach Abends singen ein Vigil und mit dem Weihbrunn und (in) Prozeß auf dem Freithof umb die Kirchen gehen und sprengen lassen auf die Gräber und vor dem Kärcher das Placebo samt seinen Collecten sprechen und dann des Morgens an dem Mittichen ein Seelambt singen und eine gesprochene Meß haben, doch unentgolten der täglichen Fruemeß, auch der anderen Meß, so ein jeder Pfarrer daselbst sunst täglich schuldig und gebunden ist zu thun." Wenn ein triftiger Grund vorhanden ist, soll der Gottesdienst am folgenden Tage stattfinden. Während des Seelamtes soll sich der Priester umkehren und für den Stifter, die Stifterin und ihre Geschlechter beten. Die Zechleute müßten in der Kirche eine "bedeckte" Bahre errichten und dazu 4 Steckkerzen stellen. Dem Pfarrer müssen sie für den Gottesdienst 3 Schill. Pf., u. zwar längstens in 8 Tagen darauf, dem Schulmeister für das Singen bei der Vigil und beim Seelamte 7 Pf. und für das Läuten bei der Vigil 3 Pf. geben. Von dem, "was von den 2 Gütern die ander Ueberteurung ausmacht", sollen sie 2 braune Schülerkappen (hl. Mäntel), 2 Chorröcke, 2 Fändl und 2 Laternen anschaffen, "als gemeiniglichen in den Städten aufkommen ist, so man mit dem hochwürdigen Sakrament mit dem Gottsleichnam zu den Kranken geht, daß alles dazu gebraucht wird." Die Laternen sollen sie stets mit Lichtern versehen und den 2 Knaben, so oft man zu Kranken geht, jedesmal einen Heller geben. Dem Frühmesser sollen sie jährlich von dieser Gülte am St. Michaelstage 32 Pf. überreichen, "dafür soll er sie in seiner Gedächtnuß haben." Dieser soll sich auch, wenn diese Stiftung vom Pfarrer oder den Zechleuten nicht begangen würde, "derselben unterwinden und sich davon nehmen, wieviel ihm das Gewissen erlaubt, und es vom Predigtstuhl verkünden." Was noch übrig bleibt, gehört der Kirche. Er übergibt diese 2 Güter den Zechleuten mit allen Befugnissen, wie es im Lande ob der Enns und im Markte Haslach recht ist. "Wer sie irret, dessen soll sich Gott nicht mehr erbarmen. Sollen sie die Güter vogten lassen, so soll es der Frühmeß-Vogt sein, und wenn die Güter durch Krieg, Brunnst oder stifthalben baufällig werden, dann sollen sie Richter und Rat und die Bürger von Haslach anrufen, damit solche Irrung unterbleibe."||
      ||
      Dazu Anm. 24: Or[iginal] im Marktarchiv [Haslach] mit den 2 gut erhaltenen Siegeln des Stiftes (ein Rad) und des Marktes (Turm und Tor, darüber die 5blättrige Rose). Vielleicht hat Vorauer auch den ganzen Zehent vom ganzen Dorfe Damreit gestiftet, der bis zur Grundablösung bei der Kirche, resp. dem Pfarrhof geblieben ist; aber Stifter und Zeit sind hierüber merkwürdiger Weise in Vergessenheit geraten. [...] Er wurde nach dem Urbare von 1627 von 5 ganzen und 2 halben Gütern gehoben und betrug gewöhnlich je 1 Muth (30 Metzen) Korn und Hafer, 1 Fuhr Haferstroh und 30 Pfund Haar.
      Source Fulltext: Pichler, Isfried H., Urkundenbuch des Stiftes Schlägl, Aigen i. M., 2003, Nr. 491, S. 548-549

      Original dating clauseKeine Angabe.

      Editions
      • Pröll, Haslach (1926) 9f.
      Secondary Literature
      • Pröll, Haslach (1926) 9f.

      Comment

      Aus Pröll, Haslach (1926) 9f., Anm. 24: Or[iginal] im Marktarchiv [Haslach] mit den 2 gut erhaltenen Siegeln des Stiftes (ein Rad) und des Marktes (Turm und Tor, darüber die 5blättrige Rose). Vielleicht hat Vorauer auch den ganzen Zehent vom ganzen Dorfe Damreit gestiftet, der bis zur Grundablösung bei der Kirche, resp. dem Pfarrhof geblieben ist; aber Stifter und Zeit sind hierüber merkwürdiger Weise in Vergessenheit geraten. [...] Er wurde nach dem Urbare von 1627 von 5 ganzen und 2 halben Gütern gehoben und betrug gewöhnlich je 1 Muth (30 Metzen) Korn und Hafer, 1 Fuhr Haferstroh und 30 Pfund Haar.


      LanguageDeutsch

      Notes
      (1) Vorauer, Siegmund und Dorothea; vgl. oben Urk 460, Anm 13.
      (2) Damreith bei Haslach (urk. 1379); vgl. Schiffmann 1 (1935) 176.
      (3) Hänsel, Bauer zu Damreith.
      (4) Sebastian, Bauer zu Damreith.
      Places
      • o. O.
         
        x
        There are no annotations available for this image!
        The annotation you selected is not linked to a markup element!
        Related to:
        Content:
        Additional Description:
        A click on the button »Show annotation« displays all annotations on the selected charter image. Afterwards you are able to click on single annotations to display their metadata. A click on »Open Image Editor« opens the paleographical editor of the Image Tool.