Charter: Hauptarchiv - Urkunden (1177 -1526) 6351
Signature: 6351
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1526 IX 02, Wien
Erzherzog Ferdinand verkündet nach der Schlacht von Mohacs (1526, August 29) mit beswe/ardtem gemüet, das der Turhkhisch khaiser das künigreich Hungern mit gewalt überzogen und des Erzherzogs swager, dem künig zu Hungern, die slacht abgewunnen und all sein macht erlegt und alles geschu/otz, so er bei ime in dem veld gehabt, erobert, aus dem1 die Hungern dermassenirflucht nemben, das der Turgkh seinem furnemben nach nicht allain die Hungerischen bevestigungen under sich zu bringen, sonder in solher flucht seinen gewaltigen zug auf des Erzherzogs erbliche lande, die1 er dann nu zumall auf seinen sig on widerstand der Hungeren thun mag, nemben wirdet. Und damit aber in der eil die erblande nicht also ploß und weerloß gefunden und die Hungeren und Behaim2 so noch geren das pest thäten, ainen trost emphahen und dem graussamen Turgkhen in seinem fürnemben so vil müglichen abbruch und widerstand gethan werden muge sowie in der Hoffnung, die Landstände würden aus eigenem Antriebe und weil sie mit dem Erzherzog auch seinem lieben herrn brueder und swageren in dem ain trewes mitleiden tragen3 . . . und sambt ihm, dem Erzherzog, zu errettung des vaterlands auch beide Teile eer seel leib weib und kind hab und gueter in fürderliche und eilende gegenweer und was zu erhaltung der cron Hungern, die ain schilt der cristenlichen lande ist, schikhen. Die Aufforderung geht dahin, daß ein jeder von ihnen sich, sopald ime diser . . . brief zuekhomet mit der ru/estigung nach vermugen und inhalt des Innsprugkherischen libells geschikht und berait mache und on verzug zum stathalter und hofrat der Niderösterreichischen lande hieheer gen Wienn ankombe, alda des Ausstellers öbrister veldhaubtman graf Niclas von Salm etc auch sein und daselbst weitern beschaid finden werde, was er weiter thüen solle. Das sich auch . . . yeder und seine leut und underthanen über die . . . ru/estigung vonstundan dermassen ordne und schikhe, alspald das ne/agst aufbot geschiecht, das . . . yeder mit sein leuten aufs sterkhist mit aller macht und vermügen zu roß und fueß auf seyeundan die ende dahin sie beschiden werden, gestrags und eilends zueziehe. . . . Welhe . . . underthan aber in dem vorbestimbten negsten aufbot mit weeren nicht versehen, will der Erzherzog in seinen zeugheusern ordnung geben, das inen umb zimliche bezallung weer mitgetailt und geraicht werden sulle; doch solle yeder nichtsminder auf den angesetzten landtag den zehenten tag Septembris in der stat Wienn laut . . . ausgangen mandat in aigner person gewislichen erscheinen.Source Regest:
Quellen zur Geschichte der Stadt Wien, Bd. II/4, Nr. 6351
Quellen zur Geschichte der Stadt Wien, Bd. II/4, Nr. 6351
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Wiener Stadt- und Landesarchiv
Wiener Stadt- und Landesarchiv
mit flachgedrücktem, rückwärts angebrachtem Siegel in rotem Wachs = n° 6255 = 6309 = 6312 = 6334 mit der Jahreszahl 1521.
- notes extra sigillum:
- Dorsual: Generall die Widerstehung gegen dem Türckschen in Hungern betreffend anno 26 Aufboths Rüstung anbefohlenn von Erzherzogen Ferdinand dd. 2. 7bris 1526 K. 4. Lit. A. No 1 Wr. Archiv 1/1526. Commissio serenissimi domini principis archiducis in consilioH. v. Scharffenberg etcE . h . z . Polhaim stathalter. G Kollanisch mpH. Witel.


Wir Ferdinand von gots gnaden Printz in Hispanien Ertzhertzog zu Oesterreich Hertzog zu Burgundi Steir Kaernndten und Crain etc Embieten allen und yedlichen geistlichen und Weltlichen in was wirden Stannds oder Wesens die in unnserm Ertzhertzogthumb Osterreich unnder der Enns gesessen und wonhafft sein, den diser unnser brief furkhombt und gezaigt wirdet, Unnser gnad und alles guet. Wir verkhunden Ew mit beswerdtem gemuett, das der Turgkhisch Khaiser, das Kunig Reich Hungern mit gewallt uberzogen, und unnserm frundtlichen Lieben Herrn Brueder und Swager, dem Kunig zu Hungern die slacht abgewunnen und all sein macht erlegt, und alles Geschutz, so Er bey Ime, in dem Veld gehabt, erobert, aus dem die Hungern dermassen Ir flucht nemben, das der Turgkh seinem furnemben nach, nicht allain, die Hungerischen bevesstigungen, unnder sich ze bringen, sonnder in solher flucht, seinen gewaltigen Zug, auf unnsere Erbliche Lannde. die Er dann im zumall auf seinen Sig, on widerstanndt der Hungern thun mag, nemben wirdet, Und damit aber in der Eyll, unnser Erblannde nicht also Ploss und weerloss gefunden. Und die Hungern und Behaim so noch geren das Pesst thaten, ainen trosst Emphahen, und dem graus-samen Turgkhen in seinem furnemben, sovil muglichen, abbruch und widerstanndt gethan werden muge. Und wir dann zu Ew, als unnsern getrewen und gehorsamen Lanndlewten und unnder-thanen unnsers genedigs vertrawen setzen und haben. Ir werdet, die sachen neben unnser auf das hoegst behertzigen, und mit unns auch unnserm lieben Herrn Brueder und Schwageren in dem, ain trewes mitleiden tragen und bedennkhen und sambt unns Zuerrettung unnsers Vaterlannds. Auch unnser und Ewrer Eer, seel, leib, Weib und kind, hab und guetter in furderliche und Eyllennde Gegenweer, und was Zuerhaltung der Cron Hungern, die ain Schillt der Cristenlichen Lannde ist, schikhen. Demnach Emphelhen und ermanen wir Ew allen, und ainen yeden in sonnderhait, bey Ewrn Phlichten und gehorsam. Damit Ir unns verpunden seyet, das sich ain yeder vonstundan on alles verzihen, sopald ime, diser unnser brief zuekhomet, mit der Russtigung nach vermugen und innhallt des Innsprugkherischen Libells geschikht und berait mache, und onvertzug zu unnserm Stathallter und Hofrat unnser Nideroesterreichischen Lannde, hieheer gen Wienn ankombe, alda unnser Obrister Veldhaubtman Graf Niclas von Salm etc auch sein, und daselbst weittern beschaid finden werde, was Er weitter thuen solle, Das sich auch Ewr yeder und seine Lewt und unnderthanen, uber di vorgemellt Ruesstigung vonstundan dermassen Ordne und schikhe, alspald das negst aufbot geschiecht, das Ewr yeder mit sein Lewten aufs sterkhist mit aller macht und vermugen, zu Ross und Fuess aufseye, und an die Ennde, dahin Ir beschiden werdet, gestrags und Eyllends, zueziehe, und Ew in dem allen, wie dann die augenscheinig, not groeslichen erfordert, fuerdersam gehorsamlich, und ganntz gutwillig halltet und erzaiget. Als Ir dann unns und Ew selbst, Zethun schuldig und Phlichtig, und wir gar khainen Zweyffl tragen, Ir in ansehung der merklichen not. Und dardurch wir, und Ir all von des graussamen Turkhen furnem-ben entschult werden, und bey unserm Vatter Lannd beleiben mugen, begierig und genaigt seyet. Des wollen wir unns also zu Ew allen und ainem yeden in sonnderhait entlichen verlassen. Und Ir thuet daran unnser ernnstliche maynung und genedigs gefallen, mit gnaden gegen Ew allen, und ainem yeden besonnder zuerkennen, und in guetem nicht zuvergessen, Welhe Ewre unnderthan aber in dem vorbestimbten negsten aufbot mit weeren nicht versehen, wellen wir bey unnsern Zeughewsern Ordnung geben, das Inen umb zimliche bezallung Weer mitgetaillt und geraicht werden sulle. Wir Emphelhen Ew auch das Ewr yeder nichtsmynnder auf den angesetzten Lannd-tag den zehenndten tag Septembris in unnser Stat Wien laut unnser ausganngen Mandat in aigner Person gewislichen erscheine, und khaines weegs aussenbeleibe. Geben in unnser Stat Wienn am anndern tag des Monats Septembris Anno etc im sechsundzwaintzigisten. Commissio serenissimi domini principis Archiducis in consilio Frhr. v. Polhaim Stathalter H. v. Scharffenberg. G. Kollanisch. H. Witel
Source Fulltext: Peter Peusquens u. Albert v. Camesina. № 13. NOTIZENBLATT. 1856, pag. 289f
Original dating clause: Geben in der stat Wienn, am andern tag des monats Septembris anno etc im sechsundzwainzigisten.
Places
- Wien
Wiener Stadt- und Landesarchiv, Hauptarchiv - Urkunden (1177 -1526) 6351, in: Monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/AT-WStLA/HAUrk/6351/charter>, accessed 2025-04-06+02:00
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