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FondKloster St. Emmeram Regensburg Urkunden (0794-1800)
  1. Zur Geschichte des Reichsstifts St. Emmeram
  2. Das mit seinen Wurzeln bis in das 8. Jahrhundert zurückreichende Benediktinerkloster St. Emmeram in Regensburg(1) war ohne Zweifel eines der bedeutendsten Reichsklöster. Mit dem Bischöflichen Stuhl von Regensburg anfangs in Personalunion verbunden und seit 1295 reichsunmittelbar, war es schließlich seit 1326 vom Bischof exemt. Berühmtheit erlangte es für sein geistig-kulturelles Wirken vor allem im Früh- und Hochmittelalter, um dann nochmals in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Bildungszentrum wissenschaftlichen Rangs im europäischen Kontext einen Höhepunkt zu erleben. Als frühes Machtzentrum für Kaiser und Könige konnte es durch reiche Schenkungen eine wirtschaftliche Bedeutung entwickeln, die weit über den Regensburger Raum ausstrahlte. Über Jahrhunderte hinweg prägte das Reichs-stift so das Leben der Reichsstadt mit. Für die Bürger der Stadt war besonders die Seelsorge von Bedeutung, die von den Konventualen der dem Kloster inkorporierten Stadtpfarrei St. Rupert geleistet wurde, die neben der Dompfarrei den größten Sprengel besaß.

    Die Anfänge des Klosters liegen aufgrund der spärlichen Zeugnisse im Dunkeln. Anzunehmen ist, dass eine Klostergemeinschaft um die Begräbnisstätte des christlichen Wanderbischofs Emmeram entstand, der, aus Kreisen des iro-fränkischen Mönchtums stammend, wohl um 700 nach Regensburg kam und hier von dem Agilolfingerherzog Theodo mit kirchlichen Reformen beauftragt worden war.(2) Die von Bischof Arbeo von Freising um 770 verfasste Vita des heiligen Märtyrers markiert den Beginn einer starken Verehrung und die Verbreitung seines Kults über den bayerischen Raum hinaus.

    Das erste gesicherte Datum, das die Existenz des Klosters belegt, ist das Jahr 739, gleichzeitig das Gründungsjahr des Bistums Regensburg: Der angelsächsische Missionserzbischof und päpstliche Legat Bonifatius hatte zu diesem Zeitpunkt die bayerische Bistumsorganisation zum Abschuss gebracht. Damit verbunden war die Ernennung des ersten Regensburger Bischofs namens Gaubald, der mit seinem Bischofsamt auch die Aufgabe des Klostervorstands übernahm. Der Bischofssitz war in St. Emmeram. Die Nähe des Kathedralklosters zum Reich bezeugen Schenkungen der ostfränkischen Karolinger, z.B. Karls des Großen und Ludwigs des Deutschen(3),und die Tatsache, dass Mitglieder der karolingischen Königsfamilie in St. Emmeram bestattet sind(4). Der ostfränkische König und spätere Kaiser Arnolf von Kärnten (887-896/899) erbaute um 888/890 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kloster auf dem heutigen Emmeramsplatz und baulich mit der Kirche verbunden seine Pfalz. Der Hl. Emmeram wurde Reichsheiliger, Patron von „König und Reich“. Der prächtige Codex Aureus (Bayerische Staatsbibliothek, Clm 14000) und das kunstvolle Arnulfsziborium (Schatzkammer der Münchner Residenz) sind herausragende Zeugen für die Gunst dieses Kaisers.(5)

    Mit Beginn des 9. Jahrhunderts wurden von Regensburg aus die in Böhmen ansässigen Slawen missioniert, was sich u.a. anderem anhand von frühen Besitzungen des Domklosters nachweisen lässt. Auch im pannonischen Raum waren die Emmeramer Mönche aktiv und an der Awarenmission beteiligt, die vornehmlich vom Erzbistum Salzburg betrieben worden ist.(6) Bis zum Jahr 975 war der Bischof von Regensburg gleichzeitig Abt des Klosters: Bischof Wolfgang (972-994), aus dem Kloster Einsiedeln stammend und Anhänger der gorzisch-trierischen Klosterreform, konnte diese für die Entwicklung des Klosters ungünstige Personalunion beenden und berief seinen Freund Ramwold aus St. Maximin in Trier als Abt nach St. Emmeram. Die Besitzungen von Bistum und Konvent wurden getrennt. Abt Ramwolds (975-1000) reformerisches Wirken führte das Kloster zu einer ersten Blüte: Mönche aus dem Kloster wurden Äbte in Tegernsee, Salzburg, Seeon und Mondsee; das Skriptorium des Klosters entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum für Buchmalerei.(7) Politisch gesehen blieb das Kloster jedoch bis ins 14. Jahrhundert bischöfliches Eigenkloster – ein Quell unausgesetzter Zwistigkeiten und Anlass für Urkundenfälschungen, mit deren Hilfe man sich aus der bischöflichen Abhängigkeit zu lösen suchte.(8)

    Eine gefälschte Urkunde König Ludwigs des Kindes wird im Weiteren entscheidend für die Geschichte des Klosters: Im Jahr 1295 belehnt König Adolf von Nassau Abt Karl von St. Emmeram als Reichsfürsten mit den Regalien, indem er das vermeintlich echte Diplom vom 12. August 903 bestätigt, das als Abschrift inseriert ist und in dem König Ludwig das Kind neben anderen Privilegien die Reichsunmittelbarkeit gewährt haben soll.(9) St. Emmeram war nun Reichsabtei. Im Jahr 1326 war dann diese Fälschung neben anderen Urkunden Rechtsgrundlage für die Exemtion des Klosters von der bischöflichen Jurisdiktion: Sie wurde dem Kloster am 27. Juni 1326 von Papst Johannes XXII. nach einem über zwei Jahre an der Kurie in Avignon anhängigen Prozess gewährt.(10) Die für die geistig-kulturelle Entwicklung des Klosters bedeutenden Äbte des 14. Jahrhunderts waren Abt Albert von Schmidmühlen (1324 ‒ 1358), der seinen Vorgänger Abt Balduin zum Exemtionsprozess an die Kurie in Avignon begleitet hatte, und sein Nachfolger Alto von Tannstein (1358 ‒ 1385), der zahlreiche Gebetsverbrüderungen mit anderen Klöstern schloss.

    Zu Beginn des 15. Jahrhunderts machte sich, einhergehend mit einer finanziellen Krise(11), der allgemeine Niedergang des benediktinischen Mönchtums auch im Kloster St. Emmeram bemerkbar und ein erster Reformversuch wurde unternommen. Im Jahr 1451 gab das monastische Leben der damaligen Klostergemeinschaft ‒ Abt, 12 Priester und sechs Knaben ‒ nach einer vom päpstlichen Legaten Nikolaus von Kues veranlassten Visitation durch den Prior des österreichischen Stiftes Melk Anlass zu großen Beanstandungen. Die Melker Reform ließ sich jedoch nicht durchsetzen, und der neu eingesetzte Abt Johannes Tegernpeck (1452 ‒ 1458), aus dem Kloster Michelsberg bei Bamberg stammend, führte die Kastler Reform durch. Bei der großen Auseinandersetzung Kaiser Friedrichs III. mit Herzog Albrecht IV. von Bayern-München um die Reichsunmittelbarkeit der Reichsstadt Regensburg stand das Kloster auf der Seite des Kaisers, der erst Im Jahr 1492 ‒ die Reichsstadt hatte sich im Juli 1486 aus freien Stücken dem Wittelsbacher Herzog unterstellt ‒ den reichsunmittelbaren Status der Stadt wiederherstellen konnte. Der Riss innerhalb der Klostermauern ging offenbar tief, denn ein pro-herzoglicher Mönch hatte vergeblich versucht, den pro-kaiserlichen Abt zu stürzen. Schließlich scheiterte die von Herzog Albrecht IV. angestrebte Reform des Klosters.(12)

    Die Abtei konnte sich behaupten, obwohl gerade in der Reformationszeit die reichsrechtliche Stellung von Seiten der Stadt mehrmals angefochten wurde. Seit 1507 in der Reichsmatrikel geführt, nahm der Prälat von St. Emmeram persönlich oder durch einen Vertreter an den Reichsversammlungen teil. Im Bayerischen Reichskreis führte das Kloster die sechste Stimme auf der geistlichen Bank. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts prägten zwei herausragende Äbte die Entwicklung des Klosters und bereiteten den Boden für humanistische Einflüsse: Erasmus Münzer (1493 ‒ 1517) stand beispielsweise mit Konrad Celtis im Briefwechsel und erwarb sich Verdienste um die Bibliothek des Klosters, die er neu ordnen ließ (Katalog des Dionysius Menger)(13); sein Nachfolger und Neffe Ambrosius Münzer (1517 ‒ 1535) förderte den Mönch Christoph Hoffmann aus Rothenburg ob der Tauber in seinen humanistischen Studien. Unter dem Humanistennamen Ostrofrancus verfasste Hoffmann zahlreiche beachtenswerte Schriften, u.a. eine Geschichte des Klosters und der Regensburger Bischöfe, und widmete sie seinem Abt.(14)

    Im Verlauf des 30jährigen Kriegs erlitten die Klostergebäude größere Schäden, die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich, aber am schwersten traf das Kloster der Brand des Jahres 1642. Nach einer Phase des wirtschaftlichen Niedergangs und des kulturellen Mittelmaßes, leitete der bedeutende Abt Coelestin Vogl (1655 ‒ 1691) eine Wende ein: Er ließ Kirche und Klostergebäude wiedererrichten, erwarb sich als Historiograph des Klosters Verdienste und zeichnete mitverantwortlich für den Wiederaufbau der Benediktinerklöster Reichenbach (Lkr. Cham), Ensdorf (Lkr. Amberg-Sulzbach), Michelfeld (Stadt Auerbach, Lkr. Amberg-Sulzbach), und Weißenohe (Lkr. Forchheim). An der Errichtung der bayerischen Benediktinerkongregation war er mitbeteiligt.(15)

    Die letzte Glanzperiode des Klosters setzt mit dem Aufblühen der wissenschaftlichen Forschung um die Mitte des 18. Jahrhunderts ein. St. Emmeram wurde zu einem der führenden süddeutschen Zentren der Wissenschaft und „zu einem der Hauptzentren des ‚deutschen Maurinismus‘“(16), das die historisch-kritische Methode in der Historiographie nach dem Vorbild der Mauriner des Klosters Saint-Germain-des-Près in Paris pflegte. Johann Baptist Kraus (geb. 12.1.1700, gest. 14.6.1762) studierte als Novize zwei Jahre in Paris und stand mit dem großen Mauriner Bernard de Montfaucon (gest. 1741) in brieflichem Gedankenaustausch. Kraus verfasste als Fürstabt (1742 ‒ 1762) u.a. ein Urkundenbuch des Klosters, das 1752 in Regensburg in Druck ging und bis heute von unschätzbarem Wert ist.(17) Ihm in Nichts nachstehend erlangte sein Nachfolger Frobenius Forster (geb. 30.8.1709, gest. 1.10.1791, Abt: 1762 ‒ 1791) noch größere Berühmtheit, vor allem mit seinem Hauptwerk, der vierbändigen Edition der Werke Alkuins (1777). Der Mönch Roman Zirngibl(18)(geb. 25.3.1740, gest. 29.8.1816), 1758 mit 18 Jahren ins Kloster eingetreten, war einer von denjenigen Konventualen, die in dieser Zeit eine solide hilfswissenschaftliche und geschichtswissenschaftliche Ausbildung am Emmeramer Studienseminar erhielten und sich durch zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten einen Namen machten. Forster öffnete in seiner Amtszeit das Kloster auch für naturwissenschaftliche Studien, ließ eine Sternwarte und Wetterstation bauen und übertrug dem Mitbruder Coelestin Steiglehner (geb. 17.8.1738, gest. 21.2.1819 ) als Lehrer die Fächer Mathematik und Physik, sowie Meteorologie und Astronomie. Steiglehner, der 1781 ordentlicher Professor an der Universität Ingolstadt wurde, begründete 1771 die Emmeramer Wetteraufzeichnungen, die ältesten Europas, was ihm später den Beinamen ‚Vater der Meteorologie‘ eintrug. Placidus Heinrich (geb. 19.10.1758, gest. 18.1.1825), der 1775 mit 17 Jahren in das Kloster eintrat, war wohl Steiglehners begabtester und gelehrigster Schüler, denn er übernahm die Professur Steiglehners an der Universität Ingolstadt im Jahr 1791, als dieser zum Abt des Klosters gewählt wurde. Seine Arbeiten zur Metereologie und Astronomie fanden in der damaligen Wissenschaftswelt große Anerkennung. Alle vier zuletzt Genannten waren Mitglieder der noch jungen Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

    Anmerkungen

    (1) Den umfassendsten Überblick zur Geschichte, auch zu den rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Reichsstifts, bietet in der Reihe der Germania Benedictina II, 2 (s. unten Literatur) Paul MAI: Regensburg, St. Emmeram, S. 1788-1817.

    (2) Zusammenfassend: FREISE, St. Emmeram, S. 182.

    (3) BayHStA, Kloster St. Emmeram Regensburg Urkunden Nr. 1 (794 II 2): Karl der Große schenkt der Kirche des heiligen Emmeram neben den Mauern der Stadt Regensburg südlich vom Kloster 266 Joch bebautes und unbebautes Land neben der Quelle Vivarias (Edition: MGH DD KdGr 176); siehe die Urkunden Ludwigs des Deutschen (826/843-876)) Nr. 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9, 10, 10/1.

    (4) Hemma (gest. 876), Gemahlin Ludwigs des Deutschen, Ludwig (gest. 879), ein minderjähriger Sohn Ludwigs des Jüngeren, Kaiser Arnolf von Kärnten (gest. 899).

    (5) RÄDLINGER-PRÖMPER, Sankt Emmeram, S. 62-70.

    (6) Siehe hierzu im Überblick RÄDLINGER-PRÖMPER, Sankt Emmeram, S. 82-90.

    (7) BISCHOFF, Die südostdeutschen Schreibschulen, S. 172ff.; FUCHS, Reichsstift, S. 732f.

    (8) MAI, Regensburg, St. Emmeram, S. 1789.

    (9) Siehe die verunechtete Urkunde (Nr. 19) von König Ludwig dem Kind (903 VIII 12), bei der der Text des echten Diploms abgeschabt und in der Folge neu beschrieben wurde, und die Urkunde Nr. 186 König Adolfs von Nassau (1295 IV 27); FUCHS: Gefälschtes Diplom, S. 191.

    (10) Siehe die gleich in drei Ausfertigungen überlieferte Papsturkunde Nr. 298/1-III (1326 VI 27). Insgesamt: BUDDE: Rechtliche Stellung, 208-228; MÄRTL: Isto anno, S. 551-571.

    (11) Dazu u.a.: FUCHS / SCHARF, Schulden- und Ausgabenverzeichnis.

    (12) FEUERER, Visitationis, S. 112, 183-187; MAI, Regensburg, St. Emmeram, S. 1789; ZIEGLER, Benediktinerkloster, S. 22. Siehe zur Kastler Reform insbesondere BISCHOFF, Studien, S. 119-128.

    (13) Zu Mengers Katalog zuletzt WAGNER, Wissensraum, S. 156-158.

    (14) FUCHS, Reichsstift, S. 738; MAI, Regensburg, St. Emmeram, S. 1789f.; siehe grundlegend zu Sankt Emmeram im 16. Jh.: ZIEGLER, Benediktinerkloster, S. 36-94.

    (15) FUCHS, Reichsstift, S. 738; MAI, Regensburg, St. Emmeram, S. 1790.

    (16) FUCHS, Reichsstift, S. 739 und im Folgenden.

    (17) KRAUS: Liber probationum.

    (18) Siehe zu Roman Zirngibl ausführlicher weiter unten.

  3. Liste der Äbte von St. Emmeram
  4. Entnommen aus Paul MAI: Regensburg, St. Emmeram, S. 1801f.

    Abtbischöfe

    1. Gaubald: 739–761
    2. Sigerich: 762–768
    3. Sintpert: 768–791
    4. Adalwin: 791–816
    5. Baturich: 817–847
    6. Erchanfried: ca. 847–864
    7. Ambricho: ca. 864–891
    8. Aspert: 891–894
    9. Tuto: ca. 894–930
    10. Isangrim: 930–941
    11. Gunther: 942
    12. Michael: 942–972
    13. Wolfgang: 972–974

    Äbte nach der Teilung zwischen Bistum und Kloster

    1. Ramwold: 974–1000
    2. Wolfram: 1000–1006
    3. Richolf: 1006–1028
    4. Hartwich: 1028–1029
    5. Burkhard: 1030–1037
    6. Udalrich I.: 1037–1042
    7. Erchanbert: 1042–1043
    8. Peringer I.: 1044–1048
    9. Reginward: 1048–1060
    10. Eberhard I.: ca. 1060–1068
    11. Rupert: 1068–1095
    12. Pabo: 1095–ca. 1106
    13. Reginhard: ca. 1106–ca. 1129
    14. (Dietrich): ca. 1129
    15. Engelfrid: 1129–1142
    16. Pabo (2. Mal): 1142–1143
    17. Berthold I.: 1143–1149
    18. Adalbert I.: 1149–1177
    19. Peringer II.: 1177–1201
    20. Eberhard II.: 1201–1217
    21. Ulrich II.: 1217–1219
    22. Berthold II.: 1219–1235
    23. Wulfing: ca. 1235–ca. 1247
    24. Ulrich III.: 1247–1263
    25. Friedrich I. von Theuern: 1263–1271
    26. Ulrich IV. von Prunn: 1271
    27. Haimo: 1272–1275
    28. Wolfgang I. Sturm: 1275–1279
    29. Wernher: 1279–1292
    30. Karl: 1292–1305
    31. Heinrich von Winzer: 1305–1312
    32. Baldwin Kötzl: 1312–1324
    33. Adalbert II. von Schmidmühlen: 1324–1358
    34. Alto von Tannstein: 1358–1385
    35. Friedrich II. von Weidenberg: 1385–1395
    36. Johannes I. Hauner: 1395–1402
    37. Ulrich V. von Pettendorf: 1402–1423
    38. Wolfhard Strauss: 1423–1451
    39. Hartung Pfersfelder: 1452–1458
    40. Konrad Pebenhauser: 1459–1465
    41. Michael Teyer (Teuer): 1465–1471
    42. Johannes II. Tegernpeck: 1471–1493
    43. Erasmus I. Münzer: 1493–1517
    44. Ambrosius I. Münzer: 1517–1535
    45. Leonhard Pfenningmann (Vischer): 1535–1540
    46. Erasmus II. Nittenauer: 1540–1561
    47. Blasius Baumgartner: 1561–1575
    48. Ambrosius II. Mayrhofer: 1575–1583
    49. Hieronymus I. Weiß: 1583–1609
    50. Hieronymus II. Feury: 1609–1623
    51. Johannes III. Nablas: 1623–1639
    52. Placidus Judmann: 1639–1655
    53. Coelestin I. Vogl: 1655–1691
    54. Ignatius von Trauner: 1691–1694
    55. Johann Baptist I. Hemm: 1694–1719
    56. Wolfgang II. Mohr: 1719–1725
    57. Anselm Godin (de Ampezo): 1725–1742
    58. Johann Baptist II. Kraus: 1742–1762
    59. Frobenius Forster: 1762–1791
    60. Coelestin II. Steiglehner: 1791–1802 († 1819)

  5. Zum Klosterbesitz
  6. Das Kloster St. Emmeram(1) war reichsunmittelbar, doch lagen seine ausgedehnten Güter zum überwiegenden Teil im Territorium der Herzöge bzw. der Kurfürsten von Bayern und fielen somit unter deren Landeshoheit, d.h., dass das Kloster nur in seinen Hofmarken Niedergerichtsrechte besaß. Auch lag die Vogtei über den Großteil der klösterlichen Güter in den Händen der bayerischen Herzöge. Nur für die Propstei Vogtareuth bei Rosenheim konnte die Reichsabtei zu einem sehr späten Zeitpunkt, ab 1786, die Reichsunmittelbarkeit durchsetzen.

    Das Urbar von 1031, dessen Original heute verschollen ist,(2) bietet einen ersten Überblick über den Gesamtbesitz. Zum einen gehörten dem Kloster umfangreiche Besitzungen innerhalb der Reichsstadt Regensburg. Weitere Schwerpunkte des Besitzes lagen im reichsstädtischen Umland, im westlichen Niederbayern um Straubing, Kelheim und in der Gegend nördlich von Landshut. Begütert war das Kloster aber auch bei Erding im heutigen Oberbayern, im Dreieck Mainburg ‒ Pfaffenhofen a.d. Ilm ‒ Ingolstadt, bei Altmannstein (Lkr. Eichstätt) und im Lkr. Rosenheim. Hinzu kamen Güter in der Oberpfalz im Viereck Neunburg vorm Wald ‒ Burglengenfeld ‒ Neumarkt i.d. Oberpfalz ‒ Amberg.

    An Propsteien im Sinne von ursprünglich klösterlichen Niederlassungen sind Böhmischbruck (Gde. Vohenstrauß, Lkr. Neustadt a.d. Waldnaab) und Hainsbach (Gde. Geiselhöring, Lkr. Straubing-Bogen) mit entsprechendem Grundbesitz zu nennen. Reine Güterpropsteien als Grundbesitz verwaltende Organisationseinheiten waren Moosinning (Lkr. Erding), Niederlauterbach (Gde. Wolnzach, Lkr. Pfaffenhofen a.d. Ilm), Litzlohe (Gde. Pilsach, Lkr. Neumarkt i.d.OPf.), Aiterhofen (Lkr. Straubing-Bogen), Schambach (Gde. Straßkirchen, Lkr. Straubing-Bogen) und Neuhausen (Gde. Weihmichl, Lkr. Landshut). Zudem besaß das Kloster St. Emmeram einige inkorporierte Kirchen und Pfarreien: St. Rupert in Regensburg und im Umland der Reichsstadt Schwabelweis, Hohengebraching, Harting, Dechbetten, Matting und Oberisling. Hinzu kamen zahlreiche Kirchen, die im Besitz des Klosters waren bzw. für die das Kloster das Präsentationsrecht ausübte.

    Anmerkungen

    (1) Den besten zusammenfassenden Überblick über die Grundherrschaft und die vogteirechtlichen Verhältnisse bieten MAI: Regensburg, St. Emmeram, S. 1791-1796 und KRAUS, Benediktinerkloster; Einzeluntersuchungen zum Thema: GREIPL, Grundherrschaft; MAI, St. Emmeramer Rotulus und RÄDLINGER-PRÖMPER, Sankt Emmeram, S. 102-125.

    (2) Der Rotulus mit urbariellen Aufzeichnungen war offenbar bis Ende der 1930er Jahre im BayHStA nachzuweisen. Siehe dazu MAI, St. Emmeramer Rotulus, S. 78f.

  7. Überlieferungsgeschichte
  8. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv verwahrt heute 4628 Urkunden (Nr. 1 – Nr. 4582) des ursprünglich nachweisbar noch umfangreicheren Urkundenbestands zum Kloster St. Emmeram. Als im Juli 1810 der Kgl. Landesdirektionsrat und General-Archivar Carl Theodor Gemeiner über den Zustand der Archive in Regensburg an die Kgl. Hofkommission zu berichten hatte, schreibt er zum Urkundenarchiv des Klosters St. Emmeram: „Das Emmeramer Archiv, in welchem Urkunden von den Carolinger Zeiten aufbewahret werden, hat ein prächtiges helles und hoch gewölbtes, bei allen dem nicht ganz feuerfestes Locale. Die Urkunden befinden sich in Kästen und Schubladen, ohne zusammengebogen zu sein, in ihrer ganzen Länge ausgebreitet, und zwar jedes Fach nach einer chronologischen Ordnung. Die vorhandenen alten Repertorien sind unvollständig und daher nicht brauchbar; von der unermüdet fleißigen Hand des geistlichen Raths Zirngübel(1) liegen aber in den meisten Schubläden specificirte chronologische Verzeichniße der darin befindlichen Urkunden. In der Mitte des herrlichen Saals liegen auf Subsellien die alten Codices traditionum und die Diplomatarien. Ein Verzeichnis der wichtigsten Urkunden ist im gedrukten Büchercatalog vorfindlich“.(2)

    Pater Roman Zirngibl, der von Kurerzkanzler Dalberg im November 1804 für alle Archive in Regensburg, bis auf das fürstbischöfliche und das städtische Archiv, für die Gemeiner verantwortlich war, als Archivar bestellt worden war, hatte ab 1805 schwerpunktmäßig mit der Ordnung des Urkundenarchivs des Reichsstifts St. Emmeram begonnen. Am 12. und 13. Mai 1812 wurde das Emmeramer Archiv schließlich unter der Leitung des 72jährigen Zirngibl aus Anlass der von höchster Stelle angeordneten Zusammenführung der Regensburger Archive als erstes in das Gebäude „Neue Waag” am Haidplatz überführt. Dort wurde nach und nach das Archivkonservatorium mit weiteren Beständen, z.B. der Reichsstifte Ober- und Niedermünster, der Deutschordenskommende und der Mendikantenklöster, eingerichtet.(3) Nach Roman Zirngibls Tod Ende August 1816 hatte das Reichsarchiv als dessen Nachfolger in der Leitung des Archivkonservatoriums Carl Theodor Gemeiner bestimmt. Etwa Mitte des Jahres 1821, nachdem bereits am 22. August 1820 die Auflösung des Regensburger Archivkonservatoriums durch ein Reskript des Staatsministeriums des Kgl. Hauses und des Äußeren verfügt worden war, ging das Emmeramer Urkundenarchiv ‒ natürlich nicht, ohne dass eine entsprechende Auswahl aus dem vorhandenen Schriftgut getroffen worden war(4) ‒ mit den anderen im Archivkonservatorium lagernden Beständen an das Reichsarchiv nach München. 4292 Urkunden des ehemaligen Reichsstifts wurden damals in das Reichsarchiv übernommen.(5)

    In der Tat war bis zur jetzigen Neuerschließung des gesamten Urkundenbestandes für den Forscher das sogenannte „Zirngibl-Repertorium“ in 11 Faszikeln unerlässlich, da es ‒ von der Hand Roman Zirngibls ‒ Abschriften und Regesten fast aller damals vorhandenen Urkunden enthält.(6) Darin liegt auch heute noch der große Wert von Zirngibls Arbeit, denn bei ihm sind Urkunden abschriftlich überliefert, die heute als verloren gelten müssen.

    Als wichtigstes im Repertorienzimmer aufgestelltes Findhilfsmittel für die Emmeramer Urkunden wurde bis jetzt eine Registraturbeschreibung genutzt, die von dem Kanzlisten Johann Paul Lehner in der Regierungszeit des Abtes Wolfgang II. Mohr im Jahr 1723 erstellt worden ist ‒ ein schwerer, 883 Papierblätter umfassender und in Schweinsleder gebundener Band.(7) Der Hauptteil des Bandes (fol. 1-819) verzeichnet die Urkunden inhaltlich knapp in einer Systematik von 11 Kästen mit Schubladen. An den Hauptteil schließt sich ein „Index Rubricalis” (fol. 820-835) an, der in derselben Systematik eine Übersicht über die Urkunden mit Kurzbetreffen bietet, und ein „Index Alphabeticus”, der vor allem den Besitz des Klosters (Grundstücke, Güter, Sachen) nach Ortsbetreffen alphabetisch ordnet, aber auch vereinzelt Sachstichworte enthält. Wohl gegen Ende des 18. Jahrhunderts ist ein Index über Personen von Adel und „anderer vornehmer Personen” begonnen worden, der sehr rudimentär nur 11 Einträge enthält. Vor allem der „Index Alphabeticus” war bisher für eine erste Suche mit Schlagworten unentbehrlich.

    Kanzlist Lehner strukturierte Anfang des 18. Jahrhunderts das Urkundenarchiv und richtete die (Registratur-)Kästen(8) mit fortlaufender Nummer ein, ebenso die sich darin befindenden Schubläden, in die wiederum die durchnummerierten Urkunden gelegt wurden. Diese Systematik Kasten-Nr., Schubladen-Nr., Urkunden-Nr. zeigen die Registratur-Rückvermerke auf jeder einzelnen Urkunde. Insgesamt umfasste das so geordnete Urkundenarchiv damals 11 gefüllte Kästen, wobei die Kästen 12, 13 und 14 leer waren. Kasten 15 enthielt Amtsbücher, offenbar alle Salbücher bei dem ältesten von 1335 beginnend bis zum Salbuch des Jahres 1510, Stift- und Zehntregister, Küchen- und Kellereiregister, Kellereirechnungen, Ein- und Ausgabebücher. Kasten 15 mit den Amtsbüchern ist von Lehner nur summarisch im Band aufgenommen worden. Die von Lehner eingeführte Systematik bildete später die Basis für die Arbeit Zirngibls, der die inzwischen belegten Kästen 12 bis 14 und den offenbar anders als zu Lehners Zeiten belegten Kasten 15 inventarisierte.(9)

    Ein Hinweis für die Forscher: Neben dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv verwahrt auch das Bischöfliche Zentralarchiv Regensburg Urkunden zum Kloster St. Emmeram in Regensburg. Im dortigen Bestand „BZAR, Urkunden aus Ordinariatsakten Klosterakten“ liegen 15 Urkunden, u.a. notarielle Beurkundungen der Abtwahlen (1561, 1575, 1655) mit eigenhändigen Unterschriften der Konventualen und die Exemptionsbulle Papst Johannes XXII. für das Kloster St. Emmeram vom 27. Juni 1326.(10) Im Bestand „BZAR, Pfarrarchiv St. Emmeram/St. Rupert“ liegen zwei Urkundenabschriften.(11)

    Anmerkungen

    (1) Pater Roman Zirngibl (geb. 25.3.1740, gest. 29.8.1816) war Konventuale des Benediktinerklosters St. Emmeram und studierter Theologe. Bereits ab dem Jahr 1765 war er als Bibliothekar des Klosters tätig, bekleidete dann das Amt des Priors (1784–1788 und 1794–1797) und war im Wechsel Propst in Haindling (1782–1784, 1788–1794 und 1797–1804). Zirngibl hatte sich als Verfasser zahlreicher historischer Abhandlungen einen hervorragenden Namen als Gelehrter erworben und war seit 1777 Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg machte ihn am 7. November 1804 zu seinem zuständigen Archivar für die Klöster und Stifte und das domkapitlische Archiv in Regensburg. Am 23. Mai 1810 verpflichtete er sich bei der Kgl. Hofkommission in dieser Zuständigkeit. 1812 stellte er sich als Leiter des Archivkonservatoriums Regensburg in den Dienst des bayerischen Staates und verfasste in dieser Zeit mit dem offiziellen Titel „Archivkonservator“ Tätigkeitsberichte an das Reichsarchiv in München (BayHStA, Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns Nr. 3235 und Nr. 2375; letzteres Konvolut enthält Berichte Zirngibls und Gemeiners an das Kgl. Allgemeine Reichsarchiv).

    (2) Schreiben Carl Theodor Gemeiners vom 14. August 1810 an die Kgl. Hofkommission Regensburg, in: BayHStA, Hofkommission Regensburg Nr. 18. Mit dem „gedruckten Bücherkatalog“ dürfte Johann Baptist Kraus „Liber probationum“ aus dem Jahr 1752 angesprochen sein (siehe u. Literatur).

    (3) Siehe den ausführlichen Bericht Zirngibls an das Kgl. Allgemeine Reichsarchiv über seine archivarischen Aufgaben in Regenburg vom 6.3.1812 und über den Umzug des Emmeramer Archivs vom 15.5.1812, in: BayHStA, Generaldirektion der Staatlichen Archive Nr. 2375. Letzterem Bericht fügt er an: „Ich wünsche mir ein Amtssiegel samt meiner definitiven Anstellung von München aus zu erhalten. Als ein 53jähriger Klosterinwohner (incolatus meus prolongatus est) bin ich in Regensburg mit nichts, als mit den Archiven, Schriften, mit meinen Büchern und Studirstube bekannt.“

    (4) Das sog. „Zirngibl-Repertorium“ (siehe Anm. 33) trägt von der Hand des Reichsarchivars Franz Josef Samet entsprechende Hinweise, z.B. „Schublade 19 [des Kastens XII] bleibt in Regensburg“ oder „diese Schublade geht nach München mit vorgefundenen 27 Urkunden“. Zirngibl selbst hatte die Urkunden wohl zuletzt im September 1813 in Bearbeitung, wie seinen Kurznotizen, z.B. „Registriert 9. September 1813“, „Recensuit Zierngibl m.p. 7. September anno 1813“ oder „revidiert“, auf den in BayHStA, KL St. Emmeram Nr. 5 überlieferten Übersichten über die Inhalte der Schubaden zu entnehmen ist.

    (5) Nur wegen Gemeiners noch fortdauernden Arbeit an der Regensburger Stadtchronik wurde das Archivkonservatorium, das vor allem Urkundenbestände und Amtsbücher enthielt, aber kaum Akten, nicht vollständig aufgelöst. Transportiert wurden nach München in das Reichsarchiv einem Bericht Samets (ca. September 1821) zufolge: das fürstbischöfliche Archiv, die Archive der drei ehemaligen Reichsstifte St. Emmeram, Nieder- und Obermünster, der Deutschordenskommende, der Kommende des Johanniterordens, „einiger unbedeutender Mendicanten Klöster“ und derjenige Teil des Archivs der ehemaligen Reichsstadt, den Gemeiner nicht mehr für die Abfassung der Chronik benötigte, d.h. das Schriftgut des Zeitraums 1101 bis 1330. Samet schätzte die in Regensburg verbleibende Anzahl an reichsstädtischen Urkunden auf 3000, übernommen worden sind 645 Urkunden. Den Aktenbestand der ehemaligen Reichsstadt, der im Rathaus verwahrt wurde, schätzte er auf 30.000. Insgesamt sind aus dem Archivkonservatorium Regensburg im Jahr 1821 12.078 Urkunden und 83 Codices, Sal- und Kopialbücher übernommen worden. BayHStA, Generaldirektion der Staatlichen Archive Nr. 2375

    (6) Das sog. „Zirngibl-Repertorium“ (BayHStA, KL St. Emmeram Nr. 4/Fasz. 1 – Fasz. 11), das aus losen Blättern besteht, die im 19. Jahrhundert im Reichsarchiv zu Faszikeln zusammengefasst worden sind, diente dem Reichsarchiv zur Auswahl dessen, was nach München transportiert werden sollte, wie den Randbemerkungen zu entnehmen ist. Zirngibl erfasste auf diesen Papierbögen nicht nur die Urkunden, sondern summarisch auch die vorhandenen Amtsbücher und Akten, die in den Registraturkästen 12 (u.a. verschiedenen Rechnungen), 13 (u.a. Akten zur Wolfgangsbruderschaft, Bruderschaftsrechnungen) 14 (Salbücher des 14. und 15. Jhs., zum Teil mit Rapularen) und 15 (Salbücher des 16. Jhs.) untergebracht waren.

    (7) Der Anfang des Originaltitels lautet „Archivum Litterarium oder Registraturs-Beschreibung des kayserlich gefreyten, dem Heiligen Apostolischen Stuhl zu Rom und Heiligen Römischen Reich unmittelbar zugthanen Stiffs [!] und Closters zu St. Emmeram in Regenspurg etc.” Der Band trägt die Archivsignatur: KL Regensburg-St. Emmeram Nr. 2.

    (8) Die Registraturkästen mit ihren Schubladen sind bereits Ende des 17. Jahrhunderts unter Abt Ignatius von Trauner (1691–1694) angeschafft worden, aber ohne Ordnungskriterium mit Urkunden belegt worden.

    (9) Siehe Anm. 33 zum sog. „Zirngibl-Repertorium“ und speziell zu den Kästen 12-15 BayHStA, KL St. Em¬meram Nr. 4/11 (Fasz. 11). Zirngibl beschreibt seine Ordnungs- und Erschließungsarbeiten selbst folgendermaßen: „Ich fing meine Arbeit im Jahre 1805 mit Auspackung des nach Österreich abgeführten Emmeramischen Archivs an. Ich reihte die Urkunden wieder nach der Ordnung des im Jahre 1723 verfertigten Registers, welches ziemlich brauchbar ist. Doch sind die Siegler und Mitsiegler der Urkunden nicht allzeit vorgemerckt, die data manches mal verfehlt. Es sind auch die auf die innere disciplin des Kloster sich beziehende[n] wenige[n] Produkte bey der Transportierung des Archivs zernichtet worden. Ich durchging fast alle Urkunden, und nahm von den mehr bedeutenden Copien, von allen Auszüge. Ich reinigte die Siegel von dem Staube, schrieb die lesbaren Umschriften ab. Ich versah jede Schublade mit einem Verzeichisse, welches den Numerum, das Datum, das Rubrum jeder darin liegenden Urkunde enthält. Ich schrieb das älteste Lehenbuch de saeculo XIII. et sequente, dann das älteste Grundbuch de anno 1330 ab.“ Bericht Zirngibls vom 6.3.1812, in: BayHStA, Generaldirektion der Staatlichen Archive Nr. 2375.

    (10) Vgl. die drei inhaltsgleichen Ausfertigungen der Bulle unter BayHStA, Kloster St. Emmeram Regensburg Urkunden Nr. 298/I-III.

    (11) In diesem Bestand finden sich weitere Unterlagen zur Geschichte des Klosters, u.a. ein Ausgabenbuch des Abtes Placidus der Jahre 1648-1655, eine Klosterrechnung von ca. 1739 in zwei Exemplaren, Prioratsrechungen von 1678, 1718, 1725, 1743/44-1803 und Sakristeirechnungen 1765/66-1801. Für diese Hinweise und seine freundlichen Auskünfte zur Überlieferung im BZAR bedanke ich mich sehr bei Oberarchivrat i.K. Dr. Stephan ACHT.

  9. Neuordnung und Verzeichnung
  10. Um die gültigen Bestellnummern zu eruieren war bisher für die Urkunden bis 1400 die Aussteller- und Sieglerliste maßgebend (Findbuch-Nr. 2318) und für die Urkunden nach 1400, die nach Datum zu bestellen waren, eine knappe Erfassung in einer Zettelkartei. Der Urkundenbestand präsentiert sich jetzt nach der vollständigen Erschließung mit Kurzregesten in chronologischer Abfolge mit einer durchlaufenden Nummerierung.

    Regestiert wurden 109 Inserte in Urkunden. Die Regesten der inserierten Urkunden sind auch dann in die Chronologie der Urkundenreihe aufgenommen worden, wenn zum Insert heute keine physisch existente Urkunde mehr vorhanden ist. Kleinbuchstaben (a, b, c, d) hinter der Nummer kennzeichnen diese Inserte und somit eine fiktive Bestellnummer. Einzige Ausnahme ist der 22,09 Meter lange Rotulus aus dem Jahr 1324, dessen vier Teile durch Kleinbuchstaben hinter der Bestellnummer gekennzeichnet sind; hier ist die alte auch die neue Bestellnummer 281 / a-d. Hinweise unter dem Kurzregest informieren darüber, in welche spätere Urkunde eine frühere Urkunde aufgenommen worden ist. Dadurch ist beispielsweise schnell zu ermitteln, zu welchem Zeitpunkt früher gewährte Privilegien und Rechte erneuert bzw. bestätigt worden sind.

    Eine römische Zahl (I, II) hinter der Bestellnummer zeigt an, dass zwei inhaltsgleiche Ausfertigungen einer Urkunde vorliegen. Auch hier informieren Hinweise über gegenseitige Bezüge.

    Die sorgfältige Beschreibung der Urkunden auch nach 1400 liefert Ansatzpunkte für hilfswissenschaftliche Fragestellungen, u.a. für Fragen der neueren Diplomatik, z.B. ob und wann sich bei der Dokumentation von Rechtsgeschäften eine Mischform zwischen Urkunde und Akt entwickelte. Im Emmeramer Urkundenbestand gibt es einige Urkunden, beginnend mit dem späten 15. Jahrhundert und einer leichten Zunahme im 17. und 18. Jahrhundert, die auf demselben Stück Pergament oder Papier um eine weitere Urkunde ergänzt worden sind; ausnahmslos handelt es sich dabei um Notariatsinstrumente. Möglicherweise zeigt sich hier, aus der Arbeitspraxis der Notare herrührend, die eine Urkunde beglaubigen und eine zweite Notariatsurkunde mit inhaltlichem Bezug zur ersten Urkunde auf die Rückseite setzen, das Bedürfnis, das Rechtsgeschäft und daraus resultierendes „Verwaltungshandeln” vollständig bzw. im Kontext zu dokumentieren. Im 17. und 18. Jahrhundert finden sich auch von Nicht-Notaren ergänzende Vermerke auf den Urkunden, dass z.B. der Grundbrief wegen eines neuerlichen kurzfristigen Besitzerwechsels zurückbehalten wurde oder Genehmigungsvermerke, z.B. Publikationsgenehmigungen, in Bezug auf die eigentliche Urkunde.(1) Auch die Entwicklung der notariellen Siegelurkunde lässt sich beispielsweise mit der jetzt vorliegenden Erschließung gut untersuchen.(2)

    Ein separates Ortsregister und Personenregister erleichtern die Suche im Urkundenbestand. Insbesondere das um Sachstichworte erweiterte Ortsregister liefert Ansatzpunkte für die Flur- und Ortsnamenforschung, für die Besitzgeschichte des Klosters oder für die Gelände- und Städtetopografie, insbesondere für die Stadt Regensburg. So liefern einige Urkunden aus dem beginnenden 15. Jahrhundert Erstbelege für Straßennamen und Häuser, denn das Kloster besaß zahlreiche ihm grundzinspflichtige Häuser in der Stadt. Ebenso wie die Alte Kapelle besaß das Reichsstift St. Emmeram nicht wenige Weingärten im heutigen Stadtteil Reinhausen, deren Lage sich aufgrund ihrer Namen in Abgleich mit alten Flurnamen heute noch gut nachvollziehen lässt. Aber auch von kleineren Orten wie z.B. in Dünzling, heute ein Ortsteil der Gemeinde Bad Abbach, lassen sich Besonderheiten über das Ortsregister leicht ausfindig machen: Der heute nur noch archäologisch zu fassende „ganz gemauerte Sitz” in Dünzling ist mit acht Urkunden des 16. und 17. Jahrhunderts als sogenannter „Haselsteinerische Sitz“ belegt, da er vom Kloster St. Emmeram zu Lehen ging.

    Anmerkungen

    (1) Kloster St. Emmeram Regensburg Urkunden Nr. 2353 von 1492, Nr. 3308/1 von 1553, Nr. 4171 von 1656, Nr. 4175 von 1656, Nr. 4179 von 1657, Nr. 4350 von 1689, Nr. 4491 von 1733, Nr. 4522 von 1746, Nr. 4548 von 1760, Nr. 4499 von 1736.

    (2) Früheste Beispiele der notariellen Siegelurkunde im Emmeramer Urkundenbestand sind Nr. 248 von 1318 VIII 13, Nr. 264/I-III von 1321, Nr. 404 von 1340, Nr. 512 von 1356, Nr. 586 von 1366. Bis 1400 finden sich unter insgesamt 24 Notariatsinstrumenten nur neun mit alleiniger Unterfertigung des Notars. Im 15. Jahrhundert enthält der Urkundenbestand fast genauso viele Notariatsinstrumente mit zusätzlicher Besiegelung durch den Urkundenaussteller (37) wie Notariatsinstrumente mit bloßer notarieller Unterfertigung (42).

  11. Die Erschließung der Urkunden im Rahmen des EU-Projekts CO:OP
  12. Die Regestierung und Digitalisierung des großen Urkundenbestands von 4628 Urkunden ermöglichte das vom gemeinnützigen Verein ICARUS organisatorisch verantwortete EU-Projekt CO:OP (Community as Opportunity ‒ Creatives archives' and users' network), in dem zahlreiche Archive und Universitäten mit eigenen Projekten Projektpartner waren.(1) Die Gesamtlaufzeit des Projektes am Bayerischen Hauptstaatsarchiv unter organisatorischer Federführung der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns erstreckte sich vom 1. Dezember 2014 bis 30. November 2018. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts erarbeitete Dr. Rainer Scharf im Hauptstaatsarchiv in den Jahren 2015/2016 insgesamt 3401 Urkundenregesten und regestierte damit den überwiegenden Teil des Urkundenbestands. Die Regestierung der verbleibenden Urkunden wurde als sogenannte Eigenleistung in das Projekt eingebracht, zum einen durch künftige Archivarinnen und Archivare in den Ausbildungspraktika „Regestierung von Urkunden“ der 3. QE(2) und 4. QE(3), die 349 bzw. 244 Urkunden mit einem Kurzregest erschlossen haben, zum anderen Ende 2016/Anfang 2017 durch weitere Kolleginnen und Kollegen.(4) Nach restauratorischen Maßnahmen an 246 Urkunden in der hauseigenen Restaurierungswerkstätte erfolgte die Digitalisierung des gesamten Urkundenbestandes(5) und im Juli/August 2018 dessen Online-Stellung auf der archivübergreifenden Plattform bei Monasterium.Net und auf der Homepage der Staatlichen Archive Bayerns.(6)

    Anmerkungen

    (1) Lead-Partner war das Hessische Staatsarchiv Marburg. Die Projekt-Homepage ist unter www.coop-project.eu zu erreichen (zuletzt abgerufen am 17.1.2019).

    (2) Kursteilnehmer waren die Anwärterinnen und Anwärter Mario Felkl, Lukas Herbeck M.A., Matthias Nicklaus M.A., Christina Oikonomou M.A., Verena Ott M.A., Patrick Rieblinger M.A. und Ferdinand Wagner M.A. (Praktikumsdauer: 7. 1. - 27.3.2015); die Praktikumsbetreuung verantwortete Dr. Manfred Hörner zusammen mit Dr. Katrin Marth.

    (3) Praktikumsteilnehmer waren die Referendarinnen und Referendare Dr. Lina Katharina Hörl, Dr. Teresa Neumeyer, Dr. Daniela Palzer, Dr. Bettina Pfotenhauer, Dr. Andreas Schmidt, Dr. Susanne Wanninger und Dr. Alexan¬der Wolz (Praktikumsdauer: 30. 11.2015 - 20.1.2016); die Praktikumsbetreuung verantwortete Dr. Manfred Hörner zusammen mit Dr. Susanne Wolf.

    (4) Dr. Daniela Palzer, Dr. Andreas Schmidt und Dr. Susanne Wolf (letztere im Projekt verantwortlich für die Erschließung des Urkundenbestandes und die Korrektur der Erschließungsdatensätze).

    (5) Zuständig im Projekt für die Digitalisierung war im BayHStA Dr. Sarah Hadry, für die EDV-Belange Claus Mannsbart.

    (6) www.monasterium.net/mom/DE-BayHStA/KURegensburgStEmmeram/fond und www.gda.bayern.de/ findmitteldb/Findbuch/10809/ (zuletzt abgerufen am 17.1.2019).

  13. Quellen- und Literaturauswahl
  14. Bernhard BISCHOFF: Die südostdeutschen Schreibschulen und Bibliotheken in der Karolingerzeit, Teil 1: Die bayrischen Diözesen, Wiesbaden 31974.

    Bernhard BISCHOFF: Studien zur Geschichte des Klosters St. Emmeram im Spätmittelalter (1324–1525). In: Ders., Mittelalterliche Studien. Ausgewählte Aufsätze zur Schriftkunde und Literaturgeschichte Teil 2, Stuttgart 1967, S. 115–155.

    Rudolf BUDDE: Die rechtliche Stellung des Klosters St. Emmeram in Regensburg zu den öffentlichen und kirchlichen Gewalten vom 9. bis zum 14. Jahrhundert. In: Archiv für Urkundenforschung 5 (1914), S. 153–238.

    Thomas FEUERER: Visitationis et Reformationis officium. Die Benediktinerklöster des Regensburger Raums zur Zeit Herzog Albrechts IV. von Bayern (1465-1508). In: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige 112 (2001), S. 179–266 und 113 (2002), S. 173–274.

    Eckhard FREISE: St. Emmeram zu Regensburg. In: Ratisbona Sacra. Das Bistum Regensburg im Mittelalter (Ausstellung anlässlich des 1250jährigen Jubiläums der kanonischen Errichtung des Bistums Regensburg durch Bonifatius 739-1989), München/Zürich 1989, S. 182–186.

    Franz FUCHS: Das Reichsstift St. Emmeram. In: Peter Schmid (Hrsg.), Geschichte der Stadt Regensburg, Bd. 2, Regensburg 2000, S. 730–744.

    Franz FUCHS: Gefälschtes Diplom König Ludwigs des Kindes für das Kloster St. Emmeram in Regensburg. In: Ratisbona Sacra. Das Bistum Regensburg im Mittelalter (Ausstellung anlässlich des 1250jährigen Jubiläums der kanonischen Errichtung des Bistums Regensburg durch Bonifatius 739-1989), München/Zürich 1989, S. 191.

    Franz FUCHS / Rainer SCHARF: Ein Schulden- und Ausgabenverzeichnis des Abtes Ulrich Pettendorfer (1402-1423) von St. Emmeram zu Regensburg. In: Tobias APPL / Georg KÖGL-MEIER (Hrsg.), Regensburg, Bayern und das Reich. FS für Peter Schmid zum 65. Geburtstag, Regensburg 2010, S. 149–184.

    Egon Johannes GREIPL: Zur Grundherrschaft des Reichsstifts St. Emmeram zu Regensburg im 18. Jahrhundert. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 122 (1982), S. 27–50.

    Ernst KLEBEL: Aus der Verfassungs-, Wirtschafts- und Siedlungsgeschichte der Hofmark Vogtareuth bei Rosenheim. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 6 (1933), S. 177–216.

    Andreas KRAUS: P. Roman Zirngibl von St. Emmeram zu Regensburg. Ein Historiker der alten Akademie (1740-1816). In: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens 66 und 67 (1955 und 1956), S. 61–151 und S. 39–203.

    Andreas KRAUS: Das Benediktinerkloster St. Emmeram. In: Handbuch der bayerischen Geschichte, Band III, 3: Geschichte der Oberpfalz und des bayerischen Reichskreises bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, München 1995, S. 273–281.

    Johann Baptist KRAUS: Liber probationum sive bullae summorum pontificum. Diplomata imperatorum et regum, aliaeque episcoporum etc. ducum etc. principum etc. comitum lit-terae, quae ad historiam monasterii et principalis ecclesiae S. Emmerami Ratisbonae maxime spectant, una cum sigillis ad roborandam veritatem, magis necessariis, Regensburg 1752.

    Paul MAI: Der St. Emmeramer Rotulus des Güterverzeichnisses von 1031. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 106 (1966), S. 87–101.

    Paul MAI: Regensburg, St. Emmeram. In: Michael KAUFMANN, Helmut FLACHENECKER, Wolfgang WÜST, Manfred HEIM (Bearb.), Die Männer- und Frauenklöster der Benediktiner in Bayern (Germania Benedictina II, 2), München 2014, S. 1788–1817.

    Claudia MÄRTL: Isto anno prevalebunt falsarii. Fälscher im spätmittelalterlichen Regensburg. In: Fälschungen im Mittelalter. Internationaler Kongreß der Monumenta Germaniae Historica, 16.- 19. September 1986, Teil III (Monumenta Germaniae Historica Schriften 33, 3), Hannover 1988, S. 551–571.

    Manuela MAYER: Das Chartular von St. Emmeram und seine Edition durch Bernhard Pez. In: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 125/2 (2017), S. 287–303.

    Max PIENDL (Hrsg.): Quellen und Forschungen zur Geschichte des ehemaligen Reichsstiftes St. Emmeram in Regensburg (Thurn und Taxis-Studien 1), Kallmünz 1987.

    Christine RÄDLINGER-PRÖMPER, Sankt Emmeram in Regensburg. Struktur- und Funktionswandel eines bayerischen Klosters im früheren Mittelalter (Thurn und Taxis-Studien 16), Kallmünz 1987.

    Heinz Wolfgang SCHLAICH: Das Ende der Regensburger Reichsstifte St. Emmeram, Ober- und Niedermünster. Ein Beitrag zur Geschichte der Säkularisation und der Neugestaltung des bayerischen Staates. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 97 (1956), S. 136–376.

    Alois SCHMID: Regensburg. Reichsstadt - Fürstbischof - Reichsstifte - Herzogshof (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 60), München 1995, S. 209ff.

    Peter SCHMID / Rainer SCHARF: Gelehrtes Leben im Kloster. Sankt Emmeram als Bildungszentrum im Spätmittelalter, München 2012.

    Matthias THIEL: Das St. Emmeramer Register von 1275 in Clm 14992. Seine Vorstufen und Nachläufer. Ein Beitrag zum klösterlichen Registerwesen und dessen Anfängen. In: ZBLG 33 (1970) S. 85–134, 544–635.

    Bettina WAGNER: Ein Wissensraum im Wandel. Die Bibliothek von St. Emmeram zur Zeit von Laurentius Aicher (1459-1507). In: Peter SCHMID / Rainer SCHARF: Gelehrtes Leben im Kloster. Sankt Emmeram als Bildungszentrum im Spätmittelalter, München 2012, S. 139–186.

    Wilhelm WEIZSÄCKER: Die Familia des Klosters St. Emmeram in Regensburg, in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 92 (1951), S. 5–48.

    Josef WIDEMANN (Bearb.): Die Traditionen des Hochstiftes Regensburg und des Klosters St. Emmeram (Quellen und Erörterungen zur Bayerischen Geschichte NF 8), München 1943.

    Walter ZIEGLER: Das Benediktinerkloster St. Emmeram zu Regensburg in der Reformationszeit (Thurn und Taxis-Studien 6), Kallmünz 1970.

    Roman ZIRNGIBL, Geschichte der Probstey Hainspach, München 1802.

  15. Hinweis
  16. Folgende 14 Urkunden waren nicht auffindbar: Nr. 533 (1358 XII 5), 1608 (1452 X 29), 1872 (1467 I 9), 1873 (1467 I 9), 1874 (1467 I 9), 1875 (1467 I 9), 1876 (1467 I 9), 1929 (1469 April 9), 2077 (1477 XII 13), 2716 (1515 VIII 28), 3042 (1535 I 25), 3463 (1565 III 28), 3671 (1585 V 23), 3672 (1585 V 23).

Susanne Wolf