Collection: Schlesische Urkunden zur Geschichte des Gewerberechts, ed. Korn, 1867 (Google data)
Charter: XIV.
Date: 99999999
Abstract: XIV. Ordnung des
der Stadt Schweidnitz verliehenen wöchentlichen freien Brotmarktes. Schweidnitz, den 26.
Mai 1337. Aus den
schweidnitzer Handwerkerstatuten f. 14 und 15. In gotis namen
amen. Wir Bolko von gotis gnaden ffürste von Slezie, hirre czu Ffursten- berg vnd czur
Swidnicz, thun kund vnd bekennen allen den, die desin brifF ansehen, lesen adir horen
lesen, dy nv sint, adir her noch komen, daz wir vnser arme lewte czur Swydnicz kommer
vnd armut han angesehen vnd haben mit bedochtim mute vnd mit vnser') mannen rat mit
gutem willen vnser rotlewthe von der stad, Hannos von Croschwicz, Tyle Kallen- dor ,
Kunczil Agnetis, Michel Slewsers, Ffridil Cromers vnd vnsers erbrichters Hanko Ffoytis,
vnd derscheppin, Hannos Hulferichs, Ditherich Slechsers, Walther Keysers, Han nos von
Krokaw, Thomas von Croschwicz, Petsch Kynsbergis, Opetez mit dem pherde mit alle der
eldisten wille vnd rat von der stad vnd mit aller hantwergmeister wille, czum irsten
Jocob von Newendorf, Jäkel Czacheris, Hannos Melczers, Hannos Vnkoufis vnd andir
Kretschmer, Hannos Reyman, Niclos Krusin, Petir Prymkenau, Petsch Kulervnd andir we her,
Jeschken Schollewicz vnd andir ffleischewer, Tyczen Garnczewger, Petsch Rose, Han nos
Rote, Petsch Lybisowge vnd andir garnczewger, Elbil, Herman Kletschkaw vnd andir cromer,
Symon Schröter, Cunrad Brachman vnd andir schroter, Heyncze Lengil, Niclos Marusch,
Hannos Hulrichs bruder, vnd andir czychenere, Nickil Reynlich, Heyne Crossen vnd andir
schuwerten, Petir Cozenaw vnd andir kürsener, Heyncze Rubyn vnd andir weys- l) Original:
vnsern. 22 gerber, Seydil
vnd Hannos mit andirn töpphern mit alle der wille vnd rat, die vorgeschre- bin stehen,
haben gegebin vnd irlöwbit czu eyme nütcze vnd czu eyner besserunge vnser armen lewthe
in der selben stad, daz man sal ewiclichin zurSwydnicz brot ffüren vswendik der meyle,
das geträyde gelde vil adir wennig, von wanne man wil, gros adir cleyne, wy manwil, czu
eynem mole in der wochin, vnd daz sal seyn am sontage, den ganozen tag, vnd daz brot sal
man an demselben tage gar vorkoufen vnd nicht wedir weg füren noch in le gen. Si sullen
is auch den beckern von der stad nicht vorköwfen vnd vnser becker von der stad sullen
brot veyl haben uf eyme orte besundern uf benken vnd nicht vndir den wayn. 2. Wir wollen
auch das nymand öbir daz, das dirrebriff spricht, werben sal eweclich heymelich noch
offinbar. 3. Wir wollen
auch daz vnd gebieten, daz nymand den andirn sal vordenken, veden adir obilhandiln mit
wortin noch mit werken rly becker von der 6tad, die brotfürer adir an- dir lewthe in der
stad, di di becker dwchte, di daz czu wege sulden haben brocht. 4. Man sal
auch die becker nicht öbil handiln. 5. Wer abir,
daz ymant den andirn obil handilte mit wortin, daz sal man mit phen- nyngen bessern der
stad noch der geschicht, als geschiet. Geschee is aber mit werken, daz sal man richten
vor gerichte, als daz recht ist. Das daz stete
vnd gancz eweclich bleibe, dez habe wir desin brieff heysen schreiben vnd gegebin mit
vnserm ingesegel dem grossten gar fleyzeclichin vorsegilt czu eyme ewi gen gedechtnisse.
Noch gotis geburt dreyczenhundirt iar in dem sehen vnd dreysigisten iare an') dem
montage in der crewezwochin zur Swidnicz, do sint obir gewest vnd sint ge- czewge vnse
getrawe man her Hannos von Czirnen, vnse hoferichter, her Cunad von Burs- nicz, her Rule
von Kordebuk, her Cunad von Czirnen, her Heynrich von Gorin, her Cunad von der Reybnicz,
Heynke von iSilicz, Herman von Löbnicz vnd Thame von Schellindorff, vnser2)
lantschreyber, deme wir desin brieff mit fleyze beuulen czu schreiben.
Charter: IV.
Date: 99999999
Abstract: IV. Herzog
Boleslaw von Breslau bestätigt die Bestimmungen seiner Vorfahren über die Tuchkammern des breslauer
Kaufhauses. Breslau, den 27. October 1305. Original im
breslauer Stadtarchiv A. 3. in nomine
domini amen. Nichil ualet quot statuitur, nisi statuta debita reuerencia seruentur et ad
futurorum memoriam pro vtilitate rei publice confirmentur. Inde est, quod nos Bolez-
laus, dei gracia dux Slezie et dominus Wratizlauie, posteritati presencium et futurorum
huius littere testimonio cupimus esse notum, quod propter promocionem ciuitatis nostre
Wratizlauie, quam medullitus amplexamur, omnia iura, que ciues nostri Wratizlauienses
ibidem in cameris suis sub mercatorio usque ad tempora nostra a nostris predecessoribus
deduxerunt et omnes libertates, quas dicti ciues in eisdem cameris per nostros predecessores
sunt adepti, eadem iura et libertates ipsis ciuibus damus et concedimus in predictis
cameris et ex principali munificencia prepetuo eorum future propagini confirmamus nichil
volentes infringere de eisdem, set pocius ipsos ciues in eisdem iuribus et libertatibus
conseruare nominatim presentibus exprimentes, quod nemini liceat pannos incidere extra
cameras mercatori i
ciuitatis Wratizlauie, nec illis de noua ciuitate, nec monialibus, nec inter cramos, nec
inter institas, nec aliquibus in districtu Wratizlauiensi residentibus pannos incidendi
concessa sit licencia aut indulta; si qui autem contra huiusmodi statu tum ausu temerario
pannos inciderent, penam quam antiquibus ciuitas Wratizlauiensis statuit, senciant sine
condonacione et ineurrant, videlicet quicunque pannum vnum de Gint ineidet, nobis aut
magistro camere nostre duas marcas soluet, et ciuibus in mercatorio cameras habentibus
de panno de Gint unam ruarcam, de Ypir mediana marcam et de terrestri panno vnum
fertonem, quocienscunque contra statutum ciuitatis pannos inciderit, nobis et prefatis
ciuibus sine relaxacione qualibet est daturus. Volumus eciam, quot tantummodo tres
persone vnum pannum pariter emant et illum pannum inter se in tres pecias diuidere
teneantur, omnia predieta statuta et indulta perpetuo confirmantes. In huius rei
testimonium presentes litte- ras snb nostro sigillo fecimus communiri. Actum Wratislauie
anno domini millesimo trecen- tesimo quinto in uigilia Symonis et Jude apostolorum
presentibus nostris fidelibus Gisilhero, iudicecurie Wratizlauiensis,
BronizlaoBudewoii.PetroKurzeboch, Sandrone Bolcz,Ebirhardo de Rorow, Swolone Budewoii et
Friczchone, nostro prothonotario, decano Glogouiensi et canonico Wratizlauiensi, cuius
manibus presencia conscribuntur. An grünen und
roten seidenen Fäden hängt das grosse Fusssiegel des Herzogs mit der Umschrift in gothi-
scher Majuskel: S. BOLEZLAI D£I GRACIA DVCIS SLE ET DOMINI WRAT. ET DE LIGNICZ.
Charter: LXX.
Date: 99999999
Abstract: LXX.
Bechtsbelehrung des breslauer Raths für die liegnitzer Kannegieser. 1399. Aus
den liegnitzer Handwerksstatnten S. 40. i"J.an sol
wissen, daz wir haben kegin Breczlaw den ratmannen geschrebin, vns zu vndir- wizen, wy
is di cannengisser do czu Breczlaw haldun, was si zu lone nemen, vnd wy vil si blies zu
setczen. Doruff santen die ratmanne czu Breczlaw iren briff her wedir in sulchin worten: Liben frunde,
alz ir vns von weyne der . . cannengisser habt geschrebin, lasen wir vch wissen, daz sy
czu eyme steyne czenis seczen czwey pfund blyes, vnd sy nemen von eyme pfunde czu
machelone sechs heller. Actum tempore
Petri Slotenig, magistri ciuium, Petri Hezeler, Nicolai de Heyde, Mathie Tammendorff,
Heinconis Grybean et Petri Lutirbach consulum anno domini m" ccc° nonagesimo nono.
Charter: VIII.
Date: 99999999
Abstract: VIII. Der Rath
zuBrieg ertheilt den Krämern daselbst die Rechte der liegnitzer. Brieg, den 21.
September 1318. Original im
bricger Stadtarchiv I. 13. Xu gotis namin
amen. Wir di ratman der stat zu dem Bryge, di hi geschribiu sten: Gozwin der
gewantsnider, Arnolt sarworchte, Winant, hern Bertramis eidim, Wernke von Lubke, Petir
Dangelis und Hanke von der Olow, bekennin des an desim brife, daz mit helfe unses
herrin, herzogin Bonzlaus, habe wir gewunnin und geezugit unsin cremern in unsir stat zu 13 dem Bryge zu
nuccze unde zu gemache alle di recht und alle di willkor, di di cremer in der stat
Lygnicz habin und der si genyzin. 1. Di erste
willekur ist di, daz ein iclich uzwendic gast odir kouffman sal sinen couf odir cremerie
in siniswirtis herberge vorkaufin, wurze, gecrute und allis, daz do spundit ist, bi dem
spunde, drubir und drundir nicht. Do noch seyfe vnde winsthein und alliz, daz man mit
deme steyne vorcoufit, daz sal man bi deme steine vorkaufin, druber und drundir nicht.
Geschit abir, daz ein burger in der stat wolde coufin rys, vigin, oley, mandiln und andir ge
crute, das zu der cuchinspise gehorit, daz sal he coufin bi dem virteil. Einin sehetir,
einin parchan, einin Zwilch und einin gugeler und alliz, daz man mit der ellin snidit,
bi dem virteil und nicht drundir. Mezzir, gurtil und ander cremerie, di der glich ist,
bi deme techir und bi deme tusin und alle cremerie oder couffschaz sal glichirwis, als
hi vor gesprochin ist, ein iclich burger in der stat gesezzin, vorcoufin in siner
herberge. Wer ouch dise willekor breche also daz he undir dem spuud adir undir deme
techir vorcoufte odir snite umbillich, der wettit an di stat ein lot, und wer do
vorcouffe undir deme steine, ie vomme steine einin hal bin virdunc. Wurbaz me kein
cremer noch burger noch gast sal noch vor der kyrchin noch von huse zu huse sine
cremerie tragin noch sendin zu vorcouffin; wirt he sin berugit, he wettit ein lot an di
stat. 2. Di ander
willekur ist di, daz kein man noch gast sal unlowter noch wachs weder den cremin coufin,
daz nicht gar ist, he en wolle ez denne vorwirkin, ez ensi denne ein burger von der
stat, oder he wettet ein lot. 3. Di dritte
ist di, daz kein uzwendic gast sal vorkoufin mit der ellin cychin, tyschlachin unde
hantwelen sundir ganz ungesnitin, ez en si denne ein cremer unserin landis, der sal
habin glich rech eim andirn cremer zu rechtir marczit, odir he wettit einin halbin virdunc. 4. Di virde
willekur ist di, daz ein iclich cremer, der hinder den cremin stet, der sal habin uf
eine halbe marc und nich drubirund sal sten dri tage in derwochin uf demmarete, montag,
mithewech und dem vritac, und sullin virin an heyligin tagin als andir cremer tun, oder
he wettit einin halbin virdunc. Do bi so ist is gewichte vri vor munzmeistern, vor')
kamerern und vor alle des herzogin anewaldin. Und daz dise
rede kein unse nocheumeklinc vorruckin muge, dorumme gebe wir disin brif, mit der stat
ingesigil gevestnit und vorsiglit, in der iarzal nach Chr. geb. mill°. trecent". XVIII.
an sente Mathes tage. Der rede bekenne wir vorgenantin ratman, daz di gesehen ist mit
rate und mit wizzin unsir eldistin burger, hernHermanGryzcuch, hernCunrats vonPau- low,
hern Cunrats des Beschoruin, hern Bertrams, hern Arnoldis von Streliz und andirir
vrummen lute. !) Handschr. von. 14
Charter: XLIV.
Date: 99999999
Abstract: XLIV. Rechte der
schweidnitzer Messer- und Kleinschmiede (Schlosser) vom 1. Juni 1369. Aus dem
ältesten schweidnitzer Stadtbuche f. 68. VY ir rotlute
der stat Swydnicz Jeckil Hirsil, Nyckil Hoffeman, Hannus Tschoppe, Hensil Vridil vnd
Peter Schonekromer, gesessen an deme rate an deme iare vnsers herren tusent driehundirt
in deme nvndin vnd sechczigistin an deme vrietage nach des helgin Lichen- namys tage mit
rate vnser eldstin, schepphin vnd hantwerkmeyster vnd vnser ganczin ge- meynde habe wir
dese recht, die hernach geschrebin, gegebin den kleynsmedin vnd den messirsmedin,
czvuorsichin eyn, ab is der stat vuglich ist vnd deme hantwerke vromelich. 1. Das erste.
Wer hie meteburger ist vnd eynen schraen vor der kirchin hat alle tage, der mag veil
haben alle tage malensloes, orbant, noyldin, allen cz wecken, messir, nagil, borer,
nebegirlin, phrymyn, schermesser; ane brotmesser vnd welchmesser sullen sie nicht veil
haben, vnd allis das sie hie veil haben, daz man hie machit, daz sullen sie hie koufin; adir
vf deme margtage mag eyn ider man veil haben, was her her brengit. 2. Das andir.
Wer syne innunge mit in habin wil, der sal briue brengin von dannyn her komyn ist, wi
her sich gehaldin hat, vnd sal sine innunge haldin iarvnd tag, vnd des sal her burgin
seczin, vnd wer ir denne eyn iar weg cziit, der gebit der stat eyne marg. 3. Daz dritte.
Welch meyster deme andirn sinen knecht entvremdit an sinen willen, der sal der bussin
sin[t] bestandin eynes virdungs, der gehorin czwei teil der stat vnd eyn teil den
meystirn. 1 ') Die
Handschrift liest: den. 2) fehlt. 9* 68 4. Das virde.
Welch meister hat eyuen son, der sal haben halbe invnge; ouch wer eyncs meister tochtir
nymmit, sal haben halbe invnge. Die invnge sal sin nvn grosse. 5. Das vunfte.
Keyn meister sal nicht erbeitin bie lichte an den viren, vnser vrowin obindin, an
czwelfbotin obinden, an allen sonobindin czv obindin; wer dor obir erbeit, der sal gebin
die busse, das ist andirhalb phund wachs, des sal der stat eyn phund vnd den meistirn
eyn halbis. 6. Das
sechste. Ab sich is gebort, das eyn meyster hette eyne liche, is wer man, vrowe adir
kind, do sal io entwedir der man adir das wip czv komyn czv der biegraft vnd lichcze-
chin. Ap ir keynes dorczv queme, zo sal der der bussin andirhalbis (phundes) l) wachses
bestanden sin, alzo vor geschrebin steet. 7. Daz
sebinde. Ap eyn meyster den andirn beclagete vor den meistern vm sachin, die von deme
hantwerke dar geen, bekenit her vor den meystirn, zo bescheidin im die meister czv gebin
bynnen virczen tagin bie der busse andirhalbis phundis wachsis, alzo vor; lou- kint her,
zo bescheidin im die meister vor das recht. 8. Das achte.
Wer czv den meistirn nicht enkvmit, alzo man nach im sendit, vnd lies is in eyme freuil,
der sal wandiln nach der stat gnadin. 9. Das nvnde.
Ap keyner weg czoge an' der meyster wisse, alzo das her entrynne, ap der wedir queme,
der sal gancze invnge gewynne; wer abir, das her weg czoge von erha[r]f- tiger sache vnd
hilde sint recht mit vns, ap der wedir queme, der hette sine invnge nicht vorlorn. 10. Das
czende, daz keyn gropsmeit sal welchmesser, scheidimesser nach brotmesser machin czv
vorkouffin.
Charter: XL.
Date: 99999999
Abstract: XL. Rechte der
vereinten Innung des Schuster-, Gerber- und Altbüsserhandwerks zu Striegau vom 19.
Deoember 1366. Aus dem
ältesten striegauer Stadtbuche f. 36. TT ir
obgeschrebin ratlute tvn kunt vnd bekennen allen den, dy nv sin adir hernoch wer den, dy
desin bryf sehen ader horin losin, das wir von gnaden, loube vnd willen vnsers ly- beh
genedegin herrin, hern Bolkin, herczogin in Slezien, herre czur Swydnicz vnd mark- greue
czu Lusicz, vnd mit rate alle vnser eldisten, schepphin vnd hantweremeyster gebin vnd
gegebin habin vnsern getruwen schuworten vnd gerbern, beyde roten vnd wysin, vnd ouch
vnsern altbusern czur Stregon eczliche recht vnd saczunge czu eynir besserunge der
recht, dy en hy vormals vnse vorvarn mit rate gegeben habin, in sulcher meynunge vnd
weyse, als her noch geschrebin stet, von en vnd von eren noohkomelingen ewiclich stete
vnd vnbrochlich czu halden. 1. Wir gebin
en czu dem ersten mal czu rechte, das wer do sin ynnunge vff erem hant werke wil
gewynneu, der sal gebin acht scot vnd eyn phunt wachs vnd dry heller dem bo ten, vnd sal
czu demselbin hantwerke keren vf sante Walpurgis adir vff sante Michils tag vnd czu
keynir czit me in dem yare, vnd der acht scot, dy von der ynnunge geuallin, sullen czwey
scot den ratluten, czwey scot dem erbvoyte, czwey scot den schepphin vnd das an der den
gewerkin. Were abir das, das eynis meystirs kint, der sin werc mit vnser stat schuworten
hette, sin werk welde gewynnen, der sal oc halbe ynnunge gebin vnd eyn phunt wachs vnd
dry heller dem boten. Gesche ouch das, das eyn vswendig knecht eynis mey stirs tochter
vff erem hantwerke neme, vnd welde sin werk gewynnen, der sal halb ynnunge gebin vnd eyn
phunt wachs vnd dry heller den boten. Weld' ouch eyn schuworte, der hy sin werc gelert
hette, sin ynnunge gewynnen, der sal ouch halb ynnunge gebin vnd eyn phunt wachs vnd dry
heller den boten, vnd dy selbin, dy ynnunge wellin gewynnen, sullen bryfe vnd gewisheyt
brengin von den steten adir gegenoten, do sy er wonunge adir begenk- nisse ynne gehabit
habin, das sy sich erlich, redelich vnd getruelich gehalden habin, vnd sullen dor czu
den gewerkin burgen seczin, das sy yar vnd tag vff dem selbin hantwerke blybin vnd obil
vnd gut, vnd ab sy keynirhande not an tryt, mit en lyden wellen. Gesche abir das, das
derselbe abetrunnik wur(d) bin dem yare durch snoder adir vnerlicher sachin wille ader
ane wissin der gewerkin, der sal sin werc vorlysin als balde, als her kommet obir der
stat brucke, vnd der borge, der vor en gesprochin hat, sal eyne mark gebin, vnd dy mark
sal halb den ratluten vnd halb den gewerkin. Wer ouch, das ymand von demselbin hantwerke
kerte mit wyssin vnd gunst der gewerkin vnd ane schult ader andir lute, wil her sin
ynnunge behalden, so sal her alle yar eynen halbin grosschin gebin den gewerkin, do mete
her syn ynnunge behelt. Wer des nicht entete, der sal syn ynnunge vorlysin; der selbe mus ouch
syn ynnunge von nuwes gewynnen, ab her das werc trybin wil, in alle der VIII. " " 8 58 wyse als her
vor gered vnd begryffin ist vnd nicht e, her enhabe denne siner gewerkin vnd borger
gunst vnd hulde erkregin. Üuch sullen sy nymand er werk gebin, her en habe denne eyne
eygene schubanc, vnd das sal sten eyn yar; dirkennen dy ratmann mit eren eldisten, das
is der stat nucze vnd beqwemelich sy, so sal is vorgank habin; dirkennen syabir, das es
vnbeqwemelich sy, so sal is abe gen. 2. Wir gebin
czu dem andir mal czu rechte, das welchir sich vndir en vorbost. adir sich vorruckit mit
vnerlichin sachin, adir mit sulchin sachin vmme ginge, das erem hantwerke krenclich
were, vnd des obirwunden wurde, der sal sin werk vorlysin vnd vorwert keyn ynnunge mit
en habin. 3. "Wir gebin
czu dem dryttin mal czu rechte, das nymant sal nas ledir her furen vnd das hy veyl
habin. Ouch sal nymant, der sin werc mit vnsern schuworten nicht enhat, ruch ledir
koufin in der wochin, sundir schofvel mac eyn yczlich koufin ane vor; ane an dem montage
noch essen, so mac eyn yczlich ruch ledir koufin vngehindert. Ouch mogin geste, dy hy
durch varn, deckeledir, als vil, als sy der durfin czu erm wagin, ane vor koufin. Wer
ouch das ymant eyn hundert ledirs, adir eyn halbis, adir eyn firteyl her brochte, das mac
eyn yczlich man ane vor koufin in der wochin. Ouch mogin vnser stat seteler vnd rym-
snyder ruch ledir als vil, als sy es bedurfin in er wercgadim ader czu erem hantwerke,
ane vor koufin in der wochin vngehindert. Ouch sal nymant an dem marktage ruch ledir kou
fin in den gassen noch andirswo, sunder in dem ringe, der en dorczu gesaczt vnd benumet
ist. Ouch sal nymant ruch ledir noch vel breyten vff dem marktage an dy sunne. Ouch
sulle nicht czwene noch drye mit en andir (sunder)') eynir alleyne ruch ledir adir vel
vff eyn hufen koufin, noch en sullen czwespan an dem koufe. Ouch sal nymant, her
syynhey- mysch adir eyn gast, gar ledir koufin vnd das vor mittagewedir vorkoufin;
werdowedirdese saczungen tuet, dy hy vor begryffin sin, der sal gebin von dem grosen
ledir eyn lott vnd von dem velle eyn halbis scot czu wandilbuse. Ouch sal keyn
dorfschuworte alde schu, dy do betretin sint, veyl habin vff dem cleyder markte; wo sy
dy vinden, dy sullen sy nemen. 4. Wir gebin
en czu dem firden mal czu rechte, das keyn wysgerber vs andern steten sin erth hy
vorkoufin sal vnder vunf vnd czwenczik erthin. Ouch sal keyn vslendisch man vel coufin,
her enhabe denne ynnunge mit vnser stat schuworten vnd gerbern. Ouch sul len vnse
wysgerber keyn ledir noch vel turer koufin, wenne vmme eyn lott adir dor vndir, noch en
sullen keynis gerbin, es en sy denne by eyme lote adir dor vndir. Ouch sullen dy
schuworten keyne merliczen roufin, sunder czitege vel mac eyn yczlicher wol coufin czu
wysin adir czu rotem. Ouch sal nymant vnder en erbeyten an des heyligin Crystis abunt,
noch an vnser vrouwen abunt, noch an der czwelf boten, noch an dem sunabe by lichte. Wer
wedir dy saczunge tete, der sal gebin czwey phunt wachs den gewerkin czu wandilbuse. 5. Wir gebin
czu dem vunften mal czu rechte, das wer do vndir en eyne bank koufit adir mytet, der sal
by der selbin adir mytunge eyn gancz yar blybin by eyme firdunge. i) fehlt in der
Handschrift. _59 Ouch sal keyn
gewerk den andern hindern an syner mytunge, is sy an benkin, hofin adir an kamern noch
an keufin, dy er hantwerk an treten, noch sine knechte entspen; wer das tuet, der sal
gebin eyn firdung czu wandilbuse. Weld' ouch ymant vnder en eyn knecht eris hantwerkis
myten, der sal en myten eyn iar, adir eyn halbis, adir eyn firteyl eynis yaris, derselbe
knecht sal ouch by em blybin vnd synen tag vs dynen. Wer abir das, das der selbe knecht
von em czoge, e denne sin tag queme, so sal err gewerkin keynir den selben knecht halden
noch myten wedir sines herin, der en vor gemit hat, gunst vnd willen; wer do wedir tete,
der sal gebin eyn firdung czu wandilbuse. 6. Wir gebin
czu dem sechsten mal czu rechte, ab ymant vnder en eyn tot vy koufte vnd das schinte
adir schinden lyse, der sal sin werc vorlysin. Ouch sal keynir vnder en geselleschaft
adir gemey nschaft habin mit uswendegin luten, dy eris hantwerkis nicht en sin, an
sulchin sachin, dy er hantwerc an treten; wer das tete, der sal ouch sin werc vorlysin
vnd vorwert keyn ynnunge mit en habin. 7. Wir gebin
czu dem sebinden mal czu rechte, das wer do vndir en ledir snydet, der sal das nicht
strychin wedir solen, rucke noch stucke; wer do wedir tuet, der sal gebin von den par
solen eyn quart vnd von dem rucke adir stucke eyn quart czu wandilbuse. Ouch sal nymant
vndir en vff das lant loufin vnd do schue machin noch vorkoufin by eyme halbin firdunge. 8. Wir gebin
czu dem achten mal czu rechte, das dy vlecke, dy dy altbuser an er schu- werc seczin,
sullen czweyer finger wyt von en andir treten by der buse eynis lotes. Ouch aullen dy
selben altbuser nicht nuwe solen von erem eygin ledir an seczin ouch by der buse eynis
lotes. Ouch sullen dy dorfschuworten vnd dy altbuser vs andern steten vorwert me nymme
sten vor den schrayn vnser altbuser vnd sy hindern an erem koufe, sunder sy sul len sten
hinder eren schrayn adir neben en vnd koufin, was sy czu koufin habin, wer do wedir
tete, der sal gebin eyn scot czu wandilbuse. 9. Wir gebin
en czu dem nunden mal czu rechte: Gesche das, das er gewerkin eyne adir eyn vswendiger,
her wer man ader vrowe, vorkoufte adir borgete err gewerkin eyme syne habe adir syne
war, es were ledir, smer, asche, lo, adir welchirhande war daswere, das er hantwerk an
trete, vel adir wennik, vnd em nicht engulde, also das her en dor vmme muste beclagin,
das denne er meyster dem selbin clager, her sy man adir wyp, eris hant werkis adir
nicht, sullen vnd mogin gutis rechtis helfin also bescheydinlichin; bekennet her em, so
sullen dy schuworten meyster dem selbin schuldeger gebyten, by der buse eynis lo tes das
selbe geld, das her bekant hat, bin virczen tagin czu gebin; gebe her is abir bin fir-
czen tagen nicht, so sullen sy dy buse von em nemen vnd sullen em denne abir gebiten by
derselbin busen, das selbe geld bin firczen tagen czu gebin, also lange vnd also dicke, bis
das her synem borger vorgilt adir sich mit em vorricht, das em genugit; loukint abir her
em, so sullen sy dy meyster beydirsyt vor recht wysin. Wer ouch das sache, das er
gewerkin eynir queme vor er meyster vnd globte by syme hantwerke ymande, her wer man
adir wyp,, 60 eris
handwerkis adir nicht, geld adir habe czu geldin vnd czu gebin vff eynen vornemeli- chin
tag adir czit, vnd denne vf den selbin tag nicht engulde noch nicht enhilde vnd des
obirwunden wurde, der selbe sal sin werc vorlysin. Wer ouch das
er gewerkin eynir sin ledir, sin schuwerc adir sine war, dy er hantwerc an trete borgete
eyme vswendegin, her wer man adir vrowe, ritter adir knecht. phaff adir leyge, adir
sulchin luten , dy man in der stat ding nicht brengin mochte, vnd ab dy denne den selben
eren borgern nicht en gulden noch geldin weldin, also das sy das den me.ystern clagin
musten, so sullen dy andern er gewerkin den selbin schuldegeren keyne schue ma chin noch
en keyn erbeyt nicht, sy en haben denne eren borgern vergulden gancz vnd gar, adir mit
err gunst behalden; wer en obir das erbeyte adir schue machte, der sal dy selbe schult
selbir geldin an alle wedir rede. 10. Wir gebin
czu dem czehende mal czu rechte, das welch man adir vrouwe vnder en vorsumet das gebot
eris meysters von eris hantwerkis weyne ane redeliche sache adir ent- schuldegunge, der
sal gebin eyn grosschin czu wandilbuse. Geboten abir dy meyster ymande by sundern icht
czu tun von vnsern herrin des herczogin weyne adir von der stat weyne, vnd das denne
vorsese, der sal gebin eyn firdung czu wandilbuse. 11. Wir gebin
czu dem eylften mal czu rechte, das welch man adir vrouwe vorreuilt in err morginsproche
mit wortin adir mit werkin, dy adir der sal gebin eyn halbin firdung czu wandilbuse. Wer
abir das sich ymant des wandils vnd der buse erwuge vnd eyn meyster vorreuillich
obilhandelte, der sal das bessirn vnd abelegin noch der stat vnd der gewerkin gnaden.
Wer ouch das ymant vnder en der gewerkyn heymelychkeyt offenbarte vswende- gyn luten, do
von dy gewerkyn czw geczoge adyr czw schaden quemen adyr komen mochten, vnd des
obyrwunden wurde, der sal das bessen(!)vnd abelegyn, das den gewerkyn genugyt. Vnd allis
das geld, das do geuellit von den wandylbusen, als hy vor begriffin vnd geschrybyn yst,
sal halb den ratluten vnd halb den gewerkyn. 12. Obyr alle
dese vorbeschrebene recht vnd saczunge geb wyr en czw dem lecztem (!) mal czw rechte, ab
dy zelbyn vnser schuworten, gerber und altbuser keynerleyge recht adyr saczunge her noch
vndyr en andyr dyrtrachten adyr vynden myt rate der stat, das erem hantwerke vromelich
vnd noczlich vnd der stat erlych vnd fugelych sy, das se domete er hantwerke von yare
czw yare bessyrn sullen vud mogen, vnd das alle dy obgeschrebene recht vnd saczunge
stete, gancz vnd vnbrochlych gehaldyn werdin ewiclych von en vnd alle eren
nochkomelingen, des hab wir en desin brif dar obir lasin schriben vnd en in ere ge- walt
gegebin, den wyr ouch in vnser stat buch czu eyme ewegin gedechtnisse habin lasin
schriben mit vnser wyssen. Das ist geschen noch gotis geburte dryczenhundert yar in dem
funf vnd sechczegisten yare am (!) dem nehesten frytage vor sante Thomas tag des heyle-
gen czwelf boten. Do by sint gewest Nykyl Barascher, Hensil Sydylman, Paul Schone webyr,
Hensil Henlins, Petyr Letschyt, Hensil Schonewebyr, Apecz Schonewebyr vnd Mer i 61 tyu Karmecher,
vnse eldesten'). Do sint ouch by gewest schepphyn vnd hantwercmeyster des selbin yaris
vnd Johannes, vnser stat schryber, dem desyr brif beuolen wart czu schryben.
Charter: XIX.
Date: 99999999
Abstract: XIX. Conrad von
Falkenhain, Landeshauptmann des Fürstenthums Breslau, verkündet die Artikel, aber welche
die neumarkter Gewandschneider, Tuchmacher und Schneider verglichen worden sind. Neumarkt, den
1. März 1348. Aus dem
registrum priuilegiorum ducatus Wratislauiensis B. magnum f. 25. N. os Conradus de
Valkinhain, regia maiestate Bohemie Wratislauiensis capitaneus, re- cognoscimus
vniuersis presentes literas inspecturis. quod coram nobis et infrascriptis con sulibus
et iuratis ciuitatis Nouiforensis quedam grauissima litis, dissensionis et controuersie
materia aliquamdiu mota inter viros circumspectos mercatores seu pannicidas ex vna et
textores parte ex altera et eciam sartores ibidem in Nouoforo de expressa ipsorum omnium
et cuiuslibet sigillatim voluntate vnanimique consensu per certas interpositas personas sub-
notatas sopita exstat amicabiliter et irreuocabiliter in perpetuum concordata, sie quod
sta tuta subscripta non sine maturo consilio et deliberacione diligenti edita omnis et
singuli ac ipsorum quiuis infringibiliter in ewm et constanter debeant obseruare: 1. Primo
scilicet quod omnis textores ibidem die forensi et in nundinis, ymo eciam ho- spites spe
lucri versus Nouumforum confluentes aliunde in foro annali stare debeant sub mercatorio
et ibidem vendere stamina sua nisi fortassis uimia esset pressura, quod ibi omnes stare
non possent, ex tunc iidem hospites ante mercatorium in plantcie contigua mercatorio
versus valuam Wratislauiensem suas fiugant staciones. 27 2. Secundo
videlicet, quod tam pannicide quam textores permanere merito debeant circa hoc, quod
ipsis per domini nostri regis pheudales sentencialiter est declaratum et quod suis
poterunt priuilegiis et literis patenter demonstrare'). 3. Tercio quod
sartores ibidem stamina diuidere v olentes iurare debeant omnes et qui- libet, qui
nondum iurauerunt, quod equaliter pauperi ut diuiti particulanda diuidant stamina sine
dolo, prout in aliis ipsorum pannicidarum literis plene patet. 4. Quarto quod
quicunque ex predictis pannicidis, textoribus vel sartoribus huiusmodi concordiam et
statuta[m] violauerit aut transgressus fuerit verbo vel facto, cum hoc pro- bari potest
et protestari duobus viris fidedignis, hie penam trium marcarum monete vsualis soluet
contradiccione non obstante: vnam scilicet domino nostro regi, secundam consuli- bus
Nouiforensibus, terciam vero aduocatis. Sed transgressor huiusmodi uel violator pau-
pt-r pecunias non habens in suo corpore, ut ipsis consulibus eonsulcius videbitur, punietur. Quam
concordiam cum statutis premissis in omnibus ipsorum clausulis et articulis, ut
premittitur gratam habentes et ratam auetoritate regia, qua potimur auctorizamus, appro-
bamus, gratificamus et presentibus confirmamus sigillo regio ducatus Wratislauiensis ad
hereditates et causas communitis. Actum in Nouoforo sabato proximo ante dominicam esto
mihi anno domini m° ccc° xlviii° presentibus domini nostri regis fidelibus Nicolao, ad-
uocato hereditario ibidem, et Johanne Ledirsnider, huiusmodi concordie tractatoribus, Jo
hanne de Strelicz, Henczlone de Schonow, Nicolao, dicto Scheczczil, et Nicolao de Frankyn-
tal, tunc consulibus, Johanne Wystericz, Conrado Tenczeler, Hankone Kolcz, Peczcone
Kessilhuet, Henrico Ber, Hancone Scheczil, Barteone sutore, scabinis et iuratis, ac
alliis 7- multis fidedignis necnon domino Ottone de Donyn, cancellario terre
Wratislauiensis, testi- bus ad premissa.
Charter: XXXHI.
Date: 99999999
Abstract: XXXHI. Gesetze über
den Brotmarkt zu Striegau vom 4. December 1359. Aus dem
ältesten stricganei' Stadtbuche f. 20. V or vns
obgeschrebin ratlute in offinbarer kegiuwertekeyt vnser eldisten, schepphin vnd
hantweremeyster gestandin sint Nyckel Stynow vnd Hensil Heymelich, vnser becker-
meyster, vnd habin sich von err gewerkin weyne gemeynlich williclich vorlobit vnd vor-
bunden, das sy vorwert me ewiclich er brot, das sy backen adir backin werdin, vfi den
vryen markt gar vnd alczu mole vs tragin sullen, vfi eyn wayn, adir vff eyn schrayn, adir
in eyue bote vff eyn hüfen vnd sullen des nichtis nicht do heyme in err herberge lasin
noch behaldin. Sy sullen ouch des selbin brotes nichtis nicht wedir in lazin tragin.
Ouch sul len sy das selbe brot by tages lychte gar vorkoufin. Sy vnd ouch dy geste
sullen nicht e er brot vorkoufin, man lüte denne dy gloeke vff dem markte. Sy sullen
sich ouch des sel bin brotes nicht wedir vndirwindin noch wedir czu en neraen heymelich
noch offinbar noch keyne argelist dor yn legin, sunder sysullen alle dy vorbegryffin
stucke stete gancz an' ar- gelist ewielichin haldin. Welch beckir obir das der obg.
stucke eynis adir me breche, dem sullen dy ratlute, wer dy sint, alle das brot, das man
by em vindet, is sy in dem huse adir vff dem markte, lazen nemen vnd deu sychin in das
spetal gebin, des sullen wartende sin alle wochin vff den vrytag eyn hantweremeyster mit
der burger knechte. Do kegin ist den vorb. vnsern beckern von gnadin der stat gebin, das
man vorwert me ewielichin keyne stro- czil, ruckin noch weysin, her sal vuren, man sal
ouch vorbas me bin der mile vff den vryen markt nicht backin in keynir hande wys. Ouch
ist dor yn gered, das dy placzbecker vor bas me mit erem eygin holcze den luten sullen
backin von den beckern vngehindert. Dy gelubde sint geschen an der metewochen vor sante
Nyclos tag in dem obgeschrebin iare. 49
Charter: XXVII.
Date: 99999999
Abstract: XXVII. Rechte des
Fleischerhandwerks zu Striegau vom 17. Februar 1352. Aus dem
ältesten striegauer Stadtbuch f. 7TO- fg. Wi ir
obgeschrebin ratlute vnd gesworn tvn kunt vnd bekennen allen den, dy nv sint adir
hernoch ewielichin werdin, dy desin bryf sehen adir horin lesin, das wir von gnaden vnd l) Zusatz von
späterer Hand. 37 von loube
vnsers liebin herrin, herczoge Bolkin, herre von Furstinberg vnd czur Swydnicz, vnd ouch
mit rate vnd willen vnser eldesten, schepphin vnd hantwercmeyster, dy wir do by gehabit
habin, gebin vnd vorlyen vnser getruwen vleyschern czur Stregon eczliche recht adir
saczunge in alle der wyse, als her noch geschrebin stet, von en vnd von alle eren
nochkomelingen ewiclichin stete vnd vnbrochlich czu halden, en selber czu gemache vnd
czu vromen, beyde armen vnd rychin. 1. Wir geben
czu dem ersten mal czu rechte vnd wellin, das sy ere benke mit vleysche redelich sullen
halden. 2. Wir gebin
czu dem ander mal czu rechte, das welch vleyscher hy in der stat sin hantwerc gelart hat
vnd wil sin hantwerc gewynnen , der sal halbe ynnunge gebin, das ist den ratluten eyn
scot, dem erbvoyte eyn scot, den schepphin eyn scot vnd den gewerkin nun grosschin vnd
dornoch czu wopin eyn scot vnd czu der hegeweyde eyn firdung; welde abir eyn vswendic
man, der nicht hy gelert hette, sin werc gewynnen, der sal gebin czwey scot den
ratluten, czwey scot dem erbvoyte, czwey scot den schepphin vnd nun scot den gewerkin
vnd eyn scot czu wopin vnd eyn firdung czu der hegeweyde. 3. Wir gebin
czu dem drytten mal czu rechte, das welch vleyscher herkommet von an dern steten adir
landen vnd wil syn werk hy gewynnen, der sal bryfe brengin von der stat adir von der
gegenote, do her syne wonunge adir begenknisse ynne gehabit hat, das her (sich)')
erlich, redelich vnd getruelich habe gehalden vnd sal dor czu den gewerkin bur gen
seczin, das her yar vnd tag vff dem selbin hantwerke blybe vnd obil vnd gut, adir ab sy
keynerhande not an trete, mit en lyden welle. 4. Wir gebin
czu dem virden mal czu rechte, das nymant, her sy eyn meteburger adir nicht, keyn grune
geslagin vleysch vngesalczis von andern steten ader landen her sal vu- ren noch tragin
heymelich adir offinbar, is sy an syten, an rachin, an schrotin, an virteyln, an hammen,
an schuldern, adir an grunem smere czu essen adir czu vorkoufin; wer dy sa czunge
brychit vnd des vbir wundin wirt, der sal daz vleysch gar vorlizin vnd eyn halbin
virdung gebin czu wandilbuse, vnd des vleyschis sullin sich dy ratlutevnderwindin vnd daz
gebin, wo sy czu rote werdin. 5. Wir gebin
czu dem vunftin mal czu rechte, daz nymant, her sy eyn meteburger ader eyn gast,
schofssyten noch hammen gesalczin ader vngesalczin in vnser stat wedir vff dem markte
noch in den husern veyl sulle habin noch vorkoufin, is sye vf marktage ader in der
wochin, her en sye denne eyn meyster vnd ste czu benkin, wo sye daz sehen, adir iruarin,
das sullin sy werin vnd daz vleysch nemen vnd eyn halbin virdung czu wandilbuze. 6. Wir gebin
czu dem sechstin mal czu rechte, daz keyn gast ader vswendic man swy- nen syten vleyschs
gesalcznis hy in der wochin veyl sulle habin noch vorkoufin sunder vf den marktag
alleyne; wo sy daz sehen ader eruarn, das sullin sy werin vnd eyn halbin vir- l) fehlt. 38 ^ >* dung nemen czu
wandilbuze, abir eyn meteburger mac daz vorkoufin dy woche in sime huse, wenne her wil,
vngehindirt. 7. Wir gebin
czu dem sebindin mal czu rechte, daz czwene, drye adir vire vnd nicht me, dy eris
hantwercs nicht en sin, eyn rint, is sy wenink adir gros, mit en andir mogin koufin,
slohen vud ouch teylin von en vngehindirt. üuch mogin czwene vnd nicht me eyn swyn, eyn
kalp, eyn schepcz vnd eyn durre swynyne syte, sy sye wenink adir gros, mit enandir
koufin, slohen vnd teylin, vnd dy daz selbe vyhe adir vlesch koufin adir teylin, dy en
sullens andirn vorbas nichtis nicht lozin noch vorkoufin, vnd dy slechter sullin das an-
dirs nicht teylin, wenne als hy vor geschrebin vnd geret ist, ane czu der kirmesse alleyne,
so mogin, wy vil do wellin, mit en andir koufin, slohen vnd teylin en selbir czu essin,
waz sy wellin; wer dy saczunge brycht ader do wedir tuet, der sal daz vleysch gar
vorlysin vnd eyn halben virdung gebin czu wandilbucze, vnd des vleyschis sullen sich dy
ratlute vnder- winden vnd das gebin, wo sy czu rote werdin. 8. Wir gebin
czu dem achtem (!) mal czu rechte, das nicht me, denne dryiudenhy von der stat
vleyschwerkin sullen in czwen iuden husern alleyne vnd keyn vswendic iude von an dern
steten adir landen; wo sy anders vleyschwerkin, das sullen die vleyscher werin vnd eynen
halbin firdung czu wanrlilbuse nemen. 9. Wir gebin
czu dem nunde mal czu rechte, das nymant vleyschwerc sal trybin in der stat, noch vor
der stat, noch in den dorfern, dy vmme dy stat vnder der mile gelegin sint, noch vnser
stat vleyscher hindern, her en czihe denne vfvnser stat gebitevnd tun (!) mit an dern
vnsern vleyschern der stat rot vnd recht. Wer do wedir tuet, der sal gebin eynen halbyn
firdung czu wandilbuse, vnd allis das geld, das do geuellet vnde geuallin mac von den
wandilbusen, als hy vor geschrebin ist, sal halb den ratluten vnd halb den gewerkin. 10. Wir gebin
czu dem czehende mol czu rechte: Gesche das, das er gewerkin eynir adir eyn ander
vswendic man, her wer, wer her were, man adir vrowe, vorkoufte odir bor- gete ern
gewerkin eyme sine habe adir sine war, es were vnslet, vleysch, vye adir welchir- hande
war das were, das er hantwerc an trete, vil adir wenynk, vnd dos vff eyn tag, vnd em das
nicht en gulde, also das her en dor vmme beclagin muste, das denne er vleyscher- meyster
dem selbin cleger, her sy wyp adir man, eris hantwerkis, adir nicht, sulle vnd moge
gutis rechtis helfin, also bescheydinlich; bekennet her em, so sal der vleyschermeyster
dem selbin schuldiger sine banc czu tun vnd sin were legin, also lange bis das her synem
borger vorgilt gancz vnd gar adir sich mit em berycht, das em genugit; louknither abir em,
so sal her sy wysin beydersyt vor recht. 11. Wir gebin
czu dem eylften mal czu rechte; ab keynir vnder eren gewerkin, her were vrouwe adir man,
hette eynen knecht, der eyne vntruwe begynge mit der wyssinde an syme herrin adir siner
vrowen adir siner geselleschaft, das der selbe er gewerke nicht me sulle noch moge
gesin, sunder das sy en hindern sullen, wo sy kunnen adir mogin, vnd wo .ü"»*' rt* ~*« 39 sy vnder en
erfuren, mit der wyssinde eynen meyneyder, eynen velscher, eynen vorreter adir eyn
dypczerer, das der ouch er gewerke nicht moge gesin noch gewesin. 12. Wir gebin
czu dem czwelften mal czu rechte, ab dyselben vnse vleyscher keynir- leyge recht adir
saczunge her noch vnder eyn ander ertrachten adir vinden, das erem hant werke vromelich
vnd nuczlich sy vnd der stat erlich vnd vnschetelich, das sy do mete er hantwerk von
yare czu yar bessirn sullen vnd mogin, vnd daz alle dy vorgeschrebene recht vnd saczunge
stete, ganczvndvnbrochlich ewiclich gehaldin werdin, des') hab wir en desin bryf dorvbir
lazin schrybin vnd in ere gewalt gegebin, dem (!)wir ouch in dese quaterne czu eyme
ewegin gedechtnisse habin lazin schrybin vnd seczin vnd daz ist geschen czu vnser
vorgenanten stat Stregon an dem nehesten vrytage vor vasnacht noch gotis geburte tusint
yar dryhundirt vnd dor noch in dem czwey vnd vunfezegistin iare. Do by sint gewest dese
erber geczuk, dy her noch geschrebin sten: Crulin von Jerschvw, Nyckel Grunt, Mertin
Gysilbrecht vnd Hencze Nyckil, dy auldin ratlute. Do ist ouch by gewest: Cvnod Knuwer,
Andreas von Vlrichstorf, Rudil Herdan, Hensil Sydilman, Menczil Keyser, Herman Becker
vnd Cvnad Heyder, dy schepphin. Ouch ist do by gewest Nyckil Thomaswalde, der
vleyschermeyster. Do ist ouch by gewest Hamms Schone, Heynich by dem tore, iunge Tycze
vnd Hanko Lobvw der webirmeyster. Ouch ist do by gewest Frysche Schramme, Hamms Schuler,
Heyne Linke vnd Nyckil Gutiar. der garnczugermeyster. Do ist by gewest Menczil Keyser
vnd Menczil Koler, der beckermeyster. Ouch ist do by gewest Ny. Vrede- berg vnd Hensil
Grebin, der schuworchtin meystere, vnd Pesch Helewyk, der Snyder mey- ster, vnd andir
getruwerdeger lute vil. xxvni. Rechte des
Schneiderhandwerks zu Striegau vom 27. Juli 1352. Aus dem
ältesten striegauer Stadtbuch f. 9™. 11. Wir
obgeschrebin ratlute tun kunt vnd bekennen offintlich mit desym bryfe allen den, dy nw
sin, adir her noch werdin ewiclich, dy desin bryf sehen adir horin lesin, das wir von
gnadin, von loube vnd von gunstevnsers lybin herrin, berczoge Bolckin, herre von Fursten-
berg vnd czur Swydnicz, vnd von willen vnser eldesten, schepphin vnd hantweremeyster,
dy do by gewest sin, gebin vnd vorlien vnsen getruwen snydern czur Stregon eczliche
recht vnd saczunge in alle der wyse, als her noch geschrebin stet, von en vnd alle ere
nochko- melingen stete vnd vnbrochlich czu halden, en allen czu gemache, armen vnd
rychin. i) Die
Handschrift hat das. 40 1. Wir gebin
czu dem ersten mal czu rechte, das welch man vff erem hantwerke sine gancze ynnunge wol
gewynnen, der sal gebin acht scot vnd eyn phund wacbsis vnd eyn scot czu wopin; were
abir das, das eynis meystirs kint, der sin werc mit ander vnser stat snyder hette, sin
werc welde gewynnen, der sal oc halbe ynnunge gebin vnd eyn phunt wachsis vnd eyn scot
czu wopin. Gesche ouch das, das eyn vswendic knecht eynis mey- sters tochter vfl erem
hantwerke neme vnde welde syn werk gewynnen, der sal ouch halb ynnunge gebin vnd eyn
phunt wachsis vnd eyn scot czu wopin. Welde ouch eyn snyder, der hy sin werk gelort
hette, sin ynnunge gewynnen, der sal ouch halbe ynnunge gebin vnd eyn phunt wachsis vnd
eyn scot czu wopin. Vnd der acht scot, dy von der ynnunge ge- uallin, sullen czwey scot
den ratluten, czwey scot den schepphin, czwey scot dem erbevoyte vnd das ander den
gewerkin. 2. Wir gebin
czu dem ander mal czu rechte, das sy keynem manne er werc gebin sullen, her en habe eyne
eliche vnd erliche getruete husfrowe. Ouch sulle se nymande er werc ge bin, her en habe
denne als vil gelort, das her eynis meysters stat kunne vorsten vnd vorwesin. 3. Wir gebin
czu dem dritten mal czu rechte, das welch snyder her komet von andern steten adir landen
vnd wil sin werc hy gewynnen, der sal bryfe brengin von der stat adir von der gegenote,
do her syne wonunge adir begenknisse ynne gehabit hat, das her sich erlich, redelich vnd
getruwelich gehalden habe, vnd sal der czu den gewerkin burgen seczin, das her yar vnd
tag vff dem selbin hantwerke blybe vnd obil vnd gut, vnd was sy keynir- hande not an
tryttit, mit en lyden welle; were abir das, das derselbe bin dem yare abetrun- nik wurde
durch snoder ader vnerlicher sachin wille adir ane wyssin der gewerkin, so sal der
burge, der vor en gesprochin hat, eyne mark gebin ane alle wedir rede, vnd dy mark sal
halb den rotluten vnd halb den gewerkin. 4. Wir gebin
czu dem virden mal czu rechte, das welch man sich vnder en verlost adir vorruckit mit
vnerlichin sachin adir mit sulchin Sachen vmme ginge, das erem hantwcrke schentlich adir
crenklich were, vnd des obirwunden wurde, der sal syn werk vorlysen vnd vorwert me keyn
ynnunge mit en habin. Gesche ouch das, des got nicht en welle, das eyn man vnder en von
ymande beschuldegit wurde, das her em syn gewant nicht gar weder ge- antwert hette, vnd
des redelich obirwunden wurde, der sal ouch sin werk vorlysin. Be- wyste aber der
snyder, der do beschuldeget wurde, sine gerechtekeyt, so sullen dy ratlute dem selbin
behulfin sin, das em eyn wandil vmme dy smeheyt gesche noch rate err eldesten. 5. Wir gebin
czu dem Aronften mal czu rechte, das nymant nuwe gemacht gewant vff vnsem markte veyl
sal habin, is syyopin, rocke, mentil, kogil, hanczkin adir hosin, gestuckt adir
vngestuckt, noch deckelachin, dy von nuwem vnd altem gewande gemacht sin, adir welchir
hande das were, das erem hantwerke swechlich adir crenklich were, by weme das vunden
wert, ist her eyn vswendic man, das gewant sal her gar vorlysen; ist her abir vff erem
hantwerke, das gewant sal her vorlysen, vnd dor czu eynen halbin firdung sal her 41 gebin czu
wandilbuse; an' also vil, ab eyn yar markt hy wurde, so mac (yderman)') wol nuwen yopen
in dem Belbin yar markte veyl habin, dy do gerecht sin vnd nicht valsch. Wo abir vnse
snyder yopin begryffin, dy sy by dem eyde kerin, das sy valsch werin, dy stillen sy
nemen vnd vorbornen. Ouch sal in demselbyn yar markte nymant nuwe yopin veyl habin, dy
mit nuwen2) gewande vnderprysit sin, wo sy dy vinden, dy sullin sy nemen. 6. Wir gebin
czu dem sechsten mal czu rechte, daz keyn meyster noch knecht eres hantwercs sal tragin
gehalbirte kogiln; noch hosin, ader gestucte ermil; ader stunphe an ermil, adir prisin
mit nuwem gewande vndir regin; her en habe denne des selbin gewandis czu rocke ader czu
mantil by der elen. 7. Wir gebin
czu dem sebindin male czu rechte, das nymant sal snydewerc trybin vf vnser stat gebite
noch vnser stat snyder hindirn, her en czyhe denne vf vnser stat gebite vnd gewynne sin
werk vnd tue mit andirre vnser stat snydern der stat rat vnd recht. Wer do wedir tuet,
der sal gebin sechs phunt wachsis czu wandilbuse. Ouch sal dy selbin, dy nicht ynnuDge
mit en habin, nymant hüsin noch hefin heymelich noch offinbar, dy wyle sy snydewerks
phlegin; by weme dy selbin vundin werdin, der sal gebin eyn halbin virdung czu
wandilbuze. 8. Wir gebin
czu dem achtin mal czu rechte, das welch man adir vrowe vf erem hant werke vorsiczt ader
vorsumit daz gebot siner meyster ane redeliche not sache adir ent- schuldegunge, dy adir
der sal gebin eyn grosschin czu wandilbuse. Gebotin abir dy mey ster ymande bysundirn
vnder eren gewerkin, des sy sundirlich dorften, by en czu sin in er morginsproche adir
an andirn steten, do sy von des hantwerks wene czu sachin hettin; ab der denne daz gebot
vorseze vnd nicht enqueme, der sal gebin eyn lott czu wandilbuze. 9. Wir gebin
czu dem nundin mal czu rechte, daz welch man ader vrowe wreuil beget in err
morginsproche mit wortin adir mit werkin, dy adir der sal gebin eyn halbin virdung czu
wandilbuse; wer aber daz, daz sych ymant des wandils irwuge vnd eyn meyster vore-
uillich vbilhandilte, der sal daz bessirn vnd abelegin noch der stat vnd der gewerkin gnadin. 10. Wir gebin
czu dem czehenden mal czu rechte, daz wer do vf erem hantwerke vur- dirt vswendege lute,
dy nicht ynnunge mit en habin, an sulchin sachin, dy wedir daz haut- werc ader dem
hantwerke schedelich werin, der sal gebin eyn halben virdung czu wandilbuze. 11. Wir gebin
czu dem eylften mal czu rechte, daz keyn man noch vrowe, dy nicht yn nunge mit en habin,
nuwe ermil an alde rocke sullin seczin, noch deckelachin machin; wer do wedir tuet, der
sal gebin eyn halbin virdung czu wandilbuze, vnd allis das gelt, daz do geuellit adir
geuallin mac von den wandilbusen, als vorgeschrebin stet, sal halb den ratlu- ten vnd
halb den gewerkin ane das wachs, das sal den gewerkin alleyne geuallin, do mete sy er
kerczin gote czu lobe vnd eren sullin bessirn vnd czyren. !) fehlt in der
Handschrift. 2) soll wohl heissen: alden.
Charter: LVI.
Date: 99999999
Abstract: LVI. Rechte der
schweidnitzer Leineweber vom 19. Juli 1387. Aus dem
ältesten schweidnitzer Stadtbuche f. 125. A.nno domini
m° ccc° lxxxvn° sedentibus hiis consulibus Hanke Jenesch, Jungehannos, Johannes Hanyman,
Schulmeister, Hannos Herdan, Paulus Molsteyn vnd Hannos Hanyman, Nytsche Hanymans son,
an deme frietage fur senti Marie Magdalene tage mit rat der eld- stin vnd
hantwerkmeister haben sie den czichener sogetan recht gegeben: 1. Primum
sullen haben teil an der weitasche czu irre notdorft czu kawfin vnd auch au deme weytte
eyn teil czu kauffin vnd vorkawfin czu irre notdorft. Auch sal dels garn ny- mand
kawfin, der is wedir welle firkawfin vfl wynnunge vsgenomen burger vnd burgerynne, adir
wer mit den czichener ynnunge hat, die mogen is wol kawfin vnd furkawfin. 81 2. Vnd waz
garn falsch vnd vnrecht geweyfft ist an der czal, daz sullen die rotman fur- börnen adir
czurissin lassin, vnd die czychener meyster sullen daz vflhebin vnd vff daz rot- haws
antworten. 3. Auch sal
nymand feyl haben czichin, tischelachin adir parchan, daz die czichener angehorit in der
stat recht, den her habe ynnunge mit en; vsgenomen die iarmarkte. 4. Auch sullen
sie den czwelich machin czweer elen breit, alzo die fon Troppaw, an deme rore czu
nerlichste sechs vnd virczig genge. Der is bessern wil, deme gan mans wol. 5. Auch
tichschelachin vnd hanttusschir vnd czichin sal man haldin nach der koer, alzo daz
hantwerk saczunge hat. 6. Auch daz
nymand sal parchan vnd czwelich lassen wirkin, her habe denne syne ynnunge mit en, waz
sie angehorit, allirlei sache, vsgenomen burger vnd burgerynne, vnd den goltsch sullen
sie gut machin mit der breite vnd die lenge vnd auch den parchan mit der breite (vnd)
lenge, daz die kowfluete wol mit geweren mogen vnd nicht dorvm berei- dit werdin. 7. Vnd czu den
obgenanten stuckin sullen die czichenermeister czu sehen, daz daz ge- haldin werde. 8. Vnd wen die
meister der czichener ymgeen vnd die obgenanten suchin; wer sich dowedir seczit, der sal
is bessern nach gnaden. 9. Die ynnunge
der czichener sint nvn scot vnd czwe pfund wachsis. Der fon fremdis her kymit, der gebit
gancze ynnunge; eyns meistir son adir lerknecht, der in der stat hie gelort hat, der sal
halbe ynnunge gebin. 10. Die
ynnunge geborit ein dritteil den rotman, eyn dritteil deme erbfoyte vnd eyn dritteil
deme hantwerke. 11. Vnd wer
fon fremdin kymmit, der sal eynen brief brengen syner bandelunge, wo her gewonyn hat,
daz her sich erlich, getrewlich, redelich gehaldin habe, vnd sal dorczu den gewerkin
burgen seczin, daz her iar vnd tag bie deme hantwerk blibe vnd vbil vnd gut mit en lide,
ap er inweg cziet ane eliche sache, zo sal er eyne marg gebin der stat. 12. Vnd nach
weme eris hantwerkis die meister sendin, kymmit er nicht, her sal geben eynen grossen
czu deme irstin mole, czu deme andir mole; kymmit er nicht czu deme drit teil (!) mole
vnd leit in freuil vnd sust freuilt fur dem meister, der sal is bessirn nach gnadin. 13. Vnd dorczu
sullen sie haben alle recht, die sie fon aldirs gehabt haben fon der stat vnd fon den
rotman. VIII. 11 82 Lvn. Festsetzungen
zur Beilegung der Streitigkeiten zwischen den Gewandschneidern and Wollenwebern zu Beichenbach vom 10. August
1387. Original im
königl. Provinzialarchiv, Urkunden der Stadt Reichenhach Nr. 35. w, eD
eyntrechtekeit eyne mererenne ist der liebe vnd dez nfiezes eyDer ganczen gemeynde, vnd
also her wedir dy czwetrechtekeit ist eyn vorbleichunge der sellegen liebe vnd nucz-
berkeit eyner ganczen gemeinde; dor vm wir ratmanne der stad Reichinbach Jacob Colin,
Conad Winczorl, Hannus Zorner, Henczel Rosener vnd Hannus Opacz, dy iczunt seyn, vnd dy
her noch in czukunftegen czeiten gekoren werden, tun kunt vnd uffenbar allen den, dy
diesen kegenwortegen brieff seen uder horen lesen, daz wir mit wissen vnd geheisen wegen
vnser genedegen vrawen, vrawen Ägnesen, herezoginnen czur Swidnicz, vnd ouch mit rate
vnser aldesten Pecz Opacz, Peter Opacz, Cunlin Carschers, Nicz Molners,. . . . Groses, H
. . ncke Reyche, Nicz Reiche, Peter Domüs, Nicz Swarcz vnd mit wellen vnser stad hant-
werkmeyster vnd ganczen gemeynde Nicz Steinbrucke, vleychermeyster, Hannus Nythart,
beckermeyster, Steynhuebener, schubertmeyster, QualuschvndCunczHensel, snidermeyster,
Langehanüs vnd Heyne Merkel, garnczugermeystir, vnd Peter Frund, gerbermeyster, sulche
grose czeytrechtekeit, dy czwuschin den gewantsnidern vnd den wollenwebern vnser stat
Reychenbach gewest ist, do von alle gemeynde mochte seyn vortorbin, czwischen en vor-
richt vnd geeynt haben, daz ouch bestandek bleybin sal mit craft dieses kegenwortegen
briffes noch der geschecht, als hernoch geschrebin steet, in sulcher moze, daz dy webir
vnser stad Reichenbach aller iar ierlichin gebin sullen vomf marg ierliches czinses guter
prager groschen pulnuschir czal, y dy quatertemperin eyn schog groschen, den ratmannen
der stad Reichenbach ane arg vnd vnverczogenlichin. Wer is aber, daz der friemarcte
eyner [adermynner]l)a.dcT mehe abegyngen, so sullin vnd ouch wellen dy ratmanne, dy czu
der czeit seyn werdin, dy selbegen vomf marg ierliches czinses in aller der mozin vnd
rechtiu, als se se gehabt vnd genomen habin, an dy gewantsnider weysen ane arg vnd an'
alles gever vnd ynlegunge keynerley sachin. Geschee ouch das dy weber als reich ader als
arm worden, daz se nimme gewant sniden welden, so sullin dy obgenanten vomf marg czinses
vm vnd vm abegeen vnd vorbaz nicht mehe geuallin, vnd dy ratmanne, dy czu der czeit seyn
werdin, sullen vnd ouch wellen dy gewantsnider wedir an er gewantsniden weysen noch erer
alden brieffe lüete. Ouch ist dy eynunge czwischin en also gemachet, daz dy weber keyn
gekawft gewant snidin sullin, vnd wordin se des oberwundin mit der worheyt, daz se
gekawft ge want sniten, als ufte, als daz geschit, so sullin dy selbin ader der selbege,
dy des oberwun din wordin ader oberwondin wirt, iczlicher eyne marg gebin, eyne halbe
marg der stad vnd dy ander halbe marg den gewantsnidern. Daz alle diese[n]
obinbeschrebin*) in allen eren l) Ist
unsinnig; der Schreiber hatte die geläufige Formel in der Feder: „Einer, minder oder mehr,"
die aber hier nicht passt. 2) Fehlt ein Wort wie: artikcl. i 83 stuckin vnd
puncten stete gancz vnd vnuorseret gehaldin werdin, hab wir diesen brieff mit vnserm
grosen angehangen stad ingesegel losen vorsegel(n), der ouch geschrebin ist noch Crists
geburt driczenhundert iar dornoch in dem sebin vnd achczegisten iare an sand Lau- rencei
tag, des heylegen merterers. An
Pergamentstreifen hängt das Siegel der Stadt, welches den Ritter st. Georg mit dem Lindwurm
und die Umschrift in gothischen Majuskeln hat: S. BURGENSIUM DE RICHENBACH. LVTH. König Wenzel
verleiht der Stadt Breslau einen freien Fleischmarkt, welcher an jedem Sonnabend in
der Woche abgehalten werden soll. Prag, den 13.
November 1387. Original im
breslauer Stadtarchiv G. 26»- "W ir Wenczlaw,
von gotes gnaden romischer kunig, zu allen czeiten merer des reichs vnd kunig zu
Beheim, bekennen vnd tun kunt offenlichen mit diesem brieue allen den, die in sehen oder
horen lesen, das wir durch besserung vnd nuczes willen vnserr stat zu Bresslaw mit
wolbedachtem mute, rechter wissen vnd von kuniclicher mechte zu Beheim den burgern vnd
ynwonern derselben stat zu Bresslaw die besundere gnade getan haben vnd tun in ouch
mit kraft dicz briues, also das furbasmer eines zu der wochen, das ist vf den sunabende frey
fleischmarkt von allerley fleische doselbist zu Bresslaw seien und beleiben solle, und das
ouch allermeniclichen, arme und reiche, allerley fleische an sulchen steten vnd enden vf
dem rynge, wo das dem hauptmann vnd ratmannen allerbequemelichst sein wirdet,
allenwochenlich eins, als douor begriffen ist, zufuren, brengen vnd verkawffen sullen vnd
mogen an allerley hindernusse. Douon gebieten wir allen vnd iglichen vnsern vnd des
kunigreiches zu Beheim liben getrewen ernstlichen bey vnsern hulden, das sie die vorgenanten
vnsere burgere vnd, die sulch fleische zu furen vnd verkawffen werden, an sulchem vnserm
freyen wochenmarkte nicht hindern oder irren in dheineweis, sunder sie dobey
getrewlichen beleiben lassen. Mit namen wollen wir, das nymand, wer der sey, hyewider sich
seczen solle oder moge in dheineweis, vnd wer dowider tut, den sollen vnd mogen die
vorgenanten hauptman vnd ratmanne von vnsern wegen dorumb straffen vnd ouch dorzu
halden, das sulcher vnser freyer fleischmarkt vngehindert vnd an' widerrede gehalden
werde, als lieb in sey vnsere swer vngenade zuuermeyden. Mit vrkunt dicz brieues
versigelt mit vnserm kuniclichen maiestat insigel. Geben zu Prag noch Cristes geburt
dreyczenhundert iare vnd dornach in dem sibenvndachczigisten iaren des mitwochen noch sand
Merteins tag vnserr reiche des behemischen in dem fumfvndczweinczigisten vnd des romischen
in dem czwelften iaren. An
Pergamentstreifen hängt das grosse Siegel des Königs. 11* 84
Charter: XLVIII.
Date: 99999999
Abstract: XLVIII. Bestimmungen
aber den Weinschank zu Breslau vom 5- September 1373. Aus dem Xudus
Laurent ins f. 174. A, dem montage vor
vnser frawen tag der leczten sie wir . . ratmanne czu Breczlaw mit rate vnser . .
gesworne vnd der aldisten vbir eyne komen vnd seczczin, daz eyn iczlich vn ser
mitburger, der vorbas me wil wyen schenken, sal den wyen alzo ofte, alz her wil uftun.
brengen vor dy . . ratmanne, vnd sal den selbir seczczin vnschadehchin vnsera herren dez
. . keysers vnd der . . ratmanne recht; vnd den selbin wyen sal her nicht hoen noch
nedirn, vnd ok eyn vas sal czu ozappfin geen. Ouch sal daz selbe vass gezeichit vnd ge-
merkit werdin von den . . ratmannen. Wer daz abir, daz her welde icht dez selbin wynes,
der czu czappfin gynge, vss vollen, daz sal her tun mit der ratmanne wissin, vnd mag den ver-
fwren, wo her hyn wil, vnd sal den nicht schenkin in der stat. Anno lxxni°. l) re fehlt in
der breslauer Handschrift. Die cölner bat es. *J Die breslauer
Handschrift hat das unverständliche: slaleit. Die cölner^ liest richtig: slaloit,
welches die niederrheinische Form für slalot ist. Ueber die Bedeutung dieses Wortes ist das
Register zu befragen. 72
Charter: XXXIX.
Date: 99999999
Abstract: XXXIX. Bestimmungen
des breslauer Raths für die dortige Fischerinnung vom Jahre 1365. Aus dem Nudr.s
Laurentius f. 79vo- Wi issintlich sy,
daz wir mit rate der vischer meyster vnde mit den vischern vberein getra gen han durch
gemeynis nüczis wille, daz nimant vorwert me kein enger garn stricken sal, denne vber di
yzen mit der stat czeychen gemerkit. 2. Ouch sal
nymant vf wert czihen mit deme kleppe vorwertme eweclch; wer do wi der tete, mit deme
sal man tun, alz man czu rate wirt. 3. Ouch sullen
dy vischer den suntag vyern bis czu vesperczit; wer das brichit, deme sal man das wassir
vorsagen ein virteil iaris. Vbir das allis
so habe wir rathman daz czu wandiln ho oder nider, wi wir des czu rate werden. 57
Charter: LX.
Date: 99999999
Abstract: LX. Rechte der
breslauer Tischler- and Malerinnung vom Könige Wenzel bestätigt. Frag, den 4.
Januar 1390. 1. Dem Original
gleichzeitige Abschrift auf einem Pergamentblatte ehemals2) in der Lade der breslauer Tischler
innung. 2. Als Transsumpt in dem grossen Handwerksbriefe des Kaisers Siegismund von
1424. Gedruckt bei Alwin Schultz, Geschichte der brcslauer Malerinnuug, Breslau 1866. S.
19—22. nach 1., mit Angabe der Varianten nach
2. Wi: ir Wenczlaw,
von gotes gnaden romischer konig, zu allen czeyten merer des reichs vnd konig czu
Beheim, bekennen vnd tvn kvnt offenlichen mit diesem brief allen den, di in sehen ader
horen lezen, daz wir durch besserung vnd nucze willen vnser stat czu Bresslaw vnd
sunderlichen czu vndersten sulche vfstosse, missehelunge vnd kriege, die czwischen den
rotmannen, burgern vnd hantwerken doselbist czu Bresslau von wegen der statuta vnd
gesecze, die dieselben hantwerker angehoren, fersten mochten mit wolbedochtem mute, rate
vnsir fursten vnd von rechter wissen dieselben statuta als von der moler vnd castenmacher
wegen in sulche ordenunge vnd sacze gebracht haben in aller der massen vnd weyze, alz
hernoch geschriben stet: 1. Czum
ersten. Kein meyster sal keyn werke bereyten von czyne, es sei geistlich oder wertlich.
Wer dowider tut, der sal czu buze geben czwelf groschin, der geboren der stat czwene
pfennynge vnd den gewerken der dritte, vnd das werke sal czu vor vorloren seyn. 2. Welch man
tarczen machen welde von tenneynen holcze vnd die beczuge mit tuche, adir mit werke,
adir schefeyn leder, der sal ouch czu buze geben eynen virdung vnd die tarczen sullen
vorlorn seyn. Vnd welch man ein reyze tarcze machen wil, der sal sie von gutem pucheyn
holcze (machen)s) vnd sal sie beczihen mit gutem leder. 3. Keyn man
sal erbeiten mit dem pynzel, is sey glaser ader moler, er en tete denn rehte gen der
stat; wer dorwider tete, der sol vorbuzen noch der stat gnaden. 4. Wer ouch ir
hantwerke leren wil, der sal elich geboren seyn, vnd sal seynem meister eyn marke czu
lone geben, vnd sal im dynen drey iare; vnd ab her im der marcke nicht hette czu geben,
so sal her im vir iare dynen vnd sal im die vorgewissen vnd sal den gewerken geben eynen
halben virdung. 1) Fehlt in der
Handschrift. *) Vgl. das Vorwort. «) Fehlt. 86 5. Welchir
ouch mit in bruderschaft haben wil adir meister werden welde, der sal ein eliche
housfraw haben, vnd sal oucb. briefe brengen siner handelung vnd sal czu innung geben
eynen virdung der stat vnd den gewerken einen halben virdung, vnd keyner sal arbeiten,
ee denne her seyn innung gewynnet, vnd sal burgen seczen, daz her ein iare rat vnd
rechte tue kegin der stat vnd kegin dem hantwerke bey eyner marke, vnd ab her das nicht
tete, so sal dy marke czu vore vorloren seyn, vnd qweme derselbe dornach wedir, so muste
her seyne innung von neves gewynnen. 6. Ouch ab
eynis meisters sone meister werden wolde, der sol haben eyu halbe teil der
meisterschaft, nympt her aber eines meisters tochter, so sal her alle recht haben, als ein
ander meister. Nympt abir ein knecht vf irem hantwerke eynes meisters tochter, der sal
ouch seyn halb recht haben. 7. Welch ouch
nicht queme in die morgensprach, der sal geben einen groschin. Welchir ein Stechmesser
mit im truge in die morgensprach, der sal ouch eynen groschen geben, vnd welcher ouch
boslich spreche in der morgensprach, der sal von yczlichem bosen worte geben eynen
groschen. 8. Wer ouch
vnder den gewerken den andern besagit vnd in der missetat nicht ober^ czeugen mochte,
der sal der buse bestanden seyn, der gener bestanden wer, den her besaget hette. 9. Vnd welche
meister daz iar gesworen seyn; wenn daz iare aus kompt, so sullen die selben meister den
geswornen, die dornoch gekoren werden, rechnvnge tvn von dem, das se das iare eyngenomen
vnd wider ausgeben haben. 10. Welche
ouch dem andern seyne knechte enfremdet vnd vberwunden des wurde, der sal czu buze geben
drey virdunge; der geboren der stat czwene pfennynge vnd den gewer ken der dritte. 11. Ouch was
holczes her brocht wurde czuvorkeufen, daz dye tischer angehoret; is wer slecht holcz
adir vynnecht holcz, daz sullen die meister miteynander keuffen, vnd welcher vber das
holcze keufte vnd is den meistern nicht mit teylen wolde, der sol czu buze gebin eynen
virdung. 12. Ouch sol
keyner vnder den gewerken die vorgenanten holze aus der bruderschaft vorkeuffen; wer
dowider tut, der sol ouch vorbuzen eynen virdung. 13. Ouch sal
nymand auswennyng der bruderschaft die egenannten holcze bereiten, wer dowider tete, der
sol geben von iczlichem stucke eynen halben virdung. 14. Ouch sal
nymand vorkeuffen newe kasten, laden, tische vnd almereyen of der brucken noch vor der
kirchen; wo man die vindet, die sal man nemen, an' alleyne in den iormerkten. 15. Vnd vff
die rede, daz die egenanten statuta vnd gesecze in iren kreften bleiben vnd beiden, von
den ratmannen vnd burgern vnd ouch von den molern vnd castenmachern, die yeczund sein
ader in czeiten werden, in allen meynungen, artikeln vnd weize, alz die dovor von worte
czu worte begriffen sind, stete gancz vnd vnvorruckt gehalden werden, so haben 87 'wir sie von
koniclicher macht czu Beheim bestetet, beuestet vnd confirmiret, besteten, beuesten vnd
confirmiren die in kraft dis briefes als lange, als das vnser wille vnd wir daz nicht
wissentlichen widerruffen. 16. Ouch ist
vnser meynunge vnd willen, daz keyne hantwerker den andern in seyne statuta ader recht
greyffen sullen in keynerley weis, vnd gebiten dorumb den burgermeister, rate vnd den
burgern der egenanten stat czu Breslaw, die nv seyn adir in czeyten werden, ernstlich
vnd vesteklich mit diesem briefe, daz sie die egenanten moler vnd castenmacher an den
obgenanten Statuten vnd geseczen, die dovor begriffen sind, nicht hindern noch irren in
keynir weis, sunder sie do bey geruhelichen vnd vngehindert bleiben lassen, als lieb in
sey, vnsere swere vngenade czu vormeyden. Mit vrkunde dis briefes vorsiegelt mit vnser
kuniclicher maiestat insigel geben czu Prage noch crists geburt dryczenhundert iar
dornoch in dem newnczigstem iare des dinstages vor dem oberistem tage vnser reiche des
behmischen in dem sibenvnczwenczigisten vnd des romischen in dem virczehenden iaren.
Charter: XXXV.
Date: 99999999
Abstract: XXXV. Beschlüsse des
schlesischen Schneidertages. Schweidnitz, den 14. Juni 1361. Gedruckt bei
Berlepsch Chronik der Gewerke II. S. 230—233. Wi ir rathmann
der stat Swidenitz: Petza Richinbach, Hensel Zeman, Nikolaus Kestener, Nikolaus
Wichindorff, Nikolaus Hoffeman tun zu wissen, dass unse snyder von den gena- den, wyssen
und gunsfr-unsirs herren Bolken, herzogen von Slesie, herre zu der Swidenicz mit anderen
iren gewerken vnd meystere dahir nochbeschrebenen stete Swidenicz, Stregann, Richinbach,
Landishut, Jauer, Bunczelaw, Lemberg, Luban, Hyrsberg vnd andere stete, dy in unsirs vor
gen. herren herczogen Bolken land gehoren, dar czu Bresslow, Numargt, Legenicz, Haynow,
Goltperg, Lobyn, Munstirberg, Strelin, Franckensteyn, Glacz, Olow, Brig, Opol, Namslow,
Olsin unde Beroldistat vbir eyn getragen haben vnder in czu haldene dese noch
gesehrebene stucke czu nutze, eren vnde gemache deme hantwerke. Dy stucke wir ouch den
unsern snydern irlauben vnde geben czu haldene by den bussen vnde kören in aller der
wize, als her noch beschreben stet: 1. Daz erste
ist, daz kein meyster noch knecht sal mer tragen [ujwene czwyerley warwe czu syme rocke,
czu sine hosen vnde czu syner kaseln; dor vnder sal her nicht czweyerley warwe tragen,
vnd welchin meyster warckug vnde rock lustit czu tragen, der mag sy machen von dryerleye
warwe. Welch meyster das gestatte adyr do wyder tut, der sal geben czwey pfunt wachss
czur kör. 2. Ouch sal
keyn meyster noch knecht an syne hosen tragen wenne eynerleye warwe, sy sint newe adir
alt. Welch meyster des gestatte, adyr do wyder tut, der sal geben czwey pfunt wachss. 3. Ouch sal
keyn meyster noch knecht nymande syne hosen vlicken mit newem ge- wande, her in geb is
denne dor czu. Welch meyster do wedirtut, der sal geben eyn pfunt wachss. 4. Ouch welch
knecht vfsitzet, der do nehit vor eyne geselle, deme sal man geben czu Wochen eynen
groschen vnde eyme iungen knechte czu dry wochen eyn scot. Welcher ^ 53 dorober syne
knechten mehr gebe, wenne in dysem brive geschreben stet, vnd tete daz in eyme vrebil,
der sal geben czwey pfunt wachss. 5. Ouch
welchknecht dynet eyme meyster eyn halp iar, der magym machen eyneiope, dy her selbir
tragen sal, wyssentlich syme meyster, dem her [ejerbeit, vnde was czu der iope gehörit,
das her das recht vnde redeliche gekouft habe, vnde welch meyster gestatt, das syn
knecht ym dy iope machet vor deme halben iare, der sal geben czweye pfunt wachss, vnde als
manchen tag, als her in dorobir helt, also dicke sal her geben czwey pfunt wachss. Wer
ouch, ab eyn knecht eyne iope machte one synen meysters wyssen, dor vmme sal der mey
ster keyne kor geben; wenne dy iope sal man neme deme knecht vnd entworfen dy den el-
dystün meystern. 6. Ouch welch
meyster andere luten das ir abgeborgit vnd entrynnet do myte, wo man vf den komet, das
man den entworte in das gerichte, do her inne begriffen wirt. Welch meyster adyr knecht
deme entrynner dor czu beholfen were, der sal bein den meystern eyner busse syn
bestanden. 7. Ouch sal
keyn meyster deckelachen machen (adir) vorkoufen, dy do gemachet sint von nwem gewande;
by weme man dy vindet, das dy verlorn sullin syn. 8. Ouch welch
meyster iopen machet von dem, das cromery heyset, der sal dor in legen boumwolle; tut
her des nicht, so sal her dy verlorn han. 9. Ouch welch
knecht wandirtin vremde stete, treyt der echt in syme wotssake, dem sullen dy meyster
syne wotsake vf binden vnd besehen, was in deme sacke ist, were das der vngerecht were,
daz man den entworte in daz gerichte. 10. Ouch sal
eyn iczlicher knecht myt syme herren czum bade gen vnde sal nicht besen den andere
gesellen, vnd welch meyster des syme knechte gestatte, der sal bestanden syn czweyr
pfunde wachs. 11. Welch
meyster ouch lessit verben vlecke von nwem gewande, der sal bestanden syn vir pfunde
wachss. 12. Ouch welch
meyster des oberret wirt, daz her den luten ir gewant nicht gar wydir gebit, eyns,
czweie adir dry stunt, der sal yo als dicke geben vir pfunt wachs: czum virden mole
wellen dy ratherren selber dy kör von ym neme. 13. Ouch wo
man dy störer ankonigt (ankompt), dy sal man myt dem gewande in das gerichte entworten,
vnd sal dy vor triben vnd sal sye nicht in keyne bruderschaft nemen in den vorgenannten
orten. 14. Ouch sal
keyn meyster noch knecht an dem werktage kurtz cleyder tragen, wenne vf dy keye; welch
meyster des gestatt; als manche woche her dy treyt, als manch pfunt wachss sal her
geben, vnd welch knecht dorober des nicht haldenwellde, den sal keyn mey ster halden;
als manchen tag her in hilde als manch pfunt wachss sal her geben. 15. Ouch
welcher von hynnen czühit in vrebil vme dy vorgenanten sachen, den sal man hir vnde in
egenanten steten nicht halden noch in keyne bruderschaft neme. 54 16. Ouch sal
keyn iunger swert noch messer tragen, wenue syn brotmessir; welch meyster das syme
knecht gestatte, als manche woche her das treyt, als manch pfunt wachss sal her geben. 17. Ouch sal
keyn vorkoufler nuwe gewant snyden czu cleydern vnde dy tragen eyne tag, czweye adir
drye vnd dy dornoch vf deme marckte veyle haben; wer do wyder tut, daz mogen wir von ym
gebessirt neme von der stat wegen. 18. Ouch
sullen dy meyster alle nwe vlecke von gewande vnd was do vou gemacht ist, dy man veyle
hat vf deme markte neme vf eyn diruare, ab sye gerecht syn adyr nicht. In eym
gezocknusse vnd in vestir bestetnusse der vorgeschrebeneu dynge vnd Satzun gen haben wir
an gehangen vnsyr yngesegil an desen bryf in dem tusintin iare dryhundir- stin vnd in
dem eyn vnd sechczegstin iare von der geburt vnsirs herren Jesu Christi in dem montage
vor sante Viti tak.
Charter: XI.
Date: 99999999
Abstract: XI. Die
Gürtlermeister zu Breslau verbinden sich vor dem Rathe, da die Gürtiergesellen sich vereinigt
haben, ein Jahr lang alle Arbeit einzustellen, auch ihrerseits keinem derselben Arbeit
zu geben. 4. November
1329. Aus den
breslauer Handwerksstatuten p. 9. ixnno domini
MCCC XXIX in die quatuor coronatorum coram nobis consulibus cingula- tores aseeruerunt,
quod famuli operis eorum talem constitucionem fecerunt inter ipsos, quod neuter eorum
infra vnius anni spacium alicui predictorum eorum magistrorum cingulatorum seruire
deberet seu se recipere ad seruicium alieuius. Quapropter ibidem predicti cingu- latores
eciam talem constitucionem prehabito consilio vnanimiter viceuersa inter ipsos fece runt
et se nobis taliter constrinxerunt, quod quicunque, ex eis infra eiusdem anni spacium
quemquam predictorum famulorum in familiam seu seruicium suum resumserit, vnum fer-
tonem nomine pene dare debeat ciuitati. 16 xn. Sehweidnitzer
Tuehweberordnung durch Aufzeichnung des alten Herkommens festgestellt 1335. Aus den
sehweidnitzer Handwerkerstanden f. 8—10. xxyns mals
geschach, daz eyne czweyunge wart vndir den webirn czu der Sweidenicz vme eteliche
recht, dy sy vndir in hatten vnde quomen des uf das rothüs czu Heynman Melczer, "V-
Hannus Gerlach, Hannus Hulfrich, Walther Keyser vnde ^okil_j>oj>pjyii_dy do rotlute wa
ren derselbin stat noch gotis geburte tusent iar dryhundirt iar in dem vümf vnde
drizegisteu iare, vnde leyten in dy czweyunge vor vnde boten dy rotlute, das sv do vor
dechtin vnde sentin noch den, dy do etwenne by aldir uffirem hantwerke werin gewest,
vnde vragetin dy dorvmme, was rechtis dy by aldir hettin gehabit. Do sprochen dy
rotlute: Wir wollen gerne besendin vnse eldisten von der stad [obireyn]'); is der
geheisse, wille vnde rot, so wolle wir gerne noch in senden. Des quomen sy mit den
eldisten von der stad obir eyn vnde santen noch den mit der eldisten wille, geheysse
vnde rot, dy do hir vor by aldir by irem hantwerke waren gewest, vnde leyten in das vor
vnde vrageten sy, was von aldir were recht gewest uf dem hantwerke vndir den webirn. Do
aufwerten sy vnde sprochen, das sy dese recht, dy hernoch sten beschrebin, dy webir vor
drisig iaren, hetten gehabt vnde den noch lengir vnde me: 1. Das irste,
das keyn webir sal machen pristern, munchen, nünnen, burgern noch key neu uswendigen
keynerley tuch; welchir das nicht enheldit vnde bricht, der sal gebin dry virdunge. 2. Das andir,
daz keyn webir sal nicht verbin keyn tuch keynem uswendigen; welchir das nicht enheldit,
der sal gebin dry virdunge. 3. Das dritte,
das keyner geslayne wolle blawir varbe sal verbin grüne, wer das bricht, der sal gebin
eynen virdung. 4. Das virde,
daz keynir swarcze wolle adir gro sal nicht verbin rot; welchir.das bricht, der sal
gebin eynen virdung. 5. Das
vutnfte, das keyner sal nicht me verbin vmme Ion vs eynem vasse den czwey tuch; wer das
bricht, der sal io von dem tuche gebin eynen virdung. 6. Das
sechste, das keyner nicht sal verbin keyn tuch bla, das do ist gewalcken, wer das
bricht, der sal gebin eynen virdung. 7. Das
sebinde, welchir weyt vorsücht, der sal nicht me dor vs verbin, den czwey tuch geworcht;
wer das bricht, der sal gebin eynen virdung. 8. Das achte,
das keyner keyn tuch sal machen, do keyne wandilberkeyt an sy; wer das bricht, der sal
gebin eynen virdung; bricht hers czu dem andirn male, so sal her abir !) obireyn ist
ausgestrichen und auch überflüssig. Die Stelleist unverständlich; vielleicht ist vor „ is" ein
ist ausgefallen, in welchem Falle dann zu übersetzen wäre: Ist es deren Geheiss, Wille
u. Rath, so wollen u. s. w. 17 gebin eynen
virdung; bricht hers abir czu dem dritten mole, so sal her abir gebin eynen virdung;
bricht hers czu dem virden mole, so sal man ym syn hantwerg vorsagen, vnde wil her syn
werg wedir gewynnen, so sal her komen czu den rotluten vnde sal ir hulde gewyn- nen vnde
dornoch czu deu meystern vnde sal syn innunge gewynnen als eyn uswen- diger man. 9. Das nvnde,
welch webir eyn eygen geczew hot, der mag wol wirken uf eym andirn, ab hers bedarff:
wirket her abir uf dem dritten, so sal her gebin eynen virdung, vnde wel- chir nicht eyn
eygen gezew hot, der sal wirken uf eym; wirket her uf czweyn, so sal her ge bin eynen
virdung. 10. Das
czende, welchir syne innunge gewynnen wil, der sal sy gewynnen czwischen wvnachten vnde
vastnacht vnde sal gebin eyne halbe marg; abir eyns webirs brudirson adir syner
hüsfrawen bruderson, der sal gebin evnen virdung. Wer abir wil lerin wolle slon, karten
adir schern, der sal gebin eyn phunt wachz czu innunge; abir wer do wil lerin webin, der
sal gebin eynen virdung czu innunge, vnde der do wolle slet, kart adir schert, der sal
nicht e syne innunge gewynnen, das her tuch mache, her en habe dry gancze iar geerbit,
vnde mag das bewysen. 11. Das
eylfte, daz keyner sal nicht e essin an dem suntage vnde an andirn heyligen tasten, daz
do heysset banvyer, man habe e messe gancz gesungen, vnde sal nicht e koüffen weyt,
asche, rote, karten, man habe gessin, ane an dem dornstage; wer das bricht, der sal
gebin eynen virdung. 12. Das
czwelfte, das keynir sal nicht kouffen vnvorsuchten weyt, der do ist brocht vs andern
landen; wer das bricht, der sal gebin dry virdunge. 13. Das
driczende, welch gast her kumt mit weyte, der sal nicht mit dem weyte bin sechs wochin
von hynnen czyen; czut her von hynnen. e sechs wochen ende nemin, mit dem weyte, so sal
her der stat gebin eyne margk. ^t 14. Das
virczende, das keyner nicht sal kouffen vngemüten weit, wer das bricht, der sal gebin
eynen virdung. 15. Das
vunfczende, das keyner nicht sal czyen uf dy dorffir vnde weyt kouffen; wer daz bricht,
der sal gebin dry virdunge. 16. Das
sechzczende, das keyner sal nicht me kouffen in der ersten woche wedir eyn gast adir
wedir eynen andirn, den eyn mos weytis; wer do me denne eyn mos koüffit, der sal gebin
dry virdunge. 17. Das
sebinczende, welch gast her weyt brengit, das in derselbe sal vorkouffen, vnde ab syn
wirt adir ymant andirs vor den gast den weyt wil vorkouffen, das yn nymant wedir den sal
koufien. 18. Daz
achczende, daz keyner nicht sal kouffen lant weyt, vnde sal in vorsuchin vnde dornoch
wedir vorkouffen; wer das bricht, der sal gebin eyne marck; abir her mag wol we dir
vorkouffen eyn mos vnde eyn cheffil. vin. * S 18 19. Das
nvnczende, das keyner nicht sal vorsuchin den mit der meyster orloub; wer das bricht,
der sal gebin eyn virdung. 20. Das
czwenczegiste, das keyner sal nicht me kouffen den eyn clos aschen an dem ersten tage;
wer das bricht, der sal gebin eyn lot. 21. Das
eynvndczwenczegiste, das keyner nicht sal kouffen schart, rote, asche wedir eyn
uswendigen von eym andirn hantwerke ane wedir dy, dy is her breiigen vs vremdin landen,
wer das bricht, der sal gebin eyn lot. 22. Das
czweyvndczwenczegiste, das keyner nicht sal messen mit eym andirn mos adir scheffil, den
mit dem, das von vnsim herren Herczogen Bolken vnde von den rotluten ist vorlegin vnde
gegebin. 23. Das
drivndczwenczegiste, das keyner nicht sal wirken by lichte; welchir das bricht, do sal
der herre gebin eyne margk vnde iczlich knappe eyne marg, do sal keyne gnade czu
gehoren. Werden sy abir do mite czu dem andirn mole vundin, daz sy wirken, so sal abir
der herre vnde dy knappen iczlicher gebin eyne marg, do sal abir keyne gnode czu gehorin;
brechin sy is czu dem dritten mole, so sal (man in)') ir werg nedir legin, vnde woln sy
is wedir gewynnen, so sal eyn iczlicher syne innunge gebin als eyn uswendiger man, vnde
dornoch sullen sy komen czu den rotluten vnde czu den meystern vnde sullen sich mit
den berichten. 24. Das
virvndczwenczegiste, das keyner nicht sal erbeitin an den heyligen tagen; wer das
bricht, der sal geben eyn lot. 25. Das
vunfvndczwenczegiste, das nymant sal waschin keyn tuch an dem sonnabunde noch vesper,
wer das bricht, der sal gebin eynen halbin virdung. 26. Das
sechsvndczwinczegiste, welchir vunden wirt, das her macht phlockin tuch, das man dem syn
werg sal ewyclichen vorsayn. 27. Das
sebinvndczwenczegiste, welchir mit dube wirt vunden, das man den dorvmme nicht billichen
sulle hengin, das man dem mit schoubin sal vs der stat luchten vnde wysen. 28. Das
achtvndczwenczegiste, das keyner sal keyn nicht in syn dinst enpfhan, der do- vor eym
andirn hat gedeyent; her|s] suls vor bewysen, das her von syme herren sye vrunt- lichin
gescheyden vnde habe sich bericht. 29. Das
nvnvndczwenczegiste, das dy meyster alleyn suln in dy möl gehen, wer an- dirs dorobir in
dy mol get. der sal gebin eynen halbin virdung. 30. Das
drysegiste, das nymant andirs sal morgensprochen machen, den dy meyster, wer das bricht,
der sal sich berichten mit der stat noch gnoden. 31. Das
eynvnddrizegiste, welchir voreuilt mit worten adir mit wercken in dermorgen- sproche,
der sal is abelegin den meystern noch gnoden. 32. Das
czweyvnddrizegiste, noch welchim dy meyster sendin, kumt der nicht, der sal gebin eyn
lot. i) fel.lt. 19 33. Das
dryvntdrizegiste, welchir wirt beclayt vmme gelt vor den meystern vnde be kennet, vnde
wirt eyn tag bescheydin czu geldin, vnde des nicht engilt uf den tag, der sal is
abelegin noch gnoden; welchir abir loucken vor den meystern vnde bekennet vor den
voyten, der sal gebin eyn lot. 34. Das
virvntdrizegiste, welchir vunden wirt, daz er eyn czu gros stucke hot, der sal gebin eyn
lot. 35. Das
vunfvntdrizegiste, das keynir an me stetin vndir dem koüfhuse sal vorkouffen syn gewant,
den an eyner stat; wer das bricht, der sal gebin eyn lot. 36. Das
sechsvntdrizegiste, das eyn iczlich hüs sal habin eyn czeychin vnde nicht mer. 37. Das
sebinvntdrizegiste, wer ymande rügin wil, der sal yn rügin selbandir adir selbdritte. xm. Rechte der
Krämer zu Schweidnitz vom 19. Harz 1336. l.Aeltcstes
schweidnitzer Stadtbuch f. 3 u. 7. 2.Copieaus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in
Privatbesitz; hier nach I., nur die in Klammern () eingeschlossenen Zusätze nach 2. Wi ir herczoge
Bolke, von gotis genaden herre von Furstinberg vnd zur Swydnicz, tuen kunt vnd bekennyn
offinlich allen den, die desin brieff anseen, lesen odir horen lesin, das wir durch
besserunge, nuczes vnd ouch eyner gemeynen notdorfft wille machin, seczin vnd geben
vnsern kramen do zur Swydnicz sulche recht ewielich zu haben vnd zu halden, alzo hie
hernach geschreben steen, mit willen vnd mit rate vnser getrawin burger vnd ratlute der
selben stat zur Swydnicz, die dese selben recht mit vnserm wille vnd geheysse bedacht
haben mit allem vlisse. 1. Der selben
vnser krame recht sal (das) das erste sin, das man an deme sontage alleyne vnd an keinem
andirn tage zur kirmesse der mynner brudir — is 6ie burger adir gast — mag veyl haben
vrie an' alles hindirnis allirleie kramerie. Adir zu andirn kirmessin in der stat sal
man nicht allirlie veil haben; man mag doch wol veil haben noldin vas, bu- til, gurtil,
wurfil, spiegil, spangin, taschin vnd andir kleyne ding, die man in andirn steten veil
hot zu kirmessin. 2. Das andir
recht sal das seyn, das die, die do steen hindir den kromen vnd haben czwu mark vnd
dorundir vnd nicht dorobir, die mogen vnd sullen vorkouffin bie eymelotte vnd
dorundirvnd nicht dorobir mit der wogen vnd ine') wogen alles, das sie veil han, vnd
sullen steen alzo si vor han gestanden, vnd welche eygene krame haben vnd hinder den.
kramen steen, die sullen dor yn tretin. ') Beide
Handschriften: ine; steht es für äne? 20 3. Das dritte
recht sal das sin, das keyn gast sal veil han kramerie fur der kirchen in der stat vnd
vswendig bie eyner mile vnd welchir fur der kirchen steet, den sal mans sa gen, das her
nymme do stee; wirt der do noch, das mans in sagit, do fundin, das her do steet, zo sal
der selbe geben eyn phunt wachs. 4. Das virde
recht sal das sin: Alle die [do] hy in der stat machin noldinvas, butil, gurtil,
taschen, hanczken, spangiln, sidine snurin, sydine butil vnd burtin vnd sich generin mit
der stat, die mogen vnd nullen enziln vorkoufen in erim werkgadim alzo vil, alzo sy
kunnen vnd mogen, vnd ouch an deme dornstage vndir deme turme. Adir die is bren- gen vs
vremdin steten von gesten, die sullen is vorkoufen bie deme techirn adir bie dem tosil. 5. Das vunfte
recht sal das sin, das die metsider sullen ir wachs vorkoufin bie stucken, abir die is
gisin, dy sullen is vorkoufen bie deme steyne vnd nicht dorundir. 6. Das sechste
recht sal das sin, das man allis euere gut mag vnd sal vorkoufen bie deme steyne vnd
nicht dorundir bie eyme virdunge; das ist: allune, winsteyn, seife, komyl, lorber, cen,
blei vnd messink vnd andir suer gut. 7. Das sebinde
recht sal das sin: Is sie burger adir gast, die do her brengin parchan, czeitir, lesch,
sydine tuchir, welcherlee sie sint, cyndal, die sullen is alzo vorkauffin; der gast mag
vnd sal is vorkauffin in synes wirtis gadim adir in synes wirtis herberge vff eyme
tische adir vff eyner boten bie ganzin tuchirn vnd nicht vswendig der herberge, vnd eyn
burger adir burgerynne mag koufin vswendik deme kromen, welchirlee sie wellen, bie gan-
czen tichirn, die hie vor genant sint. Adir keynemvswendigen manne sullen sie nicht kouffen
bie eynem virdunge vnd welch burgir adir gast') her brengit parchan, czetir, lesch,
sydine tuchirn, cindal, yrisch tuchir, tuchir von der wulle, die mogen is seczin in eyne
koufkamer vnd sullen do mete tuen, alzo eyn recht ist, alzo hie vorgescreben steet. Abir
die yrische tuchir vnd tuchir von der wullen mogen sy vsseczin vndir dem kouffüusse vnd
mogen is vorkoufin mit irme gewaude abir bie ganczin tuchirn vngesnetin. Vnd eyn iclich
burger vnd burgerynne mag kouffin spiczerie vswendig deme kromen bie deme phunde vnd
nicht do- ru(n)dir alzo vil, alz sy ir bedarff zu irre notdorfft, abir keynem vswendigin
manne nicht bie eyme virdunge. 8. Das achte
recht sal das sin, das keyne burgeryn sal nicht mer slower kouffin wedir eynen gast
denne alzo vil, alzo si ir bedarff zu irre notdurfit vnd sal keynen slower koutlen. das
ei sie wedir vorkouffe. bie eyme virdunge. 9. Das nvnde
recht sal das sin, das man das geslayne gult mag und sal vorkouffen wie man kan adir
mak, is sie gast adir burgir. 10. Das czende
recht, das keyn man sal kouffin keyne ruwe war vndir den kromen we dir eynen gast, her
ste denne zu kromen, bie eyme virdunge. ') Beide Worte
stehen zwar in beiden Handschriften sind aber entschieden überflüssig und sinnstörend. 21 11. Das ylfte,
recht das man den wissin czwirn mak vnd sal vorkouffin bie deme phunde vnd nicht
dorundir, is sie burgir odir gast. 12. Das
czwelfte: Welch gast herbrengit swere war, der sal sie legen in synes wirtis herberge,
vnd wenne her sie vorkaufft, zo sal her sy wegen in deme woghusse vnd nicht an- dirsuo,
vnd wenne sy wirt gewegen, zo sal si der gast adir der sie kouffit wedir vs deme woghuze
tragen vnd nicht obir nacht dorinne lassen legen. 13. Das
driczende, welchir vnfugit mit werken vndir den kromen, der sal geben eyne mark, welchir
abir vnfugit mit wrurtin, der sal geben eynen virdung. Vnd zu eyme
orkynde und zu eyner ewigen stetekeit vnd das dese vorgeschrebene recht stete vnd gancz
eweclichin werdin gehaldin, des haben wir desin briefi heyssen schri- ben vorsegilt mit
vnserm ingesegil deme grossin. Das ist gescheen vnd dirre briff ist ge geben zur
Swydnicz nach gots geburt tusent iar driehundirt iar in deme sechs vnd drisigi- stin
iare an dem nehesten dinstage fur vnser vrouwen tage cleibe(n).
Charter: LXI.
Date: 99999999
Abstract: LXI. Striegauer
Walkmühlenordnung vom 7. Januar 1390. Aus dem
ältesten striegauer Stadtbuche i'. 86. Wir . .
ratmanne vnd . . eldisten Hanneman Kurssener, Junghannus vnd Gregor Tschetsch czur
Sweidnicz, Johannes Hanneman, Mathis Korolf vnd Pauel Jentsch czum Jauwir, Johannes
Baratscher, Nytsch Beyger, Michil Heyder, Petir Zaraw vnd Hensil Pichirwiczer, Ratmanne
mit vnsern . . eldisten czur Stregon von geheisse vnd gebote vnsere gnedigen frauwen,
frauwen Agnesen, herczogynne czur Swidnicz vnd czvm Jauwir, haben angesehen die
czweitracht vmbe daz walken, daz da gelegen was czwisschen den molhern vnsere stat
Stregun, die diese nachgeschrebende molen haben, — die erste mole ist gelegen nydewendig
Stanewicz, die andere die wogemole, die drytte die Benikin mole — an eyme teyle vnd den
. . webirmeisterynnen vnd erre ganczen gemeynde an dem anderin teyle, vnd haben von erre
beydere vnwedirrufliche willekore eynen entscheid czwisschen en gemachet vnd vsge-
sprachen yn solchem lüte vnd meynunge, alz her noch geschreben stet, daz die webir-
meistere vnd die gancze gemeynde eres hantwerkes der wollenweber czur Stregun, die
iczunt synt adir her noch ewiclichen werden, vorbas mere nv vnd ewiclichen alle iarglich
von mittefaste bis ufl send Johannes tag des tawffers, [vnd] alz her geborn wart, alle
mittenandir vnd iczlicher besundir czwisschen der selben czeit nyrgent andirswo ere gewant
walken sollen nv vnd ewiclichen, denne yn vnsern vorgenanten molherren molen, vnd 88 sollen yo von
dem tuche eyn quard geben czu lone, vnd der furer, der die tuch brengit, der aal sie
seczen yn eynes molherren hws, vnd nymand sal die tuch nemen, her gebe denne von
iczlichem eyne qwart vnuorczogenlichen czu lone, alz vorgeschreben stet. Czu dem selben
walken sollen ouch die molherren daz bolcz geben. W%r abir, daz vnsere obgenan- ten
molherren daz egenante hantwerke von wassirs not wene czwisschen der obgenanten czeit
nicht gefurdern kvnden noch en mochten, so sollen die hantwerkemeistere mit erre
gemeynde walken, wo se mogen. Ouch sollen ez die molhern der obgenanten molen, wenn sie
daz hantwerke nicht gefurdirn kvnnen, drye tage vor lassen wissen. Geschee abir eyn
sulchis, daz daz egenante hantwerke an eren tuchen czwisschen der obgeschreben czeit yn
eren walkmolen icht schaden enpfinge[n], es were von herrewalt, von fures not adir yn
gotes gewalt, yn flute wene, adir sust von rewbern, icht schaden enpfinge[n], des sollen
die molherren nicht gelden. Geschee abir andere vngelucke von dvberye adir vmbe rysse,
der tuche, so sollencz die molherren geldin, adir by namen alzo halden vmbe solche
dvberye vnde rysse yn allir wise vnd masse'), alz es die obgenanten webirmeistere haldin
mit erre gemeyne. Gescheen vnd gemacht am frytage noch der heyligen dryen konig tag yn
dem obgeschreben iare. lxh. Bechte des
Bäckerhandwerks zu Striegan vom 11. Hai 1390. Aus dem
ältesten striegauer Stadtbuche f. 87 f. L-Ln demselben
iare.] Wir obgeschrebene ratmanne vnd . . gesworne der stat Stregon von gebote vnd
geheysse vnsere gnedigen frouwen, frouwen Agnesen, herczoginne czut Sweidnicz, vnd mit
willen vnd worte alle vnsere . . eldisten, . . scheppfen vnd . . hantwerk- meister haben
angesehen die czwehetracht vnd broche, dy do gelegen woren czwuschen den hantwerkmeister
vnd der ganczen gemeyne vnsere stat an eyme teile vnd den becker- meister vnd ere
gemeyne ouch vnsere obgenanten stat an dem ander teyle vmbe eynen frien brotmark(t),
ewiglichen czu haben vnd czu bliben an sulchem lewte vnd gemeynunge, alz hernoch
geschreben stet: 1. Czu dem
irsten mole ist gered vnd gemacht, alz offte alz daz kümpt, geschit adir wert, daz man
gemeynlichen eynen scheffil kornys kawffet vmbe sechs gros sehen vnd t) Ueber die
hier zur Anwendung kommenden allgemeinen Grundsätze des deutschen Rechts vom Tragen der
Gefahr vergl. Stobbe Verträge S. 246 ff. 89 dorobir, so sal
eyn frier brotmark syn alle tage mit ruckenbrotte, wy man daz her brenget, ane alleyne
rockene stroczel vsgenomen; man brenge ez mit wagen, mit molden, von ferres vs anderen
landen, steten adir dorferen, wy vnd von wanne man sulche rockenbrot brenget, ez sie yn
der stat adir fur der stat gebiete, so sal dys alzo gehalden werden ewiglichen vnd
vngehindert. 2. Czu dem
andern male ist gemacht, daz alle die, dy do rockenbrot backen adir brengen uff den
frien markt, alzo vil sie dez do heyme haben, die yn vnsere stat vnd fur der stat
gebiete siczen, daz selbe brot sollen sie gancz vnd gar mittenandir vstragen vnd
vorkauffen uff den selben tag, alz sie ez vstragen uff den frien markt mit rockenbrote, alz
vor geschreben stet; die sollen daz selbe brot ouch vff den selben tag, alz sie ez veil
haben, gancz vnd gar vorkawffen vnd keynes von dem markte herabe tragen noch furen,
sundir alczumale vorkauffen. Wer wedir diese obgeschrebene sachen tuet adir blichet, dem
sal man daz brot, daz her do heyme beheldet vnd ouch von dem markte furet, adir rrehet,
nemen vnd yn daz spetal vnd czu send Niclos den sichen geben vnd brengen. Abir vnsere
beckermeister mit erre gemeynede mogen er brot an dem genanten tegelichen frien brot
markte alz encziln alle tage vstragen vnd vorkauffen uff ere brotbencke adir sust uff
den frien brotmarkte, alz offte vnd dicke sie daz kunnen, mogen adir gelöst vngehindert.
vmbe daz, daz sie mit der stat rat vnd recht tuen vnd ouch obil vnd gut mit vns müssen
lyden. 3. Czu dem
dritten male ist gemachet: Wenne man eynen scheffel kornys gemeyn- lichen wedir kawffet
vndir sechs grosschen, so sal dieser obgeschreben tegelich frie brot markt wedir
abegeen, abir der alde wochenfriebrotmarkt an dem frietage sal stehen vnd stete bliben
ewiglichen, (vnd) yn alle der mosse vnd meynunge, alz (in) vnserm statbuche an dem hx
iare geschreben stet, gehalden werden. 4. Czu dem
vierden male ist gemachet, daz vnsere statbecker alle frietage, beyde yn dem tegelichen
vnd wochenlichen frien brotmarkte, alleyne ewiglichen gemenc&te stroczel von korne
vnd von weysse esze gebacken vnd gemachet veil haben sollen vnd ouch er weisbrot, semele
adir stroczele, uff eren brotbencken von den gesten vnd allermennecglichen ewiglichen
vngehindert 5. Czu dem
fumfften male ist gemachet, das alle wochen yo czwene vs eyme hantwerke mit der stat
knechte dieses obgeschreben frien brotmarktes sollen warten vnd suchen mit allen truwen vnd
vlisse, vnd wo sie daz vynden adir erkennen, ez sie (by) eyme iczlichen vorkauffer do
heyme adir uff dem markte, der diese egeschreben stucke breche vnd do wedir- tete, dem sollen
sie syn brot nemen vnd daz den ratmanne entworfen, die sollen ez denne do hyn tuen vnd
geben, alz vor gered vnd gemachet ist. Ouch sollen die webermeister czu dem irsten
mole von czwehen eres hantwerkes diesen frien brotmarkt die irste woche bestellen vnd
schicken czu warten, vnd wenne derselben woebe vsgeet, so sollen sie ez vorbas den
garnczugermeistern vnd yo alles eyn hantwerk dem andern noch syner wochen czale lassen
wissen vnd sagen alzo lange, bis alle hantwerke, dy ynnunge haben, dieses VIII. 12 90 frien
brotmarktes gewarten, yo wenne eynes abegeet, das eyn anders anhebe, vnd alzo ewiglichen
werde gehalden. Geschen vnd gemachet an vnsers herren hemelvart obvnde yn dem
obengeschreben iare. LXin. Erneuerte
Hechte des Bäckerhandwerks zu Striegau von 1393. Ans dem ältesten
striegauer Stadtbuche f. 95vo- fg. Wir
obgeschreben . . ratmanne thuen kunt vnd bekennen offenlichen allen den, dy nv synt,
adir hernoch ewiclichen werden, die diesen briefl sehen adir horen lesen, daz wir von
lawbe vnd gunst des innegen pristirs, hern Sydils, cappelan vnsers lieben gnedigen herren,
hern Wenczlaw, . . konig czu liehem vnd herre dieser lande, iczund lantschrieber dieser
czweer lande, bwidnicz vnd Jauwir, von beuelunge vnsers obgeschrieben herren des . .
koniges vnd dornoch vnsers herren des . . Camerers vnd mit rot, willen vnd geheisse alle
vnserer eldisten, . . schepphin vnd.. handwerksmeister, die wir hie bie gehabt haben,
geben vnd vorlyen vnsern lieben getruvven . . beckern czur Stregon eczliche recht vnd
saezunge, als sie die vormols, ee denne en er briefl vortarbe vnd vorbrante, gehabt
haben yn alle der wiese als hernoch geschrieben steht, von en vnd von alle eren
nochkomelingen ewielichen stete vnd vnbrochliche zu halden. en beyden zu gemach vnd zu
fromen, beyde armen vnd rychen: 1. Wir geben
en zu dem ersten male zu rechte, daz sie zu vor vs ere brotbencke mit gutem wyssym vnd
rockenbrote erlichen vnd relichen haldeu sollen ane gebrechen. 2. Wir geben
en czu dem andern mole zu rechte: Wer hie zu stellen wil vnd syn innunge gewynnen vff
backwerke mit vnsern beckern, der sal das thuen vil czwene tage des iares, vff ostern
vnd vfi send Michils tag, vnd sust vff keynen tag mere in dem iare. 3. Wir geben
en czu dem dry ttem (!) male zu rechte: Wer syn innvnge gewynnen wil vnd czu stellen vff
backwerk, der sal das thuen mit eylfltehalben scot vnd mit dreyen heller vnd mit czwehen
phunden wachs. Des selben geldis sollen czwehe scot den rot manne, czwehe scot dem
fioythe, czwehe scot den schepphin, sechs grosse zu wopen, das lot zu eyme czobir byres
vnd die czwehe pfund wachs ouch den gewerken, do inete sie ere kerczen got, vnserm
lieben herren, zu lobe vnd zu eren halden vnd bornen sollen mit andern vnsern hantwerke
kerczen, wenne sich das geboret, vnd dornoch die drey heller, eynir zu vnsere pferlichen
kirchen vnd vnsere lieben houptherren send Petir vnd send Pauel, der ander heller dem
spital vnd der drytte zu send Nyclos. 4. Wir geben
en zu dem fierden male zu rechte, das eyns meystirs son adir tochter sollen nuwir halbe
innunge geben, wenne sie ere werke wollen, gewynnen vnd eyn pfund 91 wachs, vnd mit
dem selben gelde sollen sie ouch thuen vud halden, als oben geschrie ben steht. 5. Wir geben
en zu dem funfftenmale zu rechte: Wer syn werk vnd innunge gewynnen wil mit vnsern
beckern, der sal der stat vnd dem hantwerke burgen seozen für eyne marke grosschen, vnd
ouch das (er) iar vnd tag bie dem hantwerke blybe, vnd ab sie icht not adir anefechtunge
lieden, des got nicht enwolle, das derselbe obil vnd gut mit en lyde vnd welchir alzo ee
denne iare vnd tag abetrunnig worde, desselben burgen sollen die obgenante marke gancz
vnd gar geben vnd beczalen ane alle wedirrede, vnd die genante marke sol halb den
ratmanne vnd halb den gewerken. 6. Wir geben
en czu dem sechsten male zu rechte: Welch becker her komet von andern steten adir landen
vnd wil syn werk hy gewynnen, der sal brieffe brengen der stat vnd dem hanttwerke von
der stat adir von der gegnote, do her syne wonunge adir begenk- nisse ynne gehabt hat,
das her sich erlich vnd redelich vnd ouch getruwelich gehalden habe, vnd sol ouch dorczu
burgen seczen als vorgereid ist. 7. Wir geben
en zu dem sehendem male zu rechte, das besundern keynir syne innunge noch werke mit
vnsern beckern gewynnen mag noch en sal, her kvnne denne vor syne hantwerke recht vnd
redelich, als sie das zu recht haben, vnd von aldirs gewehst ist. 8. Wir geben
en zu dem achten male zu rechte: Wenne eyne wytewe vfi dem hant werke eynen man nympt,
her sie des hantwerkes adir nicht, der sal gewynnen halbe ynnunge, vnd als schyre als
sie ez em globet adir nympt, so mag se noch her nicht ge backen, her habe denne syne
ynnunge vnd recht gewunnen, als recht ist. Wer abir, das eyne wytewe eynen vswendigen
man adir knecht neme, der eres hantwerkes nicht enwere, als schyre als se ez em globet,
so sal se noch her furbas mere keyne gemeynschafit haben noch gewynnen mit eren gewerken
yn keyne wis. 9. Wir geben
en zu dem nvnden male zu rechte: Welcher an der vnee siczet, der sal noch en mag vnsere
becker gewerke noch metekvmpan nicht gesyn yn keyne wis. 10. Wir geben
en zu dem czehindin male zu rechte: Wer abetrunnyg wirt zu eynem male adir czwyre,
dieselbin sollen gancz ynnunge wedir gewynnen, wollen sie wedir komen zu dem hantwerke.
Wer abir zu dem drytten male abetrunnyg wirt, derselbe sal noch enmag vnsere becken
gewerke vnd metekvmpan (nicht gesyn)') noch syne ynnunge mere mit en nicht gewynnen, die
wyle das her lebet, yn dheynewis. 11. Wir geben
en czu dem eylfften male zu rechte, welche metekvmpan adir gewerke sich vndir en
vorrucket adir mit solchen sachin vmbe gynge, das erem hantwerke swech- lich adir
krenkelich were, ez were frouwe adir man, ez were ynnewendig adir vswendig der stat, vnd
des redelichen obirwunden wurdin, der noch die sullen keyne gemeyneschaft [noch
metekumpan]*) mit vnsern beckern mer haben nw vnd eweclich. i) Fehlt, ä)
Ist überflüssig. 12* 12. Wir geben
czu dem czwelftin mole czu rechte, das nicht mir meyster denne czwene in eynem hoffe
adir hawse, do eyn offen ynne ist, metenandir sollen wonen vnd do ynne seyn durch der
stat gewerlichekeyt wille von fures wene. Wer hy wedir tete, das steht czu der stat
gnaden vnde ouch des hantwerkes. 13. Wir geben
en czu dem dryczinden male czu rechte, das nymande brot noch teyck vorkawfin sal
heymlich noch offinbare, her thü denne rat vnde recht mit vnsern beckern, sundir
vsgenomen der frye brotmarkte, wenne sich der geborte, den sal man haldin yn allir masse
vnd meynunge als das vormols vorbrieff" vnde vormacht ist vnd ouch eygent- lichen in
vnsere statbuche geschrebin steht. 14. Wir geben
czu dem fyrczehenden male czu rechte, das ouch nymande grys noch mele vorkawfen sal, her
thu denne rat vnde recht mit vnsern beckern. Wer hie wedir tete vnde ouch wedir nehste
von teyk vnde brot vorkawfen. der sal eyn firdung geben wandil busse. 15. Wir geben
en czu dem fumfczehendem male (!) czu rechte, das nymandis wedir ym fryen marckte noch
ane fryen marckte stroczilwerke, wis noch rocken, her solle furen czu vorkawfen, als das
ouch vormols yn dem fryen brotmarkte geschreben steht. 16. Wir geben
en czu dem sechczehendin male czu rechte, das man vnreden mel von andern steten vnde
landen her furen sal czu vorkawfen, es sy fry adir unfry. 17. Wir geben
czu dem sebenczehendin male czu rechte, das nymandis ynnewendig der meyle wys noch
rockenbrot sal veile haben noch vorkawfen bey eyme halben fyredung czu wandilbusue. 18. Wir geben
czu achtezehendin male czu rechte, das nymandis vndir vnsern beckern yn eyme vnrechten
schusse andirweit heyssin sal an eyme tage, so isym nicht geborit, das steht czu der
stat gnaden vnd des hantwerkes. 19. Wir geben
czu dem neunczehendin male czu rechte, das nymand vndir vnsern beckern oilsweyn kawfen
sal, dy do mit kuchen gemehst synt, bey eyme fyrduuge czu wandilbusse. 20. Wir geben
czu dem czwenczegisten male czu rechte: Welche man adir frauwe vorsumit, das gebote ere
mester yn ere morgensproche czu komen, an' redeliche notsache, dy adir der sollen geben
eynen grosschin czu wandilbusse. 21. Wir geben
czu dem eynenczwenczegisten male czu rechte: Welch man adir frauwe freuile yn ere
morgensproche mit worten, der adir die sullen geben eyn lot czu wandil busse. Welchis
abir vndir en freuilt mit den werken'), dasselbe sal geben eyne halbe marck czu
wandilbusse. Wer ouch ymand, der sich des wandils welde erwegen vnde freueliohin yn crre
morginsproche eynen meystir adir gewerkin obilhandilte vnde des redelichin obir- wundin
worde, das sal stehen czu der stat vnde des hantwerckes gnaden. 22. Wir geben
en czu dem czwevndeczwen(czi)gisten male czu rechte, das nymandis vndir en keyn messir
tragen sal yn ere morgensproche bey eynem lot czu wandilbusse. ') Die
Handschrift liest: Worten. 93 23. Wir geben
en czu demdryhencz\ven(cze)gi8tem(!)male czu rechte: Gesche es, das wir adir vnse
nochkomedin ratmaune besendeten die meystern vnsere beckere vnde en beuolin vnde gebotin
von der stat wene vmbe gewopende lewthe, wy vil der weren, von erem hantwercke vns czu
schicken vnde czu sendin, wo wir dor hyn von der stat wene worden bedorffen, es were
vswendig adir inwendig der stat gebiete, weme denne dy meystir vndir den eren geboten
czu czihen mit erem harmisch, die sollen czihen an' alle wedirrede, sundir vsgenomen
erhaftigen vnde redeliche notsache, vnde das steht ouch czu gnaden der stat vnde dem
hantwerke, vnde kegen den selben sal ouch das hantwerck thun als vil, als andir
hantwerck kegen den eren thun vmbe eyn sulchis. 24. Wir geben
en czu dem fyre vnde czwenczigisten male czu rechte: Welchir vndir en den andern vmbe
schulde vor den meystern beclagite, das das hantwerck anlanget, wer der schulde
bekennet, der sal dem halden by virczen tagen; komit abir dy clage obir vir- czehen tage
wedir vnde clagit, das her ym nicht gehaldin habe, dem sal man seyn werk nedirlegin als
lange, bis her dor vmbe gehelt adir mit seynir gunst vnde hawlde das vorlengit; leuckent
her abir, so wise man en an das recht bey eyme lot czu wandilbusse. 26. Wir geben
en czu dem sechs vnd czwenczigisten male czu rechte, das ydir man vndir eren gewercken
an des heylgen lichnams tag noch seynir mogelichkeyt sal eyne eynege kercze haben, got
czu lobe vnde czu eren vnde dem heyligen lichnam. 27. Wir geben
en czu dem seben vnd czwenczigisten male czu rechte, das keyne placz- becker seynen ofen
wytir vff ostern vnde off phingisten brechin sal, denn her vormols gewest ist. Welchir
hie wedir tete, der selbe sal den tag nicht mir backen keynirley; welchir abir
freuelichen das breche vnde sich doran nicht keren welde, das steht czu der stat vnde
des hantwerkes gnaden. 28. Wir geben
czu dem acht vnd czwenczigisten male czu rechte, das nymand sal geschrotin habe
erbeitin, denne des hantwerkes knechte, vnde dy selben knechte sollen ouch nicht mere
nemen von dem scheffil, denne eynen grosschen czu lone. Welchir das breche, das steht
czu des hantwerkes gnaden. 29. Wir geben
czu dem neuyn vnde czwenczigistem(l) male czu rechte: Welche becken- knecht sich
vorrucket adir vorlost, do mete her dennoch nicht des hosten rechten bestan din were,
der mak vnde sal des hantwerckes erbetir nicht geseyn, die wile, das her lebet, vnde dry
tage noch seyme ende. 30. Wir geben
en czu dem dryssigistem male czu rechte: Welchin beckenknechte seyn erbit von den
meystern vorsayt wirt vnde nedirgelegit, der selbe beckenknecht sal in der czeit keynis
noch nymande nicht erbeitin. Welchin meystir her in der czeit erbeitet adir meyste(r)
erbeitin lesset, der selbe meyster sal geben eyn lot czu wandilbusse, abir dem knechte
sal man seyn erbeit nedir legin, vnd wenne der selbe knecht seyn werg wil ge- wynnen,
der sal czu vorüs abelehen vnde enphüren dem meyster, den her geerbit hot, vnde sal dor
czu eyn phunt wachs geben czu wandilbusse. 31. Wir geben
czu dem eynvndrissigistem (!) male czu rechte, das keyne beckenknecht 94 spylin sal in
den molen keynirley spyle, do mete man den phennig vorlysen vnde gewynnen mag, her
erbeite adir erbeite nicht. Wer das bricht, der sal der gewerken erbeyter ny me seyn als
lange, bis das her ere hulde erwirbit vnde gewynnet, vnd wenne ym seyn erbit wedir wirt,
so sal her geben eyn phunt czu wandilbusse. 32. Wir geben
en czu dem czwenvndedryssigistem (!) male czu rechte, ab die selben vnsere beokere
keynirley recht adir saczunge hernoch worden vndir enandir ertrachten adir vindin, das
erem hantwerk fromelich, nuczliche vnd bequeme se vnd ouch der stat vnschedelich, das sy
domete ere hantwerke von iare czu iare bessern (sollen)') vnde mogen. 33. Wir geben
en czu dem dry*) vnde dryssigistem (!) male czu rechte, das dy vorbenanten bussen sullen
halb den ratmannen vnd halb den gewerken; ane das wachs sal den gewerken alleyne, do
mete se eren kerczen bessern vnde halden sullen, als vorgeschreben stehit. 34. Wir geben
en czu dem fyr vnde dryssigistem (!) male czu rechte, das nymand ynne- wendig der myle
brot hyn weck in andere stete adir merckte furen solle czu vorkawfen. Die sich nennen
von Stregon vnde nye keyn ynnunge noch wonunge mit vnsern becken gehabt haben, vmbe das,
das sie vnsern icht vordooht werden, ab dieselben icht teten, das den vnsern krenckliche
were; wo sie die erfaren, die sullen geben eynen halben fyerdung czu wandilbusse. Vnde das alle
obgescbrebin saczunge vnd artikel vnde ouch rechte stete, gancze vnde vnbrochlich
eweclichen gehaldin werdin, des habe wir en diesen brieff lassen schriben vnde yn ere
gewalt gegeben mit vnsere stat groschen anhangenden ingesegil, den wir ouch czu eynem
eweigen gedechtnisse yn vnser stat buch lassen seczin vnde schriben. Hy bey synt gewest
alle vnsere eldischen, schepphin vnde hantwerkmeistern, als vormols gesohre- ben steht,
vnde Hartmannvs vnser statschriber, dem dieser brieff beuoln wart czu schriben, vnde
ouch andir erbare gemeyne leüthe gnük vnde vile.
Charter: XXXVI.
Date: 99999999
Abstract: XXXVI. Breslauer
Brottaxe vom 26. April 1362. Aus dem Nudus Laureutius 1'. 32vo. Anno predicto
post diem beati Marci recepta est ista examinacio per dominos consules: 1. Cum mensura
tritici soluit 18 grossos, simula antique pista habuitin ponderelmar- cam et 11 scotos
de hellensibus ponderatis 14 pro grosso computatis. 2. Item
mensura siliginis cum soluebat pro 17 grossis, panis vnus habuit in pondere 1^ marcam et
5^ scotos de ponderatis hellensibus 14 hellensibus pro grosso computatis. XXXVH. Der Rath zu
Striegau bekundet, dass der Handel mit Eisen und Eisenwaaren daselbst, welcher vordem nur von den
Eisenkrämern betrieben werden durfte, freigegeben sei. 10. November
1363. Aus dem
ältesten striegauer Stadtlmche f. 30. Wi, fir
obgeschreben ratlute tvn kunt vnd bekennen allen den, dy nv sint, vnd dy her noch
werdin, dy desin bryf sehen adir horin lesin, das wir von worte, geheyse vnd willen vnser
eldesten, schepphin vnd hantweremeyster vryen vnd gevryet habin allerleyge ysin vnd 55 ysinwere, das
hy vor eczliche yar vnd czit eygin gewest ist, also das vorbas me ewiclichin alle lute,
beyde burger vnd geste, den das fugelich ist, allerleyge ysin adir ysinwere vor koufin
vnd veyl habin mogin in der wochin vnd ouch vff dem marktage vngehindert. Do wedir geben
wir vnsern ysinkromern vnd den dy noch en vnse ysinkrome besiczin, dy sun- dirliche
vorgoben vff das, das sy vns vnsern czins deste bas gegebin mogin, das sy ouch er ysin
adir er ysinwere beyde in der wochen vnd ouch vfi dem marketage in eren kromen vorkoufin
vnd veyl habin mogin. 2. Wir gebin
ouch dy vorgobe, das wer do ysin adir ysinwere vfi dem marktage veyl habin wil, her sy
burger adir gast, der sal do mete sten vnd das veyl habin vor vnsern ysin- kromen an der
stat, do sy vor gestandin habin vnd nirgen me. Wer obir das andirs wo stunde, den sullen
vnser statknechte adir vnser stat bote vor vnse ysinkromen twingin vnd trybin, an' also
vil, ab sy reu, sne adir andir vngewytter hinderte, das sy do nicht gesyn mochten, so
sullen sy vnd mogen treten vndir dy louben vnd do er ysenwerc verkoufin; do selbist
mogin ouch vnse ysinkromer mit erem ysinwerke hin treten vnd das do selbist mit en veyl
habin vnd vorkoufin. 3. Ouch gebe
wir en vnd eren nochkomelingen dy vorgobe vnd das czu rechte, das sy in eren kromen, dy
wyle das sy ysinwerkis phlegin wonen vnd legin mogin von vns vnd den, dy noch vns
ratlute werdin vnd von vnsern kromern vngehindert, sy sullen ouch dy wyle das sy
ysinwerkis phlegin, mit andern vnsern kromern an wachin vnd an andern rechten, dy sy
vndir en andir habin, vnbewurrin sin, vnd en nicht czu gebote sten inkeynirhandewyse;
were abir das sache, das sy nymme ysinwerkis phlegin weldin, adir sy nymme dor an gene-
ren mochten, also das sy sich des vorczygen vnd begebin welden, so mogin sy allerleyge
kromerye, dy andir vnse kromer veyl haben, ouch veyl habin in eren kromen von vns vnd
ouch vnsern kromern vngehindert. Ouch sulle sy denne mit andern vnsern kromern der stat
rat vnd recht tun vnd mit en obil vnd gut lyden vnd das dy obgeschrebene gesecze vnd
recht stete, gancz vnd vnbrochlich von vns vnd alle vnsen nochkomelingen gehalden
werdin, des hab wir en desin bryf dor obir lasen schryben vnd en in ere gewalt gegebin,
den wir ouch in des buch czu eyme gedechtnisse vnd czu eynir bestetegunge habin losin
seczin vnd schrybin vnd das ist gesehen an dem nehesten vrytage vor sante Mertins tag,
des heyligin byschofis in dem obgeschreben yare, vnd doby sint gewest czu ge- czuge dy
schepphin vnd dy hantweremeyster des selbin yares, der namen hy vor be- schrebin sint. 56
Charter: XXIV.
Date: 99999999
Abstract: XXIV. König Karl IV.
schreibt den Breslauern, er habe zwar ihrer Stadt einen freien Brotmarkt für alle Sonntage ohne
jede Beschränkung verliehen, doch um die armen Bäcker, deren Handwerk schon bei Gründung der
Stadt betheiligt gewesen wäre, nicht zu sehr zu drücken, solle es mit diesem Brotmarkte gehalten
werden wie mit dem Donnerstagsbrotmarkte. Prag, den 23.
December 1349. Original im
brcslauer Stadtarchiv E. 16. K arolus, dei
gracia Romanorum rex, semper Augustus et Boemie rex, fidelibus nostris di- lectis
consulibus ciuitatis nostre Wraczlauiensis graciam regiam et omne bonum. Quamuis moti
clauioribus communitatis pauperum liberum forum vendendi panes apud uos diebus singulis
dominicis ex beningnitate regia sine condicione indulserimus, tamen propter nimiam
suppressionem tollendam pistorum ibidem pauperum, cum quibus prima lo- cacio ciuitatis
est exculta, si expediens videbitur, indulgemus, ordinamus et disponimus, quatenus
dictum liberum forum panum diebus dominicis eo modo, sicut quintis feriis sine
diffieultate qualibet inantea debeat obseruari. Datum Prage anno domini millesimo trecen-
tesimo quadragesimo nono x° kalendas Januarii regnorum nostrorum anno quarto. An einem
Pergamentstreifen das Siegel des Königs einen Adler ohne Klccblattbänder darstellend mit der
Umschrift in gothischer Majuskel: + SECRET. KAROLI DEI GRA ROMANOR REG1S SEMPER AVGVSTI
ET BOEMIE REGIS.
Charter: XVI.
Date: 99999999
Abstract: XVI. Zwei
Bestimmungen für die schweidnitzer Schneider vom Jahre 1347. Aus dem
ältesten schweidnitzer Stadtbuche f. 64TO- llAan sal
merkin, das in deme iare noch gotis geburt dricehin hundirt iar in deme sebin vnde vir-
czegstin iare, do dy rotman worin Cunczil Agnetin, Thomas von Craswicz, Pecze Bernhart,
^ Pecze Poppe vnde HermanFridil, mit der eldstin vnde allirhantwerkmeystirvnde ouch derge-
1) vergl. Tzschoppe und Stenzel US. S. 554. § 2. 24 meyne rat vnde
wille habin gemacht vnde vundin vndir deu snydern, das in der czyt vnde vriSt (so) l)
von rechte banvyer in trit noch der heylgin kirchin recht, das ist von eynir
mittirnacht, so dy vyer sich an habit, bis an dy andir mitternach(t), so sich dy vyer endit,
keynir sal arbeytin; wer dor vbir arbeyte, der sal gebin czwene grose, her sy meystir
adir knecht, vnde das sal werdin halp der stat vnde halp den meystirn. Dornoch wer
mit yn meystir werdin wil, der sal brengin brife dannyn, do her vor ge- wont hat, des,
das her sich do habe gehaldin recht vnde erlich.
Charter: V.
Date: 99999999
Abstract: V. Die Herzöge
Boleslaw, Heinrich und Wladislaw gestatten den Begoinen zu Breslau, durch die breslauer
Tuchmacher weisses und graues Tuch weben zu lassen und in ganzen Stücken zu verkaufen. Breslau, den 7.
August 1310. Original im Provinzialarchiv, Urkunden des breslauer Clarissenklosters Nr.
43. JLn nomine
sanete [et] indiuidue trinitatis amen. Cum expediat cuilibet sub preemiDencia dignitatis
constituto oppressionibus pauperum largiter intendere ac ipsos manu largiflua releuare;
igitur nos Bolezlaus, Heinricus et Vlodezlaus, dei gracia duces Slesie, Üppauie domini,
Wratizlauie et de Lignicz, tenore presencium notificamus presentibus et futuris, quod
intendentes progenitorum nostrorum pios et salubres actus iugiter inmitari, qui be-
ginas siue sorores ciuitatis Wratislauie propria habentes et in suis domibus morantes super
textura et vsu empeionis et vendicionis alborum et griseorum pannorum siue staminum
benigniter respexerunt; nos eciam considerantes predietas beginas siue sorores
uegociacio- nibus communibus minime insudare, vt earum inopia locuplecius releuetur, ex
munificencia specialis gracie permittimus et volumus, quod beginis in ciuitate
Wratislauia morantibus 8 per textores
eiusdem ciuitatis panni albi et grisei fieri possint. Quos panuos predicti coloris
eisdem non particulariter set integraliter uendere licebit in locis publicis uel priuatis. Cum
igitur priuilegium principis deceat esse mansurum, ne per consules aut textores
ciuitatis Wratislauie statuta specialia uel generalis in preiudicium presentis
permissionis fiant uel edantur, strctissime prohibemus. Vt autem presens per nos aut
nostros successores non possit inposterum aboleri aliquorum calumpnia perswadente,
sigilli nostri signaculo man- dauimus communiri presentibus testibus hie signatis:
Schamborio de Schiltberch, Syfrido List, Johanne Schamborii, Heinrico de Waldow,
Theoderico Schertelzcan, aduocato here- ditario, Winando, clauigero, et Rollone, nostro
notario, qui presencia conscripsit durante regimine consulatus consulum infrascriptorum:
Jenzonis de Gorlicz, Hildebrandi mone- tarii, Heinrici de Zitin, Nycolai de Waczenrode,
Helwici de Molesdorfh, Conradi de Swi- dennicz, Nycolai de Cindato, Thilonis de Lubauia.
Datum Wratizlauie anno domini mille- simo trecentesimo decimo vij°. ydus Augusti. Nur von Herzog
Boleslaw untersiegelt, das Siegel ganz wie bei Nr. 4. VL
Straferkenntniss wider die schweidnitzer Bäcker wegen Arbeitseinstellung und Auswanderung vom 29.
September 1311. Aus den
schweidnitzer Handwerkerstatuten f. 12 u. 13. In nomine
domini amen. Sicud radix mali germinis inmalescens pulsando colmo boni se- minis ortum
inuidet et prouentum abnegat, nisi cura sedula diligentis agricole radicitus
exstirpetur, et uelud morbi temeritas inicium quum sumit, interitum pacienti minatur et obi-
tum, nisi fidelis medici sub fido pariter et anthydoto congruenti studiosius auferatur,
ait(!) ad instar predictos (!) malis emergentibus quibuscunque in populo grauiora
subinferre po- tentibus incomoda siue dampna, ne amplius se extendant amicorum ct
sapientum pariterque malorum et potentum remedia sunt addenda; A'idelicet ut rancorum
germina iam lacius inmaleseencia si non amicorum precibus seu sapientum quietari ualeant
consiliis, saltem maiorum pareant imperiis aut potentum forciorem subeant, ut quiseant,
correctoream disci- plinam. Noverint igitur vniuersi presencium noticiam habituri, quod
accedente consensu, uerbo pariter et maudato illustris principis domini nostri
Bernhardi, ducis Slezie et domini de Ffürstenberg, de prouido et maturo consilio suorum
nobilium et magnatum pariterque dictante iudicio seu arbitrio ciuium ciuitatum suarum
omnium super excessu pistorum, quod in Swidnicz ausu nimis temerario perpetrarunt,
videlicet in eo quod in preiudicium et inparenciam supradicti domini nostri ducis et
suorum terreque grauamen et in obprobrium 41 9 et contumeliam
consulum et seniorum ciuium ciuitatis Swidnicz et in destruccionem et in calumpniam
pauperum nostrorum et omnium aliorum affluencium egenorum quadam ducti suggestione
dyabolica ciuitatem omnes vnanimiter exierunt nulla penitus causa legittima seu
racionabili precedente, talis tractatus racionabilis est habitus et inventus, videlicet quod
emendam et satisfaccionempecuniariamsatisdifficile(!)subierunt et aliam quodammodo con-
temptibilem, ut patebit: 1. Primo
videlicet quod ausum temerarium, in quo contra supradictum dominum no- strum ducem et
suos terramque tamquam filii discordie presumpserunt, cum ducentis niarcis grossorum
satisfacere sunt conpulsi. 2. Secundo
quod ob insultus et contumelias, quas consulibus tofique collegio ciuium ciuitatis
contumaciter intulerunt, ipse Nicolaus dictus Bohemus, ductor eorum et rector
temerarius, antecedente cetu vniuerso tam diuitum quam pauperum ciuitatis clara die cum
luminaribus et faculis sibimet in erubescenciam et ruborem aliis uero in gaudium et emen
dam extra ciuitatem est conductus contemptibiliter et eiectus sine spe penitus redeundi non
se recepturum in terminis dinionum sepedicti domini nostri ducis ßernhardi et fratrum
suorum neque in terminos trium dominorum ducum Wratislauiensium aliqualiter perman-
surum, quod in bannito iudicio sub pena maiore siue capitali videlicet per Collum suum
erecto digito coram omni populo ratum teuere pepigit et spospondit addiciens quod si
deinceps ciuitati racione eiusdem minas aliquas incusserit, aut aliquem de nostris
conciuibus, ubicunque locorum fuerit, uerbis uel factis hostiliter inpugnauerit, ob hanc
causam, quod per viros ydoneos et honestos valeat demonstrari, ex tunc tamquam
proscriptus et reus per sentenciam iudiciariamdebeatagitari. Ceteri uero pistores
racione eiusdem contumelie et insultus, quos consulibus et vniuerso cetui ciuitatis
contumaciter intulerunt, cum mille et ducentis karratis lapidum pro structura, quecunque
fuerit, debent satisfacere ciuitati. 3. Tercio quod
in destruccionem pauperum summopere nitebantur, ad satisfaccionem et emendam eorundem
racionabilem etcondignamlicetipsis onerabilematque grauem adductum
panisperpetuumadmiserunt extra miliare semel in septimana die dominica, siue tempora pro-
spera fuerint siue cara; non panis tamen cui(u)slibet sed tantummodo siliginei et forme
teretis et rotunde, in quacunque quantitate fuerit, paruula siue magna. Quem scilicet
panem hospites adducentes memorata die dominica a mane usque ad meridiem ex toto vendere
de bent, siue dies prolixi fuerint siue breues; ita ut cum secunda vice nona pulsata
fuerit apud fratres minores, signo dato nullus panis adueniencium in i'oro venalis
penitus habeatur. Qui si per famulos ciuitatis ad hoc deputatos inventus fuerit,
aufferri debet et ipsis consuli bus presentari, ut de ipso cum consilio seniorum
faciant, quidquid decreuerint faciendum. Similiter et de pane deposito, si inventus
fuerit, et de pane, quem aliquis adueniencium in- venditum abducere voluerit, iudicium
erit idem. 4. Item
iniunctum est ipsis nostris pistoribus firmiter et districte, quod nullus ipsorum cum
pane suo occupare debeat plura scampna; sed vnusquisque per semet VIII. 2 10 ipsum
satisfaciat suo scampno, ita quod in eodem et in domo sua panis sufficiencia habeatur. 5. Item
prohibitum est et iniunctum ipsis nostris pistoribus, quod extra scampna sua prope
currus adueniencium nullatenus constare debent, secundum quod primitus ex quadam
indulgencia seu concesso facere consweuerunt, neque ipsis aduenientibus disswadere uel
prohibere debent adductum panis aliqualiter susurro, prece uel precio siue minis. 6. Ceterum de
regimine habitudinis ipsorum inter se et ciuitatem taliter est ordinatum, quod prorsus
nullas constituciones priuatas speciales uel occultas statuere nec habere debent, nisi
quas ex concessione sev permissione consulum et seniorum ciuitatis habere poterunt
licite et aperte. 7. Item
specialiter est ipsis nostris pistoribus prohibitum et iniunctum, ne quisquam ipsorum
penitus plures porcos, quam 18 ad inpignandum teneat aut reponat et duos dis- currentes
emissarios pro coquina. 8. Insuper
appositum est et adiectum ipsis nostris pistoribus in subsidium et solamen, quod nullus
penitus aduenarum panem adducencium ipsos perturbetin aliquo nec molestet, quod ab ipsis
sine omni inpedimento faciendum est eciam vice versa. 9. Si quis
ipsorum huic edicto uerbo rebellis inuentus fuerit vtrobique probabili ra- cione, cum
suis denariis congruenter satisfaciant ciuitati; si uero factis, quod similiter de-
monstrari poterit racione, foro iudiciario commitetur. Si quis uero predictorum pistorum
nostrorum ausu temerario contra quempiam conciuium nostrorum, diuitem uel egenum,
paruulum siue magnum, verbis presumpserit ostensiue, ob hanc causam secundum decretum
ciuium satisfaciet') ciuitati. Si uero factis uel operibus, quod eciam monstrari ualeat ra-
cione, non pena aliqua pecuniaria puniri debet, sed maiore siue capitali sentencia
similiter subiacebit. Et ut hec
omnia supradicta per ipsos et ipsis inviolabiliter obserue(n)tur et pro memo- riali
perpetuo tenea(n)tur ut in posterum ab hoc simili summopere caueatur, presens hicce^)
patensque cyrographus est contextus ipsius Lewskonis aduocati hereditarii pariterque
ciuitatis sigillorum appensionibus roboratus. Actum et da tum et in bannito iudicio con-
firmatum presentibus hiis et testibus ad hoc sumptis dominis etmilitibus, domino Hermanno
de Reychinbach, Hartnianno de Ronaw, Riperto Vnvogil, Hermanno Rufio, Lewtkone, aduo-
cato hereditario, Gerhardo, provinciali, Ludwico pistore, Heynmanno deThow, Henrico
Agnethis, Conrado Vngaro, Henrico de Pythin, Heynrico Wlture, Ludwico Görlicz, scabi-
nis, Dithmaro Herculis, Ebirhardo Habnicht, Nicolao Reichinbach, Hermanno Stuthefil,
Johanne Berinwalde, consulibus, et magistris officialium omnes(!), qui fuerunt eo
tempore, dum talia agerentur, et aliis quam pluribus fidedignis anno domini millesimo,
trecentesimo vndecimo in festo beati Michaelis archangeli. ') Handschr.:
satisfacies. 2) Handschrift: hie eo. 11
Charter: LXI.
Date: 99999999
Abstract: LXI. Herzogin Agnes
von Schweidnitz stellt die Kammerherren zu Reichenbach in dem alleinigen Rechte des
Gewandausschnittes wieder her und schafft den Gewandaasschnitt der Weber daselbst, welchen denselben
Herzog Boleslaw 1367 verliehen, als unrechtmässig ab. Schweidnitz,
den 28. Februar 1369. Original im
Provinzialarchiv, Urkunden der Stadt Reichenbach No. 14. Wi ir Agnes, von
gots gnadenherczoginne yn Slezien, frouwe von Furstinberg zu derSweid- nicz vnd zu dem
Jauwor, tuen kunt eweclich vnd bekennen offenlioh mit disem brieue allen den, die in
sehen, horen odir lesen, daz yn dem iare, do man czalte noch Crists gebort drei-
czenhundert iar dornoch yn dem sebenden vnd sechczigisten iare am dinstag yn den oster-
heilgen tagen (20. April) quomen die wewer von Rychenbach kegen der Lobow vor den
hochgebornen fursten vnd herren ierczogen Bolken, etswenn herren zu der Sweidnitz vnd zu
dem Jauwor, vnsern lieben gemahelen vnd herren, dem got gnade, vnd kouften daz
gewandsnyden doselbist zu Rychenbach yn der stat wedir in, daz die gewandsnyder vnd
cammerherren von Rychenbach wedirsprochen doselbist yn seiner kegenwortikeit vor im
steende. — Dornoch alz man czalte noch Crists geburt dreiczenhundert iaryn dem neunden
vnd sechczigsten iare an dem sontage (25. Febr.), alz die heilge kirche singet reminiscere
noch tode dez obgenanten vnsers lieben herren quomen die gewandsnyder vnd camerherren
von Rychenbach vor vns vff das hous zu der Sweidnicz vnd clageten vns, daz die obgenan
ten wewer daz gewandsnyden zu Rychenbach gekoufft hetten, daz ir rechtis erbewere, vnd
bewyseten daz mit dryen reten der stat Rychenbach, daz is von vzsaczunge der stat Rychen
bach ir rechtis erbe were. Sie bewyseten ouch, do sie den egenanten kouff vor vnserm her
ren wedirsprochen, daz in vnser herre der herczog, der obgenante, iren brieff zureis,
den sie obir daz gewandsnyden gehabet hatten, vnd boten, daz wir sie wedir zu irem erbe,
dem gewandsnyden, von vnsern gnaden wysen wolden. Zo boten die egenanten wewer von
Rychenbach, die ouch doselbist vor vns kegenwortig stuenden, vnd mit namen: Jekel
Wygaudisdorfi, Hannos Czorner, Nickel Winter, Hannos Küler, Hannos Pfaffendorf vnd Petir
Czippfel von iren wegen vnd ouch von irer ganczen gemeinde wegen, die iczunt we wer sint
zu Rychenbach vnd hernoch yn kunftigen czeiten doselbist wewer werden, daz wir 1) Zwei der
hier als Aellesten genannten Personen waren nach den Angaben des Stadtbuches 1362, zwei 1363,
die übrigen 1364 Rathmannen. 62 sie bie irem
kouffe noch lute irer brieue behalden wolilen. Die czweiuuge vnd den krieg bedachten
wir, wann vnser vorgenante etat Rychenbach do von vorterben mochte vnd vn- der in ouch
selben grozzer krieg vnd czweiunge entsteeu mochte, vnd entschieden daz mit rate vnser
getruwen manne vnd ouch mit rate vnser getruwen stete mit beider teile willen vnd gelob,
wann sie is mit bedachtem mute vnd vmbetwungen goben yn vnser hende in beidersyt
vngewaldig, daz die obgenanten gewandsnyder vnd camerherren von Rychenbaeh bie irem
gewandsnyden bleiben sullen daz ir rechtis erbe ist, alz sie is von aldirs gehabet
haben; abir einen strycher sullen die selben gewandsnyder vnd camerherren seczen. Der
selbe strycher sal haben von iczlichem tueche einen heller; denselben heller sal geben iener,
der daz gewand keuffet, er sei burger odir gast, vnd dieselben heller sullen ouch heben
vnd haben die obgenanten gewandsnyder vnd camerherren vnd die diener des kouf huses do-
mete halden. Zo sullen die oftgenanten wewer weren fier vnd dryssik ellen an iczlichem
tueche den gast alz den burger; wörde abir ein tuech vordicket, daz man daz küntlich
köre; gebreeche dez eine halbe elle, daz sal nicht zuuore ') steen. Dasselbe
gewandsnyden ha ben wir von vnsern furstlichen gnaden den obgenanten gewandsnydern vnd
camerherren wedir gegeben vnd wedirgelegen vnd geben vnd lyen is in, iren erben vnd
uochkomelingen mit kraft dicz briefs yn der mazze vnd vnderscheide, als obengeschriben
steet, zu alle dem rechte vnd nucze vnd zu allen den wirden, alz sie is von aldirs
gehabet haben, erblich, eweclich, gemachsam vnd vngehindert von vns vnd allen vnsern
nochkomelingen, fursten dicz landis, zuhaben vnd zu besiczen vnd alzo vornemelich, daz
nymand zu Rychenbaeh ge wand snyden sal mit der ellen, wann die obgenannten gewandsnyder
vnd camerherren do- selbist. Sunderlich bekennen wir ouch, daz dieselbe obgenante
berichtunge vnd entschei- dunge ist gescheen mit willen vnd gunst vnser ratmann zu
Rychenbach Nickels Steyn- brücke, Hensels Tanwolf, Hanken Sydels, Hensels Schonewald vnd
Heinen Tisschelechers vnd ouch mit willen vnd gunst der stat Rychenbach eldisten,
hantwerkmeister vnd geswo- ren. Mit vrkund dicz briefs, den wir mit vnserm grösten
anhangendem ingesigel vorsigelt haben lazzen werden, gegeben zu der Sweidnicz an der
nehsten mittewachen noch dem sontage, alz die heilge kirche singet reminiscere, do man
czalte noch crists gehurt dreiczenhundert iar dornoch yn dem neunden vud sechczigsten
iare. Dez sint geczeug vn ser lieben getruwen her Heinke vonMeienwalde, von Czedlicz
genant, her Hentschel von der Rybenicz, her Heinke von Redirn, her Bernhard von
Furstenstein vnd her Hentschel Koppe, gebruder von Czedlicz genant, her Nickel von dem
Swein, Nikkel von der Rybenicz, Nickel Bolcze, vnser hofemeister, Nickel von
Sachenkirche vnd ouch vnser getruwen Jekel Hirsel, Hensel Fridel, Hannos Tschope, Nickel
Hofeman, Petir Schönkromer, ratman vnser stat Sweidnicz, Hensel Swenkenflegel, Hensel
Sydelman, ratman vnser statStregon, Petsche Elle, ratman vnser stat Lauwenberg, Hensel
Doring, Mertin Pussch, Hensel Obe, ratman !) So! vielleicht
fur: zu kore. 63 vnser stat
Hain, Junge Hannos, ratmanzu dem Bonczlaw, Cunod von Ludwigsdorfl, Girlach Bekker,
Nickel Lomölner, ratman vnser stat Hirsberg, vnd Petir von Czedlicz vnser lant-
schreiber. An grünen
seidenen Fäden hängt das grosse Siegel der Herzogin Agnes.
Charter: XX.
Date: 99999999
Abstract: XX. Brauordnung
der Stadt Striegau von 1349. Aus dem
ältesten striegauer Stadtbuche f. 5T°- u. 6. -Liodem anno
hec statuta supscripta per consules prescriptos et seniores ciuitatis pro com- muni bono
sunt dictata: 1. Primo quod
nullus emere debet ceruisiam in diuersis cellariis simul, sed in uno tan- tum, qua
exhaustaiterum in alio cellario emere poterit sibi, si placebit, sub pena unius marce. ') Vergl. die
vorhergehende Urkunde. 4* 28 2. Item due
persone ceruisiam pariter emere et emptam propinare nondum debeut, sed tantum una sola
persona sub pena unius marce. 3. Item nullus
in domo illa, vbi ceruisiam emerit, debet propinare, sed ipsam ad domum propriam uel
conueutam trauere et inibi propinare penam per jam dictam, nisi in domibus viduatis, id
est hospite uel hospitissa racione mortis, uel infirmitatis, uel absencie, uel alterius
rei causa racionabilis priuatis. 4. Item nullus
ceruisiam propinare nec braxare debet, nisi habuerit domum propriam uel conuentam, per
penam prius dictam. 5. Item nullus
ceruisiam prius cum vase emptam alicui in ciuitate existenti et propinare volenti
reuendere debet, nisi emens extra muros ciuitatis voluerit eandem ceruisiam depor- tare
uel solus hie in ciuitate cum familia sua epotare, uel si forte emens duas mensuras pro
uno nummo voluerit propinare, per penam predietam. 6. Item
quicunque debita sua credita, certa uel incerta, vuum annum integrum exaccionauerit siue
de eis exaccionem dederit, hie amplius de dictorum debitorum exaccio- nis onere medio
tempore, quo sibi non fuerint persoluta, sit solutus; si vero fueriut sibi so- luta, de
eis iterum, quod ius est, facere debet et tenetur. 7. Item omnis
volens conuiuari uel nuptias celebrare, hie ad maius sex ioculatores ha bere debet et
non plures; pauciores autem habere poterit, sibi(si)') libebit, et cuilibet horum vnum
lottum tantum dabit et dare debet; qui vero plures habuerit ioculatores, uel ipsis plus
quam vnum lottum dederit, hie vnam marcam ciuitati erogabit pro emenda. Si vero alicui
missi fuerint ioculatores aliunde, cuilibet horum vnum scotum tantum dabit penam per jam
dictam.
Charter: XXIX.
Date: 99999999
Abstract: XXIX. Ordnung des
glatzer Fleischmarktes vom 12. September 1354. Prov.-Arch.,
glatzer Signaturprotokolle 1473—99 f. 11 T° u. 12. als Transsumpt einer Urkunde von 1477. VY ir
schopffer der stad czu Glacz, Johannes Czedirwange, Cunat Hierolt, Niclas Cune- walde,
Heinrich von Wunschilburg, Pesco Grewl, Nickel von der Wilcz, Mysko Beine, Nickel
Bluweg, Heinel Schram, Pesco Hopffel, Pesco Noldil, Belczel Beer thun kund, das der
streybar ritter, herr Beuesch von Chusing, vnser hewptmann, czu suchten vnd zu ent
scheiden mancherley krig vnd gebrechen, der lange zceith geslichen zwuschen burgern,
beckenn an einem teil vnd denfleichawernvondem anderen teile, hat gewerett,vnddas(sie)')
furbas ane krig bleybin, had er nach deme gebot vnd geheiss des hochwirdigin vnsers gne-
digin herren, herrn Karul, Romischen keysers, zu allen zceiten mererdes reichs vnd konigs
der Behmen, auch mit willen vnser eldisten vnd vnser gemacht, geordent vnd geschicket: 1. Czu dem
ersten, das im furbas mehr eyn iglichr burger der stad czu Glacz gebruet schweinen
seyten, wie viel der wil an zcal wol moge machenn vnd vngehindert, weme er wil, in der
stad vorkawffen, dach also, das die seyten sullen werdin gefuret zw nocz aus wendig der
meyle vnd zuuorzeren; wer das bricht, der gebe ye von der seyten vier gro- schen zu
busse. Auch mag eyn iglicher burger rittern vnd knechten, die vnnsers herrn mann seyn,
Seiten vorkewffenn an' ware inwendig der meyle zu noczem. 2. Auch hat er
von keiserlichem gebot vnnd geheysse geschicket, das ckeyn burger vn- gesalczen fleisch
nach schoppffenfleich in der stad vorkewffenn (mag)2). Wer das bricht, der gebe von dem
stucke vier groschenn, vnd das gericht sal sich des fleischs vndir- wenden. 3. Auch ist
von en gemacht, das keyn awswendig mann fleisch gebrutens, vngesalczeus adir
schoffenvleisch hie in der stad sal verkewffen. Wer das bricht vnd obirwunden wird, der
gebe ye von der seyten vier groschenn. Aller der vorgenantefi bussen sal dem richter eyn
dritteil ane wedirrede gefallen. Zw gewissen vnd czu gezwgnis deses gebotes vnd ge-
heyses in der stad ingesegil an dessen brieff gehangen mit vnser ganczen wissen, der gebin
ist zw Glacz an dem nehsten freytage nach vnser frawen tag der letzet nach gotis geburt
m ccc vnd in dem firden vnd funffczigsten iare. i) fehlt, *)
fehlt. G* 44
Charter: LI.
Date: 99999999
Abstract: LI. Der Rath zu
Breslau beurkundet, welche Tortheile er den Beckenschlägermeistern Thilo, Hano, Jordan und Heinrich
von Gandersheim zugestanden hat, um sie zur Niederlassung in Breslau und zum Betriebe ihres
Handwerks daselbst zu bewegen. 16. März 1377. Aus dem
Antiquarius des breslauer Stadtarchivs f. 137TO und 138. VV ir ratmanne
czu Breslow tun kunt allen, dy desin brif ansehin adir hoi-in lezin, das wir mit rechtir
merkunge gewegin habin, wy wir dy irbirn manne meystern Tilen, Hannosen Jordan vnde
Heinrichin, brudir, genant von Gandirsem, dy do becken machin, durch eris hantwerkes
wille czu vromen der stat von vremdin lendin czu vns habin geladin vnd geruft; dorutnme
mit rate vnser scheppfin, gesworne vnde alle vnser aldistin welle wir dy egenan- ten
brudir mit vorteyl sundirlichir genadin begoben, vnde vorlien en volkomene macht, das
sie vnde ir iczlichir eyner ane alles geschossis geswernisse in vnser stat, dy wile se leben,
vry vnde los siczen vnde wonen sullen. Dorczu globe wir ane alle wedirrede den selbin
brüdern eyn hws czu schicken vnde schaffin, das se von desim tage obir vir gancze iare
dor- ynne wonen sullen frie ane allen czins. Czu orkunde des habe wir desen briff mit
vnser stat ingesegel beysin vorsegiln, gegeben am dinstage noch inuocauit noch gotis
geburt tusint dry hundirt iar in deme sebin vnde sebenczigisten iare. 10* 76 LH. Ordnung des
zweiten der Stadt Schweidnitz verliehenen freien wöchentlichen Brotmarktes vom 21. Juli
1378. Original im
sehweidnitzer Stadtarchiv II. HH. 3. Wi ir Agnes, von
gots gnaden herczoginne yn Slezien, frouwe von Furstinberg, zu der Sweidnicz vnd zu dem
Jauwor, tuen kunt vnd bekennen offenlich mit disem brieue allen den, die en sehn, horen
adir lesen, daz mir mit woluorbedachtem mute, mit rate vnser getruwen manne vnd
sunderlich mit rate, willen vnd gunst vnser getruwen . . ratmanne vnser stat Sweidnicz
durch fromen, nucz vnd besserunge willen derselben vnser stat, des armuts vnd der
ganczen gemeynde doselbist zu gnaden gegeben haben no vnd ewiclich der egenanten vnser
stat Sweidnicz, daz man doselbist yn der stat sal vnd mag haben eynen ewigen freien
markt an brote yn iczlicher wachen an dem donrstage den ganczen tag; vnschedelich dach
dem freien brotmarkte, den dieselbe vnser stat vormols hat an dem sontage, den sie ouch
zu disem freien markte haben vnd halden sal yn allen den wirden vnd gnaden, alz die ob-
genante vnse stat vormals brieue l) dorobir hat; alzo vornemlich, daz die vorgenante vnse
stat alle wachen zwene freie markte an brotkouffe sal vnd wirdt haben; eynen an dem son
tage, den andern an dem donrstage allir sachen vngehindert, daz getreide gelde vil adir
wening, von wannen man daz brot brenge, es sey kleyn adir groz. 2. Vnd
dasselbe brot sal man an iczlichem derselben tage gar vorkouffen vnd nicht von dannen
furen, noch ynlegen, noch . . den bekkern doselbist yn der stat vorkouffen yn dhey-
neweis. Geschee dowider icht, zo sullen vnd mogen . . die ratman doselbist, die iczunt
sint vnd ire nochkommen, die zukunffticlich ratman doselbist werden, dasselbe brot, daz
alzo weggefurt, yngeleget adir vorkoufft wirdt, lazzen nemen vnd geben armen leuthen yn
daz spital, adir wohen sie zu rate werden. 3. Ouch sullen
. . die bekker yn der stat doselbist, die ynnunge mittenander haben, die egenanten zwene
tage uff schragenen vnd sunderlich uff eynem orte vnd nicht vnder den andern bekkern ir
brot veyl haben vnd vorkouffen, wo daz . . die ratman kiesen. 4. Sunderlich
meynen wir vnd wollen, daz wider disen brieff vnd seine gnaden nymand werben sal
heymelich noch offenbar; sunder derselbe brieff sal mit den gnaden vnd wirden an allen
stukken vnd artikeln, die er yn ym besleuzzet, ewiclich worhafft vnd vnuorrukt bleiben. 5. Were ouch
daz sache, daz ymand zo turstig wurde, der von seiner torheyt adir sust yn bozheyt
wandilbar brot zu markte brechte vnd veyl hette, dasselbe brot sullen ouch die
vorgenanten . . ratman lazzen nemen vnd sullen vnd mogen den, der eyn sulchs getan hat,
bessern, wie sie dez zu rate werden. ') Vgl. Nr.
XIV. S. 21. 77 6. Ouch
gebieten wir vnd wollen ernstlich bei vnsern hulden, daz nymand sal den andern
vordenken, veden noch obilhandeln mit worten noch mit werken; vornemelich . . die bekker
yn der vorgenanten stat Sweidnicz gesessen andre bekkere noch andere leuthe yn derselben
stat, die sie leicht dorumbe vordenken, daz sie dise sachen gefurt adir vsge- tragen
hetten. 7. Nymand sal
ouch . . die bekker yn derselben stat gesessen obilhandeln. 8. Geschee
abir dowider icht, daz ymand den andern obilhandilte mit worten adir mit werken,
denselben adir dieselben sullen vnd mogen die obgenanten . . vnsere ratman adir ire
nochkommen dorumbe bessern, zuchtigen vnd wandeln vnd mit eynem alzo schicken vnd
machen, daz es andern eyn beiczeychen sei, vnd daz man dornoch eyns sulchen von andern
obirhaben bleibe, vnd ab denselben ratmann daz zu tuen czu swehr wurde, zo sullen vnd
wollen wir vnd vnsere nochkommen en dez behulffen sein mit üeizze, daz sie daz deste baz
volbrengen mogen. Mit vrkunde dicz brieffs vorsigelt mit vnserm anhangendem inge-
sigele. Gegeben zu der Sweidnicz noch Crists geburt dreiczenhundert iar dornoch yn dem
achtundsebenczigistem iare an dem heylgen obande des tages sande Marie Magadalenen.
Dobei sint gewest vnsere lieben getruwen her Herman von Czetheras, vnser hofemeyster,
her Reyntsch Schoff, her Gunczel vom Sweine, her Hentschel Koppe von Czedlicz, her Hans
von Czirnen, Gunther von Ronow, HeynrichWiltberg, Gotsche Schoß, Heynrich von Profen vnd
Hans von Slewicz, vnser lantschreiber, dem wir disen brieff haben beuohlen. An grünen
seidenen Fäden hängt das Siegel der Herzogin. i>m. Löwenberger
Mühlenweisthum durch Aufzeichnung des Herkommens festgestellt am 20. Juni 1382. Einfache
gleichzeitige Abschrift auf einem losen Pergament!)latte im löwenberger Stadtbuche. liach crists
geburt driczenhundert iar in dem zwei vnd achtczigsten iare an dem vrytage vor send
Johannis tage by Jacob Göswins gecziten, der burgermeister was, vnd synen rat mannen
Nitsche Crosschwitz, Nicclos Yflrid, Hannos Buman, Franczen Heuenheynczen clayten die
mulhern eren gebrechen, den sie vndir enander hetten, vnd hatten in ouch vor- mols vor
ioren dicke vnd oft geclait: des worden sie zu rate vndir enander mit eren eldil- sten .
., schepphen vnd hantwerkmeistern, wes sie vndirwiset wurden von den eldisten, als mans
von aldirs gehalden hette, also welden sis gerne halden; des wurden sie vndirwiset in
alle der masse, als hernoch geschriben stet: Zum ersten:
Vor den erlyn zur rechten hand vor dem wer solden die dry molen vegen den mulgraben
gliche zu, bis an die moel, vnd die obirste moel sal halb vegen, als von aldirs gewest
ist. Nedewendig der obirmoel sal die moel den graben vegen alleyne bis an die 78 nehste brucke,
als von aldirs recht gewest ist. Das wer nydewendig der brucken sullen sie glich wegen
noch dem alden rasen vnd sullen die pfele abehouwen glich dem were, vnd obwendig der
ersten steynbrucken an dem mulgraben sullen sie ouch glich dem rasen die holcz legen,
vnd zwischen der moel vnd der brucke sullen sie lassen eyne vrie trenke, das man vs vnd
in geryten moge an dem vbir kegen der stat an dem swinkoben. By dem Smo- teren l) sullen
sie die vlutrynne halden mit zwen schutzebreten. Die nedirsten molen sullen sie ouch
vffczien mit rate der obirsten, wen vlut adir yss get, vnd die vlutrynne vbir den
Smoteren sullen sie machen mit dryn iochern nicht mit viren. Die nydersten sullen ouch
den Smoteren halden mit vlutrynnen vnd vbervestenen, das er dem graben nicht geschaden
möge. Sosullendienedirsten molen vegen hinder send Niccloskywche(!) glich den alden delen
tiff, vnd sullen do selbst den graben glich vertigen die crumme zu vortrybend glich den
alden delen, die noch sten in dem graben, vnd an der nedirsten vlutrynnen sullen die
nedir sten molen halden zwei schutzebret, als von aldirs. Vnd die vlutrynne by
Schonhemde, do der Goren3) vbir vlusit — do sullen die delen vir vinger dicke syn, das
man sie gespun- den moge, vnd als wyt der grabe ist by der vlutrynne, also sal er syn
bis an die kore, vnd sullen den graben tufen bis an den grundboum, vnd by der trenke
sullen sie vegen bis vfl den alden grund. By der gassen moel ist eyn brucke gewest, die
hat Niclos Sideler gehal- den von aldirs. Vnd den (!) gatir by der trenke sal ouch nicht
do syn, vnd sal eyn vbir syn, als is von aldirs gewest ist. Vnd nedewendig der gassen
moel sal man ouch den gra ben tüfen glich den alden delen tiff, die nedewendig in dem
grunde legen. Wil die gassen moel haben den veldgraben, den sal sie vertigen als verre,
als sie wil. Wen die spitalmoel wasser gnug hat zu vir raden, das ander wassir mogen sie
in dem veldgraben abelassen gen, als von alders gewest ist. Obwendig dem vorte zu den
wezen sal man den graben wyten eyn ele kegen der stat werd an dem vbir als von alders.
Nedewendig der spitalmoel ufl die rechte hand an dem vbir sal man ouch den Z3)tschün
vsrümen vnd brechen bis an das alde vbir vnd sal tüfen den graben ufl'den alden grund
vnd allis nyder bis an die wyden, die am alden vbir noch sten kegen dem hayuischen were.
Nedewendig dem haynischen were uff die lynke band sal man die crumme an dem grabe
wandlen als von alders. Von dem nedirsten Gosen were: das sal man von dem pfole, der uff
dem sande stet, bis do der stok stet, do ingehouwen ist, sal man das wer glich zu machen
vnd gerichte zu, vnd sal die holczir, die ufl das wer genagilt syn, abebrechen vnd sal
den slund vnd den graben tüfeu vs, als recht ist, ufl den alden grunt. Eyne vrie vmme
kor sal ouch syn by der gassen moel. Ouch sal die obriste moel noch die mittelsten
winterczit das yss nicht houwen, wen mitten uff dem graben, vnd sullen das gehouwe yss
vsczien vnd nicht weg vlosen in dem graben. i) Ein
Flüsschen das vor Löwenberg in den Bober geht, heut nach dem daiangelegenen Dorfe desselben
Nu- mens der Si'hmottseifen genannt. 2) Ebenfalls
ein Nebenflüsschcn des Bobers heut der Goren- oder Görisseifen genannt. s) Ein Buchstab
ist vollständig verschwunden. 79
Charter: XV.
Date: 99999999
Abstract: XV. Herzog Bolko
ordnet den Weinschank und den Holz und Hökermarkt zu Schweidnitz. Schweidnitz, den 30.
Januar 1345. Original im
schweidnitzer Stadtarchiv II. LL. 1. Wi, ir Bolke, von
gotis genadin herczoge von Slesie, herre von Furstinberg vnd czur Swide- nicz, tun kunt
vnd bekennen offinbar in disem brife, daz wir roitgutim bedochtin mute vnd mit rate
vnsir getruwin manne vnsin getruwin raflütin vnd burgern czur Swidnicz vnd der !) Original:
am. *) Original: vnserm. 23 selbin stat
durch eyns gemeynin nuczes willen beyde, der richen vnd der armen, vnd ouch durch des
dinstis willen, das sy vns dicke habin willeclichen getan, vnd habin yn vnd der selbin
stat Swidnicz gegebin czu andirn rechtin, dy sy habin, sulche ewege recht in der sel bin
stat Swidnicz czu habin, als her noch geschrebin stet: 1. Czum ersten
male gebe wir in czu rechte: Welch man win schenkit in der stat Swidnicz, deme sal man
geldin das wingelt bin eynem mande, daz ist bin vir wochin, dor- noch das der win vsget.
üornoch wen dy vir wochin ende nemin, wer ym dor vbir schul- dik blibet, beklayt her yn
vm das wingelt; ab her is bekennet, so sal he is ym czuhant gebin, daz ist by tagis
lichte. Ist abir, das her is leukint, so sal her ym dovor czu hant tun eyn vnvorczogin
recht. 2. Ouch gebe
wir yn czu rechte, daz keyn man sal czimmer, gesnetene bret, lattin vnd rynnen brengin
in dy stat an deme dunirstage, wen markt ist, durch des willen, ab vuyr vs queme adir
eyn vsloufen in der stat wurde, das man sich mochte bekerin dorinne *). 3. Dornoch
gebe wir in daz czu eyme rechte, daz alle dy, dy do wollin hokinwerkin vnd pfrainwerkin
in der stat Swidnicz, — allis das, daz sy vorbas wollin vorkoufin vnd vshokin, daz sie
das sullin holin vnd koufen in andirn stetin vnd uf andirn merktin vnd nicht in der
stat, ys sy cleyne adir gros.* Welchir abir dorubir tete, deme sal man nider legin sin
pfrainwerk, bis daz her is kein der stat wydertut. Des habe wir
vnse ingesegil an disem brif lazin hengin czu eyme vrkunde vnd czu eyme ewegin
gedechtenisse dirre rechte. Gegebin czur Swidnicz an dem suntage vor vnsir vrowin tag
lychtewy noch gotis geburt tusent iar, dryhundirt iar in deme vumf und vyr- czegisten
iare. Des sint geczug vnse getruwin man her Tam von Sidelicz, her Kekil von Cirnen, her
Reynczk Schof, her Weniuckint von Cirnen, her Conrad von Cirnen, Rudger von Wiltberg vnd
Kunczelin vnse lantschriber. An roten
seidnen Fäden hängt das gewöhnliche Siegel des Herzogs.
Charter: IX.
Date: 99999999
Abstract: IX. Artikel, zu
deren Beobachtung sich die breslauer Garuspinner in ihrem gewerblichen Verkehre mit den dortigen
Tuchwebern verpflichtet haben. 1324. Aus den
breslauer Handwerksstatuten p. 10. N och dem iare
gotis thusiut iar ccc iar in deme vir und czenczegisten iare do geschach eine
berichtunge vor den rathman czwissohin den webirn und den garnczugern in sulchir wise,
das di garnczuger sich des vorlobetin habin (!), das si kein garn vorbas me bindin
sullin mit keinim baste, sundir mit deme selbin garne. 2. Se in
sullin ouch kein bose garn undir das gute niengin; das gute sullin si besundirn
vorköufin unde das bose besundirn, ikslichis noch sime werde. . 3. Vorköufte
ouch ein garnczuger einim webir garn, das fuchte were, das 'sal im an der wage ane vor
sten bi eime pfunde l).
Charter: LXIV.
Date: 99999999
Abstract: LXIV. Drei Willküren
für das liegnitzer Fleischerhandwerk aus den Jahren 1394,1395 and 1399. Aus den
liegnitzer Handwerkerstatuten f. 27. D i meister der
fleisscher habin vns hernochgeschrebin ratmanne gebeten, daz wir mit en machtin vnd
obireyne qwemen vm das, was vnd wy vil eynir, der yn ir ynnunge treten wil, gebin sülle;
des machte wir mit irem willen vnd von irr bethe wegen, wenn si sprachen, daz is der
ganczen gemeyne des hantwerkis wille were, daz iczlicher, der in der fleisscher ynnunge
treten wil, gebin sol czur ynnunge 12 gr., 6 gr. der stat vnd 6 gr. dem hantwerke, i) Fehlt. 2)
Handschrift: fyr. 95 vnd czwey
pfund wachs auch dem hantwerke. Gescheen czu der czit, do Jorge Gythan burgermeister
was, Petir Slotnig, Niclas Crebil, Hannus Hertil, Jocob Bozeuerkil vnd Niclas Grybean,
(ratmanne), anno domini M° ccc° xcnn°. 2. Ouch wenne
eyns meistirs son in ir ynnunge treten wil, der sol des vorgenanten firdungis grosschin
ledig syn, vnd czwey pfund wachs di sol her dem hantwerke gebin; das haben di meistir
vor vns bekant, daz is alzo gemacht sy. Das ist gescheen czu der czit, do Pauwel
Brockotindorff burgermeister was, Hanco Weller, Mathis Tammendorfi, Nicolaus Viaw,
Martinus Mysner vnd Niclas Grybean, ratmanne, daz di meistir das vor vns bekanten. 3. Ouch ist
gemacht mit rate vnd willen der eldisten vnd mit den gesworn vnd meistern der
fleisscher, daz iczlich leriunger, der das hantwerg lernen wil, geben sol eynen firdung
gr., dem hantwerke 8 gr. vnd der stat 4 gr. Das ist gescheen, do Petir Slotenig burger
meister was, Petir Hezeler, Niclos von der Heyde, Mathis Tammendorfi, Heynke Grybean vnd
Petir Lutirbach, ratmanne, noch gotis geburt towsund dryhundirt iar in dem newn-
vndnewnczigisten iare.
Charter: XXXIV.
Date: 99999999
Abstract: XXXIV. Gesetze über
den Handel zu Breslau vom 24. Juli') 1360 2). Aus dem
Stadtbuche des breslauer Stadtarchivs genannt der Antiquarius fol. 38TO — 40. W ir ratman
der stat Breslow bekennen offinbar an desim briue, daz wir mit rate vnser eldistin vnd
geswornen vnsern willen dorczu haben gegebin von der vorbenanten vnser stat wein, das di
erbern Iwte, kouflute vnser vorbenanten stat, habin vnser stat czu erin vnd in czu nücze
bedocht vnd gesaczt czu haldin mit vnsim rate vud gewissin dise hernoch- beschrebenen
zachin als wit, als der vorbenanten stat Breslow wicbilde beuangen hat, by den busen, di
hernoch beschrebin sten: 1. Czu dem
allirerstin, das ein iczlich man trybe koufmanschaft, di gotlich, erlich vnd recht sye,
das der stat kein bose wort do von in andern landen vnd stetin icht entste. 2. Ouch sal
kein man gelt vf golt lyen adir gebin noch vf keynirleye ware, sye en sy denne do
geginwertig, daz her sye sehe vnd ir gewaldig sye. 3. Is sal ouch
nymant golt noch guldin gelt vorkeufin, wenne vmme bereit gelt. Swer das breche, der sal
gebin von iczlicher marke goldis eyne mark grosschin vnd vom goldinne (gelde?) eyn scot
pfenninge. 4. Is sal ouch
nymant vorborgin gewant, kuppfir, wachs, pfeffir noch keynirhande ware einis vremdin
mannis, der vnse burger nicht enist. Wer das breche, der sal gebin von der marke eynen
halbin virdung. 5. Is sal ouch
kein man vnder den koufkamern pfaffingut noch kein gut hantiren, do von her in wjnnunge
gebe, vnd do von der stat kein recht geschit. Wer do wider tete, der sal gebin yo von
der marke eynen halbin virdung. 6. Is sal ouch
nymant gewant ader keynirhande war, di her vorkouft hat, selber wider- keufin adir
widervirkeufin, deme her sye verkouft hat, noch in syner gewalt vbir nacht be l) Die Datirung
ist nach von der Hagens Geschichte u. Beschreibung des breslauer Tuchhauses Breslau 1821,
welcher das jetzt verloren gegangene Original noch benutzen konnte; nach seiner Angabe
S. 20 war es am Abende vor dem Tage st. Jacobs des Apostels ausgestellt. Mit dem s.
Jacobstage ohne weitere Bezeichnung pflegt ge wöhnlich das Fest des älteren Jacobus (25.
Juli), gemeint zu sein, wie auch hier angenommen worden ist. Im An tiquarius steht die
Urkunde zwar zwischen zwei anderen vom 17. und 26. Juni desselben Jahres. Da in demselben
jedoch keineswegs die chronologische Reihenfolge der einzelnen Aufzeichnungen streng
gewahrt ist, so ist bei der Datirung von der Stellung der Urkunde in diesem Stadtbuchc
ganz abgesehen worden. Andernfalls müsste an genommen werden, dass sie am Vorabende des
Festes des jüngeren Jacobus, des Sohnes des Alphaeus, (21. Juni) ausgestellt sei,
welcher Tag allerdings zwichen 17. u. 26. Juni fällt. 2) Ein grosser
Theil dieser Gesetze §§ 1—10 gehörte bereits einer Urkunde des Jahres 1339 an, da von der
selben jedoch weder das Original noch cinigerroassen zuverlässige Copien erhalten sind,
sondern nur eine äusserst unkritische Uebertragung in das heutige Deutsch, welche
sehles. Prov.-Blätter N. F. 1866. S. 24 — 26 abgedruckt ist, so ward für diese Sammlung
von einer Wiederholung des Abdruckes Abstand genommen. VIII. 7 50 haldin.
Spricht her aber, is ensye im dennoch nicht vorgewisset, so bite her ir nymande an, bis
sy im vorgewisset sye, vnd losse sye yenen denne selber hinwek tragen vnd selber
verkeufin; swer das breche, der sal gebin yo von der marke grosclnn einen halbin virdung. 7. Is sal ouch
nymant das, daz her vorborgit hat, schatzin, swas is geldin möge, vnd di wile gelt lyen,
wenne do von wechsit gerne hernoch boze rede. 8. Is sal ouch
nymant dem andern synen koufman intspehin, noch eyme andern syne ware krenkin adir
schendin, noch an keinen zachin hindern an syme koufe. Swer wider di beide tete, der sal
von iczlichim tuche gebin eine mark groschin. 9. Is sal ouch
nymant kein ander czeichin, wen als is in Vlandern ist gemerkit, vf sin gewant machin;
swer das brichit, der sal von iczslichim tuche gebin eine mark groschin. 10. Is sal
ouch nymant gewant, noch kein ander war, der her nicht bereit hat, verkeu fin adir
vordingen; wer do wider tete, der sal vorbas me kein koufmanschaft trybin vndir dem kouf
hwse. 11. Is sal
ouch kein gast wider den andern in vnser vorbenanten stat keufin noch ver keufin golt,
sylber, goldine noch keynirhande war, noch koufmanschaft ane alleyne wyne, hering,
vische, pfert vnd vi; wsgenomen alleyne di czwene iarmerkte, di sullin vrye sin, als sy
von alder gewest sin. Wer daz breche, der sal der buse sin bestanden: Welch wirt das
ouch in syner herberge gestatte, der sal der buse sin bestanden. 12. Ouch sal
kein gast dem andern in den iarmerktin verborgin gewant noch keynir hande koufmanschaft.
Swer do wider tete, der sal gebin von iczlichir marke eynen halbin virdung. Wer abir,
daz eyn gast gewant herbrechte czu vorkeufene, daz sal her verkeufin binnen eynen mandin
vnd nicht vnder vir tuchen vnd sal daz nirgen veyl habin, wen vnder dem kouf hwse vnd an
dem marktage, vnd wo hers binnen dem manden nicht verkeufte, so sal hers wider wek
vüren, vnd wo her des nicht tete, so sal her gebin von iczslichim tuche eyne mark. Wer
ouch das bobin vir wochin herbergte, der sal gebin von iczslichim tuche eyne mark. 13. Is sal
ouch keyner vnser burger eins gastis war, di her hi gelossin hette, verkeufin in syme
namen eyme andern gaste, adir war keufen in syme namen eyme gaste. Wer do wi der tete,
der sal gebin von iczslichir marke eynen halbin virdung. 14. Is sal
ouch ein iczslich weber ein iczlich lang tuch machen von virczig elin lang vnd eyn kurcz
tuch von xxxm elin lang. Welchs czu kurcz wurde, das sal man im abeslon; welcbs ouch czu
lang wurde, daz sal man im geldin. 15. Is sal
ouch kein weber webchin machin. Wer das breche, dem sal man das web- chin nemen. 16. Ouch sal
kein weber icht wsnemen, wen her sin gewant verkeuft. Wer do weder tete vnd das vberredt
wurde, der sal gebin eynen virdung, vnd welch koufman das wuste vnd nicht meldite den
kamermeystern, der sal ouch eyns virdungis sin bestanden. 61 17. Alle der
vorbeschrebenen busen sal vnse vorbenante stat habin czwene pfenninge vnd di kouf lute
den dritten. 18. Is sal
ouch nymant, der nicht czu kamern stet, lange tuch von Gint, von Brossil adir von Louin
sniden; wer do weder tete, der sal gebin von iczlichim snite drye mark gro- schin, vnd
das tuch sal czuvor vorlorn sin. 19. Is sal
ouch nymant, der nicht czu kamern stet, snyden keynerleye schongewant; wer daz breche,
der sal gebin von iczlichim snite 1^ mark vnd das tuch (sal)') czu vor ver lorn syn. Wer
ouch snyte tuch von Brug ader von Mechel, der nicht czu kamern stet, der sal gebin czwu
mark groschin von iczlichem snite, vnd daz tuch sal czuvor verlorn sin. Wer ouch snite
tuch von Yppir, von Korterich ader eyn iczlich schone tuch, der nicht czu kamern stet,
der sal gebin von iczlichem snite 1£ mark, vnd daz tuch sal ouch verlorn sin. 20. Is sal
ouch nymant, der nicht czu kamern stet, her sy weber, nunne, geistlich ader wertlich,
ader wer her were, lancgewant snyden; wer das broche, der sal geben von iczli chim snite
dry virdunge, vnd daz tuch sal ouch czu vor verlorn sin. Wer aber, das eyn weber
lancgewant snite, der sal gebin von rote vnd willen der geswornen vnder den We bern, di
das mit den kamerherren vberein getragin han, von irre gewerkin wein, von itzli- chim
snite dry virdunge, vnd daz tuch sal ouch czu vor verlorn syn, vnd derselbe sal sins
hantwerkis als lange enpern vnd nicht tryben, bis her sich mit den koufluten vnd den
kamermeistern berichtit. 21. Is sollen
ouch dry eyn tuch keufen vnd daz teilen vnder den kamern in dry teil, also daz eyn teil
als lang sye als daz ander, vnd wer das breche, daz das anderswo geteilt wurde, tzu weme
das were, der sal gebin eyne halbe mark, vnd das tuch sal czu vor verlorn sin, vnd welch
schroter in das gewant teilte, wo man das irvüre, der sal eyner halbin marke sin
bestanden. 22. Ouch sal
eyn iczlich koufman, der nicht czu kamern stet, weme her schone gewant verkeuft czu
cleydern, das lossin teilen vnder deme koufhwse in dry teil, also das eyn teil als lang
behalde als daz ander. Wer das breche, der sal gebin dry') mark groschin. 23. Is sal
ouch kein cromer snyden tobilzan, Harras, noch Berwer, noch kein wullin gewant. Wer do
wider tete, der sal gebin von itzlichim snite eyne halbe mark groschin, vnd daz tuch sal
ouch czu vor verlorn sin. 24. Alle dy
vorbananten, busin von gewantsnyden sal der kamerherre, wer der were, nemen czwene
pfenninge vnd di kouf lute den dritten. Ouch sal der kamerherre, wer der sye, sendin mit
den koufluten, wen sy di busen ader gewant, di in antretin, welden nemen, syne boten,
daz si den koufluten behulfin sin, vnd wenne her in nicht hulfe mite sente, so sal her
ouch kein teil an den busin ader gewanden habin, di di kouf lute czu der czit nemen. J) fehlt *)
ausgestr. darüber: eyne. 7* 52 25. Ouch sal
der kamerherre, wer der sye, di vorbenanten vnse kouflute by rechte behaldin. 26. Alle der
vorgeschrebene rede welle wir rathman gewalt habin czu meren czu myn- ren ader czu
bessern noch der stat ere vnd der kouflute nüsz vnd vrome. Czu alle der dinge
gedechtnisse ete.
Charter: LXIX.
Date: 99999999
Abstract: LXIX. Die
Rotgerberinnung zu Liegnitz verbindet sich vor dem Rathe, einen Artikel aus den Statuten der breslauer
Rotgerber ebenfalls zu halten. 20. November
1397. Aus den
liegnitzer Handwerkerstatuten S. 35. Statuta
cerdonum, sicut tenentur Wratislavie, nobis missa per consules Wratislauienses. W ir
Burgirmeistir vnd ratnianne der stat Legnicz, Pawil Brockotindorff, Niclos Crebil,
Niclos Viaw, Niclos Elle, Niclos Pfaffindorff vnd Niclos Girdan, bekennen offinlich mit
desim brive allen den, di en sehen, hören, adir lezen, daz vns die erbern, wyzen . . ratmanne
zu Breczlaw gesand habin iren briff vorslussin mit irem ingesegil eyns sulchin lowtis: Lieben
frunde, vor vns sint komen di . . geswornen vnd eldisten der rotgerber in vnser stat vnd
habin vns vorgelegit, wy das . . hantwerg der rotgerber czu vch czu Legnicz von en
begert habe, vns czu beten, vch zuvorschrebin dese hernochgeschrebin artikell, di in
iren vorbriften vnd vorsigilten Statuten begriffen sint in sulchin worten: „Nymant, Iver sie
burger adir gast, oder wer her sie, sol vor der stat, adir in den gössen, noch in
hewsern keynirley hute noch vel, rynderin noch kelberin, scheffynn, adir welchirley si
syn, kawfen, sundir wer do teil sulche vel kewfen, alz geschrebin steet, der sol si
kewfin uf dem markte; axesgenomen, was eyn burger stacht czu syme nuteze, di vel adir
hute mag her oh heyme wol vorkeußn; wer do wedir tele, der sol der stat voruallen syn
noch gnaden. Auch sol keyn hantwerg dem andern in syne recht vnd Statuten griffen in
keyner wyze." Gegebin am frytage vor sante Galli tag xcvlj°. ]p;-t Des sie wir
vorgenanten burgermeister vnd ratmanne der stat Legnicz mit vnsern eldisten zu rate
wurden von der stat wegin, daz man di egenanten Statuten vnd artikel auch alhy czu
Legnicz alzo halden solle in allir mase, alz oben steet geschrebin. Des czu be-
kentnisse vnd bestigunge haben wir desin briff gegebin dorobir, vorsegilt mit der stat
Legnicz ingesegil, der gegebin ist am nehstin dinstage noch sante Elizabeten tage noch
gotis geburt towsund dryhnndirt iar in dem sehen vnd newnczigisten iare.
Charter: VII.
Date: 99999999
Abstract: VII. Alte freie
Verdeutschung der vorstehenden Urkunde. Schweidnitzer Stadtarchiv II. RR. 1. xxller
menniglich, so dyser brieff vorkumpt, sey wissentlich, das mit wiln, ioworte vnd aus
beuel des erlauchten forsten vnd herren, Bernhardes, hertzogen in Slesien vnd herren aufm
Furstenberg, mit vorgehabtem reyffen rodt seiner redte aus erheischung der pilligkeit
vnd willen der burger aller seiner stedte vber das vbertreten der becker, domit sy sich
zur Schweidnitz mit freuelicher torst vbergriffen haben; nemlich in deme das sy zw
vngehor- sam gedochten vnsris herren, zu beschwerung seiner landt vnd lewte, zu spot vnd
schme- hung der rodtmanne vnd eldisten der stat Schweidnitz, zu vorterb vnd
vnderdruckung vn- serer armen lewte vnd aller anderer zuflyhenden durftigenn aus
eingebung des bosen geists alle eintrechtig aus der stat als kinder des aufrurs aus
keiner redlichen vrsachen gegangen sint, ist solcher contract vnd vnderhandlung billich
gemacht vnd inen zur straff vnd besse- rung busgelt inen genugk, schwer vnd schmelich
aufferlegt, wy volgt: 1. Erstlich
das sy durch freuelichen torst, mit welchen sy wider genanten vnsern herren, wider seine
lant vnd lewt vorhandelt, sint sie betzwungen mit 200 mark groschen abzulegen. 2. Czum andern
umme den spot, so dy den rodtmannen vnd gantzer gemein der stat frech beygebrocht, ist
Nickel Behem ir freuelicher vorgenger, am lichten tage mit brennende lichten vnd fackeln
im widerumb zu scham vnd spot, andern zur besserung mit vorgehen der aller samlunge arm
vnd reich aus der stat schmelich geweist an' alle hofnunge wider dorein zukomen, dasselb
auch vormols vor gehegtem dinge mit aufgehabenen fyngern ge- schwornvnd geglobt(!) das
er in obgedochten vnsers hern, hertzogHeinrichs vnd seiner bru- der gebiet vnd lande
noch in den gegneten der dreyer fursten in Breslaw in keinerley weyse bleyben solle bey
vorlust seines halses vnd hochstem rechte, hiemit angehaft, wo er der stat aus
obberurter vrsach einicherley weise drewhen wurde, ader indert einen vnserm mit- woner,
er sey, wo er wolle, mit worte ader werken feintlich begegnen wurde, das man ge nug
beweisen kunde, alsden sol man im nochtrachten als einem erklerten vnd vorurteylten
manne. Sunder dy ander beker von wegen obgedochten Mutwillens, domit sy sich wider den
rodt vnd gantze gemein erburt, sollenn sie mit 1200 fuder steyne zum gebewde, so dy
tzeit sein wirt, der stat genug thuen. 3. Czum
dritten das sy sich zum beschwerde des armuts hochstes vleis gemuht, zu ge- nugthuunge
vnd wirdiger strof haben ewig zugelossen das zufuren des brots auswendig der meyle ein
mol in der woche als am suutage, es sey tewr ader wolfeyl, doch nicht itzliches brots,
sunder alleine rucken rundt vnd scheiblichter form, gros vnd klein, mit dem be- scheide
, das die geste, dy das brot zufuren am suntage vom morgen bis auf den mittag 12 gentzlich
vorkawffen sollen, der tag sey lang ader kurtz; vornemlich, wen man zum andern mol bey
den minores zur nona lewten werde, sol kein frembde brot auflm margt feylh sein; wo das
durch den statdiener dortzu vorordnet befunden wurd, sol das genomen werden vnd einem
rodt vberantwurt; dy sollen domit thuen was sy mit iren eldisten erkhennen. Zugleich wo
eingesaczt brot funden wurde ader ymands von den zufurenden unuorkawSt brot weg furen
wold, sol dermossenn domit vorhandelt werden. 4. Item vnsern
beckern ist ernstlich auferlegt, das keiner aus inen mit seinem brot nier den eyne banck
eynnemen sol, sunder ein itzlicher sol seiner banck vorstehen, also das er zu seiner
banck vnd in seinem hawsse genug brot habe. 5. Item es ist
vnsern beckern auferlegt, das sy auswendig irer bencke mit nichte bey der frembden, dy
brot zufuren, wagen stehen sollen, wy sy vormols gepflegt, sullen auch den infurenden
nicht weren wider mit gelt, bit vnd drewhung, sunder mit der ordnung irer czech ist
alsso tzwischen der stat vnd inen gemacht, das sy inen keinen ssunderlichen auf- saz
heimlich noch oflentlich machen noch haben ssollen, wenne was ein rodt mit iren el
disten zulossen wirt. 6. Auch ist
den beeken zu trost gemacht, das keiner aus den zufurenden dy becken in ichtes
betruebenvnd vortreiben ssolle, welchs sy auch widerumb allenthalben thuen ssol(en), wo
indert ein teyl disem gebot mit worten entkegen beweislich befunden, ssol mit gelde der
stat genugthuen, wo aber tettlich, ssol mit gericht angenomen werden. 7. Wo aber
indert einer aus vnsern beckern freuelich wider indert einen vnser eynwo- nen, er sey
arm, reich, klein ader gros, mit worten sich vbergreiffen wurde, ssol er noch er-
kentnus abelegen: wo aber mit der tott, das mans beweisen kan, mag er mit keinem gelt,
sunder mit der grosten pen, daz ist sein hals, wandeln. Vnd auf alles
vnd itzlich, wy gemelt, stete gehalden, ist diser entscheit mit Lewtkonis, des erbfogits
vnd der stat sigil bekreftig 1311. Schrift des
XVI. Jahrhunderts.
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