Charter: Urkunden J 093
Signature: J 093
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08.09.1449, Landshut
Heinrich [XVI.], Pfalzgraf bei Rhein und Herzog in Nieder- und Oberbayern, bekundet für sich und den Fürst, seinen Sohn Ludwig [IX.], Pfalzgraf bei Rhein und Herzog in Bayern, dass er, nachdem der Fürst und Herzog Ludwig der Ältere [Herzog Ludwig VII. der Gebartete von Bayern-Ingolstadt], Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern und Graf von Mortain, sein verstorbener Vetter, einst acht Schulmänner (schuler) an der Ingolstädter Pfarrkirche Unserer Lieben Frau gestiftet hat, die das [Hoch-]Amt der heiligen Dreifaltigkeit täglich zwischen der Seelmesse und der Frühmesse, und danach das [Hoch-]Amt des heiligen Geistes unter der Frühmesse, jedoch an seiner Stelle montags ein Seelenamt, sowie samstags ein [Hoch-]Amt der Jungfrau Maria singen, wobei jedes mal einer von ihnen den Altardienst verrichten soll und von dem Pfarrer und dem Schulmeister die besten Knaben dafür ausgewählt werden sollen. Zu diesem Zweck hat Herzog Ludwig der Gebartete von Paul Schenk (paulsen schenkhen) die nachfolgenden Güter, Stücke und Zehnten abgekauft und übergeben: Im Gericht in Aindling [Lkr. Aichach-Friedberg] im Gericht Aichach und im Bistum Augsburg: Einen Hof, den Claus Saherl bewirtschaftet und der als Weisgült und Kleindienst 15 Schilling und 28 Pfennige, sowie sechs Säcke Roggen, vier Metzen Weizen, einen Sack Gerste und fünf Säcke Hafer Aindlinger Maßes gibt; Ferner einen Hof ebenda, den der Strasser bewirtschaftet und der als Weisgült und Kleindienst zwölf Schilling und 29 Pfennige, sowie drei Säcke Roggen und drei Säcke Hafer abgibt; Ferner einen Hof ebenda, den der Mautlein bewirtschaftet und der als Kleindienst 68 Pfennige, sowie drei Säcke Roggen und drei Säcke Hafer abgibt; Dazu wurden auch ettliche Hofstätten in Aindling übergeben: Eine Hofstatt, die Katharina Kramer innehat und die 54 Pfennige abgibt; Ferner gibt Hans Schuster für eine Hofstatt ebenfalls 54 Pfennige; Des Pfarrers Hofstatt gibt 78 Pfennige; Martin Leittner gibt von einer Hofstatt 54 Pfennige; Ein gewisser Schaller gibt von einer Hofstatt 42 Pfennige; Georg (Jorg) Burger gibt von einer Hofstatt ebenfalls 42 Pfennige; Georg Preu (Prew) gibt von einer Hofstatt drei Schilling und 18 Pfennige; Franz Kirsner gibt von einer Hofstatt ebenso drei Schilling und 18 Pfennige; Anna Kramer gibt von einer Hofstatt 45 Pfennige; Ein gewisser Snelein gibt von einer Hofstatt 32 Pfennige; Ein gewisser Hertzog gibt von einer Hofstatt drei Schilling und 24 Pfennige; Konrad (Contz) Clas gibt von seiner Hofstatt 63 Pfennige; Die Hofstatt des Zellner gibt zusammen mit einem kleinen Anger (und ain angerlin) vier Schilling und drei Pfennige; Ferner wird ein Hof in Hausen [Markt Aindling] übergeben, den ein gewisser Grunballd [Grünwald] bewirtschaftet und der als Weisgült und Kleindienst ein Pfund und 29 Pfennige, sowie zwei Säcke Roggen und zwei Säcke Hafer abgibt; Ferner eine Hufe zu Punnepach [Binnenbach, Markt Aindling, Lkr. Aichach-Friedberg], die Hans Mair Ulrich bewirtschaftet und die als Weisgült und Kleindienst fünf Schilling und sieben Pfennige, sowie zwei Säcke Roggen und zwei Säcke Hafer abgibt; Ferner den ganzen Kleinzehnt zu Undelsstorff [Gundelsdorf, Markt Pöttmes, Lkr. Aichach-Friedberg], Atmurshausen [wohl Appertshausen, Gem. Petersdorf, Lkr. Aichach-Friedberg] und Eysingersdorff [Eisingersdorf, Markt Aindling, Lkr. Aichach-Friedberg], der sieben Schilling Pfennige gilt; Ferner die Holzmarken, die das Hantal [?], das Aindlinger Loch [?] und Atmansperg [?] genannt werden; Ferner der Groß-Zehnt zu Hausen, der 17 Säcke Roggen, 15 Säcke Hafer, vier Säcke Weizen (vesen) und zwei Säcke Gerste gilt; Der Zehnt, welcher zu Undelsdorff aus einem Hof sowie aus zwei Höfen zu Atmairshusen [wohl Appertshausen] abgeführt wird, sowie der Zehnt zu Binnenbach gelten zusammen acht Säcke Roggen, sieben Säcke Hafer, sieben Säcke Weizen und zwei Säcke Gerste; Ferner wird der Großzehnt zu Eisingersdorf übergeben, von welchem drei Praitten [große Ackerstücke] ausgenommen sind und der sieben Säcke Roggen, fünf Säcke Hafer, vier Säcke Weizen und zwei Säcke Gerste Aindlinger Maßes gilt; Die genannten Güter, Zehnten und Stücke des Paul Schenk sind auf insgesamt 35 oder 36 Pfund Pfennige veranschlagt; Jeder der acht Schulmänner soll zu den vier Quatember-Terminen jeweils ein Pfund Pfennige erhalten, und davon dem Schulmeister zu jedem Quatember-Termin sechs Schilling Pfennige abführen. Sollte es einer der Schulmänner an Fleiß mangeln lassen, so sollen Pfarrer und Schulmeister einen anderen an seiner Stelle einsetzen. Nachdem Herzog Ludwig der Gebartete zu seinen Lebzeiten seine Stiftung nicht mehr vollenden konnte, erklärt nun Herzog Heinrich der Reiche, dass er mit der gesamten Lehnschaft hinsichtlich der obengenannten Güter auf alle Ansprüche verzichtet. Mit dem Stiftungsgut sollen der Pfarrer der Liebfrauenkirche und der Stiftspropst nach ihrem Gutdünken verfahren können. Sie sollen dem Herzog jedoch jährlich darüber Rechenschaft ablegen; Die genannten Güter und Hofstätten werden mitsamt den darauf lebenden Leuten von aller Steuer, vom Scharwerksdienst und von der Nachtselde befreit, und sollen daraufhin von allen Amtleuten, Jägern und Waidleuten unbehelligt bleiben. Der Herzog behält sich jedoch seine Obrigkeitsrechte vor und bekundet, dass die angesprochenen Leute sehr wohl zu einer allgemeinen Landsteuer, zum Heeresdienst, zum Festungsbau und zum Scharwerksdienst zum Nutzen des Landes herangezogen werden können. Herzog Heinrich bittet abschließend Johann [III. von Eych], Bischof von Eichstätt, um Bestätigung seiner Stiftung und Gottesdienstordnung. Aussteller: Heinrich XVI., Herzog von Bayern-Landshut Empfänger: Pfarrer der Liebfrauenkirche zu Ingolstadt; Stiftsprobst der Liebfrauenkirche zu Ingolstadt 1 an Pergamentpressel angehängtes rundes rotes Wappensiegel (beschädigt)
Sigillant: Heinrich XVI. von Bayern-Landshut
Material: Pergament
Dimensions: Höhe: 39,2-39,8 cm; Breite: 60,2-60,4 cm; Plica: 6,8-7,4 cm
- notes extra sigillum:
- Acht zu der Stüfftung gehorige Schueler betreffend Stüfttung Herzog Hainrich de anno 1449 Sambt asignation gewisen guett und guettaer und deren befreiung


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Places
- Landshut
München, Ludwig Maximilians-Universität, Universitätsarchiv, Urkunden J 093, in: Monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/DE-UAM/Urkunden/J_093/charter>, accessed 2025-04-06+02:00
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