Collection: Rechtssprüche des Reichshofes, ed. Franklin, 1870 (Google data)
Charter: 351
Date: 99999999
Abstract: Nr. CLXXIV. — 1290. — Rechtspruch: — castra, — der eine Contrahent dem andern
den Schaden zu ersetzen Lat, der diesen bei Ausfuhrung des Vertrages getroffen hat
Charter: 110
Date: 99999999
Abstract: Nr. LIV. — 1361. Mit Gesammturtheil wird gefunden, dass, wenn der Konig
jemandem eine Gnade oder Freiheit zugestanden in koniglichen Briefen, Alles, was dawider
ge schieht in Gericht oder ausser Gericht, keine Kraft und Macht haben solle.
Charter: 690
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCCXXXXI. — 1338. — Strassenrauber sollen an- gesehen werden, als hatlen
sie gegen das Reich gefrevelt, sollen an keiner Statt Friede oder Geleit haben und fiir
rechtlos gelten. Ebenso derjenige, welcher Strassenrauber wissentlich haust oder hofet.
Charter: 467
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCXXXI. — 1299. — Auf die Anfrage desselben: si quis tenens feodum a domino
aliquo moriatur absque heredibus illis, qui vulgo dicuntur leivenherben, et domi- nus
feodorum ipsa feoda sibi attrahet et ea per annum unum et diem sicut sua propria possidet
pacifice et quiete, et ex tunc venit aliquis diceus, se in dictis feodis ius habere, et
impetit dominum feodorum super ipsis, utrum ipso do mino feodorum huiusmodi possessio anni
et diei debeat suf- fragari? wird geurtheilt: quod dicto domino feodorum dicta possessio
suffragatur et impetenti ipsum nulla omnino actio imposterum competit in eisdem.
Charter: 604
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCLXXXXIX. — 1343. — Die Stadt Stendal hatte im Jahre 1324 dem Markgrafen
Ludwig von Brandenburg als ihrem rechten Erbherrn Hulde geschworen, ebenso aber auch,
etwas spater, auf Geheiss des Königs und seines Soh nes, eben des Markgrafen Ludwig, dem
Herzog Otto von Braunschweig, diesem jedoch nur fiir seine Lebenszeit. Als nun allerlei
Zwistigkeiten und Kämpfe zwischen dem Mark grafen und Herzog Otto ausbrachen, wurde der
Rath der Stadt von beiden Seiten um Hiilfe und Beistand gemahnt: von jenem auf Grund der
geleisteten Erbhuldigung, von die sem wegen des Rechts, das er zur Zeit an der Stadt
hatte. In dieser schwierigen Lage ertheilten verschiedene Fiirsten und weise Leute den
Rath, die Stadt möge sich bei dem Kaiser, von dem das Land zu Lehen gehe, ein Weisthum
einholen, welchem der beiden streitenden Herrn sie Rech tens- und Ehrenhalber zu helfen
habe: was dieser ihnen zu thun befehlen wiirde in offenem besiegelten Briefe, dem sollten
sie folgen. Man entschied sich fiir diesen Ausweg und die Sache gelangte am königlichen
Hofe zum Austrage.
Charter: 522
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCLVI. — Regesten Ludwigs Nr. 3349, Ficker: acta se- lecta imperii Nr. 752
S. 511.
Charter: 212
Date: 99999999
Abstract: Nr. CIV. — 1188. — Abbas de Herswelden interro- gatus — per imperatorem —
residentem pro tribunali: si aliquis episcopus potest dare vel infeodare alicui bannum sue
ipsius persone, ita quod hereditarium feodum esse de- beat, an non, — tale laudum fecit:
quod nullus episcopus potest dare vel infeodare alicui homini bannum persone sui ipsius,
ita quod fit in preiudicium sui successoris aut quod hereditarium feodum esse possit aut
esse debeat.
Charter: 565
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCLXXX. — 1387. — Konig Wenzel verbietet, einem Erkenntnisse des
Hofgerichts entsprechend, der Stadt Liineburg, dem Dietrich von Bodendike die von
demselben bei ihnen belegten 2000 Mark Pfennige nebst falligen Zin- sen auszuzahlen, bevor
derselbe sich mit dem Herzoge von Sachsen und Luneburg oder mit dessen Amtmann, Sege- band
Vos, wegen Treulosigkeit und Meineides verglichen haben wird, welche er gegen diesen sich
dadurch zu Schul- den kommen liess, dass er sich nicht im Gefangniss einfand, obgleich er,
unter den Bannern zweier Fiirsten sich fiir ge— fangen gebend, es eidlich angelobt hat.
Charter: 395
Date: 99999999
Abstract: den sei. Archiv filr Kunde dsterreich. Geschichtsquel- len VI. 122. Aehnliche
Freiheiten sind nachgewiesen: Obser- vationes etc. S. 15 fgg.
Charter: 612
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCCII. — 1149. — Ein Ministeriale des Klosters des hlg. Remigius zu Rheims,
welcher in der Villa Cusel an der Mosel wohnte, hatte angeblich widerrechtlich ver-
schiedene Besitzungen des Klosters an sich gezogen und sollte sich deshalb vor den
Stiftsobern in Rheims verant- worten. Er verweigerte dies unter dem Vorgeben: se intra
fines alterius regni causam non debere agere et iudicium subire, sed in terra et lege
gentis suae paratum se esse ex iudicio facere. Als der Abt hieriiber am Hofe Konrads III.
Charter: 687
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCCXXXIX. — Aus der Zeit Rudolfs I. — Ex parte dilecti — nostri N. fuit
propositum coram nobis, quod cum H. uxorem ipsius N. Iegitimam femori suo appli- cans
impudenter, idem N. tam publicas et intolerabiles aequo animo non est passus iniurias,
quin — offensorem dazu namentlich Lorenz: Deutsche Geschichte II. 2. 403. Der- selbe
Rechtsgrundsatz in der const. Henrici IV. 1085: Si aliquis defensionem reo, arma, victum
vel fugam moliri presumpserit, equali penae sicut reus subiacebit (Legg. II. 57); in der
const. pacis 1103: Si quis eum (den Friedebrecher) defenderit, eandem penam patiatur (d a
s. 60); in der treuga Heinrici c. 6: Si aufugerit, (der, welcher eine Jungfrau geraubt hat
etc.), detentor ipse, a quo reus a iudice postulatus fuerit, cum reo pari pene et
sententie sub iacebit (das. 267), und sonst sehr haufig bei Bestimmungen iiber die
Verfolgung der Friedbrecher. — Vgl. ini Allgemeinen iiber die Begunstigung des Verbrechers
nach dem Recht des Mittelalters John 234—244, Halschner III. 555, Osenbriiggen: Alam.
Strafrecht 173 fgg. und Studien 252 fgg.
Charter: 90
Date: 99999999
Abstract: Nr. XXXXIII. — Martene: thes. I. 1169, Legg. 435. — Ueber die historische
Veranlassung vgl. Hofgericht I. 156 N. 2. und ilber die staatsrechtliche Bedeutung des
Rechtspruchs Huyn: Wille- briefe S. 7 fgg. und Lorenz: Deutsche Geschichte I. 415 fgg.
Charter: 596
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCLXXXXIV. — Legg. 231, H.-B. I. 580. — Vgl. Kraut: Vormundschaft III. S. 3
N. 6. 110 Henrico duce Brabantiae —, quod de universis bonis, quae de ducatu suo moventur,
omnium haeredum, m or tin's paren- tibus, de iure tutor habeatur.
Charter: 399
Date: 99999999
Abstract: Nr. CLXXXXV. — Mon. Boica XXIX. 1. 439. 80 sua a longe retro temporibus quiete
possederat, destruxerit et illud in villam Munichen violenter transtulerit, wird er-
kannt: quod H. factum temerarium in irritum ducere deberet imperialis auctoritas.
Charter: 103
Date: 99999999
Abstract: Nr. LI. — 1253. — Derselbe Rechtspruch in anderer Fassung: utrum sententie, a
quibuscunque scabinis vel aliis late contra privilegia a nostris predecessoribus — qui-
buscunque indulta, alicuius debeant existere firmitatis? Es wird geurtheilt: quod
huiusmodi sententie nullius roboris vel firmitatis existunt.
Charter: 406
Date: 99999999
Abstract: Nr. CLXXXXVIII. — Ficker: acta sel. imp. 278, Meiller: Reg. archiep. Salisb.
Nr. 281 S. 233.
Charter: 318
Date: 99999999
Abstract: dem Grund und Boden. — Nr. CLXVI— CLXVIII. Genehmigung der Grafen zur Anlage
von Befestigungen. — Nr. CLXIX. Auch der Graf darf keine Befestigung auf fremdem Grund und
Bo- den anlegen ohne Zustimmung des Eigenthiimers. — Nr. CLXX, CLXXI. Burgfrieden, Dienste
von einer Burg. — Nr. CLXXII. Belagerung von Burgen ohne konigliche Genehmigung. — Nr.
CLXXIII, CLXXIV. Landesschadliche Befestigungen.
Charter: 450
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCXXIII. — 1249. — Derselbe Rechtsgrundsatz anerkannt in dem Urtheil zu
Gunsten des Johann von Avesnes wider Balduin II. wegen der Grafschaft Namur.
Charter: 562
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCLXXVII. — La comb let III. Nr. 784 S. 6S8. 104 nachdem diese in die
Reichsacht verfallen, Gelobnisse, Eide, Biindnisse oder Sicherheit halten oder bewahren
diirfe, mogen sich diese auf Schuldsachen oder andere Verhalt- nisse beziehen; vielmehr
sei jeder alles dessen quitt, los und ledig.
Charter: 646
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCCXVIII. — Legg. 460. — Offenbar liegt dieser wie der folgenden
Entscheidung dasselbe Princip zu Grunde: der Verklagte beweist die aufgcstellle
Einrede-Behauptung, die Zaldung, bezie- hungswcise die Modalitaten, unter denen die
Zahlung gelcistet wurde. 120
Charter: 440
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCXVI. — Mon. Boica XXIX. 1. 305. — Zu diesem und dem folgenden Weisthum
siehe Homeyer S. 298 fg., 301 fgg. und Ficker: Heerschild 101.
Charter: 68
Date: 99999999
Abstract: Nr. XXXIII. — 1331. — Konig Ludwig bekundet den vor ihm ergangenen Rechtspruch:
Swen ein hervart von dem romischen rich ist, daz herren und stede zu zogent, als in dann
geboten ist, dem romischen rich ze hilfe, swaz ieman dem andern naeme von viche oder ze
notdurfte iu der reyse auf der vertte, daz si dem rich ze helf wolten chomen, umb
denselben schaden sol sie niemant nichts benoten, swenn ez also in einer offenn hervertte
geschichtr und dem rich sein er ze behaben und zu retten.
Charter: 656
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCCXXV. — 1224. — Eine Klage des Grafen Berthold von Graisbach gegen den
Erzbischof von Salz- burg wird zuriickgewiesen und dem Klager ewiges Still- schweigen
auferlegt, weil Verklagter beweist: quod olim — ab eodem comite in eundem modum et super
eodem (castro) conventus fuit et — similia omnino proposita fuerunt contra ipsum (den
Verklagten) et demum — fuit — iudicialiter absolutus.
Charter: 49
Date: 99999999
Abstract: Nr. XXVI. — 1274. — Auf die Frage Konig Rudolfs: quis deberet esse iudex, si
Romanorum rex super bonis imperialibus et ad fiscum pertinentibus et aliis iniuriis regno
vel regi irrogatis contra aliquem principem imperil haberet proponere aliquid questionis?
wird erkannt: quod Palatinus comes Reni auctoritatem iudicandi super questionibus, quas
imperator vel rex movere vult principi imperii, optinuit et optinet ex antiquo.
Charter: 6
Date: 99999999
Abstract: Nr. III. — Heinrici Rebdorfiensis annales imperatorum et paparum in den Fontes
rerum Germ. IV. 521. — Hec definitio principum, fahrt Heinrich fort, sollempniter
publicata est eodem anno de mense Augusti in Frankenfurt. Damit ist die constitutio: Licet
iuris utriusque testimonia, gemeint, welche Ludwig zuerst zu Frankfurt, dann (nach
Nikolaus Minorita) zu Koblenz (August und September 1338: Reg. Ludwigs 1923 und addit.
III. S. 370 a. E.) publicirte und an deren Aechtheit nach den bekannten Nachrichten bei
Albericus de Rosate (Eichhorn a. a. 0. 329) und nach dem Bekanntwerden des Nik. Min.
(Fontes IV. 606, vgl. auch Latomus und Camentz das. 408, 431) nicht mehr gezweifelt werden
kann. Die Fassung, in welcher Heinrich von R. das Renser Weisthum mittheilt, geht aber
weiter, als der urkundlich beglaubigte Beschluss der Kurfürsten und nähert sich vielmehr
den Satzungen der eben angeführten Frankfurter Constitution, welche, — abweichend von den
Renser Beschlüssen, aber in Uebereinsti'mmung mit der gleich zeitigen Constitution: fldem
catholicam, — auch den unmittelbaren Erwerb der Kaiserwürde • an die Wahl zum deutschen
Konige knüpft (vgl. Ficker a. a. 0. 689 gegen Eichhorn 338). Dass die am Hofe Ludwigs
wirkenden gelehrten Juristen gerade diesen Satz rechtlich zu begründen suchten, ist
bekannt; vgl. die Gut achten bei Ficker a. a. O. 709 und neuerdings die articuli de
iuribus imperii u. s. w. bei Nik. Min. in den Fontes IV. 593 fgg.; auch in diesen heisst
es: quod ex sola electione — electus efficitur verus rex Romanorum et imperator.
Charter: 648
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCCXX. — 1342. — Klagerin nimmt ein Gut als zu ihrem vaterlichen Erbe
gehorend in Anspruch; Ver- klagter wendet ein, es sei sein eigenes Gut, er hatte es er-
bracht in rechte niitzliche Gewere und innegehabt wohl zwanzig Jahre ohne alle Ansprache.
Nach Spruch des Hof- gerichts behalt Verklagter das Gut mit seinem Eide.
Charter: 655
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCCXXIV. — 1150. — Konrad III. ersucht den Papst Eugen III, einen Freien,
welcher bei der papstlichen Curie angeklagt worden, einem Kleriker eine schimpfliche
Korperverletzung zugefiigt zu haben, und deshalb excom- municirt wurde, von dieser
Kirchenstrafe zu ledigen: quoniam ab eodem clerico super eadem re in nostra curia
pulsatus, iudicio gentis sue et ctirie nostre, quod inno- cens esset, iuramento
comprobavit.
Charter: 540
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCLXVII. — 1227. — Vor Konig Heinrich wird der Rechtspruch gefunden, dass
alle Gelobnisse und Ver- sprechungen, welche der Graf G. von Geldern und andere dem Robert
von Kovordia und dessen Helfern gemacht haben, unverbindlich seien und nicht gehalten
werden diirf- ten: pro eo, quod iidem (Robert von K. und die ubrigen) — excommunicati
fuerunt et processu temporis per excom- municationem fuerunt exleges.
Charter: 410
Date: 99999999
Abstract: Nr. CCII. — 1236. — Auf die Frage des Erzbischofs von Salzburg: si generaliter
homines euntes per stratam publicam ad forum debeant ab eadem strata publica revo- cari et
cogi per aliquos ire per vias privatas ad fora sua? ergeht das Urtheil: quod non licet
alicui prohibere homi- nibus nec revocare eos a strata publica, quin vadant ad forum, ubi
possunt sua commoda exercere; salvo, si quis habet proprios, quos potest revocare et
reducere sicut vult.
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