Charter: Urkunden J 199
Signature: J 199
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12.11.1517
Leonhard Schellnecker (Leonnhart Schelnnecker) aus Manching [Lkr. Pfaffenhofen/Ilm] und seine Ehefrau Anna bekunden, dass sie die Taverne (Taffern), samt Behausung und Stadel, in Manching, die an der Paar neben einem Anwesen des Paul Schmid liegt und im hinteren Bereich an ein Anwesen eines gewissen Büchler (Puchler) angrenzt, und welche sie von Bernhard Hiersdorfer (Hyrstorffer) gekauft haben, und die im Jahr 1489 durch Michael Gulden aus Manching an Wilhelm Heuberger, Pfarrer zu Manching, für eine jährliche Gült von fünf Pfund Pfennigen zu Wiederkauf, wie es ein Gültbrief beinhaltet, der mit dem Siegel des Marktes Reichertshofen [Lkr. Pfaffenhofen/Ilm] besiegelt ist, verpfändet wurde, nun besitzen und innehaben. Die Aussteller bekunden, dass Pfarrer Wilhelm Heuberger die fünf Pfund Pfennige einst per Testament für zwei ewige Messen, die Messe in der Kapelle auf dem Karner und die Messe für den verstorbenen Hans Hofman, sowie für einen ewigen Jahrtag in der Pfarrkirche St. Moritz in Ingolstadt gestiftet (auszutaylen verordnet und geschafft) hat. Da die Taverne samt Zubehör jedoch nicht in gutem Zustand erhalten wurde und aus ihr die jährliche Gült von fünf Pfund Pfennigen nicht mehr bestritten werden konnten, wurde die Gült durch Meister Michael (Michell) Schatz, Vikar, zusammen mit den Kirchenpröpsten und mit Meister Georg Irdung (Yrdung) in Vertretung der Kapläne Sigmund Heuberger und Georg Scheyrer, auf die halbe Summe, nämlich 20 Schilling Pfennige, herabgesetzt. Es wird bekundet, dass über diese Anpassung der Gült bisher keine Urkunde (verschreybung) ausgestellt wurde, nun der Pfarrer, die Kirchenpröpste und die Kapläne eine Urkunde (ain glaubwirdigen Schein und Urkund) haben sollen, deshalb haben die Aussteller diese neue Verschreibung ausstellen lassen und versprechen, künftig jährlich am Festtag des heiligen Michael [September 29] die Gült über 20 Schilling zu reichen. Als Kaplan der genannten Heuberger Messe wollen die Aussteller dem Thomas Romelspach, Doktor der Theologie und Ordinarius der Universität Ingolstadt, fünf Schilling Pfennige bezahlen. Ebensoviel wollen die Aussteller an den Kaplan der Messe Hans Hofman zahlen. Die Kapläne sollen an Samstagen zur Vesper für Wilhelm Heuberger ein Placebo [Gebet für Verstorbene] in der Kapelle auf dem Karner beten (ain Placebo in der Capellen auff dem karner sprechen sollen). Sollten die Kapläne dieses Gebet nicht selbst oder durch einen Priester verrichten, so sollen sie zur Strafe dem Mesner jeweils drei Pfennige schuldig sein. Den Personen Meister Hans Pfliegell, Vikar, Hans Jäger (Jager), Angehöriger des Inneren Rats, Sebastian Schelhammer (Schelhamer), Angehöriger des Äußeren Rats, sollen als Kirchenpröpste, sowie allen Gesellen und Schulmeistern der Pfarrkirche St. Moritz wollen die Aussteller für den ewigen Jahrtag künftig eine Abgabe von fünf Schilling Pfennigen zahlen. An den Meister Georg Bolling als Vertreter der Kapläne der Pfarrkirche St. Moritz wollen die Aussteller ebenfalls fünf Schilling Pfennige abführen, welche an jene abzuführen ist, die abends zur Vigil und morgens eine Messe lesen. Sollten die Aussteller an der Zahlung der Gült säumig werden, so haben ihre Gültherren und deren Nachkommen sowohl als Einzel-Gläubiger als auch in der Gruppe ein entsprechendes Pfändungsrecht. Sollten die Gläubiger ihr Pfandgut dann nicht bekommen, so dürfen sie die Taverne und das Zubehör beschlagnahmen, bis ihnen Schuld und entstandener Schaden beglichen sind. Die Aussteller erklären, dass sie die ihnen anvertrauten Güter, insbesondere auch das Dach der Taverne und alle zugehörigen Gebäude in gutem Zustand halten wollen und in allen Rechtsstreitigkeiten das Gut betreffend ihren Lehensherrn beistehen wollen. Von der Verfügung wird eine Abgabe über zwölf Schilling Pfennige ausgenommen, die an den Kasten in Neuburg [an der Donau] zu reichen ist, sowie eine Abgabe über ein Pfund Wachs, die an die Heiligen zu Manching abzugeben ist. Es besteht ein Wiederkaufsrecht der Gült von 20 Schilling Pfennige zum Festtag des heiligen Michael zum Preis von 50 Pfund Pfennigen. Aussteller: Leonhard und Anna Schellnecker Empfänger: Thomas Romelspach, Kaplan der Heuberger Messe und Ordinarius der Universität Ingolsadt 1 an Pergamentpressel angehängtes rundes Wappensiegel (berieben)
Sigillant: Sigmund von Fraunberg, Pfleger zu Reichertshofen [Lkr. Pfaffenhofen/Ilm]
Material: Pergament
Dimensions: Höhe: 37,1-38,8 cm; Breite: 57,3-58,0 cm; Plica: 6,6-7,5 cm
- notes extra sigillum:
- P[raese]ncia d[omi]ni Wilhelmi hewberg[er]s in fer[r]ea Sacella et duobus Cappellanis pro placebo […] Hanns Schmidt Dat m[od]o Michael Mayr zue Manching […] Istae concordant cum p[rae]cedentibus in X ß [?] von der Schelnnkherischen tafern in Manching Anno 1517


Original dating clause: Gescheenn an pfintztag nach Martini und Cristi unnsers lieben herrn geburt Fünfzehenhundert unnd im Sibennzehenden Iarr
Persons
- (Zeugen umb gebet des Insigels sein die beschaiden) Hans (Hanns) Laugller und Andreas (Andres) Schmid, beide Bürger (mitburger) zu Reichertshofen (Reychertzhoven)
- Type: Zeuge
München, Ludwig Maximilians-Universität, Universitätsarchiv, Urkunden J 199, in: Monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/DE-UAM/Urkunden/J_199/charter>, accessed 2025-04-05+02:00
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